Division Schnelle Kräfte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Division Spezielle Operationen)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Division Schnelle Kräfte
— DSK —

XX
Verbandsabzeichen der DSK
Verbandsabzeichen
Aufstellung 1. April 2001
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Logo des Heeres Heer
Typ Luftlandedivision aus Eingreif-/ und Stabilisierungskräften mit Spezial- und Spezialisierten Kräften
Unterstellte
Truppenteile

Stabskompanie
Fernmeldestaffel DSK
Fernspählehrkompanie 200
Transporthubschrauberregiment 10
Transporthubschrauberregiment 30
Kampfhubschrauberregiment 36
Kommando Spezialkräfte
Luftlandebrigade 26
Luftlandebrigade 31
11. Luchtmobiele Brigade

Stärke 9.500 Mann (Soll)
Unterstellung Verbandsabzeichen KdoH Kommando Heer
Sitz des Stabes Stadtallendorf
Kommandeur
Kommandeur BrigGen Eberhard Zorn
Stellvertreter BrigGen Reinhardt Zudrop

Die Division Schnelle Kräfte (DSK) mit einer Sollstärke von 9.500 Mann ist eine Division des deutschen Heeres mit Sitz des Stabes in Stadtallendorf und unterstellten Truppenteilen in den Ländern Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Baden-Württemberg.

Die Anfang 2014 durch Umgliederung der Division Spezielle Operationen unter Eingliederung von Teilen der Division Luftbewegliche Operationen aufgestellte Division bündelt fast alle luftlandefähigen Kräfte, Heeresflieger und Spezialkräfte des Heeres. Damit ist die Division wesentlicher Träger von Landeoperationen des Heeres sowie Operationen luftbeweglicher und luftmechanisierter Kräfte. Durch die eingegliederten Spezial- und spezialisierten Kräfte ist die Division besonders für Spezialmissionen befähigt, die nicht dem klassischen Kampf hoher Intensität gegen militärisch organisierte Kräfte entsprechen. Teile der Division sind als Eingreifkräfte klassifiziert. Die in der Öffentlichkeit bekannteste unterstellte Einheit ist das Kommando Spezialkräfte (KSK).

Auftrag[Bearbeiten]

Der DSK sind vier Hauptaufgaben zugewiesen:

  • Die Division ist zur bewaffneten Rückführung befähigt, also der Evakuierung deutscher Staatsbürger und Schutzbefohlener, gegebenenfalls von Bürgern anderer Nationen, sowie der Rettung deutscher Soldaten unter akuter Bedrohung.
  • Die Division führt außerdem den Kampf gegen irreguläre Kräfte und schützt Truppen und Einrichtungen der Streitkräfte vor irregulären Kräften.
  • Die Division ist besonders zur Durchführung schneller Anfangs- und Abschlussoperationen in der Lage, was das schnelle Nehmen und Überwachen einsatzwichtiger Infrastruktur sowie die Deckung eigener Kräfte im Rahmen einer geordneten Rückführung nach Abschluss eines Einsatzes umfasst.
  • Teile der Division sind außerdem zur Durchführung von Operationen in der Tiefe befähigt. Bei Operationen in der Tiefe leistet die DSK Aufklärung und Feuerleitung in der Tiefe des gegnerischen Raumes sowie das Ausschalten von Zielen operativer Bedeutung.

Seit Übernahme der Heeresflieger steuert und koordiniert die Division den Flugbetrieb und Flugeinsatz der Heeresflieger, einschließlich des SAR-Dienstes der Bundeswehr.

