Diskussion:Philosophie
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[Bearbeiten] Quellensammlung zur Thematik eurozentrischer oder universalistischer Darstellung
Im folgenden eine Übersicht des Begriffs der Philosophie in einschlägigen Fachlexika und Übersichtswerken, dabei habe ich insbesondere versucht, eine etwaige Begrenzung auf "Plato ff." oder eine Abgrenzung zum "östlichen Denken" festzustellen. Mein Fazit schließe ich ans Ende dieser Übersicht.
Robert C. Solomon und Kathleen M. Higgins (Hrsg.): World Philosophy (McGraw-Hill, New York [u.a.], 1995) unterteilt Philosophie in die verschiedenen Philosophien der Welt, i.e. japanische, chinesische, süd-asiatische, arabische, persische, amerikanisch-indische, latein-amerikanische, afrikanische und westliche Philosophie. In der Zeitlinie werden westliche Philosophen wie Thales bedenkenlos zusammen mit östlichen wie Buddha, Lao-tzu und Konfuzius genannt. Die Einleitung besagt: "Until very recently, however, most introductory philosophy courses focused exclusively on that more or less singular Western tradition that begins in ancient Greece with Socrates, Plato, and Aristotle [...] The philosophical legacies of Asia and the Middle East, which have been powerful influences on the development of Western thinking and without which many of the classics of the Western tradition would not have survived, have been all but ignored."
Walter Brugger (Hrsg.): Philosophisches Wörterbuch (Herder, Wien, 1976, 14. Auflage) definiert Philosophie nicht über Griechenland (wird auch nicht erwähnt), sondern nach Sache, Aufgabe, Methode und Unterteilungen.
Arnim Regenbogen und Uwe Meyer (Hrsg.): Wörterbuch der philosophischen Begriffe (Meiner, Hamburg, 1998) definiert Philosophie über die Etymologie. Daraufhin folgt ein geschichtlicher Abriß, der sich - von den Vorsokratikern ausgehend - auf Europa beschränkt.
Redaktion für Philosophie des Bibliographischen Instituts (Hrsg.): Meyers kleines Lexikon Philosophie (Bibliographisches Institut, Mannheim, 1987) geht kurz auf die Etymologie ein und beschäftigt sich hauptsächlich mit verschiedenen Definitionen, die Philosophie wesentlich über ihre Methode bestimmen. Dabei enthalten ist ein Verweis auf die Philosophia perennis als Verweis darauf, daß viele Philosophiehistoriker annehmen, die universalen Grundprobleme der Philosophie hätten sich seit der Antike nicht geändert.
Simon Blackburn: The Oxford dictionary of philosophy (Oxford University Press, New York, 1994) gibt die Etymologie an und versucht dann eine Definition über Gegenstand, Methode und dem Verhältnis zu anderen Wissenschaften.
Wulff D. Rehfus (Hrsg.): Handwörterbuch Philosophie (Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2003; alle Zitate von S.536-538) gibt die traditionelle Etymologie, bestimmt dann Methoden und Gegenstand. Interessant ist folgender Passus: "Neben der klassischen Einteilung der Philosophie [in europäische Epochen] entstand eine neue, jedoch auch sehr heterogene Gliederung der Philosophie in Problembereiche, die mehr und mehr den philosophischen Fragestellungen in den jeweiligen einzelwissenschaftlichen Aufgabenfeldern zugeordnet sind." Nachfolgend kommt ein geschichtlich-paradigmatischer Abriß: "Es gibt unterschiedliche Auffassungen zum Verlauf und zur Eigenart der Philosophiegeschichte und zu den in ihr diskutierten Themenbereichen." (es werden dann die drei klassischen Paradigma der europäischen Philosophiegeschichte genannt: ontologisches, mentalistisches und analytisch-linguistisches Paradigma). Nach dieser eher eurozentrischen Darstellung folgt aber dieser, ebenfalls interessante Passus: "Wenn von Philosophie gesprochen wird, beschränkt sich dies oft auf die abendländische, europäische Philosophiegeschichte. Es darf aber nicht vergessen werden, dass es auch in anderen Kulturkreisen philosophisches Denken und eine Tradition der Philosophie gegeben hat bzw. gibt. [...] Auf dem asiatischen Kontinent prägten sich vor allem in China und Indien eigenständige philosophische Lehren und Schulen heraus. Fast zur gleichen Zeit wie in Griechenland kam es im China der Han-Dynastie zu einer Blüte der Kultur und einer Explosion philosophier Schulen." (es werden dann u.a. Konfuzianismus, Daoismus, Buddhismus, Moismus, Legalismus, Logik, Naturphilosophie und Politikphilosophie für China und Brahmanismus, die Veden und die Upanisaden sowie Jainismus für Indien genannt).
Robert Audi (Hrsg.): The Cambridge dictionary of philosophy (Cambridge, Cambridge University Press, 1995) hat überhaupt keinen Eintrag zu Philosophie an sich und begründet dies im Vorwort wie folgt: "Some readers might be surprised to find that there is no entry simply on philosophy itself. This is partly because no short definition is adequate. It will not do to define 'philosophy', in the etymological way many have, as 'the love of wisdom': granting that it is natural for philosophers to love wisdom and for many lovers of wisdom to be inspired to pursue philosophy, a lover of wisdom can be quite unphilosophical, and even a good philosopher can be wise in at most a few domains of inquiry." (S. xxv) Der Absatz beschäftigt sich dann mit verschiedenen Definitionsansätzen, stellt dann aber fest, daß das dictionary an sich so etwas wie ein "Eintrag" über Philosophie an sich sei, und die Beschäftigung mit den Einträgen darin lohnenswerter als eine reduzierende Definition sei. Es wird aber kein Zweifel daran gelassen, daß auch sogenannte östliche Philosophien reinpassen: "There are hundreds of entries on important terms and thinkers from the non-Western philosophy, for instance from the Chinese, Indian, Japanese, and Korean traditions." (S. xxiv)
Sehr aufschlußreich ist das Historische Wörterbuch der Philosophie. Ich beziehe mich zunächst auf den als Sonderdruck erschienen Einzelband des Eintrags "Philosophie" (im Band 7 von 1989, also schon über 15 Jahre alte Ansichten referierend):
Karlfried Gründer (Hrsg.): Philosophie in der Geschichte ihres Begriffs (Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 1990) macht einen Abriß von Plato ff., d.h. von der Antike über Patristik und Mittelalter, Renaissance, Humanismus, Reformation bis zur Neuzeit. Danach folgen Erörterungen zu institutionellen und literarischen Formen der Philosophie. Schließlich folgt ein Abschnitt über Ostasien mit Einträgen zu (A) China, Japan und (B) Indien (obwohl das mE nie in irgendeiner Ostasien-Konzeption lag...).
Der Abschnitt (A) beginnt mit der Problematik,, Begriffe in verschiedenen Sprachen einander gleichzusetzen, läßt aber dann auch keinen Zweifel an der Relevanz des noch relativ jungen Forschungsgebietes: "Das Problem des Umgangs mit Ph. im ostasiatischen Raum ist seine verdeckte geschichtliche Gebrochenheit. Nach einem frühen Aufbruch des Denkens, der dem Griechischen etwa zeitgleich ist, entsteht eine Zusammenfassung mehrerer Lehren, die in kosmologischen Spekulationen konvergieren [...]" (S. 859). Es werden dann mehrere historische Gestalten als Philosophen aufgeführt: Konfuzius, Laozi (und ihm folgend der Neo-Daoismus; dazu brauchen wir übrigens noch einen Artikel), Buddha und div. Philosophen des I-Ging. Dann, in Unterabschnitt 6: "Zur ostasiatischen Ph. im eigentlichen Sinn wird freilich erst der sog. Neo-Konfuzianismus [...]", namentlich als Philosophen in diesem Zusammenhang werden genannt und mit ihren Philosophien dargestellt: Zhou Dunyi, Cheng Hao, Cheng Yi, Zhu Xi, dazu ihre Wirkung auf Kultur und Politik ihrer Zeit und Nachwelt. Der Abschnitt endet mit den (mE etwas naiv-exotistischen) Worten: "Ostasiatisches Denken, ob in China, in Japan, in Korea oder in Vietnam, behält für die gegenwärtige Welt ihr Interesse, sofern es auf seine traditionellen Bestände bewußt und zugleich kritisch zurückgreift und der technisch-wissenschaftlichen Welt die Integrität eines 'spirituellen' Ostasiens entgegenstellt. Dem geistigen Anspruch des Ostens ist allerdings dessen Materialität und damit auch der westliche Realitätssinn inhärent. Dem Dialog der Weltreligionen und Denkformen sind Tür und Tor geöffnet."
Wirklich interessant wird dann der nächste Unterabschnitt, betitelt "Die europäische Rezeption der chinesischen Philosophie im 17. und 18. Jh." (Fußnoten von mir ausgelassen, Namen nicht in Kapitälchen): "Die Berechtigung, von chinesischer 'Ph.' zu sprechen, ist vielfach bestritten oder dahingehend abgeschwächt worden, China habe lediglich «ein Analogon von Ph.» hervorgebracht. Die frühneuzeitliche Sicht der chinesischen Kultur aber war weithin von der Annahme bestimmt, es liege in den Texten der konfuzianischen bzw. neokonfuzianischen Literatur, die im Gefolge der Chinamission im 17. Jh. bekannt wurde, eine Ph. vor. So wird Konfuzius in der ersten größeren Quellensammlung und Darstellung als «philosophus» bekannt gemacht, und die neu erschlossenen Quellen werden von Philosophen wie Malebranche als philosophische Theorien rezipiert und diskutiert. Auch Leibniz' Beschäftigung mit der neokonfuzianischen Literatur verdankt sich einem Interesse an der «philosophie» der Chinesen. [...] Als Ph. im strikten, nicht allein von der geoffenbarten, sondern auch von der natürlichen Religion unterschiedenen Sinn führt Chr. Wolff die «praktische Ph. der Chinesen» in seiner 1721 gehaltenen Rektoratsrede (die ihn seinen Lehrstuhl kosten sollte) vor: Die chinesischen Philosophen besaßen, da sie keinen Welturheber kannten, keine natürliche Religion [...], auch fehlte ihnen ein «deutliche Erkenntnis der Dinge» [...], selbst die Methode philosophischen Argumentierens war ihnen fremd, und doch verdient die auf Erfahrung und Erprobung [...] beruhende Morallehre der Chinesen den Titel ‹Ph.›, ja sie befindet sich in Übereinstimmung mit Wolffs eigener «philosophia practica universalis». [...] Der Verweis auf «aufgeklärte Philosophen» wie Konfuzius diente D'Holbach und anderen Religionskritikern als Beleg für die Suffizienz rationaler Lebensorientierung und die Überflüssigkeit der Offenbarungsreligion. Es kann daher nicht verwundern, daß die philosophische Sinophilie auf entschiedenen theologischen Widerspruch stieß; J. Lange, Wolffs unversöhnlicher Gegner, ging so weit zu behaupten, die Chinesen seien - als Atheisten - keine Philosophen, sondern «Morosophen» [...] gewesen [...]. Bedenken gegen eine Anwendung des Ph.-Begriffs auf die chinesischen Lehren speisen sich dann aber auch aus einem geschärften Bewußtsein ihrer kulturellen und historischen Distanz zur europäischen Ph.: Die chinesischen Texte enthalten, so meint Vico, keine Ph., sondern eine «volksmäßige Weisheit» [...]; ihre Schöpfer waren eigentlich «Gesetzgeber, die schließlich für Philosophen gehalten wurden, wie noch jetzt Konfuzius in China» [...] Trotzdem wurde der Ph.-Begriff - und wird es heute in Philosophiegeschichtsschreibung und Sinologie - auf das chinesische Denken bezogen." (S. 865-866)
Der nächste Abschnitt (B) beginnt wie zuvor mit einer Feststellung fehlender, der europäischen Begrifflichkeit äquivalenter Begrifflichkeit für Philosophie und dazugehöriger Konzepte in den indischen Schriften. Doch gebe es "[...] eine reichhaltige, zusammenhängende, auch im einheimischen Verständnis in sich geschlossene Tradition indischen Denkends, die, wenn sie auch nicht unter einem Begriff der Ph. entsprechenden Leitbegriff gestellt ist, dem, was wir ‹Ph.› nennen, in eigentümlicher und ihrerseits für die philosophische und begriffsgeschichtliche Reflexion bemerkenswerter Weise zu- bzw. nebengeordnet werden kann. Es gibt zudem eine Tradition der Anwendung des Wortes ‹Ph.› auf indische (wie auch auf andere orientalische) Materialien, wie es andererseits auch eine Tradition des Zweifels an solcher Anwendbarkeit gibt. [...] Die Einbeziehung Indiens und anderer außereuropäischer Traditionen in die Begriffsgeschichte von ‹Ph.› hat es in erheblichem Maße mit sekundären und nachträglichen Verwendungsweisen des Wortes ‹Ph.›, jedoch keineswegs mit einem begriffsgeschichtlichen Randphänomen zu tun. Die Globalisierung der Ph. und des Ph.-Begriffs ist ein Ereignis von fundamentaler geschichtlicher und hermeneutischer Bedeutung. Die Einordnung des Ph.-Begriffs in diesen erweiterten Kontext, seine Assoziation oder Konfrontation mit außereuropäischen Begriffen, seine Rezeption, Neudeutung oder Kritik durch außereuropäische und namentlich auch indische Denker stellen der begriffsgeschichtlichen Reflexion und dem Selbstverständnis Europas neue Bedingungen und Aufgaben." Daran schließt sich eine Geschichte der Bewertung indischer Texte bzw. Traditionen als Philosophie im europäischen Rezeptionskontext an. Diogenes Laertes habe die Auffassung vertreten, Begriff und damit Konzeption von Philosophie lasse sich nicht in die "barbarischen" Sprachen übersetzen. "Hegel selbst erörtert die Frage, ob es «eigentliche Ph.» in Indien gebe, in exemplarisch-europäischer, jedoch neue Dimensionen des Problembewußtseins gewinnender Weise." Er "sieht [...] die Rolle des indischen Denkens lediglich in der Vorgeschichte der «eigentlichen», d.h. griechisch-europäischen Ph., in ihr geschichtlich überholt und «aufgehoben». In seiner späteren Zeit scheint sich demgegenüber, unter dem Eindruck der Arbeit von H. Th. Colebrooke, eine vorsichtige Bereitschaft anzudeuten, «wirkliche Ph.» auch in Indien anzuerkennen. Auf die Geschichtsschreibung der Ph. im 19. Jh. wirkt jedoch sein viel ostensiver vorgetragenes negatives Urteil. In den europäischen Ph.-Geschichten des 19. und beginnenden 20. Jh. werden Indien und andere orientalische Traditionen meist aus dem Anwendungsbereich des Ph.-Begriffs ausgeschlossen. Unter den Ausnahmen sind C. J. Windischmann und namentlich P. Deussen zu nennen. Windischmann ist Schelling verpflichtet; Deussen, der auch ein bedeutender Indologe ist, beruft sich auf Hegels Antipoden Schopenhauer. Für Schopenhauer gibt es kein geschichtsphilosophisches Schema der Unterordnung des indischen unter das europäische Denken; das für die Ph. konstitutive 'metaphysische Bedürfnis' kann sich zu allen Zeiten und sehr wohl auch außerhalb Europas regen. [...] Gegen das Urteil der Ph.-Historiker des 19. Jh., aber doch noch unter dem Eindruck ihres Ph.-Begriffs betonen manche neueren Forscher die analytisch-diskursiven Elemente des indischen Denkends und versuchen, es am Maßstab der modernen Sprach-Ph., Erkenntnistheorie und Logik auszulegen und zu bewerten.
Ungeachtet alles Bedenken hat sich die Rede von 'indischer Ph.' kontinuierlich weiter verbreitet, und sie ist in der westlichen Welt gänzlich geläufig geworden [meine eigene Hervorherbung]. Die Bereitschaft, Indien auch in der allgemeinen Geschichtsschreibung oder Lexikographie der Ph. mit zu berücksichtigen, ist in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich gestiegen. Zusammenfassend und rückblickend kann man sagen, daß die wechselnde Bereitschaft zur Anwendung des Ph.-Begriffs auf die indische Tradition in symptomatischer Weise nicht nur Fortschritte der Indienforschung und Entwicklungen des Indienbildes reflektiert, sondern auch Wandlungen des europäischen Selbst- und Ph.-Verständnisses. Im übrigen dürfte sich weiterhin die Einsicht durchsetzen, daß die Frage, ob es in Indien ein genaues Äquivalent des Ph.-Begriffs gebe, nicht gleichbedeutend ist mit der Frage, ob Indien einzubeziehen sei in die Geschichtsschreibung der Ph. Die Ph. selbst und ihr Begriff entfalten sich in ihrer Geschichte, und zu dieser Geschichte gehören heute auch diejenigen außereuropäischen Traditionen, die, in retrospektiver Aneignung wie auch durch eigene lebendige Teilnahme, mit dem, was im Westen traditionell ‹Ph.› genannt wird, im Sinne einer Kontexterweiterung oder Horizontverschmelzung zusammenwachsen." (S. 867-869)
Es folgt dann eine Darstellung des Philosophieverständnisses (sowohl von Begriff als auch Methodk und Thematik) innerhalb der indischen Diskurse selbst, dann ein Versuch des geschichtlichen Überblicks der indischen Philosophie. Genannte Namen und Begriffe sind u.a. Buddha, die Veden, Upanishaden, Sutren, Samhitas, Vedanta, Samkhya, Patanjali, Nyaya, Vaisheshika, Aksapada Gautama, Prasastapada, Kanada, Navya-Nyāya, Mimansa, Kumarila, Prabhakara, Mandana, Bhartṛhari, Shankara, Ramanuja, Madhva, Abhinavagupta, Nagarjuna, Bhavaviveka, Asanga, Vasubandhu, Dignāga, Dharmakirti, div. jainistische Philosophen und Carvaka.
Ebenfalls aufschlußreich sind Passagen aus dem Artikel zu "Philosophiegeschichte" im selben Band. Für das 20. Jahrhundert wird konstatiert: "Auch die nicht-abendländischen Philosophien werden von westlichen Gelehrten in philologisch-historischer Forschung aufgearbeitet, und dieser Umgang mit den philosophischen Materialien wird ebenfalls zum Modell eigener philosophiegschichtlicher Arbeit in den betreffenden Ländern, in denen - wie besonders deutlich in China und Indien - vor und neben solcher Befassungsweise auch ein historisch nicht vermittelter Umgang mit den wirkungsmächtigen Klassikertraditionen bestand und auch noch besteht." (S. 916) Im Gegensatz zu den nationalen Philosophiegeschichtsschreibungen und der holistisch-systematischen Überblicke sei allerdings die vergleichende Philosophiegeschichte "[...] auffallend weniger entwickelt worden. [...] In unserem Jahrhundert ist sie zu einer Domäne fernöstlicher und inbesondere japanischer Gelehrter geworden und findet reichen Niederschlag in begriffs- und themengeschichtlichen Monographien und Aufsätzen. [...] Im Westen steht die vergleichende Ph. noch in den Anfängen, und ihr Ausbau gehört zu den dringendsten Desideraten [da hat jemand aus dem Brockhaus abgeschrieben!] geisteswissenschaftlicher Forschung." (S. 917)
Zusammenfassend meine ich, daß bei einer angemessenen Darstellung des Forschungsstandes eine Verengung des Begriffs der Philosophie auf "Plato ff." nicht mehr gerechtfertigt ist. Die Verneinung tatsächlicher Philosophie im mysteriösen Orient ist schon lange kein akademischer Standard mehr. Es gehört auch nicht mehr zum Standard, die östliche Philosophie als solche zu ignorieren.
