Diurese

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der medizinische Ausdruck Diurese (griechisch διά diá „durch“ und οὐρέω uréō „harnen“) bezeichnet die Harnausscheidung durch die Nieren. Diese beträgt beim Menschen etwa einen bis eineinhalb Liter pro Tag.

Die Diurese wird im Rahmen medizinischer Maßnahmen beeinflusst:

  • Die Diurese kann durch die Gabe harntreibender Mittel, sogenannter Diuretika, gesteigert werden. Dieses Vorgehen ist bei verschiedenen Nieren- und Herz-Kreislauferkrankungen sinnvoll, um die Kreislaufbelastung durch ein relativ zu hohes Blutvolumen zu reduzieren, z. B. bei Herzinsuffizienz.
  • Im Rahmen intensivmedizinischer Entgiftungsmaßnahmen wird die forcierte Diurese durchgeführt, die das Ziel verfolgt, giftige und wasserlösliche Substanzen durch starke Harnproduktion aus dem Organismus zu entfernen.
  • Das Hormon Adiuretin (ADH), das im Hypothalamus produziert und im Hypophysenhinterlappen gespeichert wird, ist verantwortlich für die Rückresorption von Wasser im Mittelstück in den Nieren und damit Diurese hemmend.

Auch auf den Körper wirkende physikalische Größen können die Diurese beeinflussen, so steigert sich die Aktivität bei Kälte- oder Druckbelastung (zum Beispiel im Wasser) oder bei niedrigem Luftdruck (zum Beispiel über ca. 3000 m Höhe). Die Kältediurese wird durch eine verminderte Produktion von ADH ausgelöst.[1]

Das im Kaffee enthaltene Coffein wirkt diuretisch. Wird Kaffee allerdings regelmäßig und in ähnlichen Mengen konsumiert, so besteht keine erhöhte Diurese oder Natriurese aufgrund des erhöhten Niveaus verschiedener Kompensationsmechanismen (Escape-Phänomen). Kaffee wird deshalb nach aktuellem Forschungsstand als Teil der Wasserzufuhr des Körpers betrachtet und kann in der Flüssigkeitsbilanz wie jedes andere Getränk behandelt werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat veröffentlicht, dass Kaffee zwar kurzfristig harntreibende Wirkung hat, aber nicht dauerhaft entwässert, da der Körper entsprechend gegensteuert.[2][3] Auch schwarzer Tee hat keine entwässernde Wirkung. Dieser Gewöhnungseffekt tritt auch bei einigen Diuretika auf, wenn sie als Dauertherapie gegeben werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lothar Ullrich (Herausgeber): Thiemes Intensivpflege und Anästhesie mit DVD. Georg Thieme Verlag 2005, ISBN 9783131309105, S. 553.
  2. Kaffee ist besser als sein Ruf: Neue Ergebnisse entlasten den beliebten Muntermacher, wissenschaft.de (www.wissenschaft.de)
  3. Studie: Kaffee entzieht dem Körper kein Wasser