Dinoterb

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Strukturformel
Strukturformel von Dinoterb
Allgemeines
Name Dinoterb
Andere Namen
  • 2-tert-Butyl-4,6-dinitrophenol
  • Tolkan
  • Herbogil
  • 2-(1,1-Dimethylethyl)-4,6-dinitrophenol
Summenformel C10H12N2O5
CAS-Nummer
  • 1420-07-1
  • 6073-72-9 (Dinoterpon)
  • 2487-01-6 (Medinoterbacetat)
PubChem 14994
Kurzbeschreibung

gelblicher Feststoff[1][2]

Eigenschaften
Molare Masse 240,22 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

125,5 - 126,5 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

in Wasser schlecht löslich (0,45 mg·l−1 bei pH 5 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 360D​‐​300​‐​311​‐​410
EUH: 044
P: 201​‐​264​‐​273​‐​280​‐​301+310​‐​308+313Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Sehr giftig Umweltgefährlich
Sehr giftig Umwelt-
gefährlich
(T+) (N)
R- und S-Sätze R: 61​‐​24​‐​28​‐​44​‐​50/53
S: 53​‐​45​‐​60​‐​61
Toxikologische Daten

26 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Dinoterb ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Dinitrophenole.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Dinoterb ist ein brennbarer Feststoff, welcher in Wasser schlecht löslich ist. Er zersetzt sich beim Erhitzen vor dem Erreichen seines Siedepunktes.[1]

Verwendung[Bearbeiten]

Dinoterb wurde als Herbizid und Rodentizid eingesetzt.[6] Es wurde 1963 von Pepro (später Teil der Firma Rhône-Poulenc) entwickelt und eingeführt.[7] Sein Einsatz wurde basierend auf einer Entscheidung der EU im Jahr 1997 verboten.[8] Auch in der Schweiz ist kein Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Eintrag zu CAS-Nr. 1420-07-1 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 30. August 2011 (JavaScript erforderlich).
  2. Datenblatt Dinoterp in der Pesticide Properties DataBase (PPDB) der University of Hertfordshire, abgerufen am 1. August 2013.
  3. a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 1420-07-1 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich)
  4. Datenblatt Dinoterb, PESTANAL®, analytical standard bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 30. August 2011 (PDF).
  5. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6. noaa: Dinoterp
  7.  György Matolcsy,Miklós Nádasy,Viktor Andriska,Sándor Terényi: Pesticide chemistry, Band 3. Elsevier Science, 1989, ISBN 978-0-44498903-1 (Seite 580 in der Google-Buchsuche).
  8. European Commission - Directorate General for Agriculture: Review report for the active substance dinoterb. (PDF; 14 kB).
  9. Nationale Pflanzenschutzmittelverzeichnisse: Schweiz, Österreich, Deutschland; abgerufen am 5. September 2011.