Dmitri Jurjewitsch Cholodow

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Skulpturabbildung Cholodows auf seinem Grabstein auf dem Friedhof Trojekurowo in Moskau

Dmitri Jurjewitsch Cholodow (russisch Дмитрий Юрьевич Холодов, auch Dimitry Kholodov; * 21. Juli 1967 in Sagorsk; † 17. Oktober 1994 in Moskau) war ein Journalist der russischen Zeitung Moskowski Komsomolez. Er wurde ermordet, während er Nachforschungen über Korruption innerhalb der russischen Armeeführung anstellte.

Leben[Bearbeiten]

Er wurde als Sohn des Physikers Juri Cholodow und seiner Frau Zoja geboren. Er studierte Physik und arbeitete zunächst wie seine Eltern am Institut der Verteidigungsindustrie in Klimowsk, südlich von Moskau. Wegen schlechter Karriereaussichten wandte er sich dem Journalismus zu. Zunächst arbeitete er für das Lokalradio. 1992 wurde er Redakteur der Moskauer Tageszeitung Moskowski Komsomolez.

In seinen Artikeln behauptete Cholodow, dass der Verteidigungsminister Pawel Gratschow während des Abzugs der russischen Armee aus Ostdeutschland in Korruptionsgeschäfte verwickelt war.[1] 1993 berichtete er detailliert über ethnische Säuberungen[2] in Abchasien, darunter auch das Massaker von Sochumi 1993.

Cholodow starb am 17. Oktober 1994, als in seiner Redaktion ein präparierter Koffer explodierte, den er aus einem Schließfach des Kazaner Bahnhofs in Moskau geholt hatte. Seine Kollegin Katja Dejewa wurde durch die Kofferbombe verletzt. Cholodow hatte vermutet, der Koffer enthalte Dokumente, die das Verteidigungsministerium belasten würden.[3]

Obgleich der Tod des Journalisten vor zwei Militärgerichten verhandelt wurde, gab es keine Verurteilungen. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Offiziere des Armeegeheimdienstes wegen Mordes angeklagt und einen weiteren Geheimdienstoffizier der Komplizenschaft. Nach Angaben der Staatsanwälte handelten sie im Auftrag des damaligen russischen Verteidigungsministers Gratschow. Gratschow war als Zeuge vor Gericht erschienen und hatte eingeräumt, gegenüber Mitarbeitern über Cholodow gesagt zu haben, „brecht seine Beine“ und „schließt seinen Mund“.[4] Die Angeklagten wurden jedoch 2004 aus Mangel an Beweisen freigesprochen.[5] Eine Revision wurde 2005 abgewiesen.[6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.cpj.org/Briefings/2006/deadly_news/kholodov.html
  2. http://geest-verlag.de/index.php/September-2007/27.-September-historisches-Ereignis-Massaker-von-Sochumi.html
  3. http://cpj.org/reports/2006/09/kholodov.php
  4. http://cpj.org/reports/2006/09/kholodov.php
  5. http://www.rferl.org/content/article/1054145.html
  6. http://cpj.org/reports/2006/09/kholodov.php