Distributionsbaukasten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Distributionsbaukasten wird ein Betriebssystem genannt, das darauf angelegt ist, durch Austausch von Modulen oder durch andere Umbauten des Codes seine Eigenschaften und Fähigkeiten so entscheidend zu verändern, dass daraus eine Familie von Distributionen entstehen kann. Die Bezeichnung Distributionsbaukasten (Distribution Built Kit) wurde durch Linux From Scratch bekannt, das nur eine Anleitung zur Zusammenstellung eines GNU/Linux Betriebssystems war, der die dazu nötige Software beilag.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Betriebssytembaukästen in der Informatik

Die Idee, Betriebssysteme aus vorhandenen Elementen zusammenzusetzen, oder ihre Module für verschiedene Anwendungen kombinierbar zu machen, wird mindestens seit den 1970er Jahren diskutiert.

Charakteristisch für einen Betriebssystem-Baukasten ist es, dass seine einzelnen Software-Module durch kompatible Schnittstellen miteinander kombinierbar und wiederverwendbar sind. Aus der unterschiedlichen Kombination der Module entstehen Betriebssystem-Familien. In den Familien bleibt die Hierarchie der Module weitgehend gleich, und es wird, soweit möglich, auf die Funktionalität vorhandenener Module zurückgegriffen, bevor neue Funktionalitäten eingebaut werden.

Als Betriebssystembaukasten werden in der Praxis konzeptuell durchaus verschiedene Systeme bezeichnet. Beispiele:

  • PURE, an der Universität Magdeburg in Entwicklung
  • Windows CE

Oft wird die Architektur eines Betriebssystems in einem Schema geschichteter Bausteine dargestellt. Der Begriff 'Betriebssystembaukasten' ist dafür jedoch nicht üblich.

[Bearbeiten] Distributionsbaukästen

Durch den offenen Quellcode sind GNU Betriebssysteme wie GNU/Linux besonders geeignet, von Anwendern hergestellt und von ihnen selbst auf ihre Zwecke zugeschnitten zu werden. In diesem ursprünglichen Sinne werden Anleitungen zur Zusammenstellung eines GNU/Linux Betriebssystems auch weiterhin als Distributionsbaukasten bezeichnet.

Die neuere Bedeutung des Begriffs bezieht sich jedoch vor Allem auf GNU/Linux oder andere Distributionen freier Betriebssysteme, die analog zum obengenannten Denkmodell in der Informatik, besonders geeignet sind, Distributions-Familien aus einer Basisdistribution zu bilden.

  • Als modulare Distributionsbaukästen in diesem Sinne gelten gelten besonders folgende Debian Linux Systeme: Morphix, Knoppix, Dreamlinux

Sie sind darauf spezialisiert, durch Neukombination von Software-Modulen, die sie auch aus anderen Debian Distributionen übernehmen können, Eigenschaften und Fähigkeiten auf die Bedürfnisse der Anwender zugeschnitten zusammenzustellen. Dazu werden distributionsspezifische Werkzeuge (wie MKDistro bei Dreamlinux) bereitgestellt, aber auch Software (wie Ibuild bzw. Intellibuild) zur Unterstützung herangezogen. Das Endprodukt kann meist als LiveCD verteilt und angewendet werden.

Ein Produkt von T2 SDE ist Puppy Linux. T2 SDE ist prinzipiell für den Einbau anderer Kernel gut geeignet, es muss nicht immer Linux sein

  • Ein Distributionsbaukasten, der auf andere Weise Distributions-Familien bildet: Gentoo Linux
  • Mittels ähnlichen aber gegenüber Gentoo Linux stark verbesserten Werkzeugen arbeitet Exherbo, welches sich aber zum jetzigen Zeitpunkt (11.08.2008) noch in der Entwicklung befindet.

[Bearbeiten] Literatur

  • D.L. Parnas: On the Design and Development of Program Families. IEEE Transactions of Software Engineering 2 (1976) 1-9

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge