Dizengoffstraße

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Die Dizengoffstraße in Richtung Süden

Die Dizengoffstraße (hebräisch דיזנגוף רחוב; Rehov Dizengoff) ist eine Hauptverkehrsstraße in der Innenstadt von Tel Aviv. Sie ist benannt nach Tel Avivs erstem Bürgermeister, Meir Dizengoff.

Die Straße beginnt im Süden an der Ecke Ibn-Gabirol-Straße und erstreckt sich bis zum Hafen im Norden der Stadt. Dabei überquert sie den Dizengoffplatz und verbindet über die Verlängerung der King-George-Street die Weiße Stadt mit Neve Tsedek.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Straße in den 1930er-Jahren

Die Dizengoffstraße wurde zwischen 1927 und 1929 im Rahmen des Geddes-Plans als Hauptverkehrsachse der nördlichen Innenstadt Tel Avivs angelegt. 1925 hatte Bürgermeister Meir Dizengoff den schottischen Stadtplaner Sir Patrick Geddes für den Entwurf der ersten großen systematischen Stadterweiterung gewonnen. Unter Einbeziehung bereits entstandener Quartiere plante Geddes einen Raster aus Hauptverkehrs- und Seitenstraßen sowie öffentlichen Plätzen, der die Grundlage für die Entwicklung der Weißen Stadt bildete.[1]

Die Dizengoffstraße entwickelte sich schnell zu einer belebten Geschäftsstraße und wurde Symbol des Aufbruchs. In ihrer Blütezeit wurde sie gar als die "Champs-Élysées von Tel Aviv" bezeichnet. In die hebräische Umgangssprache fand sie Einzug mit dem Begriff l'hizdangef (להזדנגף) – grob zu übersetzen mit dizengoffen ("Die Dizengoffstraße entlang spazieren.").[2]

Ein Gebäude im International Style an der Ecke Ben Gurion Blvd.

In den 1970er-Jahren begann mit dem Bau einer Shopping Mall, des Dizengoff Centers, der langsame Verfall der Straße. Auch der wenig einfühlsame Umbau des Dizengoffplatzes von einem Kreisverkehr mit idyllischem Park zu einem mehrgeschossigen Schnellstraßenkreuz trug zur abnehmenden Popularität der Straße bei.

Insbesondere der südliche Abschnitt der Straße war von diesem Niedergang betroffen. Nördlich des Dizengoffplatzes finden sich noch immer hochwertigere Modegeschäfte, sowie eine Vielzahl kleiner Cafés und Bistros. Auch ist in den letzten Jahren ein Aufschwung zu verzeichnen: Viele der z.T. stark verfallenen Baudenkmale in der Weißen Stadt wurden restauriert und durch hochwertige Neubauten ergänzt. Auch wird seit einigen Jahren über den Rückbau der Fußgängerrampen und die Wiederherstellung der ursprünglichen Gestalt des Dizengoffplatzes diskutiert.[3]

Quellangaben[Bearbeiten]

  1. Nahoum Cohen: Bauhaus Tel Aviv – An Architectural Guide. Batsford, London 2003, ISBN 0-7134-8792-5, S. 10 ff.
  2. http://travel.yahoo.com/p-travelguide-191501828-tel_aviv_vacations-i
  3. http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/9675

Literatur[Bearbeiten]

  • Maoz Azaryahu: Tel Aviv. Mythography of a City. Syracuse University Press, Syracuse NY 2006, ISBN 0-8156-3129-4.
  • Barbara E. Mann: A Place in History. Modernism, Tel Aviv, and the Creation of Jewish Urban Space. Stanford University Press, Stanford CA 2006, ISBN 0-8047-5018-1, (Stanford Studies in Jewish History & Culture).
  • Nahoum Cohen: Bauhaus Tel Aviv – An Architectural Guide. Batsford, London 2003, ISBN 0-7134-8792-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dizengoffstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien