Ditzingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ditzingen
Ditzingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ditzingen hervorgehoben
48.8261111111119.0669444444444303Koordinaten: 48° 50′ N, 9° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ludwigsburg
Höhe: 303 m ü. NHN
Fläche: 30,4 km²
Einwohner: 24.272 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 798 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71254
Vorwahlen: 07156, 07152
Kfz-Kennzeichen: LB, VAI
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 011
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Laien 1
71254 Ditzingen
Webpräsenz: www.ditzingen.de
Oberbürgermeister: Michael Makurath
Lage der Stadt Ditzingen im Landkreis Ludwigsburg
Erdmannhausen Erdmannhausen Remseck am Neckar Schwieberdingen Marbach am Neckar Marbach am Neckar Marbach am Neckar Marbach am Neckar Oberstenfeld Oberstenfeld Mundelsheim Mundelsheim Affalterbach Asperg Benningen am Neckar Besigheim Besigheim Bönnigheim Erligheim Freudental Gemmrigheim Großbottwar Großbottwar Hessigheim Löchgau Murr (Gemeinde) Murr (Gemeinde) Pleidelsheim Pleidelsheim Steinheim an der Murr Tamm Walheim Ingersheim Freiberg am Neckar Bietigheim-Bissingen Bietigheim-Bissingen Ditzingen Eberdingen Kornwestheim Möglingen Oberriexingen Sersheim Vaihingen an der Enz Sachsenheim Korntal-Münchingen Ludwigsburg Markgröningen Hemmingen Gerlingen Kirchheim am NeckarKarte
Über dieses Bild

Ditzingen ist eine im Bundesland Baden-Württemberg zentral gelegene Stadt, die nordwestlich an Stuttgart grenzt.

Ditzingen ist nach Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen, Kornwestheim und Vaihingen an der Enz die fünftgrößte Stadt des Landkreises Ludwigsburg und gehört zum Mittelbereich Stuttgart mit dem gleichnamigen Oberzentrum. Die Gemeinde Ditzingen hat am 26. April 1966 die Stadtrechte erhalten und ist seit dem 1. Oktober 1976 Große Kreisstadt.

Geografie[Bearbeiten]

Ditzingen liegt im südwestlichen Neckarbecken zwischen dem Strudelbach im Westen und der Glems im Osten des Stadtgebiets im Strohgäu am Übergang zum so genannten Langen Feld. Die Glems, ein rechter Nebenfluss der Enz, durchfließt die Kernstadt Ditzingens. Die Innenstadt liegt rechts des Flusses. Der Fluss bildete früher die Stammesgrenze der Schwaben und Franken und war gleichzeitig Grenze der beiden Bistümer Speyer und Konstanz.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Ditzingen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt: Stuttgart-Weilimdorf (Stadtkreis), Gerlingen (Landkreis Ludwigsburg), Leonberg und Weissach (beide Landkreis Böblingen) sowie Eberdingen, Hemmingen und Korntal-Münchingen (alle Landkreis Ludwigsburg).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Ditzingen gehören die ehemals selbstständigen und in den 1970er Jahren eingegliederten bzw. mit der Stadt Ditzingen vereinigten Gemeinden Heimerdingen, Hirschlanden und Schöckingen. Die ehemaligen Gemeinden bilden Stadtteile und zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt sie haben einen Ortschaftsrat, dem ein Ortsvorsteher vorsteht. Die Ortschaftsräte werden bei jeder Kommunalwahl von der wahlberechtigten Bevölkerung der Ortschaft gewählt. Ferner gibt es in jeder Ortschaft eine Verwaltungsstelle, das als Rathaus vor Ort dient. Zur Stadt Ditzingen in den Grenzen vom 30. Juni 1970 gehören die Stadt Ditzingen, die Höfe Grüner Baum und Lerchenhöfe und die Häuser Ferbermühle, Maurenerberg, Oberes Glemstal, Ölberg, Steinröhre, Tonmühle und Zechlesmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Heimerdingen gehören das Dorf Heimerdingen sowie die abgegangene Ortschaft Stetten. Zur ehemaligen Gemeinde Hirschlanden gehören das Dorf Hirschlanden sowie die abgegangenen Ortschaften Holzheim und Rotweil. Zur ehemaligen Gemeinde Schöckingen gehören das Dorf Schöckingen und der Wohnplatz Talmühle.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter bis Neuzeit[Bearbeiten]

