Digedags
Die Digedags waren von 1955 bis 1975 die Haupthelden der in der DDR erschienenen Comiczeitschrift Mosaik. Die drei Protagonisten Dig, Dag und Digedag erlebten in mehreren großen Serien Abenteuer in Raum und Zeit. Der Schöpfer dieser Comicreihe ist der Zeichner Hannes Hegen (* 1925). Die Hefte wurden in einem vielköpfigen Künstlerkollektiv gestaltet.
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Entwicklung [Bearbeiten]
Die ersten Mosaik-Hefte waren Comics mit Sprechblasen. Später ging man dazu über, statt Sprechblasen Textbalken unter die Bilder zu setzen, was dem Comic Prosacharakter gab. Im Grunde beinhaltete das Mosaik seitdem keine Comics mehr, sondern Bildergeschichten. Zurück ging diese Entwicklung insbesondere auf die Zeichner der Hefte und allen voran auf den künstlerischen Leiter Hannes Hegen. Man wollte nicht, dass durch die Sprechblasen die Bilder verdeckt werden. In der letzten, im Orient spielenden Serie kehrte man wieder zu den Sprechblasen zurück, allerdings waren diese nicht mehr abgerundet, sondern eckig.
Die Hefte erschienen zunächst vierteljährlich und umfassten 32 Seiten, ab 1957 erschienen die Hefte monatlich mit 24 Seiten. Bis 1960 erschien die Zeitschrift im Verlag Neues Leben, danach wurde sie an den Verlag Junge Welt abgegeben. Hegen kündigte im November 1973 dem Verlag seinen Vertrag zum 1. Juli 1975 (Heft 223), wobei ein neuer Vertrag unter der Bedingung möglich wäre, dass er nur noch sechs Hefte pro Jahr mit 32 Seiten liefern müsste. Der Verlag ging darauf nicht ein. Da Hegen die Urheberrechte an den Figuren der Digedags besaß, musste die Digedag-Serie mit Heft 223 eingestellt werden. Während der Arbeit an den letzten Heften der Amerika-Serie und den ersten Heften des Orient-Zyklus wurde parallel ab 1974 zunächst von Lothar Dräger und Wolfgang Altenburger, ab Anfang 1975 dann unter Hinzuziehung des Mosaik-Kollektivs die neue Abrafaxe-Serie vorbereitet, deren Figuren im Januarheft 1976 die Digedags ablösten. Davor erschienen im zweiten Halbjahr 1975, ermöglicht durch eine lizenzrechtliche Vereinbarung zwischen Hegen und dem Verlag, noch einmal als Nachdruck die Hefte 90 bis 95 in fortgesetzter Nummerierung. Dieser Nachdruck diente unter anderem dem Test des neuen drucktechnischen Verfahrens, bei dem von einer Bogenoffsetmaschine auf eine Rollenoffsetmaschine umgestellt wurde. Aufgrund dieser Umstellung hatten die Abrafaxe-Hefte nur noch einen Umfang von 20 statt bisher 24 Seiten.
In den frühen 1990ern begann der Buchverlag Junge Welt, in Lizenz die Mosaik-Hefte 1 bis 223, von denen die Ausgaben der ersten Jahrgänge unter Sammlern mittlerweile zu hohen Preisen gehandelt werden und kaum noch auf dem Sammlermarkt erhältlich sind, als auflagenlimitierte Reprint-Kassetten nachzudrucken. Parallel wurde die komplette Digedags-Serie in verschiedenen Formaten, hauptsächlich aber in Form von Hardcover-Sammelbänden, teilweise bearbeitet, wiederveröffentlicht. Hierbei knüpfte man an eine Tradition an, die bereits mit der Buchveröffentlichung der Runkel- und Amerika-Serien in den 1960er und 1970er Jahren begonnen hatte.[1] Einzelne Hefte der Weltraum-Serie wurden Ende der 1990er in einem vergrößerten Format herausgebracht. Seit der vollständigen Integration des Buchverlages Junge Welt in den Tessloff Verlag zu Beginn des Jahres 2006 werden die Sammelbände und Reprintmappen von diesem herausgegeben. Seit 2007 ist nunmehr die gesamte Digedags-Serie in Buchform erhältlich, wobei die Erfinder- und Weltraum-Serie nun vollends getrennt wurden (in den Heften wurde immer abwechselnd über beide Serien erzählt).