Dieses kann ich auch durch weitere Quellenangaben belegen. Dazu würden dann Aufsätze aus Fachzeitschriften gehören, aber auch aktuelle Vorlesungsverzeichnisse in philosophischen Fakultäten, wobei man sich sogar auf "westliche" Universitäten beschränken könnte. Wird dies gewünscht, könnte dies allerdings noch ein paar Wochen dauern.
Tatsächlich ist aber die Geschichte der Verwendung dieses Begriffs und der damit zusammenhängenden Fragen ein so komplexes Thema, daß es zugegebenermaßen unfair wäre, nur den aktuellen Stand zu referieren. Vielleicht wäre es wünschenswert, analog zu Religionsdefinition einen Artikel über Philosophiedefinition zu haben (s. auch en:Definition of philosophy).
Ich werde aber mit dem Aus- und Umbau dieses Artikels hier in der WP noch etwas warten. Insbesondere möchte ich mich bei allen Beteiligten Diskutanten für einen etwas zu ruppigen Tonfall entschuldigen und würde es begrüßen, wenn in Zukunft eine friedlich-sachliche Zusammenarbeit realisiert wird - möglich sollte es jedenfalls sein. Das Ausscheiden verdienter und fachlich versierter Mitarbeiter aus dem Bereich Philosophie in den letzten Tagen bedauere ich ausdrücklich. Im übrigen möchte ich zum Ausdruck geben, daß mir die gesamte Frage nach dem Bapperl "Exzellent" herzlich egal ist.
Abschließend noch ein weiteres Zitat aus dem Historischen Wörterbuch der Philosophie, Artikel "Osten" in Band 6 von 1984. Vielleicht kann anhand dieses Zitats ein wenig beigetragen werden zur Beseitigung von dem Verständnis von Philosophie eher hinderlicher Paradigma. "Osten", "Westen" und andere Himmelsrichtungen als Metapher im vergleichenden Diskurs seien "[...] Anzeigetafeln, deren Hinweischarakter wegen der Griffigkeit und Knappheit der Anzeige Klarheit freilich nur vortäuscht, also eigentlich mehr verdeckt als erhellt, mehr der Ahnung als dem Wissen aufschließt. [...] Die Problematik des Begriffs ‹Osten› im Kontext der Erforschung des Gehalts von metaphorisch eingesetzten Himmelsrichtungsbegriffen lohnt einer eingehenderen Erforschung, weil sich daher ein Aufschluß über einen möglicherweise dialektischen Charakter von Aufklärungsliteratur über fremde Kulturen ergibt, der verstehen läßt, warum Aufklärung und Mißverstehen in einer Weise ineinander eingelassen sind, die manches Drama realgeschichtlicher Kulturbegegnung neuer Interpretation zugänglich machen kann." (S. 1394-1395)
--Asthma 12:31, 16. Aug 2006 (CEST)
- Nun denn, ich werde also diesen "exzellenten" Artikel überarbeiten. Kommentaren und Bemerkungen zu etwaiger Mitarbeit gebe ich noch bis Oktober Bescheid, dann lege ich los. Gruß, --Asthma 20:11, 9. Sep 2006 (CEST)
[Bearbeiten] Exzellenz-Kandidatur, 3. August 2006 (erfolgreich)
Diskussion hier archiviert.
[Bearbeiten] Zur Sprache
Eine kleine sprachliche Anmerkung: Der Artikel ist wirklich gut, aber an vielen Stellen unnötig kompliziert formuliert. Z.B. sind manche Sätze sehr lang, wohl um ein bißchen Platz zu sparen, aber wenn man den Satz zum Verständnis zweimal lesen muss, wird ein kürzerer Text "länger". Vielleicht versuchen die Autoren sich mal daran, das ganze durch einfachere Sprache auch Laien des Fachs verständlich(er) zu machen. Vielen Dank. (nicht signierter Beitrag von 41.204.39.204 (Diskussion) )
[Bearbeiten] Abbildung Übersicht über die Hauptwirkungsstätten einiger bedeutender Philosophen in Europa
Auf der Karte scheint als Hauptwirkungsstätte von Cusanus ein von mir nicht bestimmbarer Ort an der italienisch-österreichischen Grenze auf. Ich vermute mal, dass Brixen gemeint ist, diese Stadt liegt jedoch weiter westlich. Aber vielleicht kann mich ja jemand verbessern, freundliche Grüße. 85.124.32.85 06:49, 4. Feb. 2007 (CET)
- Ja, die Karte ist etwas grob, was aber durchaus intendiert ist, denn sie soll nur eine ungefähre VBorstellung vermitteln. Wenn ich mich recht entsinne, gab es bei Cusanus mehrere Wirkungsstätten in dieser Gegend, weswegen ich den Punkt mehr als punktuelle Zusammenfassung einer Fläche gesetzt habe (die Alternative bei dieser Grafik wäre nur das Weglassen gewesen). Die Karte braucht ohnehin dringend eine Revision, ich setzt mich bei Gelegenheit mal dran. Fragen zu Bildern stellt man übrigens am besten auf der Diskussionsseite zum Bild. Schöne Grüße, --Markus Mueller 11:02, 4. Feb. 2007 (CET)
[Bearbeiten] Bedeutung und Einfluss der Philosophie in der Geschichte
Velleicht wäre das ein geeignetes Thema für einen Absatz .... . Ich bin zu der Überzeugung gekommen das die Zeitgenössiche Philosophie fast bedeutunglos geworden ist ... .
Die Philosophie hatte einst einen extremen Einfluss auf die Christenheit die Französiche Revoulotion viele Europäische Gesetzgebungen usw usw .... . Sie hat an der Entwicklung einiger Ideologien wie der des Marxismuses mitgearbeitet usw usw und Grundsätze zu Verfassungen geschaffen usw usw ... und damit auch einen großen Einfluss auf das Leben von vielen menschen gehabt .. .
Und heute ist nix mehr ... vor ca 40 jahren haben noch mehere 100 tausend Menschen Bücher von Erich from gelesen(auch nicht Philosophen) heutige Philosophische Publikationen sind ein Erfolg wenn sie 5000 mal verkauft werden .... .
