Doberlug-Kirchhain

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Doberlug)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Doberlug-Kirchhain
Doberlug-Kirchhain
Deutschlandkarte, Position der Stadt Doberlug-Kirchhain hervorgehoben
51.61916666666713.56111111111197Koordinaten: 51° 37′ N, 13° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Elbe-Elster
Höhe: 97 m ü. NHN
Fläche: 148,93 km²
Einwohner: 8875 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km²
Postleitzahl: 03253
Vorwahlen: 035322/035327
Kfz-Kennzeichen: EE, FI, LIB
Gemeindeschlüssel: 12 0 62 092
Stadtgliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 8
03253 Doberlug-Kirchhain
Webpräsenz: www.doberlug-kirchhain.de
Bürgermeister: Bodo Broszinski (FDP)
Lage der Stadt Doberlug-Kirchhain im Landkreis Elbe-Elster
Bad Liebenwerda Crinitz Doberlug-Kirchhain Elsterwerda Falkenberg Fichtwald Finsterwalde Gorden-Staupitz Großthiemig Gröden Heideland Herzberg Hirschfeld Hohenbucko Hohenleipisch Kremitzaue Lebusa Lichterfeld-Schacksdorf Massen-Niederlausitz Merzdorf Mühlberg/Elbe Plessa Röderland Rückersdorf Sallgast Schilda Schlieben Schönborn Schönewalde Schraden Sonnewalde Tröbitz Uebigau-Wahrenbrück BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Schloss Doberlug, einst Residenz sächsischer Herzöge, heute Kultur- und Ausstellungszentrum der Stadt

Doberlug-Kirchhain (niedersorbisch: Dobrjoług-Góstkow) ist eine Doppelstadt im Süden von Brandenburg im Landkreis Elbe-Elster. Sie entstand 1950 durch die Zusammenlegung der benachbarten Kleinstädte Doberlug (bis 1937 Dobrilugk) und Kirchhain. Das Zisterzienserkloster Dobrilugk und die Weißgerberei brachten Wohlstand und Bedeutung. Im Jahr 2014 wird in der Doppelstadt die 1. Brandenburgische Landesausstellung stattfinden.

Besondere Merkmale[Bearbeiten]

Durch die Existenz zweier Ortskerne ergeben sich typische Merkmale einer Zwillingsstadt mit entsprechenden Auslegungen. So gibt es zwei Freiwillige Feuerwehren, zwei Schützengilden, zwei Kantoreien und Vereine für jeden Stadtkern. Die Entfernung zwischen ihnen beträgt etwa 2,5 km.

Geografie[Bearbeiten]

Doberlug-Kirchhain am Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

Doberlug-Kirchhain liegt zentral im Landkreis Elbe-Elster unmittelbar nördlich am 484 km² umfassenden Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Die Kleine Elster, ein Nebenfluss der Schwarzen Elster, durchquert das Stadtgebiet von Nordosten nach Südwesten und fließt in den angrenzenden Naturpark. Berlin (112 km), Dresden (78 km), Leipzig (99 km) und Cottbus (63 km) sind per Bahnverbindung direkt zu erreichen.

Charakteristisch für das Stadtgebiet sind der verhältnismäßig hohe Anteil von Grün-, Feld- und Waldflächen, u. a. der Doberluger Forst, sowie die durch Kiesgewinnung entstandenen Baggerseen bei Hennersdorf und das Naherholungsgebiet Bad Erna. Seit den letzten Eingemeindungen ist das Gemeindegebiet 148,95 km² groß, die Ost-West-Ausdehnung beträgt etwa 16 km.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Norden, folgend im Uhrzeigersinn sind die Nachbargemeinden: Fichtwald, Stadt Sonnewalde, Sängerstadt Finsterwalde, Gemeinden Heideland, Rückersdorf, Schönborn, Tröbitz und Schilda und die Städte Uebigau-Wahrenbrück und Schlieben.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Entsprechend der brandenburgischen Gebietsreform von 2003 wurden zehn umgebende Dörfer als Ortsteile in die Stadt eingegliedert. Seit der Kommunalwahl vom 28. September 2008 gehört Lichtena, zuvor ein Gemeindeteil von Trebbus, ebenfalls als eigenständiger Ortsteil zur Stadt.

Die Stadt besteht neben den beiden Stadtkernen aus folgenden Ortsteilen: Arenzhain, Buchhain, Dübrichen, Frankena, Hennersdorf, Lichtena, Lugau, Nexdorf, Prießen, Trebbus und Werenzhain.