Heftserien [Bearbeiten]
- Nummer 1–12
bilden noch keine eigenständige Serie, bauen aber handlungsmäßig aufeinander auf. Nach einem märchenhaften Auftakt im Orient, einer Schiffsreise und einer Auseinandersetzungen mit Piraten stranden die Digedags auf einer Südseeinsel. Dort bauen sie nach diversen Abenteuern einen Zirkus auf und begeben sich auf Welttournee. Nicht zur fortlaufenden Handlung gehören die Hefte 3 und 5, in denen Tiere die Protagonisten sind.
- Nummer 13–24
umfassen die Römer-Serie. Die Handlung setzt an der Stelle ein, wo Heft 12 endete und setzt die Handlung um den neu gegründeten „Cirkus Digedag“ fort. Durch einen Wirbelsturm werden die Digedags mit ihrem Schiff ins antike Rom versetzt, wo sie als Zirkusbetreiber Karriere machen. Selbst der Kaiser ist von ihnen begeistert. Damit erwecken sie den Neid der alten Favoriten des Caesaren. Diese verschwören sich und schicken Truppen nach Rom. Der Angriff kann dank der Digedags abgewehrt werden. Weil das Volk die Digedags gerechterweise als Sieger feiert, fallen sie nun auch beim missgünstigen Kaiser in Ungnade und werden in die Fremdenlegion gesteckt. Mit ihren Streichen gelingt es ihnen, dort ein solches Wirrwarr anzurichten, dass die Legion zerfällt und die Soldaten in ihre Heimat flüchten. Als die Digedags nun erfahren, dass der Kaiser inzwischen beschlossen hat, ihre Zirkustiere mit Gladiatoren in die Arena zu schicken, trennt sich Digedag von seinen Gefährten, um in Rom alles in Ordnung zu bringen. Unterdessen flüchten Dig und Dag mit ihrem neuen Freund, dem germanischen Koch Teutobold, nach Malta. Dort lernen sie den Wissenschaftler Sinus Tangentus kennen. Gemeinsam gelingt es ihnen, den Bau eines Kriegshafens auf Malta zu verhindern. Nach dem Sieg über eine römische Flotte entdeckt man am Himmel einen Meteoriten, der nach der Einschätzung von Sinus Tangentus in der Sahara niedergehen muss. Er beschließt, diesen zu suchen, und die Digedags schließen sich ihm an.
- Nummer 25–44
umfassen den ersten Teil der sogenannten Weltraum- oder Neos-Serie, die direkt an die Römerserie anknüpft. Der vermeintliche Meteorit entpuppt sich als Raumschiff vom Planeten Neos, das Dig, Dag und Sinus Tangentus ins All entführt. Auf dem Neos geraten sie in den Konflikt zwischen den zwei Staaten dieses Planeten, der Republikanischen Union und dem Großneonischen Reich, die den Gegensatz von Sozialismus und Kapitalismus versinnbildlichen. Später begleiten die Digedags den Raumschiffkapitän Bhur Yham auf einer Weltraumexpedition.
- Nummer 51, 52, 56, 57, 61, 62, 66, 67, 72 und 73
bilden den zweiten Teil der Weltraum-Serie und erzählen anhand von Zwischenlandungen auf verschiedenen Planeten die Evolutionsgeschichte des Lebens auf der Erde. Parallel zum zweiten Teil der Weltraum-Serie umfassen …
- Nummer 45–50, 53–55, 58–60, 63–65 und 68–71
den ersten Teil der Erfinder-Serie, in dem die Entwicklung der Dampfmaschine von der Antike bis zu James Watt erzählt wird.
- Nummer 74–89
umfassen den zweiten Teil der Erfinder-Serie. Darin begleiten die Digedags bedeutende Erfinder des 19. Jahrhunderts, wie Werner von Siemens und Wilhelm Bauer.
- Nummer 90–151
umfassen die Ritter Runkel-Serie. Sie spielen im Jahr 1284. Dig und Dag begleiten den tollpatschigen Ritter Runkel auf der Suche nach einem Schatz, den sein Vater einst in Kleinasien zurücklassen musste. Gegen Ende der Serie, in Heft 141, taucht Digedag, der seine Gefährten während der Römer-Serie verlassen hatte, wieder auf. Er ist im Kaiserreich China in eine hohe Beamtenposition aufgestiegen.
