Dingiso

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dingiso
Systematik
Unterklasse: Beuteltiere (Metatheria)
Überordnung: Australidelphia
Ordnung: Diprotodontia
Familie: Kängurus (Macropodidae)
Gattung: Baumkängurus (Dendrolagus)
Art: Dingiso
Wissenschaftlicher Name
Dendrolagus mbaiso
Flannery, Boeadi & Szalay, 1995
Verbreitungskarte des Dingiso

Das Dingiso (Dendrolagus mbaiso), auch als Schwarzweißes Baumkänguru bezeichnet, ist eine sehr seltene Baumkänguruart, die im Sudirman-Bergland in West-Neuguinea endemisch ist. Es wurde erst 1994 unterhalb der Grasberg-Mine bei der Minenstadt Tembagapura entdeckt und 1995 von Tim Flannery beschrieben. 2009 gelangen einem Filmteam im Rahmen der BBC-Dokumentation Die Südsee – Das Abenteuer (South Pacific) die ersten Filmaufnahmen des Dingisos.

Merkmale[Bearbeiten]

Das Dingiso erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 660 bis 670 mm, eine Schwanzlänge von 415 bis 520 mm, eine Hinterfußlänge von 108 bis 110 mm und eine Ohrenlänge von 46 bis 51,7 mm. Das Gewicht beträgt 6,5 bis 14,5 Kilogramm. Die Fellfarbe ist überwiegend schwarz. Kehle und Bauch sind weiß. Auf beiden Seiten der Schnauze befinden sich weiße Streifen und in der Mitte der Stirn ist ein sternförmiges weißes Muster zu erkennen. Das Fell ist sehr dicht und lang.

Vorkommen und Lebensraum[Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet des Dingisos umfasst vermutlich eine Fläche von 4000 km². Ein Teil davon liegt im Lorentz-Nationalpark. Der Lebensraum sind Bergwälder und Gestrüpp-Bereiche in der subalpinen Zone in Höhenlagen zwischen 2700 und 3500 Metern.

Lebensweise[Bearbeiten]

Über die Lebensweise ist nur wenig bekannt. Dingisos sind sehr zutraulich. Mitglieder des Moni-Stammes berichteten von Dingisos, die eine Pfote hoch hielten und dabei Pfeiflaute ausstießen. Wie bei anderen Baumkängurus besteht die Hauptnahrung aus Blättern und Früchten.

Gefährdung[Bearbeiten]

Im westlichen Teil des Verbreitungsgebietes ist das Dingiso aufgrund einer Tradition der Einheimischen geschützt. In anderen Gegenden wird es jedoch für den Nahrungserwerb gejagt. Weitere Gefährdungen stellen die steigenden Bevölkerungszahlen in der Region, Lebensraumzerstörung sowie der Klimawandel dar. Die IUCN stuft die Art in die Kategorie vom Aussterben bedroht (critically endangered) ein.

Etymologie[Bearbeiten]

Das Artepitheton mbaiso bedeutet „das verbotene Tier“ in der Sprache der Moni. Die Mitglieder dieses in West-Neuguinea heimischen Volksstammes verehren die Baumkängurus als Geist ihrer Ahnen und jagen die Tiere deshalb nicht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Flannery, T.F. 1995. Mammals of New Guinea. 2. Auflage. Chatswood, New South Wales: Reed Books, 568 S. ISBN 0-7301-0411-7
  • Groves, C.P. 2005. Order Diprotodontia. S. 43-70 in Wilson, D.E. & Reeder, D.M. (Hrsg.). Mammal Species of the World. 3. Auflage. Baltimore: The Johns Hopkins University Press, Baltimore, 2. Bände, 2142 S. ISBN 978-0-8018-8221-0

Weblinks[Bearbeiten]