Dietikon

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Dietikon
Wappen von Dietikon
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Dietikonw
BFS-Nr.: 0243i1f3f4
Postleitzahl: 8953
UN/LOCODE: CH DIE
Koordinaten: 672858 / 25100547.4058298.403896388Koordinaten: 47° 24′ 21″ N, 8° 24′ 14″ O; CH1903: 672858 / 251005
Höhe: 388 m ü. M.
Fläche: 9.33 km²
Einwohner: i24'843 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 2592 Einw. pro km²
Website: www.dietikon.ch
Dietikon und das Limmattal, im Hintergrund Schlieren und Zürich

Dietikon und das Limmattal, im Hintergrund Schlieren und Zürich

Karte
Kanton Aargau Bezirk Meilen Zürichsee Bezirk Affoltern Bezirk Dielsdorf Bezirk Horgen Bezirk Zürich Kanton Aargau Aesch ZH Birmensdorf ZH Dietikon Geroldswil Oberengstringen Oetwil an der Limmat Schlieren Uitikon Unterengstringen Urdorf Weiningen ZHKarte von Dietikon
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Dietikon (in einheimischer Mundart: [ˈd̥iə̯tikχə/ˈtiə̯tikχə])[2] ist eine politische Gemeinde und Hauptort des gleichnamigen Bezirks des Kantons Zürich in der Schweiz.

Der Ort wurde mit der starken wirtschaftlichen Entwicklung des Limmattals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu einer Stadt in der Agglomeration Zürich, wobei durch die rege Bautätigkeit die beiden ehemals getrennten Ortschaften Dietikon Unterdorf und Dietikon Oberdorf zusammen wuchsen.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Blau ein senkrechter, oben und unten in eine Lilie endigender silberner Stab

Geographie[Bearbeiten]

Die Industriestadt Dietikon liegt westlich der Stadt Zürich auf 388 m ü. M. am Zusammenfluss von Reppisch und Limmat sowie an der Eisenbahnlinie von Zürich nach Baden. Hier und im Nachbarort Spreitenbach befindet sich auch der grosse Rangierbahnhof Limmattal. Ca. 25 % (2.3 km²) der Fläche sind Wald. Die grössten und bekanntesten heissen Honeret, Guggenbüehl und Röhrenmoos.

Honeret

Der Honeret liegt auf einer Seitenmoräne des Linthgletschers. Es gibt darum über 200 markante Steine und bis zu 25 m² grosse Felsblöcke (Findlinge). Der Honeret und der Guggenbüehl-Wald sind nur durch eine Hauptstrasse voneinander getrennt. Im Wald gibt es einige Quellen, aus denen die Bäche Tobelbach und Stoffelbach austreten und anschliessend in die Reppisch fliessen. Im Wald liegt die Forsthütte Lorenzhütte.

Guggenbüehl

Der Guggenbüehl liegt ganz in Dietikon. Im Wald liegt der Weiher Giigelibode. Er hat weder Zu- noch Abflüsse. Im Wald befindet sich ein Vita Parcours.

Gewässer[Bearbeiten]

Wichtige Gewässer, die durch Dietikon fliessen, sind die Limmat und ihr Nebenfluss Reppisch sowie der ca. 3 Kilometer lange Schäflibach und der Teischlibach. Der Schäflibach entsteht beim Zusammenlauf von Allmendbach und Stockacherbach und mündet in die Limmat. Der Teischlibach entspringt im Wald Röhrenmoos oberhalb von Dietikon und mündet ebenfalls in die Limmat. Der Marmoriweiher liegt in der Grunschen, einem Spiel- und Grillplatz. Der Marmoriweiher ist ein künstlicher Weiher, der für die Löschwasserversorgung der Feuerwehr angelegt wurde. Hierfür wurde bei der Grunschen ein Ablenkungskanal gebaut. Später diente der Weiher einer Marmorfabrik. Dies gab ihm den Namen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1779 686
1836 1025
1850 1292
1900 2613
1910 4493
1950 7358
1960 14758
1970 22391
1980 22297
1990 21130
2000 21089
2002 21743
2003 21904
2004 21822
2007 22497
2009 23106

In Dietikon leben 24'183 Personen (Stand Ende 2011). 40,57 Prozent der in Dietikon gemeldeten Einwohner, das sind 9'812 Personen, besitzen keinen Schweizer Pass.[3] 2011 waren 15,4 Prozent der Einwohner jünger als 15 Jahre (das sind 3'719 Kinder) und 5,3 Prozent der Einwohner Jugendliche, also zwischen 15 und 19 Jahren (das sind 1'284). Zwischen 20 und 64 Jahren sind rund 62,19 Prozent der Einwohner (das sind 15'059). Älter als 64 Jahre waren 17,04 Prozent der Einwohner (das sind 4'121 Personen).[3]

Sprachen und Soziales[Bearbeiten]

Die Amts- und Verkehrssprache Deutsch, welche im alltäglichen Umgang überwiegend als Zürichdeutsch gesprochen wird.

