Dnepr-Bug-Kanal

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Lage des Kanals
Der Kanal bei Glina (um 1940)

Der Dnepr-Bug-Kanal (weissruss.: Дняпроўска-Бугскі канал; Dnjaproŭska-Buhski Kanal) verbindet die beiden weißrussischen Flüsse Muchawez (ein Nebenfluss des Westlichen Bugs) und Pina (Nebenfluss des Prypjat) miteinander und hat eine Länge von etwa 58 Kilometern.

Lage[Bearbeiten]

Zu den 58 Kilometern des Kanals kommen weitere 74 km der kanalisierten Pina und 64 km der kanalisierten Muchawez, sodass die Gesamtlänge der Wasserstraße vom Bug zum Prypjat 196 km beträgt. Der Kanal ist Teil des Wasserwegs von der Ostsee zum Schwarzen Meer auf dem Dnepr-Weichsel-Wasserweg E-40 Danzig – Warschau – Brest – Pinsk – Kiew – Cherson und überwindet die europäische Hauptwasserscheide.

Der Kanal hat zehn Schleusen. Die wichtigste Stadt am Kanal ist Kobryn.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Kanal wurde auf Geheiß des polnischen Königs Stanislaus II. August um 1775 angelegt und Kanał Królewski (Königskanal) genannt. Ab 1837 wurde der Kanal erweitert und zwischen 1846 und 1848 fertiggestellt. Kriegsbedingte Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurden wieder saniert.

Im Rahmen des Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) wurde Eisenerz aus Kriwoj Rog über den Kanal nach Brest transportiert, von wo aus es über den Schienenweg der metallurgischen Industrie der DDR (Eisenhüttenstadt) geliefert wurde. Nach der deutschen Wiedervereinigung haben sich diese Transporte erheblich vermindert (von 7 Mio. t 1991 auf 0,42 Mio. t 2004)[1].

Navigation[Bearbeiten]

Heute ist die Binnenschifffahrt auf dem Dnepr-Bug-Kanal durch ein Wehr auf dem Bug nahe der Grenzstadt Brest unterbrochen. Dadurch ist der Kanalabschnitt im Flusslauf des Muchawez in recht vernachlässigtem Zustand. Einige der Schleusen sind versandet, auch der Binnenhafen Brest kann nur von Osten aus erreicht werden[2].

Derzeitig wurden Versuche unternommen, den Kanal als international bedeutsame Binnenwasserstraße der Klasse IV zu definieren. 2003 verabschiedete die weißrussische Regierung ein Binnen- und Seeschiffahrtsentwicklungsprogramm, um den Dnepr-Bug-Kanal zu sanieren. Insbesondere die Schleusen wären dann entsprechend der Klasse IV Standards zu erneuern.

Die Regierung von Weißrussland (siehe Weblink) berichtete über die Renovierung von 4 Schleusendämmen und einer Schleuse, was die Durchfahrt von Schiffen bis zu 110 m Länge, 12 m Breite und 2,2 m Tiefgang erlaube. Eine Weiterführung der Rekonstruktion in den nächsten Jahren wird erwartet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. «Kijevskij Telegraf», Nr. 40, 2005
  2. Quelle: NoorderSoft waterways database

52° 13′ N, 24° 23′ O52.214624.37815Koordinaten: 52° 13′ N, 24° 23′ O 52° 3′ N, 25° 39′ O52.0572425.6517(Pina, bei Potapovichi)