Kurz und knapp ich würde es gut finden wenn ein Absatz existiert der über den Historischen Einfluss der Philosophie und über die Probleme in der Gegenwart berichtet ... .--Weiter Himmel 23:56, 18. Aug. 2007 (CEST)
[Bearbeiten] Neutralität
Der Hinweis "Dieser Artikel behandelt die auf das altgriechische Denken zurückgehende Tradition der westlichen Philosophie. Für andere Bedeutungen von „Philosophie“ siehe Philosophie (Begriffsklärung)." ist IMO keine Entschuldigung. Ich halte die momentane Konstellation für einen POV-Split. Es sollte einen übergreifenden Philosophie-Artikel geben, in dem keine solche beschränkung stattfindet. Dieser kann meinetwegen zu Unterartikeln für die einzelnen Traditionen verzweigen. Aber die momentane Situation ist sehr fragwürdig. (Betrifft aber mehr die Lemmakonstellation als den Artikel. Der wäre als Unterartikel sicher größtenteils unverändert übernehmbar.) --rtc 14:52, 29. Jun. 2008 (CEST)
- Das wurde hier schon vor meiner Zeit lang und breit diskutiert und vor allem von Benutzer Asthma bemängelt. Ich denke hier hat keiner Lust das Thema schon wieder aufzurollen, zumal kaum neue Argumente zu erwarten sind. Die Härte des Lebens verlangt manchmal praktisch gangbare Entscheidungen, ein bismarcksches Machtwort, hier wurde es sogar halbwegs demokratisch erkämpft und in Form der BKL steht es meiner Meinung nach unter Denkmalschutz, den aufzuheben ich entschieden widerspreche. -- Tischbein-Ahe φιλο 15:27, 29. Jun. 2008 (CEST)
- Soweit ich es verstanden habe wollte Asthma den Artikel umbauen. Darum geht es mir ja gar nicht. Es geht mir darum, dass dieser Artikel verschoben werden sollte nach westliche Philosophie o.ä. und dann unter dem Lemma Philosophie ein neuer Artikel entstehen sollte, der das Thema traditionsübergreifend behandelt und zu den jeweiligen Unterartikeln verweist. Dabei können und sollen auch Pro- und Kontrastandpunkte zur Frage beschrieben werden, inwieweit man die verschiedenen Traditionen unter einen Philosophiebegriff fassen darf. Die prinzipiellen Einwände gegen die momentane Situation lassen sich nicht wirklich ganz von der Hand weisen: Es gibt offensichtlich bisher keinen Artikel, der die (wie auch immer gearteten, bejaenden oder verneinenden) Standpunkte zu den Bezüge zwischen diesen Traditionen darstellt. Über diese Frage werden sich doch sicher schon mehr Leute Gedanken gemacht haben als ein paar Wikipedia-Benutzer in der Exzellenzdiskussion. Es wurde, wenn ich es richtig verstanden habe, damit argumentiert, dass Leser primär diesen Artikel unter Philosophie suchen und dass andere Enzyklopädien es auch so machen. Das sind aber keine Entschuldigungen. --rtc 15:42, 29. Jun. 2008 (CEST)
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- Der Neutralitätsbaustein ist kompletter Unfug, da nicht einmal der Einsteller selbst die Neutralität der Artikelinhalte einstweilen bezweifelt, sondern lediglich gern andere Inhalte unter diesem Lemma sähe. Wenn er diese anderen Inhalte vorlegen kann, möge er die Diskussion wieder aufnehmen und dann sehen, was andere davon halten. Einstweilen ist er gebeten, nicht längst Gegessenes – Tischbeinahe hat völlig Recht damit – erneut aufzutischen. Den Baustein kassiere ich. -- Barnos -- 16:28, 29. Jun. 2008 (CEST)
- wie Barnos. Baustein ist hier nicht angemessen. --Victor Eremita 16:52, 29. Jun. 2008 (CEST)
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Fazit: An der Situation wird sich nix ändern, solange mal nicht ein emeritierter Philo-Prof oder ein verkrachter Doktorant mit Hartz IV gerade viel freie Zeit hat. Bapperl werden hier so oder so nicht toleriert, von wegen "exzellent". Mit dem Argument wurde eben dereinst auch mein ÜA-Bapperl rausgekickt (Moral: Jubel-Bapperl trumpfen Tadel-Bapperl). Siehe auch: Benutzer:Asthma/ablage/Relativismus --Asthma 20:11, 29. Jun. 2008 (CEST)
- Dann schreib doch mal was unter östliche Philosophie, was man als philosophischen Gehalt in den Hauptartikel übernehmen könnte. Mir können auch die Artikel zu Buddhismus, Konfuzianismus, Daoismus etc. nicht vermitteln, was man in den Artikel hier übernehmen könnte. Das wäre doch mal konstruktiv. --Lutz Hartmann 21:45, 29. Jun. 2008 (CEST)
- Andersherum wird ein Schuh draus, lieber Asthma: das Bapperl im Artikel wird an der Situation auch nix ändern. Solange, bis eben jemand mal einen konstruktiven Vorschlag vorlegt, und nicht nur fordert, sowohl für Westliche Philosophie als auch für Philosophie (Hauptartikel). Moral: Textvorschläge trumpfen Bapperlreverts trumpfen sinnlose Bapperl. --82.83.63.39 01:46, 5. Jul. 2008 (CEST)
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- Ihr könnt den Status Quo begründen wie ihr wollt, aber auch das Schwarzer-Peter-Spielchen hier rechtfertigt keine Leserverarsche. --Asthma 16:38, 11. Okt. 2008 (CEST)
- Sehr interessant ist, dass der französische Artikel unseren deutschen Artikel zuerst als Grundlage genommen hatte (inklusive Bebilderung), ihn dann aber teilweise verbessert hat (meine Grafik mit den Epochen ist z.B. wesentlich verbessert worden) und vor allem: die fehlenden Bereiche der außereuropäischen Philosophie auch noch angeflanscht hat (ab Histoire des philosophies asiatiques). Daran kann man jetzt gut erkennen, was man (strukturell) unbedingt vermeiden sollte, wenn man in Zukunft dasselbe versucht, aber sich auch überlegen, was man besser machen muss, damit die Integration vielleicht funktionieren könnte. In der momentanen Form halte ich die frz. Ergänzungslösung nicht für besonders gelungen, sondern mehr für ein Zerstückelungsmassaker. --Markus Mueller 18:25, 13. Okt. 2008 (CEST)
- Ihr könnt den Status Quo begründen wie ihr wollt, aber auch das Schwarzer-Peter-Spielchen hier rechtfertigt keine Leserverarsche. --Asthma 16:38, 11. Okt. 2008 (CEST)
