Dina (Bibel)

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Dina (Hebräisch: דִּינָה, moderne Hebräische Aussprache: Dina, Tiberianische Vokalisierung: Dînāh; deutsch: "gerechtfertigt", "gerichtet") war die einzige Tochter Jakobs und Leas, die im Alten Testament der Bibel namentlich erwähnt wird. Geboren wurde sie in Haran wie 11 ihrer 12 (Halb)brüder.

Die Erzählung in der Bibel[Bearbeiten]

Dinas Geburt durch ihre Mutter Lea wird in Gen 30,21 erwähnt: "Danach gebar sie eine Tochter, der sie den Namen Dina gab". Nach Gen 46,7 EU ist Dina nicht die einzige Tochter Jakobs. Sie ist knapp 14 Jahre alt, als sie im Buch Gen 34,29 ELB Erwähnung findet. In der biblischen Erzählung gefällt sie Sichem, dem Sohn des Hiwiters Hamor, eines reichen Fürsten aus Kanaan, so sehr, dass er sie entführt und vergewaltigt. Aus Liebe erbittet er von seinem Vater, Dina heiraten zu dürfen. Dieser wiederum bespricht die Bitte seines Sohnes mit Jakobs Söhnen, die nur unter der Voraussetzung einwilligen, dass alle Männer aus Sichems Stamm beschnitten werden. Nur durch die Beschneidung, den Bund Gottes mit Abraham, würde eine Heirat erst möglich sein. Hamor und Sichem willigen ein; die Männer der gleichnamigen Stadt Sichem werden beschnitten.

Drei Tage später – durch den körperlichen Eingriff sind alle von Fieber geschwächt – überfallen zwei der Vollbrüder Dinas, Simeon und Levi, die Stadt, und töten alle männlichen Einwohner. Die Stadt selbst wird großenteils zerstört. Die Schmach, die man Dina angetan hatte, soll so getilgt werden.

Was danach mit Dina geschieht, darüber verrät die Bibel kein Wort. Ein Grund könnte sein, dass in dieser Zeit Familien, Sippen, Stämme und Völker nach ihrem Stammvater benannt werden, nie nach der Mutter (vgl. Herkunftssagen).

Rezeption[Bearbeiten]

In der so genannten zwischentestamentarischen Literatur gilt Dina als Frau Hiobs (z.B. Testament Hiobs und Liber Antiquitatum Biblicarum).

In Thomas Manns Roman Joseph und seine Brüder ist ihr im ersten Band Die Geschichten Jaakobs (1933) ein eigenes Kapitel gewidmet.

Anita Diamant gibt Dina in ihrem Roman "Das rote Zelt der Frauen" (The Red Tent; 1997) Gestalt und Stimme: Die Vätergeschichte ist auch eine Mütter- und Frauengeschichte.

Weblinks[Bearbeiten]