Gliederung[Bearbeiten]

Derzeit besteht die Division aus folgenden Einheiten/Verbänden:

Divisionstruppen Division Schnelle Kräfte[Bearbeiten]

Kommando Spezialkräfte[Bearbeiten]

Verbandsabzeichen Kommando Spezialkräfte

Luftlandebrigade 26[Bearbeiten]

Verbandsabzeichen Luftlandebrigade 26

Hinweis: Brigade führt den Beinamen „Saarland“

Luftlandebrigade 31[Bearbeiten]

Verbandsabzeichen Luftlandebrigade 31

Hinweis: Brigade führt den Beinamen „Oldenburg“

11. Luchtmobiele Brigade[Bearbeiten]

Für Ausbildung und Übung ist der DSK die niederländische 11. Luchtmobiele Brigade aus Arnheim unterstellt.

  • internes Verbandsabzeichen 11. Luftbewegliche Brigade (11 Luchtmobiele Brigade), Arnheim
    • Stabskompanie, Arnheim
    • 11. Infanteriebataillon, Garde Grenadiers en Jagers, Arnheim
    • 12. Infanteriebataillon, Regiment Van Heutsz, Arnheim
    • 13. Infanteriebataillon, Regiment Stoottroepen Prins Bernhard, Assen
    • 11. Luftlandepionierkompanie, Arnheim
    • 11. Nachschubkompanie, Arnheim
    • 11. Instandsetzungskompanie, Arnheim
    • 11. Sanitatskompanie, Assen

Geschichte[Bearbeiten]

Die Division steht in der Tradition der 1956 aufgestellten 1. Luftlandedivision in Esslingen (ab 1964 Bruchsal).

Die Division wurde von Beginn der Auslandseinsätze in den ersten Kontingenten eingesetzt. Nach der Kurdenhilfe im Iran, war einer der ersten Auslandseinsätze im Mai 1993 als Sicherung für das Vorauskommando in Somalia zur Erkundung der Einsatzbedingungen für die Bundeswehr im Rahmen von UNOSOM II durch die damalige Kommandokompanie des Fallschirmjägerbataillons 261.

1994 fusionierte die 1. Luftlandedivision mit der 4. Panzergrenadierdivision, die 1956 als 4. Grenadierdivision in Regensburg aufgestellt worden war, zum Kommando Luftbewegliche Kräfte/4. Division. Ihr unterstanden anfänglich drei Luftlandebrigaden. 1995 wurde das KLK/4. Division in Kroatien im Rahmen von GECONUNPF bzw. GECONIFOR 1 eingesetzt. 1996 wurde die Luftlandebrigade 25 in das Kommando Spezialkräfte umgegliedert. 1997 wurde der Verband in Sarajevo als Teil des deutschen SFOR-Kontingents eingesetzt. Ebenfalls 1997 evakuierten Einheiten des Verbandes Deutsche aus Tirana (Operation Libelle). 1998 verlegten Teile des Verbandes nach Tetovo in Mazedonien. 1999 folgten Einsätze in Albanien (AFOR) und im Kosovo (KFOR).

Am 1. April 2001 wurde der Verband zur „Division Spezielle Operationen“ umgegliedert. 2002 war die Division Leitdivision für den ISAF-Einsatz in Afghanistan. Zum 1. Januar 2003 wurde die Luftlandefernmeldekompanie 100 neu aufgestellt.

2003 wechselte das Fernmelderegiment 4 zur Division Luftbewegliche Operationen, im Gegenzug wechselte die Luftlandefernmeldekompanie 9 aus Dillingen, umbenannt zur Luftlandefernmeldekompanie 200, zum 1. Oktober 2003 zur Division.

Die Fernspählehrkompanie 200 wurde der DSO am 1. Juli 2006 auch truppendienstlich von der Internationalen Fernspähschule überstellt. Die leichte Flugabwehrraketenbatterie 100 wurde am 1. Oktober 2006 der DSO unterstellt und in Luftlandeflugabwehrraketenbatterie 100 umbenannt. Im Dezember 2006 wurde die Batterie von Borken nach Seedorf verlegt.