Im Oktober 2009 waren laut dem statistischen Amt des Kantons Zürich 701 Personen in Dietikon als arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent.[3] Der Frauenanteil in Dietikon beträgt im Jahre 2009 49,9 Prozent.[3]

Religionen, Konfessionen[Bearbeiten]

Heute sind die Römisch-katholischen mit 41,8 Prozent die grösste Religionsgruppe, an zweiter Stelle folgt die evangelisch-reformierte Kirche mit 26,5 Prozent.[3]

Ein starkes Wachstum in Dietikon verzeichnet die islamische Gemeinschaft: Die Anzahl der Muslime stieg auf 12,2 Prozent an.[3] Immer mehr Personen in Dietikon bezeichnen sich als konfessionslos; der Anteil der Konfessionslosen (9,4 Prozent) und derjenigen ohne Angabe einer Konfession (4,6 Prozent) war im Jahr 2000 zusammen bei 14 Prozent.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Funde, die im Schächteli gemacht wurden, lassen den Schluss zu, dass die Gegend schon in der Jungsteinzeit (5500-2400 v. Chr.) besiedelt war. Die Besiedelung während der Bronzezeit kann mit Gräberfunden auf dem Honeret und im ehemaligen Dorfzentrum nachgewiesen werden. Ebenso sind Gräber aus der Eisenzeit gefunden worden, die der Hallstatt- und La-Tène-Zeit zugeschrieben werden können.

Ab 20 n. Chr bis um ca. 320 n. Chr befand sich ein grosser römischer Gutshof im Bereich des heutigen Stadtzentrums. Er umfasste mindestens eine Fläche von 13'000 Quadratmeter und hatte eine Ausdehnung von mindestens 212 x 600 Metern. Der Gutshof war von einer Mauer umgeben, deren Höhe auf einen Meter geschätzt wird. Im Südosten des Areals befand sich ein Villenbereich, dessen Ausdehnung Richtung Limmat unklar ist. Ebenso wird vermutet, dass an der Limmat eine Anlegestelle für Schiffe vorhanden war. Der Gutshof wurde in der Mitte des 3. Jahrhunderts von einem Feuer zu grossen Teil zerstört. Der Gutshof lag an der Römerstrasse vom Zürichsee über Baden nach Vindonissa.

Die Besiedelung im Frühmittelalter ist anhand von Gräbern aus dem 7. Jahrhundert nachgewiesen. Anhand der Grubenhäuser, welche sich im Bereich der katholischen Kirche befanden, muss von einer kontinuierlichen Besiedelung seit dem 10. Jahrhundert ausgegangen werden. In der von Ortlieb geschriebenen Chronik von 1135 wird Dietikon bei der Schilderung des Bempflinger Vertrags erstmals im urkundlich erwähnt. Es heißt dort, dass Kuno von Wülflingen um 1089 dem von ihm gegründeten Kloster Zwiefalten auch «einen Viertel vom Dorf, Kirche und Limmatfischenz sowie Salland im ganzen 12 Huben» zu Dietinchovin vermacht hat. Der Ortsname besteht aus dem um das Suffix -ing- erweiterten althochdeutschen Personennamen Dioto und dem daran angehängten Grundwort hof im Dativ der Mehrzahl (*Diotinc-hovun > Dietikon) und bedeutet etwa ‚bei den Höfen der Sippe des Dioto‘.[2][4]

Das Kloster verkauft seinen Besitz in Dietikon schon 1096 der Gattin des Grafen Otto von Habsburg, also dem Geschlecht, das für kurze Zeit im Besitz des ganzen Dorfes war (Unter- und Oberdorf) und seinen gesamten Besitz an Grund und Boden in Dietikon (Unterdorf) und Schlieren 1259 dem Kloster Wettingen für 540 Mark verkaufte. Die Habsburger behielten aber die Grafschaftsreche (Hochgericht), den Zoll, das Patronat und die Vogtei der Kirche. Als Dienstherren der Habsburger bezogen die Ritter zu Schönenwerd die an der Limmat gelegene Burg Schönenwerd. Diese übten auch nach dem Verkauf Dietikons die Vogteirechte über Dietikon-Oberdorf aus, das damals als eigene Vogtei galt. Hier an der Reppisch besassen die Ritter einen ansehnlichen Grundbesitz. Dem Kloster Wettingen gelang es nach und nach, den verarmten Rittern auch die Besitztümer im Oberdorf abzukaufen. Die Vogteirechte beider Dietikons gelangten aber erst 1367 an das Kloster. Innerhalb gut eines Jahrhunderts gelang es dem Kloster, ein annähernd geschlossenes Gebiet mit allen Rechten um Dietikon zu erwerben, so dass von einer Herrschaft Dietikon gesprochen werden kann. Das Kloster prägte in der Folge das Dorf. Als Rechtsnachfolger des säkularisierten Klosters verkaufte der Kanton Aargau den Kirchensatz zu Dietikon dem Stand Zürich. Der Vertrag darüber wurde am 3. und 17. März unterschreiben.[5] Erst nach der Reformation machte sich ein Einfluss Zürichs langsam bemerkbar.