Des Weiteren bestehen folgende Wohnplätze: Bärfang, Buschmühle, Forsthaus Waldmühle, Forsthaus Weißhaus, Kleinhof, Lindenaer Mühle, Siedlung Schulz, Trift, Waldfrieden, Waldhufe, Winkelgut, Ziegelei.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Doberlug-Kirchhain:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen
[2]
Jahr Einwohner
1875 9024
1890 10082
1925 11386
1933 12007
1939 12209
1946 16328
1950 16198
1964 13457
1971 13395
1981 12560
Jahr Einwohner
1985 12527
1989 12086
1990 11996
1991 11752
1992 11628
1993 11477
1994 11259
1995 11209
1996 11135
1997 11095
Jahr Einwohner
1998 11130
1999 11013
2000 10936
2001 10705
2002 10494
2003 10323
2004 10137
2005 9890
2006 9764
2007 9530
Jahr Einwohner
2008 9342
2009 9225
2010 9083
2011 8982
2012 8875

Die Quellen der Daten, die Grundlage der Darstellungen sind, finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[3].

Die Prognose der Bevölkerungsentwicklung basiert hauptsächlich auf vorangegangenen Entwicklungszahlen. Es ist nur das Verhalten der Bevölkerung (Zuwanderungen, Abwanderungen, Geburtenraten) der vorangegangen Jahre berücksichtigt und dahingehend für die Zukunft approximiert. Verhaltensänderungen oder etwaige bisher nie eingetrene Naturkatastrophen sind nicht erfasst.[4]

Die Zunahme der Bevölkerung zwischen 1939 und 1946 ist maßgeblich auf die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen zurückzuführen. In der Folgezeit ging die Bevölkerung stetig zurück.[5]

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm von Doberlug-Kirchhain

Doberlug-Kirchhain liegt mit seinem humidem Klima in der kühl-gemäßigten Klimazone, jedoch ist ein Übergang zum Kontinentalklima spürbar. Die durchschnittliche Lufttemperatur beträgt 8,5 °C und der jährliche Niederschlag 561 Millimeter. Die Sonnenscheindauer beträgt rund 1620 Stunden und damit der durchschnittliche Energieertrag pro Quadratmeter aus solarer Einstrahlung rund 400 kWh/m² im Jahr.[6] Günstiges Klima im Mittelalter förderte den Weinanbau.[7] Für die Zukunft wird, wie für die gesamte Lausitz, eine stetige Erwärmung erwartet.

Geologie[Bearbeiten]

Doberlug-Kirchhain liegt am Rand des Südlichen Landrückens, einer Altmoränenhochfläche, die durch das Lausitzer Urstromtal der Schwarzen Elster begrenzt wird. Das Stadtgebiet ist leicht hügelig, der Spitzberg mit 116 m ist die höchste Erhebung. Von Nordwest nach Osten erstrecken sich die Prießener Mulde, der Dübrichener Sattel und die Werenzhainer Mulde mit einer Länge von 13 km. Daran schließt sich der Kirchhainer Sattel an, der von der Kleinen Elster durchflossen wird. Als südlichster Teil grenzt die Hennersdorfer Mulde an Finsterwalder Gebiet. Die Gesteinsschichten sind eingeteilt in die Werenzhainer Formation, hauptsächlich bestehend aus Konglomeraten, der Kirchhainer Formation mit Tonschiefer und Kohleflözen und der Doberluger Formation aus Lyditgrauwacke.[8]

Anthrazitlagerstätte[Bearbeiten]

Am nordwestlichen Stadtrand befindet sich eine Anthrazitkohle-Lagerstätte. Die Lagerung der Schichtfolge ist flach. Sie wird von meist flach erzgebirgisch streichenden Störungen durchzogen, die oft bis in das Deckgebirge reichen und in der Umgebung für eine hydrologisch komplizierte Situation mit verantwortlich sind. Die Lagerstätte enthält 19 Flözschichten.[8]

Geschichte[Bearbeiten]

Siehe auch: Kloster Dobrilugk

Namensdeutung[Bearbeiten]

Der Name Doberlug lässt sich auf sorbischen Ursprung zurückverfolgen. Die Adaption von Dobrjoług ist Dobry Ług beziehungsweise Dobraluh, was Gutes Wiesenland[9] bedeutet. Darüber hinaus finden sich in einigen Darstellungen die Deutung Lug am Dober - Wald (Luch) am Dober, wobei Dober ein historischer Name der Kleinen Elster ist. Da Spuren einer slawischen Vorbesiedlung nicht gefunden wurden, übernahm das zur Einsamkeit verpflichtete Kloster Doberlug nicht einen Ortsnamen, sondern einen Flurnamen.

