Ampfing

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Dirlafing)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ampfing
Ampfing
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ampfing hervorgehoben
48.25611111111112.414444444444416Koordinaten: 48° 15′ N, 12° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Mühldorf am Inn
Höhe: 416 m ü. NHN
Fläche: 31,14 km²
Einwohner: 6165 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 198 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84539
Vorwahl: 08636
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 1 83 112
Gemeindegliederung: 63 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schweppermannstr. 1
84539 Ampfing
Webpräsenz: www.ampfing.de
Bürgermeister: Ottmar Wimmer (CSU)
Lage der Gemeinde Ampfing im Landkreis Mühldorf am Inn
Mühldorfer Hart Zangberg Waldkraiburg Unterreit Taufkirchen (Landkreis Mühldorf am Inn) Schwindegg Schönberg (Oberbayern) Reichertsheim Rechtmehring Rattenkirchen Polling (bei Mühldorf am Inn) Obertaufkirchen Oberneukirchen (Oberbayern) Oberbergkirchen Niedertaufkirchen Niederbergkirchen Neumarkt-Sankt Veit Mühldorf am Inn Mettenheim (Bayern) Maitenbeth Lohkirchen Kraiburg am Inn Kirchdorf (bei Haag in Oberbayern) Jettenbach (Oberbayern) Heldenstein Haag in Oberbayern Gars am Inn Erharting Egglkofen Buchbach (Oberbayern) Aschau am Inn Ampfing Landkreis Landshut Landkreis Rottal-Inn Landkreis Rosenheim Landkreis Ebersberg Landkreis Altötting Landkreis Erding Landkreis TraunsteinKarte
Über dieses Bild

Ampfing ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Ampfing liegt in der Region Südostoberbayern im Isental rund 24 km östlich von Dorfen, 9 km westlich von Mühldorf, 6 km nördlich von Waldkraiburg und 72 km östlich der Landeshauptstadt München.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Ampfing hat 63 amtlich benannte Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Ampfing, Salmanskirchen und Stefanskirchen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Osten grenzt die Gemeinde an Mettenheim, im Süden an das gemeindefreie Gebiet Mühldorfer Hart und an die Stadt Waldkraiburg, im Westen an Heldenstein und Rattenkirchen, im Nordwesten an Schwindegg und Buchbach und im Norden an Oberbergkirchen und Zangberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wird erstmals im Jahr 788 in der Notitia Arnonis erwähnt. Bekanntheit erlangte der Ort durch die lange als Schlacht bei Ampfing bezeichnete Schlacht zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen, bei der über die Krone des Heiligen Römisches Reiches auf dem Schlachtfeld entschieden wurde. Die Pfarrei war von 1220 bis 1802 dem Augustiner-Chorherrenstift Au am Inn inkorporiert.

Das 1978 eingegliederte Salmanskirchen, war einer der Hauptsitze des Adels- und Rittergeschlechts der Pfaffinger, die das Schloss von Salmanskirchen 1342 errichteten.[3] [4]. Von diesem Schloss ist heute nur noch die Kirche (die damals von den Pfaffinger zu Ehren von Hl. Johannes Baptist und Johannes d. Evangelist geweiht wurde) sowie das Pfarrhaus erhalten. Die Kirche beinhaltet neben einigen Gräbern des Ritter- und Adelsgeschlechts auch verschiedene Abbildungen, u.a. in den Fenstern der Kirche.[5]

Ampfing gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Neumarkt. Über die Obmannschaft Ampfing übte jedoch das Erzstift Salzburg bis 1803 die niedere Gerichtsbarkeit über seine Untertanen in diesem Gebiet aus. Ampfing wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine selbständige politische Gemeinde. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs befanden sich hier verschiedene Zwangsarbeitslager und das KZ-Außenkommando Mühldorf – Waldlager V/VI des KZ Dachau und war das zweitgrößte Konzentrationslager der so genannten Lagergruppe Mühldorf.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Eingemeindungen von Stefanskirchen am 1. Januar 1972[6] und Salmanskirchen am 1. Januar 1978[7] im Zuge der Gemeindegebietsreform vergrößerten das Gemeindegebiet.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Ottmar Wimmer (CSU).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 5.581.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 2.948.000 €.

Wappen[Bearbeiten]

Offizielle Beschreibung: Geteilt von Silber und Blau; oben zwei schräg gekreuzte Morgensterne, unten ein goldener Bohrmeißel.

