Dissimilation (Biologie)
Im Rahmen der Dissimilation werden von einem Organismus angelegte stoffliche Energiespeicher (zum Beispiel Fette und Kohlenhydrate) abgebaut, wobei Energie freigesetzt wird. Diese wird als ATP und/oder Wärme nutzbar.
Dissimilationen sind Reaktionen des katabolischen Stoffwechsels.
Man unterscheidet Atmung (aerob und anaerob) und Gärung.
Bei der Atmung werden Stoffe („Substrate“) oxidiert. Die bei der Oxidation freigesetzten Elektronen werden über die Atmungskette auf externe Elektronenakzeptoren übertragen.
- Bei der aeroben Atmung dient Sauerstoff (O2 ) als Elektronenakzeptor. Sie tritt bei allen aeroben Lebewesen auf und liefert die meiste Energie (Freie Enthalpie). Das Substrat wird dabei vollständig zu Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasser (H2O) abgebaut.
- Bei der anaeroben Atmung dienen Nitrat (NO3-), Fumarat, dreiwertige Eisen-Ionen (Fe3+) oder Sulfat (SO42-) als Elektronenakzeptoren.
Gärungen verlaufen ohne Atmungskette und ohne Verbrauch externer Elektronenakzeptoren. Der Abbau des Substrats ist meist unvollständig, die Abbauprodukte werden ausgeschieden. Die ATP-Ausbeute ist relativ gering und liegt bei etwa 2 bis 4 ATP/Substrat-mol
Worterklärung [Bearbeiten]
Dissimilation kommt vom lateinischen dissimilis, d. h. unähnlich. Dies ist im Gegensatz zu Assimilation (Biologie) (lat. assimilatio = Angleichung) zu verstehen: hier werden aus der Umgebung aufgenommene, körperfremde organische oder anorganische Stoffe zu körpereigenen. Bei der Dissimilation werden diese Stoffe wieder zu körperfremden Stoffen, die ausgeschieden werden.