Disput

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel erläutert den rhetorischen Begriff Disput. Für eine Beschreibung der Mitgliederzeitschrift der Partei Die Linke siehe Disput (Zeitschrift).

Ein Disput oder eine Disputation (von lateinisch disputatio, zu disputare für "berechnen", "genau überlegen", "von allen Seiten beurteilen") ist ein Streit- oder Lehrgespräch. Der Teilnehmer an einem solchen Gespräch heißt Disputant.

Nach dem Vorbild der Topik von Aristoteles war die Disputation eine Übung in Rhetorik, etwa bei Cicero. Im Mittelalter basierte das Genre des Streitgesprächs demgegenüber auf der Dialektik, entstand im theologischen Umfeld und war Bestandteil der Grundausbildung an fast allen Universitäten. Disputationen mit Proponent und Opponent gibt es bis heute an manchen europäischen Hochschulen. Die Übung beginnt, indem der Lehrer zwei Schülern eine Frage stellt. Sie beiden Schüler nehmen gegensätzliche Positionen ein und müssen Argumente finden. Der Form nach lautet die Frage: „Ist es so oder so?“ beziehungsweise „Ist es so oder ist es nicht so?“ und oft beginnt der Opponent und der Proponent antwortet ihm. Abschließend formuliert der Lehrer einen Kompromiss, entlässt die Disputanten und antwortet zum Schluss selbst auf die Einwände, die durch den Opponenten vorgebracht worden sind.[1]

Forschungsliteratur[Bearbeiten]

  • Béatrice Périgot: „Dispute“, in: Dictionnaire raisonné de la caducité des genres littéraires. Herausgegeben von Saulo Neiva und Alain Montadon. Inhaltsverzeichnis Librairie Droz, Genf 2014, ISBN 978-2-600-01742-8, S. 199–208.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Béatrice Périgot: „Dispute“, in: Dictionnaire raisonné de la caducité des genres littéraires. Herausgegeben von Saulo Neiva und Alain Montadon. Inhaltsverzeichnis Librairie Droz, Genf 2014, ISBN 978-2-600-01742-8, S. 199–208, S. 199.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Disput – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen