Dniprodserschynsk

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Dniprodserschynsk
(Дніпродзержинськ)
Wappen von Dniprodserschynsk
Dniprodserschynsk (Ukraine)
Dniprodserschynsk
Dniprodserschynsk
Basisdaten
Oblast: Oblast Dnipropetrowsk
Rajon: Kreisfreie Stadt
Höhe: keine Angabe
Fläche: 138 km²
Einwohner: 238.607 (2013)
Bevölkerungsdichte: 1.729 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 51931
Vorwahl: +380 569
Geographische Lage: 48° 30′ N, 34° 37′ O48.534.62Koordinaten: 48° 30′ 0″ N, 34° 37′ 12″ O
KOATUU: 1210400000
Verwaltungsgliederung: 3 Stadtrajone, 1 Siedlung städtischen Typs, 1 Siedlung
Bürgermeister: Jaroslaw Kortschewskyj
Adresse: пл. Дзержинського 2
51931 м. Дніпродзержинськ
Statistische Informationen
Dniprodserschynsk (Oblast Dnipropetrowsk)
Dniprodserschynsk
Dniprodserschynsk
i1

Dniprodserschynsk (ukrainisch Дніпродзержинськ; russisch Днепродзержинск/Dneprodserschinsk) ist eine Stadt in der Oblast Dnipropetrowsk im Zentrum der Ukraine und hat etwa 240.000 Einwohner (2013). Sie ist ein wichtiges Industriezentrum und Universitätsstadt.

Bis 1936 trug der Ort den Namen Kamenskoje bzw. Kamjanske (russisch Каменское, ukrainisch Кам'янське).

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt am Ufer des Dniprodserschynsker Stausee am Mittellauf des Dnjepr, 35 km westlich von Dnipropetrowsk. Im Süden der Stadt verläuft die nationale Fernstraße N08.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Länge der Stadt beträgt von Osten nach Westen 22 km von Norden nach Süden 18 km. Dniprodserschynsk gliedert sich in die 3 Stadtrajone Rajon Bahlij, Rajon Dnipro und Rajon Sawod, in die Siedlung städtischen Typs Karnauchiwka (Карнаухівка) sowie in die Siedlung Switle (Світле).

Lenin-Boulevard

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt Anfang des 20. Jahrhunderts
Städtische Bibliothek
Orthodoxe Nikolaus-Kirche

Der Ort ist aus der kosakischen Siedlung Sadnepryanska Kamenka entstanden, welche Anfang des 17. Jahrhunderts gegründet wurde. Erstmals wurde das Dorf Kamenskoje 1750 erwähnt. Die rasche Entwicklung des Ortes begann 1887 mit der Gründung einer metallurgischen Fabrik.

Im Bürgerkrieg 1918-1920 wurde Kamenskoje Schauplatz von Kriegshandlungen zwischen verschiedenen Kräften (Deutsche, Rote Armee, Weiße Armee). Nach dem Bürgerkrieg wurde die Industrie schnell wiederaufgebaut. Am 1. Februar 1936 wurde die Stadt zu Ehren von Felix Dserschinski in Dniprodserschynsk umbenannt, bereits 1935 wurde die noch heute bestehende Straßenbahn Dniprodserschynsk eröffnet.

1941-1943 wurde Dniprodserschynsk von der deutschen Wehrmacht besetzt und größtenteils zerstört. Während dieser Zeit trug die Stadt wieder den Namen Kamenskoje und war Hauptort des Kreisgebietes Kamenskoje-Stadt innerhalb des Reichskommissariat Ukraine. Später bestand in der Stadt das Kriegsgefangenenlager 315 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[1] Schwer Erkrankte wurden im Kriegsgefangenenhospital 5807 versorgt.

Nach dem Krieg wurde die Stadt schnell wiederaufgebaut und entwickelte sich erneut zu einem wichtigen Industriezentrum. Am 11. August 1979 kollidierten zwei Flugzeuge der Aeroflot in der Nähe der Stadt, wodurch alle an Bord, darunter fast alle Spieler des Fußballvereins Pachtakor Taschkent, getötet wurden.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion und den damit verbundenen Wirtschaftskrisen entwickelt sich die Stadt seit 2000 wieder schnell dank der boomenden metallverarbeitenden und chemischen Industrie.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Quellen: 1959: [2] 1979-2013: [3]


Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dniprodserschynsk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977.
  2. Volkszählungen der UdSSR auf webgeo.ru
  3. Bevölkerungszahlen auf World Gazetteer