Ditzingen 1682, Forstlagerbuch von Andreas Kieser

Ditzingen wird in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch am Rhein aus dem Jahre 769 unter dem Namen Tizingen erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort blieb über Jahrhunderte ein kleines Dorf, das schon im 14. Jahrhundert an Württemberg kam. Ditzingen zählte zum Oberamt Leonberg, aus dem 1938 der Landkreis Leonberg hervorging. Mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz (Schwarzwaldbahn) im Jahre 1868 begann die Industrialisierung und der Ort wuchs stark, so dass er schließlich im Jahre 1966 zur Stadt erhoben wurde. 1971 wurden die beiden Nachbargemeinden Schöckingen und Heimerdingen eingegliedert. Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde Ditzingen dem Landkreis Ludwigsburg zugeordnet. Zum 1. Januar 1975 fusionierte die Stadt Ditzingen mit der Gemeinde Hirschlanden zur neuen Stadt Ditzingen, die dadurch die 20.000-Einwohnergrenze überschritt. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die baden-württembergische Landesregierung dann mit Wirkung vom 1. Oktober 1976 beschloss.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

  • 1. Juli 1971: Eingemeindung von Schöckingen nach Ditzingen
  • 1. Dezember 1971: Eingemeindung von Heimerdingen nach Ditzingen
  • 1. Januar 1975: Vereinigung von Ditzingen und Hirschlanden zur neuen Stadt Ditzingen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[3] (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 3.149
1. Dezember 1880 ¹ 3.504
1. Dezember 1890 ¹ 3.584
1. Dezember 1900 ¹ 3.653
1. Dezember 1910 ¹ 4.004
16. Juni 1925 ¹ 4.213
16. Juni 1933 ¹ 4.528
17. Mai 1939 ¹ 5.261
13. September 1950 ¹ 7.689
Jahr Einwohner
6. Juni 1961 ¹ 12.103
27. Mai 1970 ¹ 18.199
31. Dezember 1980 ¹ 22.480
27. Mai 1987 ¹ 21.763
31. Dezember 1990 ¹ 23.035
31. Dezember 1995 ¹ 23.548
31. Dezember 2000 ¹ 23.814
31. Dezember 2005 ¹ 24.243
31. Dezember 2010 ¹ 24.493

Religion[Bearbeiten]

Speyrer Kirche

Die Gemeinde Ditzingen lag ursprünglich an der Grenze zweier Bistümer, Konstanz und Speyer, die durch den Fluss Glems gebildet wurde. Daher hatte Ditzingen ursprünglich auch zwei Pfarrkirchen, die Konstanzer Kirche, die zum Landkapitel Cannstatt gehörte, und die Speyrer Kirche, die zum Landkapitel Grüningen im Archidiakonat Trinitatis gehörte. Aufgrund der schon sehr frühen Zugehörigkeit zu Württemberg wurde in Ditzingen die Reformation eingeführt, infolgedessen der Ort über viele Jahrhunderte überwiegend protestantisch war. Die Konstanzer Kirche blieb bis heute die evangelische Hauptkirche des Ortes. Die Speyrer Kirche war 1347 vom Bischof dem Dominikanerinnenkloster Pforzheim übergeben und 1565 von Württemberg erworben worden. Sie diente danach (bis heute) als Friedhofskirche. Auch in den heutigen Ditzinger Stadtteilen wurde früh die Reformation eingeführt. Alle vier Kirchengemeinden gehörten zum Dekanat bzw. Kirchenbezirk Leonberg innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Im Jahr 1978 wurde aus Teilen der Dekanate bzw. Kirchenbezirke Ludwigsburg und Leonberg das neue Dekanat bzw. der neue Kirchenbezirk Ditzingen gebildet, der zunächst zur Prälatur Stuttgart, dann zur Prälatur Ludwigsburg und seit 1. Mai 2003 wieder zur Prälatur Stuttgart gehört. Heute umfasst das Dekanat Ditzingen 14 Kirchengemeinden, darunter die vier Kirchengemeinden im Ditzinger Stadtgebiet (Ditzingen, Heimerdingen, Hirschlanden und Schöckingen).

Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen auch Katholiken nach Ditzingen. Sie konnten ab 1946 in der Speyrer Kirche ihre Gottesdienste halten, bevor sie 1961/64 ihre eigene Kirche St. Maria Königin des Heiligen Rosenkranzes bauen konnten. 1965 wurde Ditzingen eine eigene Pfarrei. Die Gemeinde gehörte von Anfang an zum Dekanat Ludwigsburg des Bistums Rottenburg-Stuttgart. In Hirschlanden wurde 1976 ebenfalls eine Katholische Kirchengemeinde errichtet. Dort war bereits 1974 die Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit gebaut worden. Von der katholischen Kirchengemeinde Hirschlanden werden auch die Katholiken in Heimerdingen und Schöckingen betreut. In Heimerdingen gibt es eine eigene Kirche (Heilig-Geist-Kirche) aus dem Jahr 1964. Beide Kirchengemeinden (Ditzingen und Hirschlanden) bilden zusammen mit der Katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul Gerlingen die Seelsorgeeinheit Südliches Strohgäu.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Ditzingen auch Freikirchen, zum Beispiel Treffpunkt Leben e. V. (Ursprung des Verbandes Forum Leben) sowie Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden in Ditzingen und im Stadtteil Hirschlanden. Außerdem ist auch die Neuapostolische Kirche in allen Stadtteilen von Ditzingen vertreten.

Politik[Bearbeiten]

Als Große Kreisstadt untersteht Ditzingen der Fachaufsicht des Regierungspräsidiums Stuttgart, während der Landkreis Ludwigsburg lediglich die Rechtsaufsicht führt.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 53,57 % (2009: 54,72 %)
 %
40
30
20
10
0
32,78 %
24,04 %
17,90 %
13,99 %
8,14 %
3,15 %

Seit der letzten Kommunalwahl am 25. Mai 2014 hat der Gemeinderat 26 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,57 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

CDU 8 Sitze (32,78 %)
FW 6 Sitze (24,04 %)
SPD 5 Sitze (17,90 %)
GL1 4 Sitze (13,99 %)
UB2 2 Sitze (8,14 %)
FDP 1 Sitze (3,15 %)

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Oberbürgermeister.

1Grüne Liste, 2Unabhängige Bürger

Bürgermeister[Bearbeiten]

An der Spitze der Gemeinde Ditzingen stand ein Schultheiß bzw. Bürgermeister. Seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt am 1. Oktober 1976 trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von den Wahlberechtigten auf acht Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister.

Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister seit 1807:
Amtszeit Amtsinhaber
1807–1818 Jakob Mann
1818–1851 Johann Jakob Knapp
1851–1875 Johannes Pandtle
1875–1918 Wilhelm Stähle
1918–1923 Eugen Englert
1923–1933 Hans Veit
1933–1945 Gottlob Diez
Amtszeit Amtsinhaber
1945–1954 Eugen Heimerdinger
1954–1960 Rudolf Döbele
1960–1975 Hans Scholder
1975–1981 Alois Lang
1981–1982 Volker Baehr
1982–1999 Alfred Fögen
Seit 1999 Michael Makurath

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Ditzingen zeigt in gespaltenem Schild vorne in Silber zwei schräg gekreuzte rote Mauerhaken, hinten in Rot unter einem silbernen Kreuz mit Tatzenenden eine gestürzte silberne Pflugschar. Die Stadtflagge ist rot-weiß. Wappen und Flagge wurden von Ditzingen bereits vor der Gemeindereform geführt (die Flagge seit 1967). Die bei der Gemeindereform neu entstandene Stadt musste sich Wappen und Flagge neu verleihen lassen; dies geschah am 23. April 1976 durch das Landratsamt Ludwigsburg.

