Dobama Asiayone

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Dobama Asiayone („Wir-Birmanen-Vereinigung“) war eine nationalistische Bewegung im Birma der 1930er-Jahre. Sie wurde 1930 in der Folge der Dockarbeiterstreiks und der anti-indischen Unruhen gegründet und vereinte bald viele langjährige Mitglieder der nationalistischen Young Men’s Buddhists Association (YMBA) und des General Council of Burmese Associations (GCBA), darunter Kodaw Hmaing, U Soe Thein und Ba Sein, dem meist die Gründung zugeschrieben wird. Aung San, der spätere Wegbereiter für die Unabhängigkeit Birmas von Großbritannien, trat der Bewegung nach dem Studentenstreik von 1936 bei.

Dobama kann ebenso „wir Birmanen“ (als Ethnie) wie „wir Birmanen“ (als Nationalität) oder auch „unser Birma“ bedeuten. Die Vereinigung wendete sich gegen die britische Kolonialherrschaft, förderte die Bewahrung birmanischer Traditionen und forderte Boykotte indischer und chinesischer Händler zugunsten einheimischer Produkte. Ihr Motto war „Birma den Birmanen“. Getragen wurde sie vor allem von Studenten der Universität Rangun, die in der All Burma Youth League (ABYL) organisiert waren. Die Mitglieder nannten sich selbst Thakins. Thakin („Herr, Meister“) war die Anrede, die eigentlich den britischen Kolonialherren vorbehalten war. Die Dobama Asiayone wird daher oft auch als Thakin-Bewegung bezeichnet.

Innerhalb der Bewegung existierten zwei verschiedene Strömungen: Die Mehrheit um Thein Maung und Kodaw Hmaing orientierte sich vor dem Hintergrund des Aufstiegs von Mussolini und Hitler in Europa an faschistischen oder autoritären Vorbildern beim Aufbau der Bewegung. Andere um Ba Sein und Tun Ok folgten sozialistischen oder kommunistischen Ideen. Die Differenzen waren im Kern jedoch weniger ideologischer als persönlicher Natur, und gegen Ende der 1930er-Jahre standen sich die Faktionen von Thein Maung und Ba Sein zunehmend offen feindlich gegenüber.

Nach den Unruhen von 1938 und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 wurden viele Führer der Thakin-Bewegung verhaftet; gleichzeitig schien der Krieg eine Gelegenheit zu bieten, gegen die Kolonialmacht vorzugehen. 1941 wurde Aung San nach China entsandt, um Unterstützung von den chinesischen Kommunisten zu erhalten. Stattdessen wurde er von den Japanern abgefangen und verhandelte mit Kempeitai-Agenten in Tokio. Die Dobama Asiayone schickte heimlich dreißig Thakins nach Hainan, wo die Japaner sie für den Kampf gegen die Briten ausbildeten. Diese „Dreißig Kameraden“ (Yebaw thoun gyeik) wurden zum Kern der Burma Independence Army, die nach dem Überfall auf Pearl Harbor zunächst mit der Kaiserlich Japanischen Armee gegen die Briten, später dann gegen die japanischen Besatzer kämpfte.

Quellen[Bearbeiten]

  •  Angelene Naw: Aung San and the struggle for Burmese independence. Silkworm Books, Chiang Mai 2001, ISBN 9747551543.
  •  Shelby Tucker: Burma. The curse of independence. Pluto Press, London 2001, ISBN 0745315410.