Die Grafschaftsrechte, und damit das Hochgericht, waren anfänglich bei den Habsburgern, bis die Eidgenossen 1415 den Aargau eroberten. Bis 1798 gehörte Dietikon zur Landvogtei Baden und war somit ein Teil Grafschaft Baden und Gemeine Herrschaft von acht Orten (nach 1712 nur noch Zürich, Bern, Glarus). Nach dem Einmarsch der Franzosen wurde am 11. April 1798 der Kanton Baden der Helvetischen Republik gegründet, zu welcher auch Dietikon gehörte. Als die Helvetische Republik am 10. März 1803 aufgelöst wurde, kam Dietikon zum Kanton Zürich. Zwischen 1815 und 1832 gehörte die Gemeinde dem Oberamt Zürich, ab 1832 dem Bezirk Zürich an. Am 1. Juli 1989 spaltete man den Bezirk Dietikon vom Bezirk Zürich ab, und ernannte Dietikon zum Bezirkshauptort.

1939 wurde das Zentrum von Dietikon mit Bunkern und einer Betonringmauer zu einem wichtigen Stützpunkt, der sogenannten Festung Dietikon, der Limmatstellung ausgebaut. 1940 wurde es mehrmals von General Guisan inspiziert. [6] Das Zentralschulhaus diente als Mobilisationsplatz. Es war umgeben von Verteidigungsmauern und Bunkern. Soldaten wurden einquartiert, auf dem Pausenplatz fanden Wachtablösungen und Hauptverlesen statt. Teile der Dietiker Befestigungsanlagen sind bis heute erhalten geblieben – darunter auch zwei längere Stücke der ehemaligen Festungsmauer mitten in der Stadt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

An der Limmat befindet sich die Ruinen der Wasserburg Schönenwerd.

Die katholische Kirche, die zwischen 1924 und 1927 nach den Plänen von Adolf Gaudy erbaut wurde, ist das sichtbarste Bauwerk des heutigen Stadtzentrums. Hinter ihr befindet sich das katholische Pfarrhaus (Bahnhofstrasse 4), das 1833 erbaut wurde. Die reformierte Kirche wurde abseits des Dorfkerns erbaut. Sie liegt an der Kirchhalde und wurde zwischen 1924 und 1925 nach den Plänen von Emil Schäfer erbaut. Vorher gab es in Dietikon eine paritätische Kirche, die Kirche St. Ulrich und St. Agatha, die dann abgebrochen wurde.

Ausserhalb

Das aus dem 12. Jahrhundert stammende Benediktinerinnenkloster Fahr ist eine Enklave des Kantons Aargau und besitzt eine sehenswerte Klosterkirche aus den Jahren 1743 bis 1746

Verkehr[Bearbeiten]

Seit dem Mittelalter führt die Strasse von Zürich nach Baden durch den Ortsteil Dietikon-Unterdorf. Sie folgt, soweit rekonstruierbar, der alten Römerstrasse, und überquert wie diese hier die Reppisch. Zwischen 1840 und 1841 wurde die Hauptstrasse über den Mutschellen erbaut, die von Zürich nach Bremgarten führt. Seit 1847 besitzt die Gemeinde den Bahnhof Dietikon, wobei das erste Bahnhofsgebäude von 1847 erhalten geblieben ist. Mit der Eröffnung der Bremgarten-Dietikon-Bahn wurde dieser zu einem Umsteigebahnhof. Mit der Eröffnung der Autobahn A1 1970 wurde auch der Vollanschluss Dietikon erstellt.

Politik[Bearbeiten]

Stadtpräsident ist seit 2006 Otto Müller (FDP, Stand 2012)

Die Legislative ist der Gemeinderat mit 36 Sitzen.

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12 
Von 36 Sitzen entfallen auf:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Grunder, Kunstdenkmäler der Schweiz Band 88 "Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich Band IX "Der Bezirk Dietikon" Birkhäuser Verlag Basel 1997 ISBN 3-909164-57-9 S. 98-143

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dietikon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. a b Gabrielle Schmid: Dietikon ZH (Dietikon) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 297. Angegebne Lautschrift: [ˈdiətikχə, ˈtiətikχə].
  3. a b c d e f g Statistische Daten Gemeinde Dietikon, abgerufen am 14. Februar 2011
  4.  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. Historische Quellen und sprachwissenschaftliche Deutungen. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau. Band 100/II, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 80f..
  5. Zürcherische Finanzprotokolle 1838, im Staatsarchiv Zürich
  6. Inschrifttafel bei der Taverne zur Krone, Dietikon: 1940 bei den Inspektionen der Festung Dietikon im 2. Weltkrieg, weilte General Guisan als Gast in der Krone