- Nummer 152–211
ab August 1969 umfassen die Amerika-Serie. Sie spielen in den Jahren 1860/61. Die Digedags sind in New Orleans als Zeitungsreporter tätig. Eine Reihe von Verwicklungen führt sie in die Rocky Mountains, wo sie eine Goldmine entdecken. Das Gold wollen sie zur Befreiung der schwarzen Sklaven spenden.
- Nummer 212–223
umfassen die Orient-Serie. Im Jahr 1835 helfen die Digedags der ägyptischen Prinzessin Fatima, die in Istanbul gefangen gehalten wird, zur Flucht in ihre Heimat.
- Nummer 224–229
umfassen erneut die ersten Folgen der Ritter Runkel-Serie.
- Schwarze Serie
Als sogenannte Schwarze Serie bezeichnet man mehrere Hefte der Amerika-Serie aus Überhangbeständen für fremdsprachige Ausgaben. Um die bis auf den Text gedruckten fertigen Druckbogen noch nutzen zu können, wurde zeitversetzt eine kleine weitere Auflage gedruckt. Um die Kosten dafür so gering wie möglich zu halten, verzichtete man auf die farbigen Initiale und den magentafarbenen Schriftzug „Mosaik“ und druckte diese ebenfalls in Schwarz. Die Hefte gibt es somit in zwei Ausführungen. Bekannt sind die Hefte der Amerika-Serie 176 bis 183 und 185 bis 187. Darüber hinaus wurde der sonst weiße Mosaik-Schriftzug, auf allen für den Export gedruckten Heften der Nummer 105, auch den deutschsprachigen, ebenfalls in Schwarz gedruckt.
Titelliste [Bearbeiten]
Hefte 1–89 (Südsee-, Römer-, Weltraum- und Erfinder-Serie) [Bearbeiten]
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Hefte 90–151 (Runkel-Serie) [Bearbeiten]
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Hefte 152–211 (Amerika-Serie) [Bearbeiten]
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Hefte 212–223 (Orient-Serie) [Bearbeiten]
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Hefte 224–229 (Wiederholungshefte) [Bearbeiten]
Nachdrucke der Hefte 90 – 95 der Runkel-Serie.
Personen und Tiere [Bearbeiten]
Südsee-Serie [Bearbeiten]
- Arakulk, Häuptling eines Südseevolkes, auf dessen Insel die Digedags gestrandet sind.
- Babuk, egoistischer Matrose, der die Digedags zu Schiffsjungen ausbilden soll.
- Iffi und Fiep, Schiffsmäuse, die sich mit den Digedags anfreunden.
- Nero, treuer Löwe der Digedags, will anfänglich Digedag fressen, weil der ihn im Schlaf stört, wird aber nachdem Dig ihn hypnotisiert hat zu einem zahmen Haustier, begleitet die Digedags nach Rom.
- Salang und Bakuku, Eingeborene.
Römer-Serie [Bearbeiten]
- Alfio, Sohn eines maltesischen Fischers und Sklave des Fabrikanten Schamponius. Geliebter von Olivia.
- Cäsar Celsius, unfähiger, römischer Fantasiekaiser.
- Columbine, jodelnde Kuh der Digedags.
- Gallus, Zirkusdirektor von Rom und einer der Gegenspieler der Digedags.
- Olivia, Tochter des Fabrikanten Schamponius und Braut von Alfio, dem sie nach Malta folgt.
- General Panopticus, unfähiger General der römischen Fremdenlegion, wird von seinen Untergebenen nur General Quasi genannt, weil er das Wort „quasi“ ständig im Munde führt.
- Sinus Tangentus, römischer Forscher und Wissenschaftler, begleitet die Digedags bis auf den Neos.
- Strupp, Anführer der römischen Straßenhunde.
- Teutobold, germanischer Koch und Freund der Digedags, flieht mit diesen aus der Fremdenlegion und begleitet sie bis nach Malta.
- Rostus Clamottus, römischer Schrotthändler
Weltraum-Serie [Bearbeiten]
- Balduin Brummer, neonischer Tierstimmenjäger, nimmt an einer Weltraumexpedition teil.
- Herr Enterich, Assistent im Patentamt auf dem Neos
- Mac Gips, Agent des großneonischen Reiches und einer der Gegenspieler der Digedags im Weltraum.