Kirchhain geht auf den Namen Kyrkhagen zurück und ist ein deutscher Name, der auf die Kirche einer "einhegten" Siedlung hinweist.[10]

Aufgrund des Zisterzienserkloster Dobrilugk entwickelte sich zunächst Doberlug als die impulsgebende Ortschaft für das Umland und weite Teile östlich der Elbe. Als Nachweis gelten hier die Hoheit über die Stadt Lübben und etwa 40 Dörfern im 14. Jahrhundert. Seit dem 18. Jahrhundert entstanden in Kirchhain Manufakturen des Weißgerberhandwerks, vor allem für Schafwolle. Begünstigt durch das weiche Wasser der Kleinen Elster sollen weniger Weichmacher erforderlich gewesen sein. Die Lederherstellung sorgte dort für Konjunktur in Industrie und Gewerbe. Im Jahr 1912 befanden sich 76 Gerbereien im Ort.[11]

Ersterwähnung Doberlugs in der Handschrift von Thietmar von Merseburg: Chronicon Thietmari Merseburgensis. Dobraluh ist nachträglich weiß markiert.

Dobrilugk[Bearbeiten]

Wappen von Dobrilugk

Für das Jahr 1005 ist die erste Erwähnung einer Örtlichkeit namens Doberlug als Dobraluh nachgewiesen. Hier entstand 1165 (als Gründungstag gilt der 1. Mai 1165) unter der Herrschaft des Markgrafen Dietrich von Landsberg und Eilenburg das Zisterzienserkloster Dobrilugk, das nach Schenkungen und Käufen mehrerer umliegender Höfe und Dörfer sehr einflussreich wurde. Eine Klosterkirche kam 1184 hinzu; sie wurde 1228 geweiht. Im strengen Winter 1211/1212 erwähnt Walther von der Vogelweide das Kloster als einen unwirtlichen Ort: "Bevor ich noch länger in solcher Not eingezwängt wäre, wie ich's jetz bin, eher würde ich ein Mönch in Toberluh." Diese Kargheit war jedoch gewollt. Die Zisterzienserstatuten hatten zwei Ideale: Die Einsamkeit und die Armut, die sich aber anders entwickelten. Die besonderen Fertigkeiten der Zisterzienser führten zu größerer Produktion und entsprechendem Handel. „Die Zisterzienser beschränkten sich aber schon im 12. Jahrhundert nicht mehr auf die Eigenversorgung. Sie wollten zusätzlich die Gewinnmöglichkeiten des Handels nutzen. Dafür übernahmen sie bereits bestehende Märkte und Krüge und errichteten schon bald weitere.“[12] Durch das Ideal der Einsamkeit verbot es sich, in Doberlug Handel zu treiben. Stattdessen wurde in geringer Entfernung (2,5 km) der Marktort Kirchhain ("Oppidum") gegründet. Doberlug wurde 1664 im Zusammenhang mit dem Ausbau des Schlosses zur Stadt erhoben.

Die Klosterkirche wurde nach ihrer Zerstörung in den Jahren 1673 und 1674 zu einer Hofkirche umgebaut. In diese Zeit fallen auch die planmäßige Erweiterung des Ortes und die Verleihung des Stadtrechtes am 2. Mai 1664. Durch die Ansiedlung zahlreicher Handwerker entwickelte sich die Stadt rasch. Sie wandelte sich dann jedoch und der Ackerbau wurde zur wichtigsten Erwerbsquelle. 1820 wurde in einer Zeit des erneuten Aufschwungs des Handwerks in der Nähe eine Glashütte errichtet. Im Jahr 1937 wurde der Ort Dobrilugk in Doberlug umbenannt, um den slawischen Ursprung des Ortsnamens zu verwischen. Dies traf eine Reihe von Orten der Region, vgl. Namensänderungen von Orten im Landkreis Luckau 1937.

Kirchhain[Bearbeiten]

Wappen von Kirchhain
Blick auf Kirchhain vom heute abgebaggerten Galgensberg

Bronzezeitliche Urnenfunde am ehemaligen Galgensberg – heute ein See an der Finsterwalder Straße – und Wasserwerk Waldhufe belegen Siedlungen der Illyrer als Lausitzer Kultur von 1500 bis 500 v. Chr. Um 500 v. Chr. siedeln die germanischen Volksstämme der Semnonen und um 200–400 Burgunder. Um 600 geschieht die Einwanderung und Ansiedlung der Sorben (Wenden). Ein Teil derer waren die Lusizi, die der Lausitz ihren Namen gaben.