Zum 1. Januar 2008 wurde das Luftlandefernmeldebataillon DSO in Stadtallendorf neu aufgestellt. Teile des Personals der Luftlandefernmeldekompanien 100 und 200 aus Regensburg bzw. Dillingen wurden zur Aufstellung des Luftlandefernmeldebataillons DSO bis Ende 2008 herangezogen. Die beiden Luftlandefernmeldekompanien wurden danach aufgelöst. Zusätzlich wurden Kräfte der aufzulösenden Panzerbrigade 14 (Neustadt) sowie des Logistikbataillons 51 (Stadtallendorf) zur Aufstellung verwendet.

Der Umzug des Divisionsstabes von Regensburg nach Stadtallendorf wurde zum 1. Oktober 2010 abgeschlossen.

Gliederung der Division Spezielle Operationen (DSO) zum 18. September 2013[Bearbeiten]

Gliederung DSO

Verbandsabzeichen der DSO Division Spezielle Operationen

Divisionstruppen Division Spezielle Operationen

Verbandsabzeichen Kommando Spezialkräfte Kommando Spezialkräfte

Verbandsabzeichen Luftlandebrigade 26 Luftlandebrigade 26 Hinweis: Brigade führt den Beinamen „Saarland“

Verbandsabzeichen Luftlandebrigade 31 Luftlandebrigade 31 Hinweis: Brigade führt den Beinamen „Oldenburg“

Neuausrichtung[Bearbeiten]

Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr und dem damit verbundenen Stationierungskonzept 2011 mit der Gliederung des Heeres (Bundeswehr, HEER2011) wurde die Division auf zwei Fallschirmjägerbrigaden und das KSK reduziert und zur Division Schnelle Kräfte (DSK) umgegliedert. Als weitere Kräfte eines Großverbandes wurden der DSK die Regimenter der Heeresflieger unterstellt. Damit werden infanteristische Kräfte des operativen und strategischen Einsatzes mit Transport- und Kampfmitteln der taktischen Einsatztiefe, die vorher mit den anderen infanteristischen Kräften verbunden waren, zusammengeführt. Die Transportfliegerkräfte der Luftwaffe, die auch die MTHs übernommen haben, stehen diesen nach Zuteilung durch die Luftwaffe zur Verfügung.

Am 18. September 2013 erfolgte der Unterstellungswechsel des Heeresmusikkorps 300 (HMusKorps 300) an die Streitkräftebasis, Zentrum Militärmusik der Bundeswehr.[1] Am 17. Dezember 2013 erfolgte in Fritzlar die Außerdienststellung der Luftbeweglichen Brigade 1 durch Brigadeführer Oberst Michael Mittelberg. Gleichzeitig wurden die verbleibenden Hubschrauberverbände des Heeres, das Transporthubschrauberregiment 10, das Transporthubschrauberregiment 30 sowie das Kampfhubschrauberregiment 36 in Fritzlar, der Division Spezielle Operationen in Stadtallendorf unterstellt. [2]

Die Division Spezielle Operationen wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2014 umbenannt und trägt seitdem den Namen Division Schnelle Kräfte. Die Stabskompanie der Division wurde zeitgleich in Stabs- und Fernmeldekompanie der Division Schnelle Kräfte umbenannt. Sie ist unverändert in Stadtallendorf stationiert.

Der Division Schnelle Kräfte wurde Mitte 2014 die 11. luftbewegliche Brigade der Niederländischen Streitkräfte eingegliedert, so dass neben der deutsch-französischen Brigade ein zweiter dauerhaft binationaler Verband unterhalb der Korpsebene entstand. Bereits um die Jahrtausendwende war die 11. luftbewegliche Brigade in der 2002 aufgelösten Multinational Division Central für die Zusammenarbeit mit den deutschen Luftlandetruppen vorgesehen.

