dm-drogerie markt
| dm-drogerie markt GmbH + Co. KG | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Gründung | 1973 |
| Sitz | Karlsruhe, Deutschland |
| Leitung | Erich Harsch, Vorsitzender der Geschäftsführung |
| Mitarbeiter | 39.079 (2010/2011)[1] |
| Umsatz | 6,17 Mrd. Euro (2010/2011)[1] |
| Branche | Drogeriehandel und -herstellung |
| Website | www.dm-drogeriemarkt.de |
Die dm-drogerie markt GmbH & Co. KG ist ein deutsches Unternehmen, das unter dem Namen dm in Mittel- und Südosteuropa Drogeriemärkte betreibt. Die Firmenzentrale befindet sich in Karlsruhe.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschäftsdaten
Das erste Geschäft eröffnete Firmengründer Götz W. Werner 1973 in Karlsruhe. Im Geschäftsjahr 2010/2011 (30. September) wurde ein Gesamtumsatz von 6,17 Milliarden Euro erzielt, davon 4,48 Milliarden Euro in Deutschland. Insgesamt hatte das Unternehmen 39.079 Mitarbeiter und 1.256 Filialen in Deutschland und zehn weiteren europäischen Staaten.[1]
Im Geschäftsjahr 2005/2006 betrug der Konzernjahresüberschuss des Unternehmens laut GuV 73 Millionen Euro.[2]
Neben dem Gesellschafter Werner gibt es seit 1974 in der Kommanditgesellschaft nur einen Mitgesellschafter, Günther Lehmann. Aufgrund seiner Unternehmensgröße ist dm mitbestimmungspflichtig geworden und gründete im September 2002 einen Betriebsrat sowie im Frühjahr 2003 auch einen mitbestimmten Aufsichtsrat mit acht Arbeitnehmervertretern. 2008 übernahm Erich Harsch (* 1961) nach 27 Jahren Betriebszugehörigkeit die Geschäftsleitung und löste damit Firmengründer Werner ab, der in den Aufsichtsrat wechselte.[3] Aufsichtsratsvorsitzender ist der Rechtsanwalt Heino Rück. Im August 2010 gab Unternehmensgründer Werner bekannt, dass er seine Unternehmensanteile in eine gemeinnützige Stiftung eingebracht hat.[4] Auf Wunsch von Erich Harsch wurde 2011 Götz Werners Sohn Christoph in die erweiterte Geschäftsführung aufgenommen.[5]
In Deutschland ist seit 2010 dm nach Umsatz die größte Drogeriemarktkette vor Schlecker und Rossmann, nach der Zahl der Filialen führt weiterhin Schlecker.[6] Nachdem etwa dreißig Jahre lang eine informelle Marktaufteilung zwischen dem drittgrößten deutschen Drogerieunternehmen Rossmann und dm bestand, setzte etwa seit der Jahrtausendwende ein Verdrängungswettbewerb ein. Während Rossmann bislang den Norden und Osten Deutschlands belieferte und dm den Süden, hat nun Rossmann mit Unterstützung des Hongkonger Konzerns Hutchison Whampoa seine Zurückhaltung aufgegeben. Im Gegenzug eröffnet dm zunehmend mehr Filialen im Norden, insbesondere in den Ballungsgebieten Hannover und Berlin. Nach Angaben des Unternehmens hatte 2007 jede dm-Filiale durchschnittlich 270.000 Euro Umsatz im Monat, Rossmann kam auf 150.000 Euro und Schlecker auf 45.000 Euro je Filiale.[7]
Seit 1986 werden bei dm zunehmend Eigenmarken eingeführt, 2008 gab es 21 dm-Marken mit insgesamt 2.600 Produkten in fast allen Sortimentsbereichen. Diese Produktstrategie erwirtschaftet mittlerweile einen Anteil am Gesamtumsatz in Höhe von 30 Prozent.[8] Seit 2006 bietet dm in Nordrhein-Westfalen einen Bestell- und Abholservice für apothekenpflichtige Arzneimittel in Kooperation mit einer niederländischen Versandapotheke an.[9] Eine weitere Ausdehnung ist vorgesehen. Einen immer breiteren Raum im Verkaufssortiment nimmt die Bio-Abteilung der dm- Märkte ein. Hier werden hauptsächlich Produkte von alnatura vertrieben.
dm Deutschland hat zwei Verteilzentren in Waghäusel und Weilerswist.[10]
[Bearbeiten] Österreich
In Österreich erfolgt der Marktauftritt seit 1976 über die dm drogerie markt GmbH mit Sitz in Wals-Siezenheim, Gesellschafter sind mit 32 % die Spar Österreich - Tochter ASPIAG und mit 68 % die dm drogerie markt Verwaltungsgesellschaft m.b.H. Diese Verwaltungsgesellschaft gehört zu 25 % dem Unternehmer Günter Bauer (bzw. seiner GmbH) und zu 75 % der österreichischen DM Holding Gesellschaft m.b.H., welche sich wiederum zu 100 % im Besitz der deutschen dm-drogerie markt GmbH & Co KG befindet.[11]
Im Jahr 2010 wurde von 5.372 Mitarbeitern in 367 Filialen ein Umsatz von 616 Millionen Euro erreicht. Die Belieferung der Outlets erfolgt durch das Verteilerzentrum in Enns. Die drei Marktführer dm, Schlecker (rund 1.000 Filialen) und Bipa (572) erreichen zusammen 80 % Marktanteil am österreichischen Drogerieeinzelhandel.[12] [13]
Die österreichische dm - Gesellschaft hält 4 % an der Einkaufskooperation Markant Österreich GmbH, weiters jeweils 100 % an den dm - Tochterunternehmen in Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien, Rumänien und Bulgarien, die zusammen über 855 Filialen betreiben.[14] [15]
[Bearbeiten] Kundenzufriedenheit
dm-drogerie markt weist bei vielen wirtschaftlichen Kennziffern einen Vorsprung gegenüber anderen Mitbewerbern aus. Am deutlichsten zeigt sich das im Bereich der Kundenzufriedenheit. So kann dm neben einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit[16] auch die mittlerweile höchste Kundenzufriedenheit verzeichnen.[17] Hinsichtlich der Kundentreue ist nach der Kommunikationsanalyse der Zeitschrift Brigitte ein kontinuierlicher Zuwachs für dm zu erkennen, vor allem bei jungen Familien.[18] Ebenso kaufen Senioren bevorzugt bei dm ein laut der Studie „Perfect Ager“ des Instituts für Handelsforschung in Köln (IfH).[18]
[Bearbeiten] Vertriebsstruktur
Die strategische Ausrichtung des Kundenmanagements von dm beginnt bei den Filialen und nicht in der Vertriebszentrale. Den Filialen wird die Entscheidung über Produktsortiment und -menge überlassen. Damit wird ein neues Maximum an Liefereffizienz im Sinne des Customer-Relationship-Management (CRM) und der Efficient Consumer Response (ECR) erreicht. Wesentliches Element der dezentralen Führungskultur ist das eigens dafür entwickelte Berichtswesen der Wertbildungsrechnung.
[Bearbeiten] Ausbildung
Das mehrfach prämierte Ausbildungskonzept von dm setzt auf eine gründliche und allseitige Ausbildung seiner Auszubildenden. Für die duale Berufsausbildung eines Drogisten gab es infolge des wirtschaftlichen Konzentrationsprozesses bis vor wenigen Jahren nur noch acht Schulstandorte. Seitdem sich aber von 1998 an dm auch in der Berufsausbildung engagiert, ist die Zahl der Ausbildungsstandorte von acht auf mittlerweile 21 gestiegen. Während man an den Berufsschulen immer noch den Schwerpunkt auf eine allgemeine Ausbildung für Einzelhandelskaufleute legt, spezialisiert dm seine Lehrlinge gezielt auf drogeriespezifische Fachkenntnisse. Ebenso unterscheidet sich die Form der Ausbildung von der Lehrlingsausbildung. So etwa werden mehrtägige Theater-Workshops durchgeführt, um die Lernlinge auf eine berufsinterne Flexibilität und Offenheit für neue und unerwartete Situationen vorzubereiten. Seit 1998 hat dm 3500 junge Menschen mit dieser fachspezifischen Ausbildung übernommen.[19]
Seit Herbst 2006 hat der Konzern eine Partnerschaft mit der privaten Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft bei Bonn vereinbart, dm garantierte eine Finanzierung von sechzehn Studienplätzen im Bachelor-Studiengang Betriebswirtschaftslehre. Im Gegenzug erhofft sich dm von der Kooperation mit der Hochschule seinen potentiellen Managementnachwuchs. Alanus-Studierende erhalten eine interdisziplinäre Ausbildung, die neben ihren fachspezifischen Kenntnissen auch ihre künstlerischen, kulturellen und philosophischen Fähigkeiten entwickelt.[20]