Die Gemeindefahne erscheint in der Farbenfolge Rot-Gold.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schweppermannkapelle in Wimpasing
Kirchplatz mit Ludwig-der-Bayer-Brunnen und Pfarrkirche St. Margareta
  • Pfarrkirche St. Margareta
  • evangelische Immanuelkirche
  • Pfarrkirche St. Stephanus in Stefanskirchen. Die ursprünglich gotische Kirche (einem romanischen Vorgänger folgend) wurde im 18. Jahrhundert barockisiert, 1882–1887 erweitert und im neugotischen Stil umgestaltet (regotisiert). Die letzte Maßnahme bestimmt bis heute das Erscheinungsbild.
  • Filialkirche St. Johannes in Salmanskirchen
  • Nebenkirche St. Ulrich (Vogging)
  • Schweppermannkapelle
  • Theresianum im katholischen Pfarrzentrum
  • Ruine eines Rüstungsbunkers im Ortszentrum

siehe auch Liste der Baudenkmäler in Ampfing

Industriedenkmal[Bearbeiten]

Industriedenkmal am Bahnhof

1998 wurde das Ampfinger Industriedenkmal in der Nähe des Bahnhofs eröffnet. Das Denkmal soll den Bezug der Gemeinde zur Energiegewinnung, der sich seit 1979 auch durch den Bohrmeißel im Wappen widerspiegelt, verdeutlichen. Vier Exponate sind Teil des Industriedenkmals:

  • Dampfmaschine: An derselben Stelle stand von 1923 bis 1987 eine Dampfmaschine und erzeugte Energie für ein Sägewerk. Die ausgestellte Maschine wurde 1954 gebaut und steht seit 1970 in Ampfing.
  • Windrad: Von 1930 bis 1989 war das Windrad Teil eines Windbrunnens im Gemeindeteil Windstoß.
  • Pumpenbock: Zwischen 1954 und 1997 förderte die Mobil Oil AG auf Ampfinger Boden insgesamt 1,4 Milliarden m³ Erdgas und 551.000 t Erdöl.[8] Nach Beendigung der Förderung schenkte Mobil Oil den hier aufgestellten Pumpenbock der Gemeinde.
  • Photovoltaikanlage: Auf dem Glaspavillon befinden sich 48 Solarmodule mit einer Spitzenleistung von je 100 Wp. Die hiermit gewonnenen rund 5.000 kWh pro Jahr werden direkt ins örtliche Versorgungsnetz eingespeist.

Kreuzweg im Isental[Bearbeiten]

2004 wurde der Kreuzweg, der durch Mittel der LEADER-Initiative gefördert wurde und von Ampfing zur Palmberger Kirche führt, aufgestellt. Bildhauer Ernst Lechner stellte den Leidensweg Jesu in 14 Stelen aus Juramarmor dar.

360°-Panorama vom Ampfinger Kirchturm aus

Sport[Bearbeiten]

St. Stephanus, Stefanskirchen
  • TSV Ampfing
  • Natur- und Erlebnisbad (Grüne Lagune)
  • Kartbahn (Größte in Bayern)
  • Schützenverein Almenrausch und Edelweiß


Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 11, im produzierenden Gewerbe 1.392 und im Bereich Handel und Verkehr 242 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 341 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2.124. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei, im Bauhauptgewerbe neun Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 77 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.901 ha. Davon waren 1.384 ha Ackerfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet wird durchzogen von der Staatsstraße 2091 (Neumarkt-Sankt VeitTrostberg) und der Kreisstraße MÜ 38. Im südlichen Gemeindegebiet verläuft die A 94 (München-Pocking) mit der Ampfing seit dem 4. Dezember 2012 über die Anschlussstelle 18 (Waldkraiburg/Ampfing) und zusätzlich über die Anschlussstelle 19 (Mühldorf-West) angebunden ist.

Ampfing liegt an der Bahnstrecke München–Mühldorf und wird von Regionalzügen der Südostbayernbahn stündlich bedient.

Am nördlichen Ortsrand befindet sich der Flugplatz Ampfing-Waldkraiburg.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 150 Kindergartenplätze mit 202 Kindern
  • Volksschulen: 2 mit 41 Lehrern und 662 Schülern

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Hans Baur (1897–1993), Adolf Hitlers Chefpilot und Führer der Flugstaffel „Reichsregierung“
  • Marcel Huber (* 1958), Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Gesundheit
  • Tobias M. Huber (* 1988), Film- und Werbeproduzent
  • Roland Kneißl (* 1963), Fußballspieler und Manager
  • Gerd von Haßler (1928–1989), deutscher Journalist, Hörspielsprecher, Musiker, Autor und Produzent, lebte und arbeitete in Ampfing.
  • Bernhard Edmaier (* 1957), Fotograf und Geologe, lebt in Ampfing
  • Harald Mothes (* 1956), ehem. DDR-Fußball-Nationalmannschaftsspieler, lebt in Ampfing.
  • Lothar Windsperger (1885–1935), Komponist der Romantik und Lektor bei B. Schott & Söhne


Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ampfing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20120103/231952&attr=OBJ&val=393
  3. Heiner Hofmann, Die Traditionen, Urkunden und Urbare des Stiftes Gars (Quellen und Erörterungen zur bayrischen Geschichte), 1983, Urkunden von 1340, NF 31, Nr. 53, Nr. 58
  4. http://www.eicher-raubtiere.de/geschichte_s.php
  5. http://www.pfarrverband-ampfing.de/pdf/pv/Kirchenfuehrer_PV_Ampfing.pdf
  6.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 525.
  7.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 583.
  8. Erdölförderung in Ampfing