Verbandsabzeichen[Bearbeiten]

Verbandsabzeichen der DSK
Verbandsabzeichen der 1. LLBrig
Verbandsabzeichen der DSO

Das Verbandsabzeichen der Division zeigt als Symbol der Luftlandekräfte einen goldenen Adler im Sturzflug auf silbernem Grund, die Umrandung ist weiß/silber mit eingeflochtenem schwarzen Faden. Mit Umbenennung in den jetzigen Namen wurde das alte Verbandsabzeichen mit blauem Wappenschild abgelegt. Der neue silbern/graue Wappenschild gleicht dem der Division Luftbewegliche Operationen, deren Truppenteile die Division Schnelle Kräfte teils übernommen hat. Gleichzeitig ist grau die Waffenfarbe der Heeresfliegertruppe, die sich jetzt neu in der Division wiederfinden. Als Hinweis auf die Spezialkräfte der Division ist auf dem Wappen unter dem Adler ein nach oben zeigender schwarzer Pfeil abgebildet. Die Wappen der (zurzeit noch) unterstellten Brigaden sind gemäß der heraldischen Tradition des Heeres mit dem Wappen der Division ähnlich dem alten Verbandsabzeichen. Lediglich die Umrandung des Wappenschildes unterscheidet die Brigaden: Weiß für das KSK, rot für Luftlandebrigade 26 und gelb für die Luftlandebrigade 31. Das Kommando Spezialkräfte wird dieses Verbandsabzeichen auch beibehalten. Das Verbandsabzeichen der neu aufzustellenden Luftlandebrigade 1 wird an das neue Verbandsabzeichen der Division optisch angepasst (grauer Schildgrund) und erhält als erste Brigade einen weißen Bord.

Kommandeure[Bearbeiten]

Nr. Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
6 Brigadegeneral Eberhard Zorn 12. Juni 2014
5 Generalmajor Jörg Vollmer 1. August 2011 12. Juni 2014[3]
4 Generalmajor Hans-Werner Fritz 10. Januar 2008 1. August 2011
3 Generalmajor Hans-Lothar Domröse 9. März 2006 10. Januar 2008
2 Generalmajor Rainer Glatz 1. September 2002 9. März 2006
1 Generalmajor Hans-Otto Budde Juni 2001 August 2002

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhard Scholzen: Division Spezielle Operationen der Bundeswehr: Einsatzbereit, jederzeit, weltweit. In: Homeland Security, Nationale Sicherheit und Bevölkerungsschutz 3, 2011, S. 19-24.
  • Reinhard Scholzen: Division Spezielle Operationen. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-613-03017-6.
  • Sören Sünkler: Elite- und Spezialeinheiten Europas. Motorbuch Verlag, 2008, ISBN 978-3-613-02853-1.
  • Christin-Désirée Rudolph: Eyes on Target - Die Fernspäher der Bundeswehr. Motorbuch Verlag, 2008, ISBN 978-3-613-02852-4.
  • Christin-Désirée Rudolph: Ready Set Go - Die Fallschirmjäger der Bundeswehr. Motorbuch Verlag, 2009, ISBN 978-3-613-03018-3.
  • Helmut Michelis: Adler und Schwert - Die Division Spezielle Operationen. Merziger Druckerei und Verlag, ISBN 978-3-938415-33-7.
  • Sören Sünkler: Die Spezialverbände der Bundeswehr. Motorbuch Verlag, 2007, ISBN 978-3-613-02592-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Presse- und Informationsdienst der Streitkräftebasis: Feierliche Zeremonie anlässlich des Unterstellungswechsels der Heeresmusikkorps zum Zentrum Militärmusik der Bundeswehr. www.streitkraeftebasis.de, 16. September 2013, abgerufen am 13. Oktober 2013.
  2. Rene Hinz: Neuausrichtung geht voran – Heeresfliegerverbände werden neu unterstellt. www.deutschesheer.de, 18. Dezember 2013, abgerufen am 18. Dezember 2013.
  3. Vollmer hinterlässt eine neue Division. 4. Juni 2014, abgerufen am 14. Juni 2014.

49.00684912.122797Koordinaten: 49° 0′ 24,7″ N, 12° 7′ 22,1″ O