- Eusebius Knaller, neonischer Großwildjäger, nimmt an einer Weltraumexpedition teil.
- Dr. Knilch, neonischer Wissenschaftler, will nach Aufstachlung durch seine Frau, die Entdeckung des Digedanium für sich beanspruchen.
- Frau Knilch, ehrgeizige Gattin des Dr. Knilch, sie tut alles um die Digedags davon abzuhalten, dass sie den Machenschaften ihres Gatten auf die Schliche kommen.
- Dr. Meise, neonischer Psychiater, nimmt an einer Weltraumexpedition teil.
- Neunspäher, unfähiger Privatdetektiv.
- Quintilius Quick, neonischer Filmregisseur mit einem Hang zu Dramatik und alten Witzen.
- Prof. Schlick, neonischer Tiefseeforscher.
- Prof. Schluck, neonischer Tiefseeforscher.
- Dr. Schluck, neonischer Flugzeugkonstrukteur, Zwillingsbruder von Prof. Schluck, wird oft mit diesem verwechselt.
- Ehrenfried Stopfer, neonischer Tierpräparator, nimmt an einer Weltraumexpedition teil.
- Udo Swamp, neonischer Wissenschaftler, nimmt an einer Weltraumexpedition teil.
- Tonio Turbo, neonischer Testpilot.
- Herr Tuscher, neonischer Zeichner und Maler, nimmt an einer Weltraumexpedition teil.
- Peer Tyla, neonischer Raumschiffkommandant, spioniert für das großneonische Reich.
- Bhur Yham, neonischer Raumschiffkommandant.
Erfinder-Serie [Bearbeiten]
- Pjotr Alexejewitsch, Kurier der Zarin, die Digedags begleiten ihn durch Sibirien.
- Wilhelm Bauer, Erfinder des U-Bootes Brandtaucher.
- August Borsig, Berliner Lokomotivbauer.
- Otto von Guericke, Bürgermeister von Magdeburg, reist mit den Digedags zum Kaiser nach Regensburg.
- Heron, Erfinder der Aeolipile.
- Ktesibios, Erfinder eines Pfeifenkessels.
- Kuno, ehemaliger Rottenmeister der Digedags, hintergeht diese ständig.
- Oberst Meinrath, unfähiger österreichischer Spion, Gegenspieler von Major von Treskow.
- Monopolos, schurkischer Klempner in Alexandrien, der anderen die Erfindungen stiehlt und als seine eigenen ausgibt.
- Thomas Newcomen, englischer Schmied und Erfinder einer Dampfmaschine.
- Denis Papin, Erfinder des Schnellkochtopfes.
- Mijnheer Pepperkorn, bankrotter Handelsmann in Rotterdam, der die Digedags nach Nürnberg begleitet.
- August Pickel, im Mosaik Erfinder der Pickelhaube.
- Thomas Savery, englischer Erfinder einer Dampfpumpe.
- Major Eitel Egbert von Treskow, preußischer Offizier und Abwehrchef, Gegenspieler des Oberst Meinrath.
- James Watt, englischer Erfinder einer Dampfmaschine.
- Konstantin Ziolkowski, russischer Raumfahrtpionier.
Runkel-Serie [Bearbeiten]
- Ajas Seifin Behaeddin, Scheich von Ormuz, verbietet den privaten Besitz von Perlen.
- Aktivos Diplomatos, Gesandter des Kaisers von Byzanz, der eine Frau für den Kaiser von Byzanz suchen soll und sich für Suleika entscheidet.
- Andronikos II., der aufgeblasene Kaiser des Byzantinischen Reichs, mit dem Suleika zwangsverheiratet werden soll. Die Digedags und Runkel verhindern das und sollen dafür geköpft werden. Sie werden aber zum Dienst in der byzantinischen Armee „begnadigt“ und sabotieren erfolgreich die Strafexpedition gegen die freiheitsliebende Insel Pordoselene. Andronikos’ Darstellung im Mosaik ist recht klischeehaft und entspricht nicht der historischen Wahrheit.
- Bakbak, Bekbek und Bukbuk, unfähige Alchimisten, begleiten die Digedags von Basra nach Ormuz.
- Cavaliere Carlo di Carotti, der Gegenspieler der Digedags und Ritter Runkels in Venedig.
