Discantus

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Dieser Artikel erläutert den musikalischen Begriff, für das französische Vokalensemble siehe Discantus (Ensemble).

Discantus (mittellat.) ist die im 12. Jahrhundert aufkommende artifizielle Art der Mehrstimmigkeit, deren Prinzip – im Gegensatz zu der vorher üblichen Parallelbewegung des Organums – die streng durchgeführte Gegenbewegung war (franz. Déchant).

Aus der Verschmelzung beider zunächst einander gegenübertretenden Satzweisen entwickelte sich der eigentliche Kontrapunkt. Der Discantus war anfänglich nur zweistimmig: der Melodie des Cantus firmus wurde Note gegen Note eine höhere Stimme gegenübergestellt, die die Sänger, die discantistae, ohne vorherige Niederschrift improvisierten. Später stellte man zwei und drei falsettierende Stimmen auf, und nun wurde die schriftliche Fixierung unerlässlich. Später wurde die höchste Stimme eines mehrstimmigen Satzes Discant genannt.

Die nach den ältesten Regulae discantandi einzig zulässigen Intervalle waren die Oktave, Quinte und der Einklang (Prime).

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