Diners Club

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo

Die Diners Club ist die älteste Kreditkarte.

Geschichte[Bearbeiten]

Erfunden wurde diese Kreditkarte vom Geschäftsmann Frank McNamara, der einige Restaurants von seinem Konzept überzeugen konnte und Anfang 1950 die erste Kreditkarte für 27 Restaurants ausgab. Nach Startschwierigkeiten – im ersten Jahr traten gerade mal 200 Mitglieder bei – brachte 1952 der Beitritt des Millionärs Alfred Bloomingdale den Durchbruch. Seine Reputation und sein Kaufhaus lockte neue Mitglieder und Akzeptanzstellen.[1]

Der Kredit des Diners Club galt dabei allerdings maximal einen Monat, da die Rechnung monatlich beglichen wurde und nicht, wie später erstmals von der Bank of America ermöglicht, auch später.

Zehn Jahre später war der Diners Club ein börsennotiertes Unternehmen und begann ein umfangreiches Zusatzprogramm (z. B. Reiseversicherungen) zu entwickeln. Auch im damaligen Ostblock konnte der Diners Club im Jahr 1969 die ersten Geschäfte etablieren, noch vor den anderen Kreditkarten-Unternehmen wie Visa oder MasterCard. Die Diners-Club-Karte hat nicht die gleiche Verbreitung wie ihre Konkurrenten, sie hat ihre Akzeptanz wegen ihrer weltweit zahlreichen Flughafen-Lounges in erster Linie bei Geschäftsreisenden gefunden. So wurde im Frankfurter Flughafen im Jahr 1977 eine Lounge eröffnet. Allerdings verliert dieses Privileg in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung, da auch die Vielfliegerprogramme der Fluggesellschaften die Notwendigkeit einer besonderen Betreuung auch am Boden vor dem Abflug erkannt haben.

Wie der Konkurrent American Express besitzt die Diners-Club-Kreditkarte kein offizielles Ausgabenlimit, im Gegensatz zu den in Deutschland angebotenen MasterCards und Visa-Karten. Mit ihren Kombinationen von Silber-, Gold- oder Elite-Status für die Geschäftsreisenden bieten sie ihren wichtigen Kunden ebenfalls Lounges an. Derzeit stehen weltweit ca. 450 Lounges zur Verfügung, wovon sich 17 in Deutschland befinden. Bei zunehmenden Akzeptanzproblemen im Handel in den USA und Kanada wird die Diners-Club-Karte dort neuerdings auch von MasterCard-Partnern akzeptiert. Zusätzlich werden alle Diners Club Karten seit dem 1. Oktober 2009 im Discover Netzwerk (USA, Kanada, Mexiko, Karibik) akzeptiert. Auf neuen Diners-Club-Karten ist auf der Rückseite das Discover-Network-Logo zu finden.

Diners Club gehörte seit 1983[2] zur Großbank Citigroup, die das Unternehmen zum Jahresende 2009 an die Bank of Montreal verkauft hat.[3]

Die Diners Club Deutschland GmbH teilte am 24. Januar 2014 mit, dass auf Basis einer Neuausrichtung der Geschäftsstrategie das Kartengeschäft in Deutschland mit Wirkung zum 31. März 2014 an die DC Bank AG in Wien als Lizenznehmer übertragen wurde. Die durch die Diners Club Deutschland GmbH ausgegebenen Kreditkarten verlieren damit zu diesem Zeitpunkt ihre Gültigkeit. Für die Ausgabe einer neuen Diners-Club-Kreditkarte durch die DC Bank ist ein neu zu beantragender Kreditkartenvertrag erforderlich.

Das jährliche Kreditkartenumsatzvolumen von Diner’s Club North America liegt bei 7,8 Milliarden Dollar (Stand 2009). Weltweit gibt es mehr als 18,6 Millionen Akzeptanzstellen.[4]

Gründungsmythos[Bearbeiten]

Von Beginn des Diners Club an wurde die vom Mitarbeiter Matty Simmons erfundene Geschichte zur Gründung erzählt: Demnach soll der Gründer McNamara beim Essen bemerkt haben, dass er seine Geldbörse vergessen hatte und soll – in seinem Stammlokal – als Sicherheit seine unterschriebene Visitenkarte hinterlassen haben. Damit ihm diese Peinlichkeit nicht noch einmal passieren kann, soll er den Diners Club gegründet haben.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b NZZ Folio 07/99 „Als Frank McNamara seine Brieftasche vergass“
  2. Frank Braatz, Ulrich Brinker, Hans-Jürgen Friedrich: Alles über Zahlungsverkehr mit Karten. Luchterhand Verlag, Neuwied 1999, ISBN 3-472-03030-5
  3. Pressemeldung der Bank of Montreal vom 31. Dezember 2009
  4. Globale Diners Club Kampagne Diners Club Presseinformation vom 14. Oktober 2009, abgerufen am 26. Februar 2010.

Weblinks[Bearbeiten]