- Kapitän Fiasko, unfähiger pisanischer Galeerenkapitän.
- Janos Koloda, ein serbischer Ritter, Verlobter von Suleika.
- Graf Kuck von Kuckucksberg, Runkels Gegenspieler in Deutschland, Konkurrent um die Gunst von Adelaide von Möhrenfeld, später Raubritter.
- Adelaide von Möhrenfeld, Runkels Liebste, ihretwegen zieht der Ritter in den Orient.
- Alter Möhrenfelder, Vater von Adelaide von Möhrenfeld und Freund von Kunibert von Rübenstein.
- Musa ibn Abdalla, als Muezzin verkleideter Perlendieb.
- Mutawakkel, faules Lieblingskrokodil des byzantinischen Kaisers. Geschenk des Mamelukensultans. Runkel wird, nachdem er ein getürktes Wagenrennen gewonnen hat, zu dessen Wärter bestellt.
- Nafi ibn Asra, Aufseher des Scheichs von Ormuz
- Heino Runkel von Rübenstein, der langjährige Begleiter der Digedags (Hauptartikel: Ritter Runkel).
- Kunibert von Rübenstein, Vater von Ritter Runkel, träumt ständig von ruhmreichen alten Zeiten und will, dass sein Sohn einen von ihm im Orient vergrabenen Goldschatz sucht.
- Sokrates, rachsüchtiger Papagei des pisanischen Galeerenkapitäns Fiasko. Runkels tierischer Intimfeind.
- Suleika, eine orientalische Prinzessin, die von den Teufelsbrüdern gefangen gehalten wird. Ritter Runkel und die Digedags befreien sie und begleiten sie in ihre Heimat.
- Teufelsbrüder, eine Piratenbande, die es auf ein Lösegeld für Suleika abgesehen haben. Namentlich bekannte Mitglieder der Bande sind der Anführer Bogumil, Achmed, Enterhaken-Ali, Krakenzahn und Tigerhai.
- Türkenschreck, das treue, aber bereits betagte Schlachtross von Ritter Runkel.
Amerika-Serie [Bearbeiten]
- Samuel Baxter, Kapitän des Luxusdampfers Louisiana und Konkurrent von Jonathan Joker, Neffe von Victoria Jefferson.
- Ben, Sklavenjunge, dem die Digedags zur Flucht verhelfen.
- Käpt’n Blubber, früherer Kapitän eines Walfängers, der jetzt seit vielen Jahren in San Francisco lebt. Mit seinem alten Schiff können die Digedags aus San Francisco fliehen, erreichen allerdings ihr Ziel nicht, da das Schiff auf ein Riff läuft.
- Dan Botcher, Erfinder, will mit seinen Luftfahrzeugen hoch hinaus.
- Captain Clever, Offizier des Geheimdienstes der Nordstaaten.
- Coffins, angeblicher Prediger, Anführer der Mississippi-Piraten und Hauptgegner der Digedags. Versucht erfolglos, den Digedags ihre Goldmine abzujagen und wird beim Versuch, diese zu sprengen, getötet.
- Flapdoodle, falscher Lord, will mit Waffenschmuggel seine Baumwollspinnerei retten.
- Abe Gunstick, alter Goldsucher, der sich durch ein gefälschtes Testament an seinem Widersacher Jefferson rächen will und die Digedags so in die Rocky Mountains lockt.
- Jack und Doc Tombstone, die beiden Kumpane von Coffins, sie werden des Öfteren von Coffins verraten, Coffins jedoch zieht sie immer wieder durch Tricks auf seine Seite.
- Victoria Jefferson, geb. Miller, eine reiche Witwe aus New Orleans, Gegenspielerin der Digedags in der Amerika-Serie. Tante von Samuel Baxter.
- Jeremias Joker, Plantagenbesitzer, der von den Digedags zunächst für einen Piraten gehalten wird. Wie sich später herausstellt, hilft er geflohenen Sklaven dabei, in die Freiheit zu gelangen. Dies geschieht durch den sogenannten Sklavenexpress, der auch von den Digedags tatkräftig unterstützt wird.
- Jenny Joker, Tochter von Jeremias Joker. Sie liebt Bob, den Sohn des Plantagesbesitzers Morris, der mit ihrem Vater nicht immer derselben Meinung ist.
- Jonathan Joker, Bruder von Jeremias Joker und Kapitän des heruntergekommenen Schaufelraddampfers Mississippi Queen.
- Käpt’n Kidd, Papagei von Mrs. Jefferson.
- General Knocker, ehemaliger General und Südstaatenpatriot, ist hinter dem Goldgeheimnis der Digedags her.
- Lobby, Regierungsvertreter aus Washington, versucht den Digedags das Geheimnis des Goldes zu entreißen, um es den Südstaaten zuzuführen.
- Bob Morris, Verlobter von Jenny Joker, obwohl Südstaatler, hält er zum Norden.
- Pedro, stärkster Mann der Welt, der von Dig mittels Hypnose bezwungen wird. Nach Wiederherstellung seiner Kräfte wird er Freund der Digedags.
- Major Pinkerton, zunächst Kommandant eines Forts in der Prärie, später wegen Unfähigkeit in einen kleinen Stützpunkt in den Rocky Mountains strafversetzt. Anfangs macht er gemeinsame Sache mit Mrs. Jefferson (nachdem er von Colonel Springfield unter Druck gesetzt wurde), später schließt er sich jedoch den Digedags an, nachdem ihn die Army endgültig vom Dienst suspendiert hat.
- Potter, Besitzer und Herausgeber des New Orleans Magazine, Chef der Digedags.
- Rote Wolke, hilfsbereiter Häuptling und Freund der Digedags.
- Käpt’n Smoky, Besitzer einer Barkasse auf dem Missouri River. Er schließt sich später den Digedags an.
- Leutnant Sniffler, Offizier des Geheimdienst der Nordstaaten.
- Colonel Horatio Springfield, ein Offizier mit guten Beziehungen nach Washington, D.C., bester Freund von Mrs. Jefferson und Konkurrent von Major Pinkerton, sie gingen zusammen auf die Kriegsschule und können sich nicht darauf einigen, wer der bessere Befehlshaber ist.
- Isabella di Tornado, Tochter des Don Manuel di Tornados, heiratet Pedro, den stärksten Mann der Welt.
- Don Manuel de Tornados, schrulliger Gouverneur einer spanischen Antilleninsel, der mit seinen dafür wenig geeigneten, friedliebenden Untertanen die Flibustier wiederbeleben und die Karibik unsicher machen will.
Orient-Serie [Bearbeiten]
- Achmed, Ibrahim und Omar, Gardisten des Sultans in Istanbul.
- Fatima, entführte Tochter eines Beduinenfürsten, wird von den Digedags befreit.
- Ambroise Freluquet, französischer Ballonfahrer.
- Mahmud II., Sultan des Osmanischen Reiches, wird von allen Seiten bestohlen und versucht verzweifelt, an immer neues Geld zu kommen.
- Habakuk, Kamel der Digedags, kann tanzen.
- Mustafa al Mansur, Schatzmeister des Sultans, besitzt die Sklavin Fatima und versucht, ihre Befreiung zu verhindern.
- Sadi, Töpfer und Freund der Digedags in Istanbul, verhilft Fatima zur Flucht.
- Zurga, Sklavenhändler und Freund des Schatzmeisters, für die Entführung von Fatima verantwortlich.
Lexikon, Filme und Videos [Bearbeiten]
Aufgrund der Vorlagen wurden Filme und Videos hergestellt:
- Dig, Dag und Ritter Runkel (Ostfilm, 1994), eingestellter Pilotfilm zu einem geplanten Digedags-Trickfilm
- Die Digedags in grauer Vorzeit (Junge Welt, 1999), vom Buchverlag Junge Welt hergestellte Kauf-VHS
Zudem verfasste Pfeiffer das Digedag-Universum, ein großformatiges, reich bebildertes Lexikon aus dem Buchverlag Junge Welt, rund um das Mosaik von Hannes Hegen und die Digedags. Das Lexikon ist in mehrere Themenbereiche aufgebaut, unter denen die Stichworte alphabetisch geordnet sind: Erfindungen, Fahrzeuge, Fluggeräte, Handlungsorte, Maschinen, Mineralien, Personen, Schiffe, Speisen, Strafregister und Tiere. In einigen Fällen bietet das Lexikon Informationen, die über das hinausgehen, was man auch schon in den Heften selbst finden kann.
