Diethylsulfat

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Strukturformel
Strukturformel von Diethylsulfat
Allgemeines
Name Diethylsulfat
Andere Namen

Schwefelsäurediethylester

Summenformel C4H10O4S
CAS-Nummer 64-67-5
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit esterartigem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 154,19 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,18 g·cm−3 (25 °C) [2]

Schmelzpunkt

−24 °C [3]

Siedepunkt

208 °C (unter Zersetzung) [3]

Dampfdruck

16 Pa (20 °C) [1]

Löslichkeit
  • wenig wasserlöslich (7 g·l−1 bei 20 °C)[3] unter langsamer Hydrolyse[2]
  • mit Ethanol, Ether und den meisten polaren organischen Lösemitteln mischbar[2]
Brechungsindex

1,3989 (20 °C)[4]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [5]
05 – Ätzend 08 – Gesundheitsgefährdend 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 350​‐​340​‐​332​‐​312​‐​302​‐​314Vorlage:H-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze
P: 201​‐​280​‐​305+351+338​‐​310 [6]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [7] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [5]
Giftig
Giftig
(T)
R- und S-Sätze R: 45​‐​46​‐​20/21/22​‐​34
S: 53​‐​45
Einstufung nach REACH

besonders besorgnis­erregend[8]: krebs­erzeugend, erbgut­verändernd (CMR)

MAK

keine MAK, da karzinogen [1]

Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Diethylsulfat ist eine giftige, farblose, ölige Flüssigkeit mit einem charakteristischen Pfefferminzgeruch.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Die farblose Substanz ist bei Zimmertemperatur flüssig, aber wenig flüchtig. Diethylsulfat löst sich wenig in Wasser, wobei es unter Bildung von Schwefelsäure und Ethanol langsam hydrolysiert. In heißem Wasser erfolgt diese Reaktion wesentlich schneller. Mit Ethanol, Ether und den meisten polaren organischen Lösemitteln ist Diethylsulfat mischbar.[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Diethylsulfat wird zur Alkylierung von Phenolen, Aminen und Thiolen verwendet.

Herstellung[Bearbeiten]

Im Labor kann Diethylsulfat mit guter Ausbeute aus Sulfurylchlorid und überschüssigen absolutem Ethanol in Gegenwart einer Base bei 20 bis 35 °C hergestellt werden:

\mathrm{SO_2Cl_2 + 2 \ EtOH + 2 \ B. \longrightarrow} \mathrm{Et_2SO_4 + 2 \ B.HCl \ }

Industriell wird jedoch Diethylsulfat aus Ethen und rauchender Schwefelsäure unter Druck und Kühlung gewonnen:

\mathrm{H_2SO_4 + 2 \ CH_2{=}CH_2 \longrightarrow} \mathrm{Et_2SO_4 \ }

Das rohe Produkt wird durch Vakuumdestillation gereinigt.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten]

Diethylsulfat ist giftig und wirkt korrosiv. Bei Hautkontakt ruft es schwere Verbrennungen hervor. Inhalation kann zu einem Lungenödem führen. Im Tierversuch erwies sich die Substanz als karzinogen, für den Menschen besteht ein begründeter Verdacht auf Karzinogenität. Die Substanz ist nach Anhang II, Nr. 6 der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) als besonders gefährlicher krebserzeugender Stoff eingestuft und darf nur in geschlossenen Anlagen hergestellt oder verwendet werden.[10]

Verdampft die Flüssigkeit, so bildet sie bis zu einem Volumenanteil von 12 % explosive Gemische mit der Luft.

Die Substanz ist zwar brennbar, jedoch durch den geringen Dampfdruck sehr schwer entzündlich.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Eintrag zu Diethylsulfat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 22. Juli 2008 (JavaScript erforderlich)
  2. a b c d Diethylsulfat. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 16. Januar 2014.
  3. a b c Eintrag zu Diethylsulfat in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM)
  4. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-172.
  5. a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 64-67-5 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).
  6. Datenblatt Diethyl sulfate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 25. März 2011 (PDF).
  7. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  8. Eintrag zu CAS-Nr. 64-67-5 in der SVHC-Liste der Europäischen Chemikalienagentur, abgerufen am 17. Juli 2014.
  9. reagentworld: Material Safety Data Sheet
  10. Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) - Stand: 30. November 2010.