Differenzielles Training
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Unter differenziellem Training wird eine recht neue Methode des Techniktrainings verstanden. Hier wird davon ausgegangen, dass eine bestimmte Bewegung nicht immer gleich ausgeführt werden kann. Vielmehr gibt es bei menschlichen Bewegungen immer Schwankungen. Beim differenziellen Training wird nicht versucht, diese Schwankungen zu unterdrücken, statt dessen werden sie als notwendig angesehen. Nur durch diese Schwankungen ist es möglich, die persönliche Idealtechnik zu erlernen. Der Mensch wird folglich als dynamisches System gesehen.
[Bearbeiten] Grundannahmen
Zwei Grundannahmen stützen diesen Ansatz.
- Es können niemals zwei identische Bewegungen durchgeführt werden
- Individuelle Unterschiede bei den Bewegungen sind erkennbar
Daher gibt es keine durchführbare Idealtechnik, sondern eher mehr oder weniger große Schwankungen um den Bereich der individuellen idealen Bewegung.
[Bearbeiten] Was macht man im Trainingsprozess?
Die Sportler sollen durch ständige Veränderungen der Ausführungsbedingungen dazu gezwungen werden, sich immer wieder neu anzupassen. Bewegungsfehler werden hier nicht als solche gesehen. Diese Variationen der Bewegung werden gezielt eingesetzt, um Bewegungen besser und schneller zu optimieren. Dieser Optimierungsprozess beruht auf einem Selbstorganisationsprozess. Weitere wichtige Elemente sind Intra- und Extrapolation. Nachdem eine Bewegung analysiert wurde, wird festgelegt, in welchem Bereich die Schwankungen tolerabel sind. Bei Übungen, die innerhalb dieses Bereiches liegen, spricht man von Intrapolation. Bei Übungen, die außerhalb dieses Bereiches liegen von Extrapolation. Da das Leistungsniveau von Menschen unterschiedlich ist, kann es dazu kommen, dass eine Übung für den einen Menschen eine Intrapolation, für den anderen aber eine Extrapolation ist.
Durch die ständigen Ausführungsbedingungen für die Bewegungen und die dadurch gezielt angesteuerten Bewegungsvariationen erschließt der Sportler eine Art potenziellen Lösungsraum.
[Bearbeiten] Literatur
Wolfgang Schöllhorn (1999). Individualität - ein vernachlässigter Parameter? In: Leistungssport, 29, (2), 7-11.
Link zu weiterer Literatur
http://www.uni-muenster.de/Sportwissenschaft/Trainingswissenschaft/DL.htm

