Dietmar Wunder

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dietmar Wunder im März 2012

Dietmar Wunder (* 5. Dezember 1965 in Berlin) ist ein deutscher Schauspieler, Synchronsprecher, Hörspielsprecher und Synchronregisseur. Bekannt ist er vor allem als deutsche Feststimme von Adam Sandler, Cuba Gooding Jr. und seit Casino Royale (2006) von Daniel Craig. Seit 2007 ist Dietmar Wunder auch als Hörbuchinterpret tätig.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Theater, Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Dietmar Wunder, der sich bereits als Kind durch Sean Connery in den James-Bond-Filmen dazu inspiriert fühlte, selbst die Schauspielerei zu erlernen, schloss nach seinem Abitur zunächst eine Ausbildung zum Augenoptiker ab und war drei Jahre lang als solcher im Betrieb seiner Eltern tätig. Parallel dazu nahm er Schauspielunterricht und absolvierte im Anschluss seine Ausbildung in der Privatschule von Maria Körber.[1]

Wunder agierte unter anderem in den Berliner Kammerspielen, an der Berliner Boulevardtheaterbühne, am Hansatheater und in der Komödie am Kurfürstendamm, darunter in der Inszenierung Wie werde ich reich und glücklich? von Felix Joachimson und Mischa Spoliansky, in der er sechs verschiedene Charaktere verkörperte (2001)[2] sowie in der Rolle des Ottavio in einer Neufassung von Liebe, List und Leidenschaft (2002).[3]

Vor der Kamera war Dietmar Wunder vor allem als Gastdarsteller zu sehen, unter anderem in Frauen, die Prosecco trinken (2001) und Bella Block (2003). In dem für den Adolf-Grimme-Preis nominierten Dokumentarfilm Grüße aus Dachau (2004) wurde er als Off-Sprecher eingesetzt.[4]

Synchronisation[Bearbeiten]

1991 stand Dietmar Wunder für seine erste Synchronaufnahme als stotternder Student in der Serie Happy Days im Atelier. Mit James Marshall in Twin Peaks und Rob Morrow in Ausgerechnet Alaska folgten kurze Zeit später die ersten Hauptrollen. Seit Mitte der 1990er Jahre ist er die Feststimme von Cuba Gooding Jr., seit Beginn der 2000er Jahre von Adam Sandler. Zudem synchronisiert er regelmäßig Don Cheadle, David Spade und Sam Rockwell. Zu einer Auswahl weiterer Synchronrollen zählen Edward Norton in American History  X (1998), Doug Hutchison in The Green Mile (1999) und Jude Law in A.I. – Künstliche Intelligenz (2001). Aufmerksamkeit erlangte Dietmar Wunder 2006 durch seine Besetzung auf Daniel Craig in James BondCasino Royale, mit der sich nach eigenen Aussagen für ihn persönlich „ein Traum verwirklicht hat“.[5] Seitdem ist er dessen Stammsprecher und übernahm die Rolle auch in Videospielen wie dem Wii-Titel GoldenEye 007 . Passend als Stimme von James Bond synchronisierte er 2011 den britischen Agenten Finn McMissile im Animationsfilm Cars 2. Ferner synchronisierte er die Figur Vincent Valentine in dem Animationsfilm Final Fantasy VII: Advent Children. Außerdem sprach er den Charakter Haythem Kenway aus der Action-Adventure-Spielereihe Assassin's Creed III .

Serienengagements erhielt Wunder unter anderem als deutsche Stimme von Robert Downey Jr. in Ally McBeal (1998–2002), Jason Wiles in Third Watch – Einsatz am Limit (2003), Mathew St. Patrick in Six Feet Under (2003–2008), Courtney B. Vance in Criminal Intent – Verbrechen im Visier (seit 2004), Rob Morrow in Numb3rs – Die Logik des Verbrechens (2005–2010), Carmine Giovinazzo in CSI: NY (seit 2005), Omar Epps in Dr. House (seit 2006), David Spade in Rules of Engagement (seit 2009) und Tabaluga in der gleichnamigen Zeichentrickserie. Für seine Synchronisation von Thomas Lennon in Reno 911! war Wunder in der Kategorie „Herausragende männliche Synchronarbeit“ für den Deutschen Synchronpreis 2004 nominiert.[6]

