Disauerstoffdifluorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Strukturformel von Disauerstoffdifluorid
Allgemeines
Name Disauerstoffdifluorid
Andere Namen

Fluorperoxid

Summenformel F2O2
CAS-Nummer 7783-44-0
PubChem 123257
Kurzbeschreibung

braunes Gas[1]

Eigenschaften
Molare Masse 70,0 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte
  • 1,45 g·cm−3 (am Siedepunkt)[1]
  • 1,91 g·cm−3 (bei −165 °C)[1]
Schmelzpunkt

−163,5 °C[1]

Siedepunkt

−57 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Disauerstoffdifluorid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Fluoride, genauer der Sauerstofffluoride.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Disauerstoffdifluorid kann durch Reaktion von Sauerstoff und Fluor mithilfe einer elektrischen Entladung gewonnen werden.[1] Die erste Synthese geht auf Otto Ruff aus dem Jahr 1933 zurück.[3]

\mathrm{O_2 + F_2 \rightarrow F_2O_2}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Disauerstoffdifluorid ist als Gas braun, als Flüssigkeit kirschrot und im festen Zustand orangegelb.[1] Die Struktur des Feststoffs entspricht der von Wasserstoffperoxid.[4]

Disauerstoffdifluorid Struktur

Es ist instabil (Zersetzung ab −95 °C)[5] und ein starkes Oxidations- und Fluoridierungsmittel.[6] So oxidiert es Chlor zu Chlorfluorid und Chlortrifluorid, sowie Schwefelwasserstoff zu Schwefelhexafluorid.[7]

Verwendung[Bearbeiten]

Disauerstoffdifluorid dient als Fluorierungsmittel, um Neptunium- bzw Plutoniumverbindungen bei niedrigen Temperaturen zu den Hexafluoriden umzusetzen.

Neptuniumdioxid und -tetrafluorid werden praktisch vollständig durch Disauerstoffdifluorid (O2F2) zum flüchtigen Neptuniumhexafluorid umgewandelt. Dies gelingt sowohl in Gas-Feststoff-Reaktionen bei moderaten Temperaturen als auch in flüssigem wasserfreien Fluorwasserstoff bei −78 °C:[8]

\mathrm{NpO_2\ +\ 3\ O_2F_2\ \longrightarrow \ NpF_6\ +\ 4\ O_2}
\mathrm{NpF_4\ +\ O_2F_2\ \longrightarrow \ NpF_6\ +\ O_2}

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g G. Brauer; Handbuch der präparativen anorganischen Chemie, F. Enke Verlag 1978, ISBN 978-3-432-26081-5.
  2. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. Otto Ruff, W. Menzel: "Neue Sauerstofffluoride: O2F2 und OF", Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie, 1933, 211 (1–2), S. 204–208 (doi:10.1002/zaac.19332110122).
  4. A. J. Bridgeman, J. Rothery: "Bonding in mixed halogen and hydrogen peroxides", Journal of the Chemical Society, Dalton Transactions, 1999, S. 4077–4082 (doi:10.1039/a904968a).
  5. Holleman und Wiberg: Lehrbuch der anorganischen Chemie; ISBN 978-3-11-012641-9.
  6. A. G. Streng: The Chemical Properties of Dioxygen Difluoride. In: Journal of the American Chemical Society. 85, Nr. 10, 1963, S. 1380–1385. doi:10.1021/ja00893a004.
  7. Ralf Steudel: Chemie der Nichtmetalle; ISBN 978-3-11-012322-7.
  8. P. Gary Eller, Larned B. Asprey, Scott A. Kinkead, Basil I. Swanson, Richard J. Kissane: „Reactions of Dioxygen Difluoride with Neptunium Oxides and Fluorides“, in: Journal of Alloys and Compounds, 1998, 269 (1–2), S. 63–66 (doi:10.1016/S0925-8388(98)00005-X).

Weblinks[Bearbeiten]