Dmitri Olegowitsch Rogosin

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Dmitri Rogosin, 2011

Dmitri Olegowitsch Rogosin (russisch Дмитрий Олегович Рогозин, wiss. Transliteration Dmitrij Olegovič Rogozin; * 21. Dezember 1963 in Moskau) ist ein russischer Politiker und Diplomat. Von Januar 2008 bis Dezember 2011 war er ständiger Vertreter der Russischen Föderation bei der NATO. Seit Dezember 2011 ist er einer der Stellvertretenden Ministerpräsidenten in der Regierung der Russischen Föderation. Rogosin gilt als ein Politiker, der ausgesprochen nationalistische Positionen vertritt.[1]

Leben[Bearbeiten]

Rogosins Vater, Oleg Konstantinowitsch Rogosin war Generalleutnant der sowjetischen Armee und bis 1989 Vizechef des Rüstungsdienstes im Verteidigungsministerium der Sowjetunion.[2] Nach seiner Schulausbildung studierte Dmitri Rogosin an der Journalistischen Fakultät der Lomonossow-Universität und schloss als Diplom-Journalist ab. 1988 erwarb er ein Diplom als Wirtschaftswissenschaftler. 1992 besuchte er Transnistrien, was ihn heutzutage dazu verleitet, zu behaupten, er habe "selbst um Transnistrien gekämpft".[3] 1993 wurde er Mitglied der Partei Kongress der Russischen Gemeinschaften, die von Alexander Lebed geführt wurde. Kurze Zeit später übernahm Rogosin diese Position von Lebed. 1996 erwarb er einen PhD in Philosophie.

1997 kam er als Abgeordneter von Woronesch in die Duma. 2003 wurde er Vorsitzender der Partei Rodina, die in der russischen Parlamentswahl 2003 9,2 % der Stimmen auf sich vereinigen konnte und 37 Sitze in der Duma erhielt. Rogosin wurde auch Fraktionsvorsitzender. Wegen rassistischer Ausfälle musste er jedoch 2006 sowohl Partei- als auch Fraktionsvorsitz niederlegen. Bei den Parlamentswahlen 2007 spielte seine bisherige Partei keine Rolle mehr. Rogosin engagierte sich zudem in der Bewegung Welikaja Rossija (Großes Russland), einer Vereinigung russischer Nationalisten, aus der eine Partei entstehen sollte.

Im Januar 2008 wurde Rogosin vom damaligen russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin zum Vertreter Russlands bei der NATO in Brüssel ernannt. Am 23. Dezember 2011 wechselte er in die Regierung der Russischen Föderation als Vizepremier.[4]

Am 17. März 2014 wurde Rogosins Name auf die Liste derjenigen gesetzt, deren Vermögen in den USA als Reaktion auf Russlands Rolle bei der Krimkrise blockiert wird.[5] Einige Tage später wurde er auch auf die Sanktionsliste der EU gesetzt, damit unterliegt Rogosin einem Einreiseverbot für das Gebiet der EU.[6]

Privates[Bearbeiten]

Dmitri Rogosin ist seit 1983 mit der russischen Sängerin und Dichterin Tatjana Rogosina (geb. Serebrjakowa) verheiratet.

Aus der Ehe ist ein Sohn namens Alexei hervorgegangen. Alexei Rogosin (* 1983) ist in leitender Position bei der Firma "Promtechnologii" tätig und ist zudem Mitglied im Sicherheitsausschuss der Duma. Alexei Rogosin hat zwei Kinder: Fjodor (* 2005) und Maria (* 2008). Damit ist Dmitri Rogosin zweifacher Großvater.

Zu den Hobbys von Dmitri Rogosin zählt in erster Linie Sport. Er beschäftigt sich mit Handball, Fußball, Basketball und Tennis. Darüber hinaus ist er begeisterter Unterwasserjäger.

Dmitri Rogosin lebt mit seiner Frau in Moskau. Er ist russisch-orthodoxer Religionszugehörigkeit.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dmitri Rogosin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolkowa, Irina: Putin spannt Rogosin als Zugpferd ein, in: Neues Deutschland, 16. Mai 2011.
  2. Artikel bei RIA-Novosti, 23. Dezember 2011
  3. Vladimir Socor: Dmitry Rogozin Appointed Special Presidential Representative for Transnistria, Eurasia Daily Monitor, 23. März 2012.
  4. Дмитрий Рогозин назначен вице-премьером, lenta.ru, 23. Dezember 2011.
  5. Nach dem Referendum: Putin erkennt Krim offiziell als unabhängigen Staat an, FAZ am 17. März 2014
  6. Ukraine-Krise: Russischer Vizepremier Rogosin auf EU-Sanktionsliste, Der Standard vom 21. März 2014
  7. http://rusk.ru/st.php?idar=180002