Das Kreuz war auch im Wappen der ehemals selbständigen Gemeinde Schöckingen zu finden. Die Pflugschar soll die Landwirtschaft symbolisieren, die für alle Stadtteile früher Haupterwerbszweig war. Die Mauerhaken sind ein altes Marksteinzeichen Ditzingens.

Die Wappen der Ditzinger Stadtteile waren wie folgt:

  • Heimerdingen: In Blau zwei schräggekreuzte gestürzte goldene Rechen, darunter ein goldener Lanzapfen.
  • Hirschlanden: In Gold unter einer liegenden schwarzen Hirschstange eine pfahlweis gestellte rote Wagenlanne.
    Flagge: rot-gelb. (Wappen und Flagge verliehen am 23. Januar 1961)
  • Schöckingen: Unter goldenem Schildhaupt, darin eine liegende schwarze Hirschstange, in Rot ein durchgehendes silbernes Kreuz, bewinkelt von vier goldenen Hufeisen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Ditzingen unterhält eine Städtepartnerschaft mit

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Stammhaus von Trumpf

Ditzingen ist eine moderne Gewerbestadt. Besonders ausgeprägt sind der Maschinenbau, das Verlagsgewerbe (z. B. Reclam-Verlag) und das Druckgewerbe vertreten. Das größte Ditzinger Unternehmen ist die Maschinenbaufirma Trumpf. Sie erwirtschaftete im Jahr 2005 mit 6.100 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro. Überregionale Bedeutung hat auch die Händlerkooperation Euronics Deutschland, die rund 1800 Mitglieder hat.

Ditzingen ist auch Standort für viele mittelständische Unternehmen, wie etwa die Ölmühle oder der Autoersatzteilgroßhandel Autoteile Ditzingen GmbH. Ebenso ist die Deutsche Papier Vertriebs GmbH, ein Tochter-Unternehmen der australischen PaperlinX Gruppe, am Standort Ditzingen seit vielen Jahren erfolgreich als Papiergroßhändler für die Region Baden-Württemberg vertreten. Ditzingen ist auch Hauptsitz des Teigwarenherstellers Bürger.

Für Mitte 2014 ist die Zusammenfassung der Standorte Stuttgart, Korntal und Pforzheim von Thales Deutschland in Ditzingen geplant. Für die über 1400 Mitarbeiter des Technologiekonzerns wird ein neuer Gebäudekomplex mit einer Nutzfläche von 51.500 Quadratmetern an der Autobahn A81 errichtet werden, der bis zu 1800 Mitarbeiter fassen können und mit modernster Gebäudetechnik ausgestattet sein wird.[5]

Verkehr[Bearbeiten]

Ditzingen liegt in unmittelbarer Nähe der Bundesautobahn 81 HeilbronnStuttgartSingen, direkt an der Ausfahrt Stuttgart-Feuerbach. Durch die Kernstadt führt auch die Bundesstraße 295 Stuttgart–LeonbergCalw.

Über die Schwarzwaldbahn Weil der StadtStuttgart, auf der die S6 und die S60 der S-Bahn Stuttgart verkehrt, ist der Bahnhof Ditzingen an das Schienennetz angebunden. Der Ortsteil Heimerdingen wird durch die Strohgäubahn KorntalWeissach angeschlossen. Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen mehrere Buslinien. Alle Linien verkehren zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbunds Stuttgart.

Der internationale Flughafen Stuttgart befindet sich im etwa 25 km entfernten Leinfelden-Echterdingen.

Medien[Bearbeiten]

Über das lokale Geschehen berichtet die Leonberger Kreiszeitung, inzwischen ein Lokalteil der Stuttgarter Zeitung und mit einer Strohgäu-Ausgabe die Ludwigsburger Kreiszeitung.

Wöchentlich erscheint der Ditzinger Anzeiger, in dem unter anderem amtliche Bekanntmachungen veröffentlicht werden.

Südlich des Ortsteils Hirschlanden befindet sich der Mittelwellen-Rundfunksender des AFN für die Region Stuttgart.

Behörden und Einrichtungen[Bearbeiten]

In Ditzingen befindet sich das Logistikzentrum Baden-Württemberg (LZBW). Es untersteht dem Innenministerium Baden-Württemberg und ist die zentrale Vergabestelle für den Zentraleinkauf und für die Beschaffungen für den Polizeibereich und für alle Landeseinrichtungen.

Ditzingen hat auch ein Notariat und ist Sitz des Kirchenbezirks Ditzingen bzw. eines Dekans der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Gymnasium in der Glemsaue

Bildung[Bearbeiten]

Ditzingen hat ein Gymnasium (Gymnasium in der Glemsaue), eine Realschule (Realschule in der Glemsaue), eine Förderschule (Wilhelmschule), zwei Grundschulen in der Kernstadt (Wilhelmschule und Konrad-Kocher-Schule) und eine weitere im Stadtteil Heimerdingen sowie zwei Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule, nämlich die Konrad-Kocher-Schule in der Kernstadt und die Theodor-Heuglin-Schule Hirschlanden-Schöckingen im Stadtteil Hirschlanden.

Rathaus Am Laien

Ver- und Entsorgung[Bearbeiten]

Das Strom- und Gasnetz in der Stadt wird von der EnBW Regional AG betrieben. Das Trinkwasser wird teilweise aus städtischen Brunnen gefördert (35 %), der Rest wird von der Bodensee-Wasserversorgung und von der Strohgäu-Wasserversorgung bezogen. Gemeinsam mit der Stadt Stuttgart wird ein eigenes Klärwerk im unteren Glemstal betrieben. Die Abfallentsorgung wird von der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbH (AVL) übernommen, einer 100 %-igen Tochtergesellschaft des Landkreises Ludwigsburg. Die AVL ist beauftragt, die Aufgaben zur Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen im Auftrag des Landkreises Ludwigsburg zu erfüllen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Die Stadthalle Ditzingen ist das Veranstaltungszentrum der Stadt. Hier werden unter anderem auch Theatervorstellungen geboten.

Bauwerke[Bearbeiten]

Drei-Giebel-Haus am Markt

In der Stadtmitte steht die 1477 geweihte Konstanzer Kirche, die evangelische Hauptkirche der Stadt. Daneben befindet sich das neue Rathaus mit dem Bürgersaal. Im Drei-Giebel-Haus, das als Wahrzeichen der Stadt bezeichnet werden kann, ist die Stadtbibliothek und die städtische Galerie, im benachbarten alten Rathaus das Stadtmuseum untergebracht. Im Stadtzentrum befindet sich auch das Ditzinger Schloss, ursprünglich eine mittelalterliche Burganlage, die im 15./16. Jahrhundert errichtet wurde und Sitz des Ortsadels war. Die etwas außerhalb der Innenstadt gelegene Speyrer Kirche (ehemals St. Lambertus) stammt aus dem 16. Jahrhundert und dient heute als Friedhofskirche.

Ein kleines Kuriosum ist, dass zu beiden Kirchen in Großserie angebotene H0-Modelle existieren; die Konstanzer von Vollmer, die Speyrer von Kibri. Insgesamt gibt es im deutschsprachigen Raum nur etwa ein Dutzend verschiedene Modelle realer Sakralbauten.

Die evangelische Kirche in Heimerdingen war ursprünglich dem Heiligen Petrus geweiht. Sie wurde 1776 nach einem Brand als klassizistische Saalkirche neu erbaut. Die katholische Heilig-Geist-Kirche wurde 1964 erbaut. In Hirschlanden gibt es eine romanische Kirche, die 1748 vergrößert wurde. Die katholische Heilige Dreifaltigkeitskirche wurde 1974 erbaut. Die evangelische Kirche in Schöckingen mit spätromanischen und spätgotischen Teilen beinhaltet Grabmäler der Herren von Nippenburg und von Gaisberg aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Sport[Bearbeiten]

Größter Sportverein sind die TSF Ditzingen, die besonders im Fußball, Fechten und Schach erfolgreich sind:

Die Fußballer der TSF Ditzingen spielten und zeitweilig in der Regionalliga Süd bzw. Oberliga.

Die Ditzinger Fechter gewannen 2003 und 2006 den Deutschlandpokal im Herrendegen, einen Mannschaftswettbewerb, der mit dem DFB-Pokal im Fußball vergleichbar ist. Zudem erreichte die Degen-Mannschaft der TSF 2004 und 2006 das Halbfinale der Deutschen Meisterschaften. Die Damendegen-Mannschaft der TSF Ditzingen erreichte 2011 das Finale des Deutschlandpokals. 2011 gewannen die Ditzinger alle drei Titel bei den Deutschen Degen-Meisterschaften der B-Jugend: Samuel Unterhauser holte den Einzel-Titel im Jahrgang 1997, Simon Greul gewann den Jahrgang 1998; Samuel Unterhauser und Fabian Heuer (5. im Einzel 1997) holten tags darauf mit der Auswahl Württembergs den DM-Mannschaftstitel. Die TSF stellten 2001 mit Bruno Kachur den Vize-Weltmeister Degen Senioren Ü50; dreimal waren die TSF-Senioren (Ü40) seit 2002 Deutscher Mannschaftsmeister im Herrendegen, zweimal gelang der DM-Sieg der Damendegen-Mannschaft Ü40.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Stadt Ditzingen hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

  • 1887, 20. Juni: Dr. Andreas Renner, Württembergischer Finanzminister (1814–1898)
  • 1999: Alfred Fögen, Oberbürgermeister a. D.
  • 2001: Berthold Leibinger

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • 1740 , 7. Oktober, Christoph Dionysius von Seeger, † 26. Juni 1808 in Blaubeuren, Lehrer und ein Hauptorganisator der Hohen Karlsschule
  • 1775, 17. März, Ludwig von Gaisberg, † 10. oder 13. August 1852 in Neudegg bei Donauwörth, Justizbeamter, Landtagsabgeordneter
  • 1786, 16. Dezember, Konrad Kocher, † 12. März 1872 in Stuttgart, Kirchenmusiker, Organist an der Stuttgarter Stiftskirche, später auch dortiger Musikdirektor
  • 1810, 17. April, Johann Ulrich Wirth, † 20. März 1879 in Winnenden, protestantischer Theologe und Philosoph
  • 1814, 28. September, Andreas von Renner, † 8. Dezember 1898 in Stuttgart, Finanzminister des Königreichs Württemberg.
  • 1824, 20. März, Theodor von Heuglin (in Hirschlanden), † 5. November 1876 in Stuttgart, deutscher Ornithologe und Afrika-Forscher
  • 1881, 4. April, Jakob Wilhelm Hauer, † 18. Februar 1962 in Tübingen, deutscher Indologe und Religionswissenschaftler
  • 1968, 30. Dezember, Thomas D alias Thomas Dürr, Mitglied der Hip-Hop- bzw. Rap-Band Die Fantastischen Vier
  • 1983, 8. August Bastian Knittel, deutscher Tennisprofi
  • 1998, 4. Januar, Jonas Hämmerle, deutscher Schauspieler

Sonstige Persönlichkeiten, die mit Ditzingen in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Günther Oettinger, seit 2010 EU-Kommissar für Energie, von 2005 bis 2010 Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, wuchs in Ditzingen auf und war dort Vorsitzender der CDU Ditzingen, Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion im Gemeinderat und Mitbegründer der JU Ditzingen. 1982 kandidierte Oettinger erfolglos um das Amt des Ditzinger Oberbürgermeisters.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ditzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Ditzingen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 402–405.
  3. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2012
  4. http://www.wahlen.kdrs.de/AGS118011/118011g.htm
  5. Thales Deutschland zieht 2014 nach Ditzingen um. Thales, 27. Oktober 2011, abgerufen am 15. August 2012.