Dietmar Brockes

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Dietmar Brockes 2013

Dietmar Brockes (* 18. Dezember 1970 in Nettetal) ist ein deutscher Politiker (FDP).

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Dietmar Brockes besuchte die Katholische Grundschule in Bracht (Brüggen) und das bischöfliche Albertus-Magnus-Gymnasium Viersen-Dülken, wo er 1991 das Abitur erwarb. Im Anschluss daran absolvierte Brockes bis 1993 eine Ausbildung zum Bürokaufmann im Großhandel beim damaligen Computerhersteller Nokia Data (anschließend Fujitsu). Danach war er für ein Jahr in verantwortlicher Position in der Materialwirtschaft beschäftigt.

Von 1994 bis 1998 studierte Brockes als einer von 120 Pionierstudenten Betriebswirtschaft an der Fonty’s Hogeschool im niederländischen Venlo. Nebenbei machte er sich im Bereich der Neuen Medien selbstständig, indem er 1996 den ESB Service Dietmar Brockes – einen Internet-Software-Versand – gründete. In diesem Zusammenhang arbeitete er eng mit der Europäischen Sponsoring-Börse im schweizerischen St. Gallen zusammen. Im Jahr 2000 firmierte Brockes Unternehmen in MEDIATIVE um und erweiterte sein Portfolio auf Internet-Dienstleistungen jeder Art. Nach seiner Wahl in den Landtag im Jahr 2000 gab Brockes das Unternehmen Ende 2002 ab.

Partei[Bearbeiten]

Dietmar Brockes’ politische Wurzeln liegen in der katholischen Jugendarbeit. Mehr als zehn Jahre war er Messdiener, organisierte Messen und Konzerte, betreute Jugendliche in der Ferienfreizeit. Politisch aktiv wurde er dann in der FDP. Seit 1990 gehört Dietmar Brockes als sachkundiger Bürger der FDP-Fraktion im Brüggener Rat und seit 1994 als sachkundiger Bürger im Kreistag Viersen an.

Von 1994 bis 1997 führte Dietmar Brockes die Jungen Liberalen im Kreis Viersen an. 1996 wurde er stellvertretender Vorsitzender der FDP im Kreis Viersen und Mitglied des Bezirksvorstandes der FDP Niederrhein. 1998 wurde er von den Delegierten des FDP-Landesparteitages in den Landesvorstand der Liberalen gewählt, dem er bis heute (Stand Dezember 2013) angehört.

Im Jahr 2000 errang er die Spitzenkandidatur des FDP-Bezirksverbandes Niederrhein zur Landtagswahl sowie Platz 8 auf der Landesliste und wurde Vorsitzender der niederrheinischen FDP.

Abgeordneter[Bearbeiten]

Brockes ist seit dem 2. Juni 2000 Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen. Während der 13. Legislaturperiode war er Sprecher im Ausschuss für Europa- und Eine-Welt-Politik sowie von 2000 bis 2010 Mitglied im Verkehrsausschuss.

In der 14. Legislaturperiode war Brockes Sprecher der FDP-Fraktion für Wirtschaftspolitik, des Weiteren war er stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Mittelstand und Energie einschließlich Grubensicherheit. Dem Ausschuss Bauen und Verkehr gehört er als ordentliches Mitglied an. Von Dezember 2009 bis 2012 war Brockes stellvertretender Vorsitzender seiner Landtagsfraktion. Er folgte damit Christian Lindner, der im September 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages wurde. Bei der Landtagswahl 2010 konnte er ein weiteres Mal über die Landesliste in den Düsseldorfer Landtag einziehen.

In der 15. Legislaturperiode gehörte Brockes dem in Brüssel tagenden Ausschuss der Regionen der Europäischen Union als einer von zwei Vertretern des Landes Nordrhein-Westfalen an. Dort vertrat er die Interessen Nordrhein-Westfalens als Industrieregion und Wirtschaftsstandort. Neben Brüssel und Düsseldorf ist Brockes im Kreistag in Viersen parlamentarisch tätig. Seit der Kommunalwahl vom 26. September 2004 ist er dort ordentliches Mitglied.

Als besonderes Anliegen gibt Brockes die Regionalpolitik an. Auch als Vorsitzender des FDP-Bezirksverbandes Niederrhein betreibt er Lobbyarbeit für seine Heimatregion.

Bei der vorgezogenen Landtagswahl am 13. Mai 2012 gelang Brockes über Platz 7 der Landesliste[1] der Wiedereinzug in den Landtag.

Politische Arbeit[Bearbeiten]

Brockes setzt sich besonders für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Mittelstand in NRW ein. Sein Leitfaden für die Wirtschaftspolitik in NRW lautet „Privat vor Staat“. Brockes’ somit 2006 erklärte Ziele wurden zum Teil bereits mit der Abschaffung des Tariftreuegesetzes und der Reform der Gemeindeordnung umgesetzt. Ebenso war Brockes maßgeblich an der Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten und dem liberalen Nichtraucherschutzgesetz 2006 beteiligt.

Zentrale Themen seiner politischen Arbeit sind die Energieversorgung durch ideologiefreie Energieträger sowie die Beendigung des Subventionsbergbaus in Nordrhein-Westfalen, die 2018 in Kraft tritt. In der Industriepolitik streitet Brockes für Verbesserung am Industriestandort Nordrhein-Westfalen. Von einer starken Industrie profitiert die gesamte Wirtschaft.

Bei den Kommunalwahlen 2014 am 25. Mai kandidierte Brockes als Bürgermeisterkandidat für die Gemeinde Brüggen und erreichte bei 4 Mitbewerbern als einziger FDP-Kandidat in NRW mit 19,37% die Stichwahl. Bei der Stichwahl am 15. Juni unterlag er dem CDU Bewerber Frank Gellen, konnte sein Ergebnis aber auf 36,2% steigern.

Privatleben[Bearbeiten]

Dietmar Brockes ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Mitglied des Sportvereins TSF Bracht und der St. Johannes-Bruderschaft Bracht sowie Hauptmann der Preußischen Grenadiere. Außerdem ist Brockes Vorsitzender der Brachter Dohlen. Brockes ist korrespondierendes Mitglied der Dülkener Narrenakademie, der berittenen Akademie der Künste und Wissenschaften, der erleuchteten Mondsuniversität. Dietmar Brockes ist leidenschaftlicher Fußballanhänger und Mitglied bei Borussia Mönchengladbach.

Im April 2008 wurde Dietmar Brockes von Verkehrspolizisten nach einem parlamentarischen Abend mit 1,1 Promille schlafend in seinem Auto auf dem Standstreifen einer Autobahn aufgefunden. Er musste seinen Führerschein abgeben und bedauerte den Vorfall öffentlich.[2][3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dietmar Brockes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. [2] Der Spiegel, 9. Februar 2009
  3. [3] Express, 19. Mai 2008