Dinkelberg
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Der Dinkelberg ist ein kleiner, bis 535 m hoher Gebirgszug im Südschwarzwald, Baden-Württemberg (Deutschland).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Der Dinkelberg ist eine rund 140 Quadratkilometer große Erdscholle. Er wird im Süden durch das Tal des Hochrheins, im Norden und Westen durch das Wiesental, im Osten durch das Wehratal begrenzt. Er liegt zwischen den größeren Ortschaften Lörrach im Westen, Schopfheim im Norden, Wehr im Osten und Rheinfelden im Süden. Sein höchster Berg ist die Hohe Flum mit einer Höhe von 535 Metern, welcher einen offenen Aussichtsturm und das Hotel-Restaurant Hohe Flum trägt.
[Bearbeiten] Geologie
Der Dinkelberg unterscheidet sich geologisch gesehen grundsätzlich vom Schwarzwald und dem Schweizer Jura. Der Dinkelberg ist ein Relikt des aus dem Erdzeitalter der Mitteltrias (vor 245-237 Mio Jahren) in weiten Teilen des heutigen Deutschlands existierenden Flachmeeres, in dem sich über einen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren mächtige Kalkschichten ablagern konnten, die besonders reich an fossilierten Muscheln und Ammoniten waren, daher auch der Name Muschelkalk. Als vor 45 Millionen Jahren, während des Erdzeitalters des Tertiär die Oberrheinische Tiefebene anfing zu entstehen und sich der Schwarzwald daraufhin empor hob, wurden alle bis dahin abgelagerten Gesteinsschichten bis hin zum aus Granit und Gneis bestehenden Grundgebirge wegerodiert. Im südlichen Schwarzwald blieben die Weitenauer Vorberge sowie der Dinkelberg von der gänzlichen Erosion bis zum Grundgestein verschont, sodass der Dinkelberg hauptsächlich aus Muschelkalkgestein besteht.
Der Dinkelberg wird aufgrund verschiedener Erosionsprozesse als Karstgebiet eingestuft. Zahlreiche, meist unterirdische Erosionsprozesse sind immer noch im Gang, was zu besichtigungswürdigen Naturdenkmälern geführt hat. Hierzu zählen zwei Tropfsteinhöhlen, die Tschamberhöhle in Beuggen unweit des Bahnhofs und die Erdmannshöhle am Ortsrand von Hasel. Die zuletzt genannte Höhle ist besonders durch Ihre Lage am Übergang zum Schwarzwald interessant, für den Spezialisten sind die Gesteinsschichten an den Höhlenwänden ein Hinweis, wo exakt nun der Schwarzwald mit seinem Granit und Gneis anfängt und wo noch Dinkelbergkalk vorherrscht.
Ganz typische Karstphänomäne sind Bachschwinden (Bäche verschwinden in Strudellöchern, oft auch in Doppeltälern mit Bachschwinden in der Mitte). Die Gegenstücke hierzu sind Quelltöpfe, meist an den Bergtraufen gelegen: Bäche kommen hinter einem Rain hervor, teilweise in unmittelbarer Nähe zu Häusern oder Straßen. Zu besichtigen sind Quelltöpfe in Rheinfelden-Nollingen (der Dorfbach entspringt quasi vor der Kirche, die Linsenbachquelle befindet sich östlich des Dorfs) und in Degerfelden (Bereich Hagenbacher Hof). Ein besonderer 'Quelltopf' liegt ganz in der Nähe der Erdmannshöhle: In einem Tal östlich von Schopfheim-Eichen befindet sich eine Mulde, die sich unabhängig von der Wetterlage, selten und unregelmäßig in den Eichener See verwandelt. Übrigens entspringt auch der Dürrenbach im Bereich des Dinkelbergs.
Auf dem Dinkelberg finden sich zudem einige bemerkenswerte Dolinen. Sie sind das Ergebnis von Lösungserscheinungen oder Höhleneinbrüchen des Muschelkalkgesteins im Untergrund. Zu den bekanntesten Dolinen gehört das Teufelsloch, eine Trichterdoline südöstlich von Nordschwaben, durch deren Ponor der Einstieg in eine 75 Meter tiefe und 105 Meter lange Schachthöhle erfolgen kann. Das Moosloch südlich von Nordschwaben ist eine Trichterdoline deren Schluckloch zugeschwemmt wurde und in deren Grund sich ein kleiner mooriger See gebildet hat.
[Bearbeiten] Ortschaften
Städte und Gemeinden am und im Dinkelberggebiet sind (im Uhrzeigersinn beginnend im Norden):
- Maulburg
- Schopfheim
- Wehr
- Schwörstadt
- Minseln
- Eichsel
- Adelhausen
- Rheinfelden
- Inzlingen
- Grenzach-Wyhlen
- Lörrach
- Steinen
[Bearbeiten] Naturdenkmäler
- Eichener See bei Schopfheim-Eichen
- Erdmannshöhle (auch Hasler Höhle genannt) am Ortsrand von Hasel
- Teufelsloch bei Rheinfelden-Nordschwaben
- Teufelsloch bei Rheinfelden-Karsau
- Tschamberhöhle in Rheinfelden-Karsau, OT Riedmatt

