Diffusität (Akustik)

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Diffusität (Zerstreuung) oder genauer Schalldiffusität beschreibt allgemein den Grad der Verteilung von reflektiertem Schall einer Quelle im Raum und über die Zeit. Der Begriff hängt eng mit der subjektiven Vorstellung eines diffusen Raumklangs zusammen und wird nicht immer gleich angewendet. Es existiert keine mathematische Beschreibung als Größe und folglich auch keine zugeordnete Einheit.

Man unterscheidet manchmal zwischen örtlicher Diffusität und zeitlicher Diffusität:

  • örtliche Diffusität wird meistens als die Gleichmäßigkeit des Schalleinfalls an einem bestimmten Ort über die Schalleinfallsrichtung definiert.
  • zeitliche Diffusität beschreibt die Verteilung der reflektierten Schallsignale am Messort über die Zeit.

Beide nehmen mit der Vielfalt von Reflexionsmöglichkeiten in einem Raum zu.

Die Schalldiffusität beschreibt die raumakustischen Eigenschaften, die sich ergeben, wenn die Begrenzungsflächen eines Raumes und die in ihm enthaltenen Gegenstände nicht nach Art eines Spiegels in nur "einer" Richtung ("regulär") reflektieren, sondern diffus, das heißt mehr oder weniger nach allen Richtungen. Siehe auch statistisches Schallfeld, das auch diffuses Schallfeld genannt wird. Solche diffusen Felder setzt man in der statistischen Raumakustik voraus. Sie spielen auch für bestimmte akustische Messverfahren eine bedeutende Rolle.

Eine Erhöhung der Diffusität ist durch Verwendung von künstlichen Halleffekten möglich, um eine scheinbare Vergrößerung des akustischen Raumes zu erhalten.

In der Raumakustik wird eine hohe Diffusität unter anderem durch gekrümmte Grenzflächen und die damit verbundene diffuse Reflexion des Schalls erreicht.

Um eine ausgeglichene akustische Hörraum- oder Aufnahmeraum-Nachbehandlung sicherzustellen, sollte die Diffusität immer mit Mitteln der Reflexion und gleichzeitig mit Absorption erreicht werden.

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