Dinkelland

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Gemeinde Dinkelland
Flagge der Gemeinde Dinkelland
Flagge
Wappen der Gemeinde Dinkelland
Wappen
Provinz Overijssel Overijssel
Bürgermeister Roel Cazemier
Sitz der Gemeinde Denekamp
Fläche
 – Land
 – Wasser
176,81 km²
175,77 km²
1,04 km²
CBS-Code 1774
Einwohner 25.948 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 147 Einwohner/km²
Koordinaten 52° 22′ N, 6° 55′ O52.3722222222226.9141666666667Koordinaten: 52° 22′ N, 6° 55′ O
Bedeutender Verkehrsweg N342, N343, N349
Vorwahl 0541, 074
Postleitzahlen 7560–7569, 7590–7599, 7630–7639
Website www.dinkelland.nl
Lage von Dinkelland in den Niederlanden

Dinkelland ( anhören?/i) ist eine Gemeinde der Provinz Overijssel in den Niederlanden. Sie entstand am 22. März 2001 aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Denekamp, Ootmarsum und Weerselo. Sie hat 25.948 Einwohner (Stand 1. Januar 2014). Ihre Gesamtfläche beträgt 176,81 km².

Orte[Bearbeiten]

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde bildet den nordöstlichen Teil der Region Twente. Sie grenzt an die deutschen Gemeinden Nordhorn, Lage und Neuenhaus in der Grafschaft Bentheim. Denekamp liegt auf halbem Wege zwischen Oldenzaal und Nordhorn.

Die Bevölkerung lebt vom Tourismus und von der Landwirtschaft (Viehhaltung). In Denekamp leben auch Pendler, die in Oldenzaal arbeiten.

Geschichte[Bearbeiten]

Denekamp[Bearbeiten]

Denekamp wurde in einem Kirchenregister von 1276 Demnichem genannt und erstmals als selbständige Pfarrgemeinde mit eigener Kirche und eigenem Pastor erwähnt. Aus der ursprünglichen ersten Kirche entwickelte sich, nach Erweiterungen um 1350 und vor 1436, die aus Bentheimer Sandstein im frühgotischen Stil erbaute St. Nikolaus-Kirche, die bis in das 20. Jahrhundert teilweise wesentliche Erweiterungen erfuhr, so 1911 die Erweiterung um einen großen Kuppelbau.

Bis 1818 gehörte Denekamp zusammen mit den Kirchspielen Ootmarsum und Tubbergen zum Schultamt Ootmarsum, als es zusammen mit den Dörfern Agelo, Breklenkamp, Nutter, Oud Ootmarsum und Lattrop zur selbständigen Gemeinde wurde. 1949 wurden im Rahmen der Nachkriegs-Grenzkorrekturen kleinere deutsche Grundgebiete dem Gemeindegebiet der Gemeinde Denekamp zugeschlagen.[2] In den 1990er Jahren verlor die Gemeinde einen Teil der Bauerschaft Klein Angelo an die Gemeinde Ootmarsum. Am 1. Januar 2001 schlossen sich die Gemeinden Denekamp, Ootmarsum und Weerselo zu einer Samtgemeinde zusammen, die bis 31. Mai 2002 den Namen Gemeinde Denekamp trug und seit 1. Juni 2002 den Namen Gemeinde Dinkelland erhielt.

Ootmarsum[Bearbeiten]

Ootmarsum, im Mittelalter Othmarsheim genannt, soll 126 n. Chr. von einem legendären König Othmar oder Ottmar gegründet worden sein. Fest steht, dass das Städtchen schon zur Zeit der Ottonen bestand, und ein großes Kirchspiel bildete. Um 1300 erhielt Ootmarsum vom Utrechter Bischof das Stadtrecht, es wurde bald ummauert und zu einer kleinen Festung. Es lag an der Kreuzung zweier Handelswege, von denen einer von Flandern nach Bremen verlief. Nachdem im Achtzigjährigen Krieg Moritz von Nassau die Stadt 1602 für die protestantischen Niederlande erobert hatte, wurden die Befestigungen geschleift. Es verfiel zu einem unbedeutenden Ort, da die Entwicklung von Verkehr und Industrie anderswo stattfand. Um 1900 wurde der Ort als malerisches Stadtbild anerkannt, und es kam etwas Tourismus auf. Das Zentrum wurde in den 1980er Jahren restauriert.

Zum Hauptartikel → Ootmarsum

Weerselo[Bearbeiten]

Weerselo entstand um ein altes Kloster und wurde im 14. Jahrhundert mehrmals von Raubrittern heimgesucht. Sie lebten in Saasveld auf dem 1818 abgerissenen Schloss Saterslo.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Zentrum von Ootmarsum mit seiner Kirche und den winkeligen Gässchen wurde in den 1980er Jahren restauriert. Das dort gelegene Freilichtmuseum "Los Hoes", das versucht, von den alten niederdeutschen Hallenhaus-Bauernhöfen der Gegend ein Bild zu vermitteln, wurde 2004 durch Brandstiftung schwer beschädigt; am 23. März 2005 wurde es nach Restaurierung wieder eröffnet. Westlich von Ootmarsum, wo auch typische Weihnachts- und Osterbräuche erhalten blieben, liegt ein Hügel, der einen Fernblick auf das Städtchen ermöglicht.

Im Westen vom Dinkelland steht noch immer die Statue von Heinrich.

Westlich von Denekamp liegt am Fluss Dinkel das aus dem 17./18. Jahrhundert stammende Schloss Singraven. Es kann mit einer Führung im Sommer einige Male in der Woche besichtigt werden, und beherbergt viel antikes Mobiliar. Beim Schloss, in einer alten Wassermühle, gibt es ein Restaurant. Diese doppelte Wassermühle wurde bereits im 17. Jahrhundert von Meindert Hobbema gemalt. Das berühmte Bild dieser Mühle hängt im Louvre in Paris.

In Denekamp gibt es das älteste regionale Naturkundemuseum der Niederlande. Das provinziale naturhistorische Museum "Natura Docet" (Deutsch: Die Natur lehrt) wurde 1911 durch "Meester Bernard Bernink" gegründet und wird heute durch eine Stiftung betrieben. Eine enge Kooperation besteht mit dem Tierpark Nordhorn.

In Weerselo gibt es das Viertel "Het Stift" (ein ehemaliges Stift) mit Häuschen aus dem 18. Jahrhundert und alten Bäumen. Die Stiftskirche ist das einzige Überbleibsel eines Benediktinerklosters aus dem 12. Jahrhundert. Jeden Samstag wird hier ein "Antiquitätenmarkt" gehalten.

Die Gemeinde wird vom stark mäandernden Flüsschen Dinkel durchquert, dort münden einige kleine Bäche. Es gibt in Dinkelland viele kleine Wälder. Sie ist es eines der wenigen Gebiete in den Niederlanden, wo noch in Fachwerk gebaute Bauernhöfe (aus dem 18. und 19. Jahrhundert) stehen.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Wagner: Die Gestapo war nicht allein... Politische Sozialkontrolle und Staatsterror im deutsch-niederländischen Grenzgebiet 1929–1945. LIT-Verlag, Münster 2004, ISBN 3-8258-7448-6 (Anpassung, Selbstbehauptung, Widerstand 22), (Zugleich: Hagen, Fernuniv., Diss., 2002), (enthält u. a. Überfall auf NL, Judenverfolgung, Textilarbeiter, Onderduiker, Verzetbeweging).

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dinkelland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Volkstellingen 1795-1971 Volkszählungsregister der Niederlande 1795-1971: Lijst van grenswijzingen (Liste der Grenzbereinigungen)