Mosaik im Ausland [Bearbeiten]
Neben den Ausgaben für die DDR und den auf besserem Papier für den westdeutschen und österreichischen Markt gedruckten Heften wurde das Mosaik auch zeitweise in anderen Ländern vertrieben:
- Albanien: Mozaik
- Belgien und Niederlande: Dig en Dag op Stap
- Finnland: Mosaiikki
- Jugoslawien: Mozaik
- Ungarn: Mozaik
- vermutlich Vereinigte Staaten: Mosaic
Die Digedags auf der Theater-Bühne [Bearbeiten]
Der Diplom-Regisseur für Musiktheater Martin Verges aus Berlin hat von Hannes Hegen, dem „Vater“ des Mosaik als einziger Bühnenautor das Recht, die Digedags auf Theaterbühnen zu bringen. Das erste Stück „Ritter Runkel und die Digedags“ (ein Spektakel mit Musik nach dem Mosaik von Hannes Hegen, Musik: Walter Thomas Heyn) hatte 2000 in Berlin Premiere. Es wurde auch in Rheinsberg (2001), in Borna (2002), im Harzer Bergtheater Thale (2003) und auf der Freilichtbühne Weissensee (2005) aufgeführt.
Martin Verges’ zweite Mosaik-Inszenierung „Ritter Runkels große Stunde“ (ein Musical nach dem Mosaik von Hannes Hegen, Musik: Karsten Wolf) kam ab 2003 in Bautzen sehr erfolgreich auf die Bühne mit fast 37.000 Zuschauern. Diese Aufführung hat der Tessloff Verlag 2006 auf einer offiziell veröffentlichten DVD für die Nachwelt dokumentiert (ohne ISBN o.ä. - die DVD trägt am Ringloch auf der Silberseite den Eintrag „DOCdata Germany TESS 080806 L5").
Das Stück wurde auch in Senftenberg, Schwedt, Annaberg-Buchholz und Plauen/Zwickau gezeigt.
Für die Aufführungen in Schwedt/Oder 2004 und 2005 gab es eine musikalisch andere Bühnen-Fassung (Musik: Arnold Fritzsch).
Literatur [Bearbeiten]
- Thomas Kramer: Das Mosaik-Fan-Buch. Die ersten 89 Hefte des „Mosaik von Hannes Hegen“. Dietz Verlag, Berlin 1993, ISBN 3-320-01811-6.
- Thomas Kramer: Das Mosaik-Fan-Buch. Teil 2. Die Hefte 90 bis 223 des „Mosaik von Hannes Hegen“ sowie unveröffentlichte Textvorlagen. Dietz Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-320-01848-5.
- Reinhard Pfeiffer: Digedag-Universum. Buchverlag Junge Welt, Berlin 1996, ISBN 3-7302-1001-7.
- Petra Kock: Das Mosaik von Hannes Hegen. Entstehung und Charakteristika einer ostdeutschen Bildergeschichte. Logos-Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-89722-115-2.
- Jean Auquier: Mosaik von Hannes Hegen – Abenteuer Wissenskosmos. Der Comic aus Ost-Berlin. Mit Abbildungen aus den ersten 100 Heften. Katalog zur Ausstellung vom 25.11.07 bis 27.01.08 im Historischen Waisenhaus der Frankeschen Stiftungen zu Halle. Franckesche Stiftungen, Halle (Saale) 2007, ISBN 978-3-939922-01-8.
- Matthias Friske: Die Geschichte des Mosaik von Hannes Hegen. Eine Comic-Legende in der DDR. 3. durchgesehene und ergänzte Auflage. Lukas-Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86732-067-2.
- Mark Lehmstedt: Die geheime Geschichte der Digedags. Die Publikations- und Zensurgeschichte des „Mosaik“ von Hannes Hegen (1955–1975). Lehmstedt Verlag, Leipzig 2010, ISBN 978-3-937146-99-7.
- Reiner Grünberg, Michael Hebestreit: MOSAIK-Handbuch. Die Welt der Digedags. Lehmstedt Verlag, Leipzig 2012, ISBN 978-3-942473-22-4.
Siehe auch [Bearbeiten]
Nachweise [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- www.digedags.de (Seite benötigt Adobe Flash Player)
- www.mosapedia.de ein Wiki zum Mosaik
- Stefan Pannor: DDR-Comic „Mosaik“: Die drei kleinen Fluchthelfer; Spiegel Online, 17. Februar 2012