Dinner um acht

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Dinner um acht
Originaltitel Dinner at Eight
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1933
Länge 111 Minuten
Stab
Regie George Cukor
Drehbuch Frances Marion,
Herman J. Mankiewicz,
Donald Ogden Stewart
Produktion David O. Selznick
Musik William Axt
Kamera William H. Daniels
Schnitt Ben Lewis
Besetzung
Synchronisation

Dinner um acht, auch bekannt als Freitag Abend um 8 (Originaltitel: Dinner at Eight), ist eine US-amerikanische Filmkomödie von George Cukor aus dem Jahr 1933. Als Vorlage für diesen von MGM produzierten Pre-Code-Film diente ein Bühnenstück von George S. Kaufman und Edna Ferber.

Handlung[Bearbeiten]

Millicent Jordan, die statusbewusste Frau eines New Yorker Reeders, will für eine ausgewählte Gesellschaft ein Dinner veranstalten. Ihr Mann Oliver ist jedoch nicht sonderlich davon angetan, einen weiteren langweiligen Abend dieser Art zu verbringen, obwohl auch seine einstige Flamme, die ehemalige Theaterschauspielerin Carlotta Vance, eingeladen ist. Oliver ist besorgt, laufen doch seine Geschäfte als Reeder seit der Weltwirtschaftskrise mehr als schlecht. Vom neureichen Industriemagnaten Dan Packard verspricht er sich finanzielle Unterstützung. Dieser willigt ein, da er sich Olivers angeschlagene Reederei sowieso unter den Nagel reißen will. Daraufhin überredet Oliver seine Gattin, auch Packard und dessen niveaulose, jedoch gesellschaftlich ambitionierte Frau Kitty zum geplanten Abendessen einzuladen. Während Kitty die Einladung sofort annehmen will, sagt Packard erst zu, als er erfährt, dass auch Lord und Lady Ferncliffe, die reichsten Eheleute Englands, dem Dinner beiwohnen werden. Ein weiterer Gast ist auch Dr. Wayne Talbot, der mit Kitty eine Affäre hat.

Da Millicent für ihre plötzlich entlobte Tochter Paula einen Tischherrn benötigt, lädt sie kurzerhand den Stummfilmstar Larry Renault ein, ohne zu wissen, dass dieser und Paula ein Verhältnis haben. Der dreifach geschiedene und alkoholabhängige Larry erfährt anschließend von seinem Agenten Max Kane, dass er die Hauptrolle, die er in einem Bühnenstück spielen sollte, verloren hat. Stattdessen soll er nun eine kleine Statistenrolle übernehmen. Angesichts dessen gibt sich Larry enttäuscht und verzweifelt dem Alkohol hin.

Unterdessen findet Dr. Talbots Frau Lucy heraus, dass ihr Mann sie mit Kitty betrügt. Dr. Talbot gibt offen zu, dass er süchtig nach Frauen sei, obwohl er Lucy noch immer aufrichtig liebe. Kurz darauf wird er in seine Praxis gerufen, um Oliver Jordan zu untersuchen, der sich über Schmerzen in der Brust beklagt. Dr. Talbot bemüht sich zwar, seine eigentlich sehr ernste Diagnose zu beschwichtigen, doch Oliver durchschaut ihn und ist sich gewiss, nicht mehr lange zu leben. Als Oliver nach Hause geht und Millicent bittet, ihn beim anstehenden Dinner zu entschuldigen, damit er sich erholen kann, ist Millicent mit den Nerven am Ende, denn die Ferncliffes haben inzwischen wieder abgesagt.

Als sich die Packards für das Dinner fertig machen, gerät das Paar in Streit. Wütend erzählt Kitty ihrem Gatten, dass sie eine Affäre habe. Packard droht ihr nun mit einer Scheidung, worauf ihm Kitty Respekt einfordernd erwidert, dass sie seine zwielichtigen Geschäftspraktiken an die Öffentlichkeit bringen werde, sollte er nicht von seinem Plan, Olivers Reederei zu übernehmen, zurückweichen. Nachdem sich Larry mit seinem Agenten endgültig zerstritten hat und ihn das Management seines Hotels bittet, sich einen anderen Wohnsitz zu suchen, flieht er in den Freitod. Carlotta Vance, die im selben Hotel wohnt, sucht Paula auf, um dieser vom Selbstmord ihres Geliebten zu berichten, und rät ihr einfühlsam, zu ihrem Ex-Verlobten Ernest zurückzukehren.

Kurz vor dem Dinner erfährt Millicent von Dr. Talbot, wie schlecht es um ihren Mann bestellt ist. Sie sieht schließlich ein, dass sie immer viel zu egoistisch war, und ist entschlossen, zum Wohl der Familie weniger verschwenderisch und eine bessere Ehefrau zu sein. Als die Gäste pünktlich um acht Uhr eintreffen, wendet sich Packard auf Drängen Kittys an Oliver, um ihm zu versichern, dass er nicht länger die Reederei übernehmen wolle.