1234 wird Kirchhain als „Kyrkhagen“ erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte derzeit zum Besitz des Klosters Dobrilugk. Eine eigentliche Verleihung des Stadtrechtes (die Stadt besaß offenbar Magdeburger Recht) ist für Kirchhain nicht überliefert, doch muss sie zwischen 1434 und 1446 erfolgt sein.

Die „Lederhalle“ in der Friedenstraße
Die Volkssternwarte auf dem Gelände des Evangelischen Gymnasiums Kirchhain

Um 1800 lebten zahlreiche Handwerker, vor allem Tuchmacher, Schuhmacher und Kürschner in dieser Stadt. So erreichte sie einen bedeutenden wirtschaftlichen Einfluss und wurde eine der reichsten im Lande. Ende des 19. Jahrhunderts erlebte das Gerberhandwerk eine herausragende Entwicklung, wodurch Kirchhain schließlich zum Zentrum der größten Schaflederproduktion Deutschlands wurde. Ergänzt durch die Ansiedlung von Dampfsägewerken, Mühlen und Betrieben der metallverarbeitenden Industrie erlangte die Stadt überregionale Bedeutung. Herausragend waren die durch die ortsansässige Druckerei hergestellten Bücher. Mit dieser industriellen Entwicklung ging eine Ausdehnung der Stadt einher, u. a. die Erweiterung um das Jähdeneck durch den ansässigen Oberpfarrers Jähde.[11]

Doberlug-Kirchhain[Bearbeiten]

Die Entstehung des Namens Doberlug-Kirchhain geht auf die 1950 in der DDR durchgeführte Gebietsreform zurück. Durch die Führung der heutigen Eisenbahnstrecke CottbusLeipzig als Teil der ehemaligen Halle-Sorau-Gubener Eisenbahn zwischen beiden Ortsteilen hindurch blieb eine geografische Trennung bestehen.

Waren 1875 in Kirchhain etwa 70 Weißgerber gezählt worden, so erlebte dieses Handwerk im 20. Jahrhundert einen deutlichen Niedergang. Zwischen 1950 und 1960 waren bereits etwa ein Drittel der Gerber mit ihren Patenten in die Bundesrepublik Deutschland übergesiedelt. Die verbliebenen Werkstätten wurden weitgehend auf das Gerben von Oberleder für die Schuhindustrie umgestellt. Nach dem Ausbleiben der Zulieferung der Felle aus der Sowjetunion und der Mongolei und dem Wegfall des Marktes nach 1989 wurden die Großbetriebe geschlossen. Anschließend gab es nur noch drei private Gerbereien.

Am Markt

Seit der Wende, spätestens seit dem Niedergang der sozialistischen Betriebe und Einsetzen der Landflucht, bemüht sich die Stadt, unter Berücksichtigung der Historie an alte Wurzeln anzuknüpfen:

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Nach dem Zusammenschluss der beiden Kernstädte Doberlug und Kirchhain am 1. Juli 1950[13] wurden Frankena 1999[14], Werenzhain, Hennersdorf, Dübrichen, Prießen und Nexdorf zum 31. August 2001[15] und drei weitere Gemeinden 2003 eingemeindet.[16] Lichtena ist seit dem 27. September 2008 ein eigener Ortsteil.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Arenzhain 26. Oktober 2003
Buchhain 31. Dezember 2001
Doberlug 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Kirchhain zu Doberlug-Kirchhain
Dübrichen 31. August 2001
Frankena 31. Dezember 1999
Hennersdorf 31. August 2001
Kirchhain 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Doberlug zu Doberlug-Kirchhain
Lichtena 19. Mai 1974 Eingemeindung nach Trebbus
Lugau 26. Oktober 2003
Nexdorf 31. August 2001
Prießen 31. August 2001
Trebbus 26. Oktober 2003
Werenzhain 31. August 2001

Politik[Bearbeiten]

Das Rathaus im Stadtteil Kirchhain
Flagge der Stadt

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung von Doberlug-Kirchhain besteht aus 18 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister.

  • CDU-Fraktion: 5 Sitze
  • SPD/FDP- Fraktion: 5 Sitze
  • DIE LINKE-Fraktion: 4 Sitze
  • WBU/LUN- Fraktion: 4 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

Bürgermeister[Bearbeiten]

In der Bürgermeisterwahl vom 27. September 2009 wurde Bodo Broszinski erneut als Bürgermeister direkt gewählt. Seine Vorgänger waren Walter Lange (–1993) und Manfred Berl (1993–2001).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 2. Februar 1994 genehmigt.

