Diodato Ipato

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Diodato Ipato, auch genannt Teodato Ipato, war der 4. Doge von Venedig. Er regierte von 742 bis 755.

Venedig stand nach dem Tod des dritten Dogen, Orso Ipato, fünf Jahre lang unter byzantinischer Verwaltung. Magistri militum mit jeweils einjähriger Amtszeit waren Leone Domenico, Domenico, Felice Corniola, Orso Diodato und Gioviano. Der letzte der magister, Giovanni Fabriaco, wurde während der Abwesenheit des zuständigen byzantinischen Exarchen gewaltsam vertrieben und der Regierungssitz Venedigs von Eraclea nach Malamocco verlegt. Zum Dogen gewählt wurde Diodato, ehemaliger magister militum und Sohn des ermordeten Orso Ipato. Byzanz erkannte den neuen Dogen an und verlieh ihm ebenso wie seinem Vater den Titel Ipato.

Diodato war einerseits den Venezianern, die ihm zu seinem Amt verholfen hatten, verpflichtet, hatte andererseits als von Byzanz abhängiger Statthalter die Interessen des oströmischen Kaisers zu wahren, was ein beachtliches diplomatisches Geschick erforderte. Um seine Macht und venezianisches Territorium gegen langobardische Angriffe zu sichern, ließ er das Kastell Bronodolo errichten, das gleichzeitig nützlich für die Kontrolle des Schiffsverkehrs zwischen Ravenna und der Lagune war.

Allerdings kam er Ravenna nicht zu Hilfe, als es von den Langobarden unter Aistulf belagert wurde, sondern erneuerte mit den Feinden Byzanz', den alten, zwischen dem Dogen Paoluccio und Liutprand geschlossenen Friedensvertrag. Nachdem aber der Frankenkönig Pippin der Kurze Ravenna erobert hatte und Aistulf zur Anerkennung der fränkischen Oberherrschaft gezwungen hatte, und das Exarchat von Ravenna an den Papst übergegangen war (siehe Pippinsche Schenkung), sahen sich die Venezianer plötzlich in einer isolierten und äußerst gefährdeten Lage und revoltierten gegen den Dogen. An die Spitze der Revolte setzte sich der byzantinische Parteigänger Galla Lupanio. Der Doge wurde abgesetzt, geblendet und verjagt, sein Todesdatum ist unbekannt.

Literatur[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Orso Ipato Doge von Venedig
742–755
Galla Lupanio