Diplom-Volkswirt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Als Diplom-Volkswirt (Abkürzungen: Dipl.-Volksw. oder Dipl.-Vw.) werden Hochschulabsolventen von Universitäten und gleichgestellten Hochschulen oder Fachhochschulen bezeichnet, die eine volkswirtschaftliche Fachrichtung als Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen haben und deren jeweilige Studien- und Prüfungsordnung den akademischen Grad eines Diplom-Volkswirts vorsehen. Die sehr selten vorkommenden Fachhochschulabsolventen müssen diesen akademischen Grad mit dem Zusatz (FH) für Fachhochschule führen. Im Jahre 2005 gab es in Deutschland zirka 100.000 erwerbstätige Volkswirte.[1] Von 1999 bis 2011 hat sich die Anzahl der beschäftigten Volkswirte in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen (Selbstständige nicht mitgezählt), von 65.989 auf 92.653 erhöht.[2]

Diplom-Volkswirte bilden zusammen mit den Diplom-Kaufleuten und akademischen Betriebswirten, den Ökonomen sowie anderen wirtschaftswissenschaftlich orientierten Akademikern (beispielsweise Wirtschaftspädagogen, -informatiker, -geografen, -ingenieure, -juristen, Ökonometriker, Statistiker) die Gruppe der Wirtschaftswissenschaftler.

An Universitäten – von denen der größte Teil der Volkswirte herstammt – liegt der Studienschwerpunkt im wissenschaftlichen Bereich. An Fachhochschulen werden diese wissenschaftlichen Erkenntnisse besonders praxisnahe vermittelt und angewandt aber auch weiterentwickelt.

Zugangsvoraussetzung[Bearbeiten]

Ein Volkswirtschaftsstudium an einer Universität setzt die allgemeine Hochschulreife (Abitur), die fachgebundene Hochschulreife oder einen vergleichbaren Bildungsabschluss voraus. An Fachhochschulen können auch Inhaber der Fachhochschulreife ihr Studium aufnehmen.

Aufbau des Studiums[Bearbeiten]

Die Regelstudienzeit beträgt acht bis zehn Semester. Das Studium gliedert sich in Grund- und Hauptstudium. Das Grundstudium dauert drei bis vier Semester, das Hauptstudium weitere vier bis sechs Semester. Laut Statistischem Bundesamt betrug die tatsächliche Studiendauer an Universitäten im Bereich Wirtschaftswissenschaften durchschnittlich elf Fachsemester im Prüfungsjahr 2002.

Grundstudium[Bearbeiten]

Das Grundstudium besteht aus verschiedenen, oftmals studienbegleitenden Fachprüfungen und ist an vielen Universitäten identisch mit dem Grundstudium der Diplom-Kaufleute sowie der Diplom-Handelslehrer.

Ein Beispiel für den Aufbau des Grundstudiums:

Hauptstudium[Bearbeiten]

Das Hauptstudium besteht aus verschiedenen, oftmals studienbegleitenden Fachprüfungen und Ergänzungsfächern sowie der Diplomarbeit, welche mit Kreditpunkten (ECTS) gewichtet, die Abschlussnote ergeben.

Ein Beispiel für den Aufbau des Hauptstudiums:

  • Pflichtfach Wirtschaftstheorie
  • Pflichtfach Wirtschaftspolitik
  • Pflichtfach Finanzwissenschaft
  • Erstes Wahlpflichtfach (z. B.: Wirtschaftsgeschichte, eine Allgemeine oder Besondere Betriebswirtschaftslehre [BWL])
  • Zweites Wahlpflichtfach (z. B.: Wirtschaftsinformatik, Statistik, Wirtschaftspädagogik, Ökonometrie oder eine weitere Besondere BWL)
  • Ergänzungsfächer
  • Diplomarbeit

Es können durchaus auch andere Pflichtfächer vorkommen, mehr oder keine Ergänzungsfächer verlangt werden und noch weitere mögliche Wahlpflichtfächer angeboten werden.

Abschluss[Bearbeiten]

Das Grundstudium endet mit dem Vordiplom oder der Zwischenprüfung. Das Hauptstudium endet mit dem akademischen Grad Diplom-Volkswirt, welcher einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss eines einstufigen Studiengangs darstellt.

Ein gutes universitäres Diplom ist in der Regel Voraussetzung für eine Promotion in einem wirtschaftswissenschaftlichen Teilgebiet (beispielsweise BWL, VWL, Wirtschaftspädagogik, Statistik, Ökonometrie, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsgeschichte). In Ausnahmefällen genügt auch ein sehr gutes FH-Diplom.

Tätigkeits- und Berufsfelder[Bearbeiten]

Diplom-Volkswirte nehmen leitende, planende, analysierende und beratende Aufgaben wahr bei

Außerdem können sie nach entsprechender Prüfung freiberuflich als Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Projektplaner tätig werden.

Internationaler Vergleich[Bearbeiten]

Das Diplom, zumindest das universitäre, ist mit dem Master vergleichbar.

Weitere Informationen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (Herausgeber; www.wiwiss.fu-berlin.de): Die Multitalente. Jahrgang 34, 12. Juni 2008. ISSN 0344-919X.
  2. ulmato Bewerbungsportal mit Bezug auf IAB Forschungsgruppe Berufliche Arbeitsmärkte