Diole
Diole sind organische Verbindungen, die zwei alkoholische Hydroxygruppen (–OH) enthalten, also zweiwertige Alkohole („Dialkohole“).
Ein Beispiel für ein einfaches, stabiles Diol ist Ethylenglycol (1,2-Ethandiol).
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[Bearbeiten] Einteilung
Je nach relativer Stellung der beiden alkoholischen Hydroxygruppen im Molekül unterscheidet man zwischen
- 1,2-Diolen [Beispiel: Ethylenglycol] (Glycole)
- 1,3-Diolen
- 1,4-Diolen [Beispiel: 2-Butin-1,4-diol oder kurz Butindiol (C4H6O2), das aus Ethin und Formaldehyd hergestellt wird] usw.
Bei 1,2-Diolen, die z. B. von einem Cycloalkan abgeleitet sind, unterscheidet man zwischen cis-1,2-Diolen und trans-1,2-Diolen.[1]
[Bearbeiten] Polyethylenglycole
α,ω-Diole die durch Kondensation von Ethylenglycol entstehen Diethylenglycol, Triethylenglycol, Polyethylenglycol.
[Bearbeiten] Endiole
Endiole (oder Reduktone) sind eine Untergruppe der Diole.
[Bearbeiten] Aldehydhydrate
Das formal einfachste, nur in wässriger Lösung stabile Diol ist das Aldehydhydrat des Formaldehyds, das Methandiol. Viele Lehrbücher zählen Aldehydhydrate allerdings nicht zu den Diolen.
[Bearbeiten] Dihydroxybenzole
Dihydroxybenzole zählen nicht zu den Diolen, ebenso wie Phenol nicht zu den Alkoholen gerechnet wird.[2][3]
[Bearbeiten] Verwendung
1,2-Ethandiol wird als Frostschutzmittel in wassergekühlten Verbrennungsmotoren eingesetzt. Diole werden in der chemischen Industrie bei der Herstellung von Polyestern, Polycarbonaten und Polyurethanen mittels Polykondensation und Polyaddition (bei Polyurethan) benötigt.
[Bearbeiten] Höhere Homologe
Polyole – zu denen die Kohlenhydrate zählen – enthalten mehr als zwei Hydroxygruppen. Beispiele für Triole mit drei Hydroxygruppen sind Glycerin („Propantriol“) und Calcitriol.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Siegfried Hauptmann: Organische Chemie, 2. Auflage, VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1985, S. 235–236, ISBN 3-342-00280-8.
- ↑ Brockhaus ABC Chemie, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, S. 44.
- ↑ Otto-Albrecht Neumüller (Herausgeber): Römpps Chemie Lexikon, Frank'sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1983, 8. Auflage, S. 122–123, ISBN 3-440-04513-7.