Hintergrund[Bearbeiten]

Für David O. Selznick war Dinner um acht die erste Produktion nach seinem Wechsel von RKO Pictures zu MGM. Nachdem Irving Thalberg mit dem starbesetzten Film Menschen im Hotel (Grand Hotel, 1932) für MGM einen großen Erfolg hatte verbuchen können, wollte Selznick beweisen, dass er mit Thalberg mithalten und einen ebensolchen Hit landen konnte. Als Regisseur verpflichtete er George Cukor, den er von RKO Pictures ausleihen durfte. Für Dinner um acht, bei dem es sich wie bei Menschen im Hotel um die Verfilmung eines erfolgreichen Bühnenstücks handelte, stellte Selznick ebenfalls eine Starbesetzung zusammen. Während John Barrymore, Wallace Beery, Lionel Barrymore und Jean Hersholt wie schon in Menschen im Hotel zum Einsatz kamen, sollte vor allem Marie Dressler, die während der frühen 1930er Jahre trotz ihres fortgeschrittenen Alters und ihrer matronenhaften Erscheinung ein großer Star in Hollywood war, die Zuschauer in die Kinos locken. Für die Rolle der Kitty wollte Regisseur Cukor unbedingt Jean Harlow, nachdem er sie in Dschungel im Sturm (Red Dust, 1932) gesehen hatte, und setzte sich trotz Selznicks Bedenken durch. Mit einem Budget von 420.000 Dollar wurde der Film von März bis April 1933 innerhalb von 27 Tagen abgedreht.[1]

Dinner um acht wurde am 23. August 1933 im Astor Theatre in New York uraufgeführt und erwies sich in der Folge als großer Erfolg bei Kritikern und Publikum. Die New York Times und Film Daily zählten den Film zu den zehn besten Produktionen von 1933.[1] In Deutschland wurde die Filmkomödie erstmals im Januar 1934 unter dem Titel Freitag Abend um 8[2] in den Lichtspielhäusern gezeigt. Am 14. Juli 1982 wurde sie unter dem Titel Dinner um acht zum ersten Mal im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.

Kritiken[Bearbeiten]

Variety zufolge sei die Handlung „von Anfang bis Ende voller Spannung“, wobei „traurige Momente durch heitere“ ausgeglichen würden, sodass für fast zwei Stunden „ein faszinierendes Mosaik“ entstehe. Innerhalb der Besetzung hätten Dressler und Harlow Lob verdient. Letztere liefere als Kitty „eine erstaunlich ausbalancierte Vorstellung“.[3] Die New York Times meinte, dass der Film „allen Erwartungen gerecht“ werde. Es handle sich um „eine dieser seltenen Produktionen, die einen bis zum Ende in den Sitz fesseln, weil man nicht eine brillante Dialogzeile verpassen möchte“.[4]

Für den New York Daily Mirror war Dinner um acht „ein großartiger Film, den man nicht verpassen sollte“. Unter den durchweg „exzellenten“ Schauspielern steche „die kleine Jean Harlow“ hervor. Sie sei einfach „hinreißend“.[5] Auch die Filmkritikerin Pauline Kael lobte rückblickend Jean Harlow, die „in komödiantischer Hochform“ sei. Regisseur George Cukor sei „eine geistreiche und sehr viel bessere Version von Edna Ferbers und George S. Kaufmans Stück“ gelungen.[6] Das Lexikon des Internationalen Films befand, dass Cukor sich dabei „vor allem auf die Dialoge und das Starensemble“ gestützt habe.[7]

Deutsche Fassung[Bearbeiten]

Rolle Darsteller Synchronsprecher[8]
Carlotta Vance Marie Dressler Bettina Schön
Larry Renault John Barrymore Christian Rode
Kitty Packard Jean Harlow Daniela Lohmeyer
Max Kane Lee Tracy Hans-Jürgen Dittberner
Millicent Jordan Billie Burke Gisela Fritsch
Mrs. Wendel May Robson Tilly Lauenstein

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b vgl. Andrea Passafiume auf tcm.com
  2. Vgl. Illustrierter Film-Kurier. Nr. 2102.
  3. “The story grips from beginning to end with never-relaxing tension, its sombre moments relieved by lighter touches into a fascinating mosaic for nearly two hours. […] Acting honors probably will go to Dressler and Harlow, the latter giving an astonishingly well-balanced treatment of Kitty.” Vgl. Review: ‘Dinner at Eight’. In: Variety, 1933.
  4. “It lives up to every expectation. It is one of those rare pictures which keeps you in your seat until the final fade-out, for nobody wants to miss one of the scintillating lines.” The New York Times, vgl. tcm.com
  5. “[A] great picture-you can’t afford to miss it […] among all these great performers it is little Jean Harlow who stands out […] Harlow is magnificent.” New York Daily Mirror, vgl. tcm.com
  6. “Jean Harlow […] at her comic best. George Cukor directed this witty, much improved version of the Edna Ferber-George S. Kaufman play.” Pauline Kael: 5001 Nights at the Movies. (vgl. tcm.com).
  7. Dinner um acht im Lexikon des Internationalen Films
  8. Dinner um acht in der Deutschen Synchronkartei