Dietmar Schünicke

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Dietmar Schünicke (* 9. Mai 1944) ist ein deutscher Chorleiter.

Wirken[Bearbeiten]

1971 gegründet Dietmar Schünicke die Rellinger Kantorei.[1] Von 1970 bis 2008 war er am Christianeum in Hamburg tätig und leitete dort die Schulchöre, von denen der A-Chor seit vielen Jahren mit etwa 400 Mitgliedern der größte Schulchor Deutschlands ist. Der aus Einzelstufenchören mit Schülern der 5. bis 7. Klassen zusammengesetzte Unterstufenchor hat zudem insgesamt ca. 450 Mitglieder, ca. 95-97 % aller Schüler singen zumindest in der 5. Klasse im Chor mit. Während der jährlichen Adventskonzerte in der Hauptkirche St. Michaelis in Hamburg dirigierte er dort neben allen Chören auch das für diesen Anlass gebildete Orchester aus Schülern, Lehrern und Eltern.

1988 übernahm der Chor die musikalische Gestaltung der zentralen Feierstunde am Volkstrauertag in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn in der Beethovenhalle mit Mozarts Missa solemnis, mit einer Direktübertragung durch das ZDF; anschließend gab es einen Empfang beim Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker.[2]

Im März 2005 fuhr der A-Chor unter der Leitung von Schünicke für 13 Tage nach China, wo er in sechs verschiedenen Schulen und Universitäten in Peking und Shanghai die "Carmina Burana" von Carl Orff aufführte.[3] Dabei wurden Aufnahmen für das chinesische Fernsehen und das ZDF gemacht. Im Jahr 2007 fand eine Reise mit dem Unterstufenchor nach Prag und Theresienstadt statt; dort wurde die in Theresienstadt geschriebene Kinderoper Brundibár aufgeführt.[4]Eine Aufführung dieses Werkes in Altona wurde aufgezeichnet und als CD veröffentlicht.[5]

Dietmar Schünicke ging im Sommer 2008 mit einer großen Festveranstaltung in den Ruhestand[6]. Seine Nachfolge übernahm 2008 Michael Jan Haase; seit 2010 leitet den Chor Timo Sauerwein.

Schünicke führt nach wie vor Projekte mit dem Ehemaligen-Chor des Christianeum durch. So wurde das Deutsche Requiem von Brahms nicht nur an seiner vorherigen Wirkungsstätte Rellingen[7] und in Altona, sondern im Oktober 2014 auch in Peking und an der Tongji-Universität Shanghai aufgeführt. Helmut Schmidt, der Ehrenmitglied in der Johannes-Brahms-Gesellschaft und ein großer Förderer des Austauschs mit China ist, übernahm die Schirmherrschaft des Projektes.[8]

Ehrung[Bearbeiten]

Am 5. Dezember 2005 erhielt Dietmar Schünicke für die Verdienste um die Musik an der Schule die 'Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes' in Silber der Freien und Hansestadt Hamburg von Hamburgs Kultursenatorin Karin von Welck.[9]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Website der Rellinger Kirchgemeinde
  2. Website des A-Chores
  3. Sandra-Valeska Bruhns: Mit Orff im Ranzen nach China. Die Welt, 2. März 2005
  4. Alfred Toepfer Stiftung: Projektförderungen im Bereich der Historischen Aufarbeitung des Nationalsozialismus (PDF; 42 kB), Christianeum 06/07
  5. Link zur DNB
  6. Abschied: Er baute die Chöre vom Christianeum auf. Hamburger Abendblatt, 11. Dezember 2007
  7. Artikel des Pinneberger Tageblatts
  8. Pressemeldung des Elbe Wochenblattes mit Fotos
  9. Homepage des Christianeums: Geschichte der Schule