Dingelstädt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Dingelstädt
Dingelstädt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Dingelstädt hervorgehoben
51.31555555555610.319444444444335Koordinaten: 51° 19′ N, 10° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Eichsfeld
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Dingelstädt
Höhe: 335 m ü. NHN
Fläche: 20,4 km²
Einwohner: 4338 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 213 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37351
Vorwahl: 036075
Kfz-Kennzeichen: EIC, HIG, WBS
Gemeindeschlüssel: 16 0 61 025
Adresse der
Stadtverwaltung:
Geschwister-Scholl-Str. 26/28
37351 Dingelstädt
Webpräsenz: VG Dingelstädt
Bürgermeister: Arnold Metz (CDU)
Lage der Stadt Dingelstädt im Landkreis Eichsfeld
Niedersachsen Hessen Kyffhäuserkreis Landkreis Nordhausen Unstrut-Hainich-Kreis Am Ohmberg Am Ohmberg Am Ohmberg Arenshausen Asbach-Sickenberg Berlingerode Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt) Birkenfelde Bodenrode-Westhausen Bornhagen Brehme Breitenworbis Büttstedt Buhla Burgwalde Deuna Dieterode Dietzenrode-Vatterode Dingelstädt Ecklingerode Effelder Eichstruth Ferna Freienhagen (Eichsfeld) Fretterode Geisleden Geismar Gerbershausen Gernrode (Eichsfeld) Gerterode Glasehausen Großbartloff Hausen (Eichsfeld) Haynrode Heilbad Heiligenstadt Helmsdorf (Eichsfeld) Heuthen Hohengandern Hohes Kreuz Hundeshagen Kallmerode Kefferhausen Kella Kella Kirchgandern Kirchworbis Kleinbartloff Kreuzebra Krombach (Eichsfeld) Küllstedt Leinefelde-Worbis Lenterode Lindewerra Lutter (Eichsfeld) Mackenrode (Landkreis Eichsfeld) Marth Niederorschel Pfaffschwende Reinholterode Röhrig Rohrberg (Eichsfeld) Rustenfelde Schachtebich Schimberg Schönhagen (Eichsfeld) Schwobfeld Steinbach (Eichsfeld) Sonnenstein (Gemeinde) Steinheuterode Tastungen Teistungen Thalwenden Uder Volkerode Deuna Wachstedt Wahlhausen Wehnde Wiesenfeld (Eichsfeld) Wingerode WüstheuterodeKarte
Über dieses Bild
Stadtkirche
Gymnasium, Frontansicht
Gymnasium, westlicher Hof

Dingelstädt ist eine Landstadt im thüringischen Landkreis Eichsfeld und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Dingelstädt.

Geschichte[Bearbeiten]

Dingelstädt wurde erstmals im 9. Jahrhundert in einer undatierten Urkunde erwähnt und gehört damit zu den ältesten Siedlungen des Eichsfelds. Der Name verweist auf eine alte Thingstelle/-stätte (Gerichtsstätte). Forscher vermuten auf dem „Kerbschen“ Berg (= kirchbergischen Berg) eine ehemalige Königspfalz. Es gibt aber bis auf die Lage und einen nachgewiesenen Rundwall von 110 m Durchmesser keine konkreten Hinweise darauf. Eine Burg war sicher am Ort, denn 1134 wurde ein Ritter von Kirchberg genannt. Die Kirchberger waren Lehnsleute des Mainzer Erzbischofs. Als dieses Geschlecht ausstarb, wurde ein Heinrich von Bodungen belehnt. Berg und das nachgewiesene Dorf wurden 1546 als wüst angegeben, aber die Kirche St. Martin gab es noch. Sie war Erzpriestersitz und daher wohl sehr alt. Dorthin pilgerten noch im 19. Jahrhundert jeweils am 1. Mai die Leute der umliegenden Orte. 1700 wurde die Kirche neu errichtet. Es folgten Erweiterungsbauten und seit 1994 wird das Kloster vom Ursulinen-Orden genutzt.[2]

Die erste Schule Dingelstädts, zunächst nur für Jungen, lässt sich im Jahr 1606 nachweisen. Damals wurden für die knapp 70 Schüler im Rathaus ein Klassenzimmer eingerichtet, wobei neben dem Unterricht im selbigen Gebäude auch jenes als Tanzsaal und Schenke fungierte. Ebenfalls befand sich im Rathaus die Gefängniszelle der Gemeinde.[3] Die erste Möglichkeit für die Dingelstädter Mädchen die Schule zu besuchen, ergab sich 1729. Knapp hundert Jahre später, 1833 baute man den Tanzsaal und die Schenke des Rathauses zu Unterrichtsräumen für Mädchen und Jungen um. Damals besuchten 118 Schüler die Knabenschule, 113 die Mädchenschule, sowie 256 die Knaben- und Mädchenschule. Als 1852-1855 die St. Gertrudis-Kirche erbaut wurde, reisste man das Rathaus ab; die Kirchengemeinde wies zur Entschädigung sieben Häuser, einschließlich deren Nebengebäude in der "Langen Nacht", zur Nutzung zu. Im Oktober 1854 wurde das Schulgebäude gerichtet und ein Jahr später seiner Nutzung übergeben. Bis 1932 war es notwendig, durch eine stetig steigende Zahl an Schülern diverse Nebengebäude auszubauen und weitere zu errichten. 1959 kam die Polytechnische Oberschule "Käthe Kollwitz" hinzu, die heute den Namen "St. Josef-Gynmasium" trägt, 1981 wurde zudem der Grundstein für die POS "A. S. Makarenko" gelegt, der heutigen Regelschule "Johann Wolf".