Synchronregie[Bearbeiten]

Parallel zu seiner Tätigkeit als Synchronschauspieler führt Wunder Dialogregie, die er als weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit im Synchronatelier bezeichnet. Für Departed – Unter Feinden wurde er in der Kategorie „Herausragende Synchronregie“ für den Deutschen Synchronpreis 2008 nominiert.[7] Ferner zeichnete er für die deutschsprachigen Fassungen vieler Kinoproduktionen verantwortlich, so unter anderem für die Filmreihen American Pie und Die Chroniken von Narnia, für Das Vermächtnis der Tempelritter (2004), Miami Vice (2006), Das Vermächtnis des geheimen Buches (2007) und Avatar – Aufbruch nach Pandora (2009) sowie für die Fernsehserien CSI: NY, Criminal Intent, Life und Weeds. Letztere wurde 2008 in der Kategorie „Herausragend synchronisierte TV-Serie“ mit dem Deutschen Preis für Synchron ausgezeichnet.

Hörproduktionen[Bearbeiten]

Neben der Synchronisation ist Wunder in der Werbung, in Computer- und Hörspielproduktionen tätig, darunter als Don Harris in der Jason-Dark-Reihe Psycho-Cop sowie in wechselnden Gastrollen in Lady Bedfort und Geisterjäger John Sinclair. Von 2005 bis 2010 sprach er Student Kim Schmittke/Florian Bogner in der bis zu diesem Zeitpunkt 41-teiligen Mystery-Reihe Offenbarung 23, lehnte 2012 jedoch seine Mitwirkung an weiteren geplanten Folgen aus Altersgründen und Zeitmangel ab.[8] 2012 sprach er in dem Action-Adventurespiel Assassin’s Creed 3 die Rolle des Haytham Kenway.

Als Hörbuchinterpret vertonte Wunder unter anderem Haus ohne Spuren von Viktor Arnar Ingolfsson (2007), Die Chronik der Unsterblichen von Wolfgang Hohlbein (2008), die Alex-Cross-Reihe des Kriminalautors James Patterson, die Parker-Reihe von Richard Stark und die Punktown-Reihe von Jeffrey Thomas. Seit Der gehetzte Uhrmacher (2007) interpretiert Dietmar Wunder zudem regelmäßig Romane von Jeffery Deaver. In der Hörbuchadaptation der Autobiografie Heath Ledger – The Last Days (2009) fungierte Wunder als Erzähler.

Privat[Bearbeiten]

Dietmar Wunder lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin. Sein Bruder Christian Wunder ist Geschäftsführer der Berliner Synchronfirma RC Production Kunze Wunder GbR.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Deutscher Preis für Synchron 2004
Nominierung in der Kategorie „Herausragende männliche Synchronarbeit“ für Thomas Lennon in Reno 911!
Deutscher Preis für Synchron 2008
Nominierung in der Kategorie „Herausragendes Synchronregie“ für Departed – Unter Feinden
Synchron-Zuhörerpreis Die Silhouette 2008
Auszeichnung in der Kategorie „Bester Synchronschauspieler – Film“ für Daniel Craig in James Bond – Casino Royale
Ohrkanus 2011
Auszeichnung in der Kategorie „Beste Lesung (Kinder/Jugendliche)“ für Die Chroniken der Weltensucher – Der Palast des Poseidon von Thomas Thiemeyer
Hörkules 2012
Nominierung für Schuldig von Jodi Picoult

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Doppel Null Agent aus Berlin Berliner Akzente Online
  2. Reichtum und Glück als Missverständnis. In: Berliner Zeitung, 5. September 2001.
  3. Goldonis starke Frauen. In: Berliner Zeitung, 27. September 2002.
  4. Nominierungen für den Adolf-Grimme-Preis 2004 Grimme-Institut
  5. Synchronsprecher im Dienste Ihrer Majestät Stern online
  6. Preisträgerliste Deutscher Preis für Synchron 2004 (PDF; 41 kB) Pressemitteilung
  7. Deutscher Preis für Synchron Nominierungen 2008 (PDF; 382 kB) Pressemitteilung
  8. Meldung auf der offiziellen Facebookseite des Unternehmens 13. März 2012, aufgerufen am 8. Juli 2012.