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oha! interessant! übrigens: eine m.e. recht gute struktur eines artikels, der unterschiedliche kulturen einbezieht, ist imho Seele. dort ist aber natürlich alles einfacher, weil thematisch überschaubarer und weil es dort rechtfertigbarer ist, neuzeitliche ansätze weitgehend nur europäischer provenienz zu beschreiben. arabische, asiatische usw philosophie aber gibts natürlich in +- jedem der letzten 12-2x jh.e in nennenswertem umfang. wenn ihr jedenfalls wirklich so vorgehen wollt, Philosophie "interkulturell" auszubauen, sollte unbedingt noch Benutzer:Nwabueze mit ins boot geholt werden. Ca$e 18:51, 13. Okt. 2008 (CEST)
[Bearbeiten] Geschichte der Philosophie
Die geschichtliche Entwicklung, wie sie hier beschrieben wird, gehört in den Artikel Geschichte der Philosophie. Dort fehlt diese Darstelltung. Hier kann und sollte der historische Teil ausgelagert werden, um eine systematische Darstellung der Philosophie zu ermöglichen. --Grand Hotel Abgrund 23:54, 10. Apr. 2009 (CEST)
- sehe ich im prinzip auch so. ich würde aber hier eine kurzfassung dabehalten wollen. eine "systematische darstellung" - das ist in einem solchen überblicksartikel mindestens sehr sehr schwer. da müssten die abschnitte zu den einzelnen disziplinen stärker ausgebaut werden. sehr viel mehr als zb das 3fache der jetzigen länge wäre aber problematisch. übrigens würde ich nicht zwischen älteren und "neueren" disziplinen unterscheiden. Ca$e 08:28, 11. Apr. 2009 (CEST)
Unter Philosophie verstehe ich Systematische Philosophie, deshalb habe ich mal eine Weiterleitung hierher gesetzt. Die Geschichte der Philosophie sollte in diesem Artikel so kurz als möglich abgehandelt werden. Im eigentlichen Artikel fehlen diese Textteile. Kann man die Teile einfach rüberkopieren? --Grand Hotel Abgrund 10:33, 11. Apr. 2009 (CEST)
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- dieses dein verständnis ist zwar alles andere als idiosynkratisch, aber hier muss - insb was den arbeitsaufwand betrifft: leider - mehr einbezogen werden. siehe auch den topic gleich eins weiter oben. insbesondere auch ältere beiträge. (man hat sich aus v.a. pragmatischen gründen ohnehin bereits - siehe weiter oben stw. neutralität und zahllose ältere diskussionen - entscheiden, nicht-westliche philosophie in diesem artikel zu ignorieren.) es steht dir aber zb frei, in denem benutzernamensraum einen entwurf zu Systematische Philosophie zu schreiben und ihn dann zur diskussion zu stellen. hilfreicher wäre aber m.e., zunächst die oftmals noch dürftigen einzelnen hauptartikel zu bearbeiten. ganz ganz schlecht sind zb Metaphysik und Ontologie, welche ich im übrigen am liebsten zusammengeworfen sehen würde, unter insb systematischer perspektive wäre auch zb in Erkenntnistheorie einiges zu tun. wenn diese artikel dann deutlich besser sind, kann man hier auch besser auf diese verweisen und ein kurzes abstract dazu liefern. übrigens freue ich mich sehr, wenn systematische aspekte insgesamt stärker betont werden. bisher ist das v.a. in den artikeln zur Philosophie des Geistes (allergrößtenteils von Benutzer:David Ludwig) und in einigen zur logik (zumeist von Benutzer:GottschallCh) der fall. auch sind zb Wissenschaftstheorie und Philosophie der Physik kaum mehr als problematische "stubs", also in dieser form geradeso noch in wikipedia überlebensfähige skelette. ähnlich übrigens Analytische Philosophie - nur für die ersten jahrzehnte halbwegs passabel, aber auch da einseitig und verkürzend etc. auch dort sollte man m.e. nach disziplinen gliedern und einiges andere ändern, siehe die dortige diskussionsseite. Ca$e 12:02, 11. Apr. 2009 (CEST)
- Ich halte eine einseitige Ausrichtung des Artikels für keine gute Lösung. Der mit der Philosophie unvertraute Leser sollte an irgendeinem Ort erfahren, daß es zwei Arten gibt, Philosophie zu betreiben (systematisch und historisch). Der Ort dafür ist genau dieser Artikel hier. Ein Artikel "Systematische Philosophie" sollte zusätzlich geschrieben werden, in dem kurz die (oben angeführten) Hauptartikel Metaphysik, Ontologie, Wissenschenschaftstheorie, Analytische etc. erläutert werden. Evtl. hat sich ja auch mal jemand Gedanken gemacht, ob diese historisch gewachsene Aufspaltung der Welt überhaupt sinnvoll ist und ob man denn in den jeweils einzelnen Departments unter Ausblendung der anderen Fortschritte erziehlen kann. Solche Metadiskussionen würden ebenfalls in einen Artikel zur Systematischen gehören. Auch gibt es vielleicht Überlegungen zum Verhältnis Systematisch-Historisch oder dazu wie sich die Rezeption systematischer Ansätze im eher "ganzheitlich" orientierten asiatischen Raum darstellt. -- Tisch & Stuhl φιλο 12:48, 12. Apr. 2009 (CEST)
- Ja, die grundsätzliche Unterscheidung zwischen systematischer und historischer Herangehensweise sollte natürlich auch im Artikel selbst erörtert werden. --Grand Hotel Abgrund 18:37, 12. Apr. 2009 (CEST)
- Ich halte eine einseitige Ausrichtung des Artikels für keine gute Lösung. Der mit der Philosophie unvertraute Leser sollte an irgendeinem Ort erfahren, daß es zwei Arten gibt, Philosophie zu betreiben (systematisch und historisch). Der Ort dafür ist genau dieser Artikel hier. Ein Artikel "Systematische Philosophie" sollte zusätzlich geschrieben werden, in dem kurz die (oben angeführten) Hauptartikel Metaphysik, Ontologie, Wissenschenschaftstheorie, Analytische etc. erläutert werden. Evtl. hat sich ja auch mal jemand Gedanken gemacht, ob diese historisch gewachsene Aufspaltung der Welt überhaupt sinnvoll ist und ob man denn in den jeweils einzelnen Departments unter Ausblendung der anderen Fortschritte erziehlen kann. Solche Metadiskussionen würden ebenfalls in einen Artikel zur Systematischen gehören. Auch gibt es vielleicht Überlegungen zum Verhältnis Systematisch-Historisch oder dazu wie sich die Rezeption systematischer Ansätze im eher "ganzheitlich" orientierten asiatischen Raum darstellt. -- Tisch & Stuhl φιλο 12:48, 12. Apr. 2009 (CEST)