Dem Ort wurde am 14. Februar 1859 das Stadtrecht verliehen. Seit 1815 gehörte Dingelstädt zum Regierungsbezirk Erfurt der preußischen Provinz Sachsen, zuvor seit 1807 zum Königreich Westphalen (Kanton Dingelstädt).

Am 7. April 1945 erfolgte die überraschende kampflose Besetzung des Ortes durch US-amerikanische Soldaten. Zwei Zivilisten wurden erschossen, durch vorausgehende Jagdbomberangriffe waren Gebäudeschäden entstanden. Nach Besetzung durch Rote Armee Anfang Juli 1945 wurde Dingelstädt Bestandteil der SBZ und 1949 der DDR.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber ein bewurzelter grüner Eichenbaum mit einem freischwebenden goldenen Ring um den Stamm.“

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 5073
  • 1995: 5101
  • 1996: 5105
  • 1997: 5092
  • 1998: 5070
  • 1999: 5082
  • 2000: 5059
  • 2001: 5024
  • 2002: 4965
  • 2003: 4922
  • 2004: 4860
  • 2005: 4798
  • 2006: 4766
  • 2007: 4713
  • 2008: 4676
  • 2009: 4698
  • 2011: 4631
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Dingelstädt einer der wenigen Orte im Eichsfeld, in dem sich größere Industrieunternehmen ansiedelten. Neben der traditionellen Wollkämmereien und Kammgarnspinnereien waren es vor allem Zigarrenfabriken, Webereien, Strickereien, Spinnereien, Feilenhauereien, Mühlenbaufirmen und Maschinenfabriken die zum guten Ruf der Stadt beitrugen. Bis 1989 arbeiteten viele Dingelstädter in der Textilindustrie, der Zigarrenfabrikation oder der Polstermöbelherstellung. Es existierten über 80 private Handwerks- und Gewerbetriebe, was für die Verhältnisse in der DDR enorm viele waren. Heute sind in Dingelstädt über 300 Handwerks- und Gewerbebetriebe ansässig. Im industriellen Bereich gab es nach der Umgestaltung der Wirtschaft zahlreiche Neuansiedlungen und Neugründungen. Das 1991 erschlossene Gewerbegebiet ist voll ausgelastet und im Südwesten der Stadt entstand ein 100 ha großes Industriegebiet. Der Schwerpunkt liegt heute in der metallverarbeitenden Industrie.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Sitzverteilung stellt sich nach der Kommunalwahl 2009 wie folgt dar:

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)[4]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister Arnold Metz wurde am 7. Mai 2006 gewählt und am 22. April 2012 wiedergewählt.[5]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Katholische St.-Gertrudis-Kirche; neugotisch 1852–1855.
  • Katholische Wallfahrtskirche St. Maria im Busch
  • Franziskanerkloster Kerbscher Berg; neoromanische Klosterkirche St. Petrus, 1899–1900 durch Paschalis Gratze erbaut, Wallfahrtskirche
  • St. Josef Gymnasium

Feste und Feiern[Bearbeiten]

  • Gertrudismarkt im April
  • Schützenfest im Juli
  • Breikuchenfest (Stadtfest) am dritten Wochenende im August
  • Kleine Kirmes zum Fest Mariä Geburt im September
  • Weihnachtsmarkt im Dezember

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Johann Vinzenz Wolf: Denkwürdigkeiten des Marktfleckens Dingelstädt im Harz-Departement, Distrikt Heiligenstadt. (Reprint). Cordier, Heiligenstadt 1994, ISBN 978-3-929413-12-0., - als Digitalisat bei Google Books
  •  Hans Patze (Hrsg.): «Dingelstädt». In: Thüringen. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Bd. 9, Alfred-Kröner-Verlag, Stuttgart 1989, ISBN 3-520-31302-2, S. 77–78.
  •  Carl Duval: «Dingelstedt». In: Das Eichsfeld. (Reprint), Harro von Hirschheydt Verlag, Hannover-Dören 1979, ISBN 3-7777-0002-9, S. 540-551.
  •  Wilfried Dallmann, Nikolaus Keil, Stadt Dingelstädt (Hrsg.): Dingelstädt. 15 Jahre Altstadtsanierung. Dingelstädt 2008, S. 130.
  •  Heinrich Koch, Norbert Günther (Hrsg.): Chronik der Stadt Dingelstädt.. Teil1, Teil 2, Dingelstädt 2004, S. 204.
  •  Heinrich Koch, Norbert Günther (Hrsg.): Dingelstädter Heimatgeschichte für Schülerinnen und Schüler der katholischen Volksschule. Dingelstädt 2004, S. 92.
  •  Annelie Günther, Anni Raub, Vinzenz Weinrich, Dingelstädter Verein für Heimatpflege (Hrsg.): Bi uns do wärt gelacht. Eichsfelder Schnurren. Mecke, Duderstadt 2005, ISBN 3-936617-43-0, S. 144.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dingelstädt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Wartberg Verlag, 2000, ISBN 3-86134-631-1, S. 32/33
  3.  Winfried Körner u. Rolf Barthel: Zur Geschichte des Schulwesens in Dingelstädt. In: Eichsfelder Heimathefte. 2, 1982, S. 181-183.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Thüringen am 7. Juni 2009. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 9. März 2010 (PDF; 1,9 MB).
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen 2006. Endgültige Ergebnisse. Wahlen der Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. März 2010 (PDF; 2,4 MB).