[Bearbeiten] Kritik
Im August 2011 geriet dm in die Kritik, weil das Unternehmen eine Anzeigenkampagne des Verbraucherschutzministeriums in der BILD sponserte. Da neben den Anzeigen des Ministeriums auch Anzeigen von dm geschaltet wurden, entstand der Eindruck, das Ministerium würde dm empfehlen.[21] Daraufhin sprach die Wettbewerbszentrale gegenüber dm eine Abmahnung aus und nahm das Unternehmen auf Unterlassung in Anspruch.[22] Das Verbraucherschutzministerium erklärte, dass keine weiteren durch dm gesponserten Anzeigen mehr erscheinen würden.[23] Laut Erich Harsch sei die Kombination der beiden Anzeigen entstanden, da ein ganzer Werbeblock günstiger gewesen sei als zwei getrennte Anzeigen.[24]
[Bearbeiten] Literatur
- Karl-Klaus Pullig: Innovative Unternehmenskulturen. Zwölf Fallstudien zeitgemäßer Sozialordnungen. Rosenberger, Leonberg 2000, ISBN 3-931085-28-7
- Karl-Martin Dietz, Thomas Kracht: Dialogische Führung. Zur Führungskultur bei dm-drogerie markt. Campus, Frankfurt a.M. 2002, ISBN 3-593-37170-7
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- 2007: Deutscher Handelspreis in der Kategorie Management-Leistung
[Bearbeiten] Weblinks
- Internetseite dm.de
- „dm ist Österreichs bester Drogeriemarkt“, Die Handelszeitung, 27. April 2011
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b c „dm in Zahlen“, dm Deutschland, Stand: 26. Januar 2012
- ↑ eBundesanzeiger.de, Daten neu aufrufen wegen abgelaufener Sitzungsdauer
- ↑ Christoph Schlautmann: „Erich Harsch wird neuer dm-Chef. Aus eigener Züchtung“, Handelsblatt, 15. Mai 2008
- ↑ nis/dpa: dm-Gründer Götz Werner und sein Erbe – "Meine Kinder müssen sich selbst beweisen", manager magazin, 15. August 2010
- ↑ Bernd Freytag: Drogeriemarktkette dm: „Mit Geld motiviert man nicht“, FAZ, 15. April 2011, Interview mit Erich Harsch.
- ↑ Tino Andresen: Der erbitterte Kampf der Drogerieketten, Handelsblatt, 3. März 2011
- ↑ Maren Peters: „dm will vor allem in Berlin wachsen“, Tagesspiegel, 19. Oktober 2007
- ↑ Silke Gronwald: „Kampf der Discounter“, stern, Nr. 4, 27. Januar 2005
- ↑ „Europa Apotheek Venlo baut Vorreiterrolle bei den Versandapotheken aus.“ Europa Apotheek BV, 29. August 2007
- ↑ Patrik Reinartz: „Täglich rollen rund 100 Lastwagen an“, Kölner Stadtanzeiger, 24. Mai 2007
- ↑ Beteiligungen, in: FirmenABC, (Suchbegriff: dm drogerie markt in 5073 Wals, abgerufen am 12. September 2011)
- ↑ Lebensmittel- und Drogeriefachhandel 2011, Die Handelszeitung, (PDF-Datei, 1,18 MB, 1 S.), abgerufen am 1. Februar 2012
- ↑ Drogeriemärkte auf Erfolgskurs - Parfümerieumsätze stagnieren! Die Handelszeitung vom 14. Juli 2010
- ↑ dm in Europa (abgerufen am 12. September 2011)
- ↑ Beteiligungen, in: FirmenABC, (Suchbegriff: Markant Österreich GmbH, abgerufen am 12. September 2011)
- ↑ Reinhard Sprenger: „Fairness – Ehrenpreis 2003 an Götz Werner“, 6. Oktober 2003
- ↑ Verbraucherportal Ciao: „Die besten Drogeriemärkte“, 2006, (978 Erfahrungsberichte)
- ↑ a b „dm-drogerie markt im Überblick: Die wichtigsten Entwicklungen des Geschäftsjahres 2005/2006 und die Perspektiven 2006/2007“, Pressemitteilung vom 9. Oktober 2006
- ↑ Simon Hage: „Gegen den Strom“, manager magazin, 10. März 2006
- ↑ Michael Hesse: „Wirtschaft für Menschen“, Kölner Stadtanzeiger, 11. Januar 2006
- ↑ Bild von der Anzeigenkampagne. Spiegel Online (22. August 2011). Abgerufen am 22. August 2011.
- ↑ Wettbewerbszentrale mahnt dm ab. hr-online.de (22. August 2011). Abgerufen am 22. August 2011.
- ↑ Ministerium kippt Drogerie-Sponsoring. taz (22. August 2011). Abgerufen am 22. August 2011.
- ↑ Drogeriekette sponserte Werbekampagne der Regierung. Spiegel Online (22. August 2011). Abgerufen am 22. August 2011.
49.00988.3542Koordinaten: 49° 0′ 35,3″ N, 8° 21′ 15,1″ O