Diopter

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Astrolabium mit Alhidade zum Anpeilen der Himmelskörper
Diopter bei einem Wettkampf-Luftgewehr
Blick durch das Dioptervisier bei einer HK MP5

Ein Diopter (zu griech. dia „hindurch“, optein „sehen“) ist eine Visiereinrichtung zum Anpeilen von Zielen mit dem bloßen Auge. Bei astronomischen Instrumenten wird es auch Absehe genannt. Es befinden sich immer zwei einfache optische Elemente in Form von kleinen Löchern, weniger als 3–4 mm groß, oder Schlitzen in Metallplatten in der Visierlinie hintereinander. Werden sie auf einer drehbaren Schiene angeordnet, spricht man von einer Alhidade.

Das einfache Peilen mit Diopter wurde bereits in der Antike bei geodätischen Vermessungen angewendet. Spätestens im Mittelalter wurde davon beim Astrolabium, dessen Alhidade zum Anpeilen der Himmelskörper dient, Gebrauch gemacht. Weitere Instrumente, die in vergleichbarer Weise verwendet werden, sind Diopterlineal, Dioptra, Peilscheibe, sowie Mire. Auf Schiffskompassen angebrachte Diopter ermöglichen Peilungen in Verbindung mit einer Seekarte. Entsprechendes gilt für einfache Kompasse zur Orientierung auf dem Land.

Diopter auf Gewehren[Bearbeiten]

Die einfachste Visiereinrichtung am Gewehr besteht aus Kimme und Korn, als Diopter wird hier einschränkend nur der Ersatz der Kimme durch eine Lochblende bezeichnet. Das Diopter ist die hintere Visiereinrichtung auf der Waffe und besteht im Grundsatz aus einer höhen- und seitenverstellbaren Platte mit einer sehr kleinen Durchblicköffnung in der Mitte, durch welche der Blick auf die vordere Visiereinrichtung freigegeben wird. Dies kann ein Stift („Korn“) oder eine Scheibe mit einer Öffnung („Ringkorn“) sein. Das Ringkorn bietet den Vorteil das Ziel bzw. Teile davon nicht zu verdecken. Das Auge muss sich sehr genau zentriert hinter dem Loch des Diopters befinden, damit das Korn sichtbar wird und auf das Ziel gerichtet werden kann.

Mit Diopter und Ringkorn, oft in einem kurzen Rohr („Korntunnel“) angeordnet, wird ein sehr einfaches zentralsymmetrisches Zielbild erreicht. Diese Art der Visierung ist einfacher zu handhaben als Kimme und Korn und ist meist genauer. Der Winkelfehler beim Zielen wird dadurch verkleinert. Häufig ist im Diopter anstelle eines fixen Loches eine variable Irisblende eingebaut. Dadurch ist das Diopter an verschiedene Lichtverhältnisse anpassbar.

Nach den Richtlinien im Sportschießen darf eine Vergrößerung bei Wettkampfwaffen in der hinteren und vorderen Visierung im Allgemeinen nicht verwendet werden.

Militärische Waffen verfügen zum Teil über turmartige Diopter für das Schießen auf verschiedene Entfernungen. Dabei sind im „Turm“ die Löcher in unterschiedlicher Höhe gebohrt. Damit durch das Loch hindurch gesehen werden kann, ist dieser schräg gestellt. So sieht der Schütze durch das ihm zugewandte Loch und blickt dabei über den Turmrand an der anderen Seite hinweg.

Quellen[Bearbeiten]

  • Diópter. In: Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon, 5. Aufl., Band 1. Leipzig 1911., S. 438. Diopter. Bei: Zeno.org.