- dieses dein verständnis ist zwar alles andere als idiosynkratisch, aber hier muss - insb was den arbeitsaufwand betrifft: leider - mehr einbezogen werden. siehe auch den topic gleich eins weiter oben. insbesondere auch ältere beiträge. (man hat sich aus v.a. pragmatischen gründen ohnehin bereits - siehe weiter oben stw. neutralität und zahllose ältere diskussionen - entscheiden, nicht-westliche philosophie in diesem artikel zu ignorieren.) es steht dir aber zb frei, in denem benutzernamensraum einen entwurf zu Systematische Philosophie zu schreiben und ihn dann zur diskussion zu stellen. hilfreicher wäre aber m.e., zunächst die oftmals noch dürftigen einzelnen hauptartikel zu bearbeiten. ganz ganz schlecht sind zb Metaphysik und Ontologie, welche ich im übrigen am liebsten zusammengeworfen sehen würde, unter insb systematischer perspektive wäre auch zb in Erkenntnistheorie einiges zu tun. wenn diese artikel dann deutlich besser sind, kann man hier auch besser auf diese verweisen und ein kurzes abstract dazu liefern. übrigens freue ich mich sehr, wenn systematische aspekte insgesamt stärker betont werden. bisher ist das v.a. in den artikeln zur Philosophie des Geistes (allergrößtenteils von Benutzer:David Ludwig) und in einigen zur logik (zumeist von Benutzer:GottschallCh) der fall. auch sind zb Wissenschaftstheorie und Philosophie der Physik kaum mehr als problematische "stubs", also in dieser form geradeso noch in wikipedia überlebensfähige skelette. ähnlich übrigens Analytische Philosophie - nur für die ersten jahrzehnte halbwegs passabel, aber auch da einseitig und verkürzend etc. auch dort sollte man m.e. nach disziplinen gliedern und einiges andere ändern, siehe die dortige diskussionsseite. Ca$e 12:02, 11. Apr. 2009 (CEST)
[Bearbeiten] Kleiner Änderungsvorschlag
Am Anfang des Textes heißt es "Die Anfänge des philosophischen Denkens des Westens gehen bis zum 6. vorchristlichen Jahrhundert zurück." - Ich wäre schlichtweg der Meinung es zu "Die Anfänge aufgezeichneten philosophischen Denkens(...)" (o.ä.) abzuändern; da das philosophische Denken per se wohl schon seit Anbeginn jedweden menschlichen Denkens existierte. Was gemeint ist, sind wohl die, welche man gemein hin als Vorsokratiker bezeichnet.
Ich weiß, es ist zwar sehr detailversessen; aber, ich denke man muss mir Recht geben, dass der Satz so, wie er dort steht nicht richtig ist.
Vielen Dank fürs Lesen! Xhanthan
- guter Hinweis. Ich hab mal das Wort "überliefert" eingefügt. Gruß --Lutz Hartmann 10:58, 4. Feb. 2010 (CET)
Nun, ich glaube nicht, dass die Menschen seit anbeginn ihrer existenz philosophierten, da diese eher gucken mussten,dass sie überleben. Wenn Sie aber den Menschen als denkenden und überlegenden Menschen definieren und damit dann die Ur-,Ur-,... -menschen ausschließen werden Sie wahrscheinlich mit ihrer Fassung recht haben. --Surdus 14:48, 20. Mai 2011 (CEST)
[Bearbeiten] Material für Ideen einer Verbesserung der Einleitung
[Bearbeiten] Anschluss an die Diskussion aus 2009
Für "Philosophie" eine alle Philosophien umfassende Beschreibung oder Erklärung zu geben, scheint mir – wie vielen anderen Wikipedianern - im Augenblick nicht möglich. Die Philosophiehistoriker selber sind sich nicht einig. Uneinigkeit besteht im Moment noch darin, ob man "Philosophiegeschichte schreiben" als philosophische Tätigkeit zum Gegenstand des philosophiewissenschaftlichen Diskurses machen möchte. Man fürchtet die Ergebnisse könnten zu Distanzierungen führen, die der Philosophie eher schadeten. Rortys "Historisierung epistemologischer Fragen" hat möglicherweise damit zu tun.
[Bearbeiten] Stellungnahme eines Philosophen zur Bedeutung von 'Philosophie'
Laut Wolfgang Röd scheint für Folgendes Einvernehmen zu bestehen: "Ursprünglich bedeutete 'Philosophie' nicht, wie oft gesagt wird, Liebe zur Weisheit (sophia), sondern Streben nach Wissen, nach Kenntnissen bzw. Erkenntnissen im allgemeinen. Unter 'sophia' verstand man nicht nur wissenschaftliche Erkenntnis, sondern Wissen im weiten Sinne. So konnte auch das Wissen, dessen z.B. ein Handwerker (wie der Zimmermann) bedarf, als 'sophia' bezeichnet werden. Somit gehört zur Bedeutung dieses Ausdrucks … die für Fertigkeiten, namentlich Kunstfertigkeiten erforderliche Sachkenntnis. " Wolfgang Röd (1994): Der Weg der Philosphie 1. Von den Anfängen bis ins 20 Jahrhundert. München (Beck) 2. Auflage, 2009, S.33-39, hier S. 34
[Bearbeiten] "Liebe zur Weisheit" dürfte eine randständige Übersetzung sein
Die Wiedergabe des griechischen Wortes "philosophia" mit "Liebe zur Weisheit" dürfte auch nach Auskunft meines digitalen altgriechischen Lexikons – erstellt nach dem von Wilhelm Pape vor 150 Jahren verfassten und 1914 von Max Sengebusch überarbeiteten Handwörterbuch – haarscharf am Rande der unter den alten Griechen kursierenden Bedeutung von 'philosophia' liegen.
[Bearbeiten] In der Philosophie geht es um die Neigung, sich Kenntnisse und Fertigkeiten aneignen zu wollen
So bezeichnete laut Pape "philosophos", eigtl. jemand der Geschicklichkeit, Kunst, Kenntnisse (sophia) liebt und sich damit beschäftigt; zuerst bezogen auf körperliche, mechanischen Fertigkeiten, dann nannte man Leute, die sich mit religiös-ritueller Chormusik und traditioneller Dichtung auskannten "sophoi, bzw. sophistes" und endlich galt jeder, der irgendwelche Forschungen anstellte und aus diesen brauchbare Kenntnisse anzubieten hatte, als Weiser (Erfahrener) und Freund von Forschungen.
