Diskrete Mathematik

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Die diskrete Mathematik als Teilgebiet der Mathematik befasst sich mit mathematischen Operationen über endlichen oder höchstens abzählbar unendlichen Mengen. Im Gegensatz zu anderen Gebieten wie der Analysis, die sich mit kontinuierlichen Funktionen oder Kurven auf nicht abzählbaren, unendlichen Mengen beschäftigt, hat für die in der diskreten Mathematik behandelten Folgen die Eigenschaft der Stetigkeit keine Bedeutung.

Die in der diskreten Mathematik vertretenen Gebiete (wie etwa die Zahlentheorie oder die Graphentheorie) sind zum Teil schon recht alt, aber die diskrete Mathematik stand lange im Schatten der „kontinuierlichen“ Mathematik, die seit der Entwicklung der Infinitesimalrechnung durch ihre vielfältigen Anwendungen in den Naturwissenschaften (insbesondere der Physik) in den Mittelpunkt des Interesses getreten ist. Erst im 20. Jahrhundert entstand durch die Möglichkeit der raschen digitalen Datenverarbeitung durch Computer (die naturbedingt mit diskreten Zuständen arbeiten) eine Vielzahl von neuen Anwendungen der diskreten Mathematik. Gleichzeitig gab es eine rasante Entwicklung der diskreten Mathematik, die in großem Maße durch Fragestellungen im Zusammenhang mit dem Computer (Algorithmen, theoretische Informatik usw.) vorangetrieben wurde.

Ein Beispiel für ein Gebiet, das am Schnittpunkt von Analysis und diskreter Mathematik liegt, ist die numerische Mathematik, die sich mit der Approximation von kontinuierlichen durch diskrete Größen beschäftigt sowie mit der Abschätzung (und Minimierung) dabei auftretender Fehler.

Kerngebiete[Bearbeiten]

Zu den Kerngebieten der diskreten Mathematik zählen:

Darüber hinaus hat die diskrete Mathematik in folgenden Gebieten zusätzliche Beiträge geliefert:

Wissenschaftspreis[Bearbeiten]

Die Fachgruppe Diskrete Mathematik der Deutschen Mathematiker Vereinigung vergibt im Zwei-Jahres-Rhythmus den nach dem deutschen Mathematiker Richard Rado benannten Richard-Rado-Preis für die beste Dissertation in Diskreter Mathematik.[1]

Studium[Bearbeiten]

Ein Studium der Diskreten Mathematik ist an verschiedenen Universitäten (u. a. TU Berlin) durch eine entsprechende Schwerpunktsetzung innerhalb des Mathematikstudiums möglich. Unter anderem die Philipps-Universität Marburg, die Georg-August-Universität Göttingen, die Hochschule Bremerhaven, die Fachhochschule Münster, die Fachhochschule Nordwestschweiz sowie die Friedrich-Schiller-Universität Jena behandeln die diskrete Mathematik als Pflichtmodul im Grundstudium der Informatik. Unter den Fachhochschulen bietet die Hochschule Mittweida im Rahmen eines spezialisierten Masterstudiums diese Möglichkeit. In der Fachhochschule RheinMain in Wiesbaden ist die diskrete Mathematik ein Pflichtmodul im Masterstudiengang Informatik.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Wie sich der kürzeste Weg in einem Straßennetz findet: Richard-Rado-Preis für die beste Dissertation in Diskreter Mathematik (Philipps-Universität 29. April 2008)