[Bearbeiten] 'sophoi' waren Handwerker, Dichter, Musiker, Pferdelenker, Mathematiker und Berater
Mit Beginn der Demokratie. waren diejenige besonders begehrte 'sophistes' die Kenner, Lehrer der Beredtsamkeit u. Dialektik waren. "sophia" bezog sich in diesem Sinne - wie Röd erwähnt - auf den sachgerechten Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten, umfasste aber auch den Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten für die demokratische Regierung der Städte und Staaten, und für die Führung des eigenen Hausstandes und des eigenen Lebens überhaupt. Mit brauchbaren Kenntnissen ausgestattet galt man als Weiser, war man mit gesundem Menschenverstand ausgestattet. Wer die sokratischen Platondialoge im Urtext gelesen hat, weiß dass darin ein Pferdewagenlenker genauso als 'sophos' bezeichnet wird, wie ein Flötenvirtuose oder der Mathematiker. Politiker wie Perikles hatten ihren eigenen 'sophos', mit dem sie sich über politische Entscheidungen berieten
[Bearbeiten] Philosophen galten möglicherweise als eine Art Autodidakten, so was wie Selberdenker
Die Bezeichnung "philosophos" wurde laut Pape zum ersten Mal von Pythagoras als bescheidene Bezeichnung für sich gebraucht; und von der Gründung philosophischer Schulen an war der ein 'philosophos" , der alleine, ohne andere eine Philosophie entwickelt hatte und sie anderen nahe bringen konnte. Philosophen, könnten so etwas wie Autodidakten bzw. Selberdenker gewesen sein. Pape erwähnte, dass Sokrates von Platon als erster mit "Liebhaber der Weisheit" bezeichnet worden sei.
Damit dürfte aus meiner Sicht das gewürdigt worden sein, was Sokrates vom Durchschnittsathener unterschied. Nämlich seine mit eigenständiger Nachdenklichkeit verbundene Menschenliebe. Die einzige 'sophia' von der er wirklich Ahnung habe, ließ Platon ihn im 'symposion' sagen.
Ich meine, es könnte – angesichts der Uneinigkeit der Profis - klug sein von diesen sprachlichen Kontexten her, einen Rahmen der abendländischen Philosophie enzyklopädisch formuliert an den Beginn des Artikels zu stellen. In diesem Zusammenhang könnte auch die Interpretation "Liebe zur Weisheit" einen angemessenen Platz behalten. Der sprachlich gezeichnete Rahmen umfasste sowohl die Vorstellung "Wissenschaft", "Theorie", "Praxis" als auch die Vorstellung "Lebensfragen", "Mensch". Dieser ermöglichte es auch die Ausprägung unterschiedlichster Philosophien und Philosophiezweige auf ihn zu beziehen. --Monika Wirthgen 00:47, 5. Sep. 2010 (CEST)
[Bearbeiten] Warum nur europäische Philosophie?
Hi, ich frage mich, warum sich dieser Artikel allein auf die europäische Philosophie beschränkt. Das Lemmma bezieht sich schließlich auf die gesamte Philosophie. Z.B. reicht die Östliche Philosophie zurück bis ins zweite Jahrtausend v.Chr., also viel weiter als die Europäische. Die gleiche Frage muss man übrigens für den Artikel Geschichte der Philosophie stellen, der sich ebenfalls auf westliche Philosophie beschränkt. Grüsse --Nachtagent 01:56, 17. Jan. 2011 (CET)
- Vgl. hier und hier. ---- Tiſch-beynahe φ 03:51, 17. Jan. 2011 (CET)
- Danke für den Hinweis. Naja, wirklich sinnvolle bzw. gültige Begründungen habe ich allerdings nirgendwo gefunden, warum der Artikel unter falschem Lemma steht. Das korrekte Lemma wäre eben Westliche Philosophie. Den Artikel selber finde ich übrigens gelungen, spitzen Arbeit. --Nachtagent 10:05, 17. Jan. 2011 (CET)
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- Ich verstehe ja durchaus die Argumente, dass eine kosmopolitische Ausrichtung des Artikels momentan nicht möglich ist, aber spätestens in der Literaturabteilung sollte doch etwas getan werden und das dürfte auch möglich sein... Bücher wie Russells „Philosophie des Abendlandes“ oder „Denker des Abendlandes“ tragen ja schon im Titel, dass es nicht „Allgemeine Philosophiegeschichten“ sind sondern eben „Spezielle Philosophiegeschichten“ (eben „abendlädische“) und bei einigen die es nicht so offensichtlich im Titel tragen gilt dies auch. --141.35.40.136 14:40, 28. Jan. 2011 (CET)
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[Bearbeiten] Kategorien der Philosophie
kann mir jemand das schema mit den diversen philosophischen disziplinen ein wenig erläutern? heißen z. b. die beiden an der spitze, dass das die "königsdisziplinen" sind oder was genau sonst?--Der Spion 23:04, 27. Apr. 2011 (CEST)
- Wenn Du das Bild zu den Disziplinen der Philosophie meinst, so hat das zunächst einmal nichts mit den Kategorien zu tun. Das ist eine andere Ebene. Logik und Erkenntniskritik haben tatsächlich eine "vorrangige" Rolle innerhalb der Disziplinen, weil sie auf die anderen Disziplinen anwendbar sind und auch angewendet werden sollten. Sowohl metaphysische als auch ethische Aussagen müssen der Logik als auch der Erkenntniskritik standhalten, bevor man sie als sinnvoll betrachten kann. --Lutz Hartmann 05:54, 21. Mai 2011 (CEST)
vielen dank für die erklärenden worte!--Der Spion 15:45, 21. Mai 2011 (CEST)
[Bearbeiten] Archivierung
Es gibt jetzt nur noch drei Archive. Dies entspricht den Regelungen, wie sie bei Hilfe:Archivieren nachzulesen sind. Dann gibt es auch keine versteckten Archive mehr, die man nur durch Zufall, wenn man sie nicht kennt, oder mit Mühe, wenn man weiß, dass da doch noch etwas war, wiederfindet.
Das erste Archiv ist zwar etwas kleiner, umfasst aber den gesamten Jahrgang 2005. So musste der Jahrgang 2006 nicht aufgeteilt werden. Dafür liegt die Größe des zweiten Archivs mit dem Jahrgang 2006 über dem Richtwert von 250 kB, ist aber noch im Bereich des Gewünschten.
Das dritte Archiv beginnt mit dem Jahrgang 2007 und umfasst alle weiteren Beiträge bis heute. Ein viertes Archiv wird erst benötigt, wenn das dritte etwa 250 kB umfasst. Harry8 20:23, 12. Nov. 2011 (CET)
[Bearbeiten] Methodologie/Methodik
Müsste es in der Einleitung nicht treffender heissen: "Von anderen Wissenschaften unterscheidet sie sich dadurch, dass sie sich nicht auf ein spezielles Gebiet oder eine bestimmte Methodik begrenzt..."
Es gibt ja gar nicht eine Methodologie, das waere so, als würde man sagen eine bestimmte Philosophie... oder sehe ich das falsch? (nicht signierter Beitrag von 193.255.6.144 (Diskussion) 10:56, 25. Nov. 2011 (CET))
- Die Antwort steht eigentlich schon im verlinkten Artikel Methodologie. Gruß --Lutz Hartmann 11:08, 25. Nov. 2011 (CET)