Blasonierung: „In Blau unter zwei silbernen Wolken, aus denen vier goldene Strahlen hervorbrechen, schwebend ein goldenes gequadertes Gebäude mit einem Tor und zwei Fenstern in Schwarz versehen; über dem roten Dach erheben sich drei goldene, schwarzbefensterte, rotbedachte und mit goldenen Fähnchen besteckte Türme, die äußeren mit spitzem Helm, der mittlere breitere und höhere mit rundem Helm; das Gebäude wird mit einem nicht geschlossenen grünen Blätterkranz eingefasst.“[17]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnerstädte von Doberlug-Kirchhain sind:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten]

  • Im Atelierhof Werenzhain, dem ehemaligen Gutshof Klix, wohnen und arbeiten Künstlerinnen und haben eine ständige Ausstellung mit Installationen internationaler und regionaler Künstlerinnen sowie wechselnde temporäre Ausstellungen mit Werken zeitgenössischer Künstlerinnen.
  • In dem Gedicht „Nû schrîet aber diu nebelkrâ“ („Jetzt aber schreit die Nebelkrähe“) beklagt Walther von der Vogelweide den langandauernden Winter und erwähnt Doberlug:[18]

Beklemmet waere als ich bin nû, ich wurde ê münch ze Toberlû.“

Bevor ich noch länger in solcher Not eingezwängt wäre, wie ich’s jetz bin, eher würde ich ein Mönch in Toberluh.“

Walther von der Vogelweide: 1210/11

In der Liste der Baudenkmale in Doberlug-Kirchhain und in der Liste der Bodendenkmale in Doberlug-Kirchhain sind alle Kulturdenkmale der Stadt aufgeführt.

Museen und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Weißgerbermuseum im Stadtteil Kirchhain
  • Schlossareal in Doberlug – mit dem Schloss, der Klosterkirche und dem Refektorium
  • Weißgerbermuseum – das Gebäude, in dem sich seit 1963 das einzige Weißgerbermuseum Europas befindet, wurde 1753 als Gerberhaus erbaut. In diesem Museum werden alle für die Lederherstellung erforderlichen Arbeitsschritte vorgestellt. Darüber hinaus erhält der Besucher einen Überblick über die Geschichte des Gerberhandwerks und kann eine Sammlung teils exotischer Leder und Felle aus aller Welt, kostbares Zunftgeschirr sowie eine zeitgemäß eingerichtete Schuster- und Gesellenstube besichtigen. Wechselnde Sonderausstellungen sind dem Museum angeschlossen.
  • Bockwindmühlen-Museum im Ortsteil Trebbus – eine Bockwindmühle aus dem Jahr 1851, die seit 1969 als Museum dient.
  • Rathaus – ein Spätrenaissancebau von 1680/82, nach 1850 baulich erweitert und mehrfach verändert, mit einem aufwändig gestalteten Sitzungszimmer, Umgestaltung 1905/06 durch Karl Weber; das Gebäude wurde 1991 restauriert.
  • Kursächsische Postdistanzsäule von 1735/36 im Ortsteil Kirchhain auf dem Schützenplatz. Sie wurde 1887 aufgrund der Aufstellung des Denkmals zum Deutsch-Französischer Krieg vom Markt auf den Schützenplatz umgesetzt und mehrfach restauriert. Der Originalschriftblock befindet sich im Vorgarten der Steinmetzwerkstatt Seeliger in Uebigau.
  • Denkmal mit dem Adler als Wappentier auf dem Marktplatz.

Bauwerke[Bearbeiten]

Klosterkirche des Klosters Dobrilugk 2013
Stadtpfarrkirche St. Marien, Kirchhain 2013[19]
Schloss Doberlug nach Außensanierung 2011
Das alte Pfarrhaus unweit der Klosterkirche steht unter Denkmalschutz.
  • Klosterkirche St. Marien, Doberlug – gehörte zum ehemaligen Zisterzienserkloster, dessen Klausur bis auf wenige Reste im 19. Jahrhundert verschwand. Sie wurde seit Ende des 12. Jahrhunderts errichtet und 1228 geweiht. Seit dem 17. Jahrhundert ist sie eine protestantische Kirche. Sie ist eine dreischiffige, durchgängig gewölbte Backsteinbasilika mit Querhaus (Querhausapsiden verloren), Chorjoch und Hauptapsis – letztere außen reich gegliedert mit Halbsäulen und Kreuzbogenfriesen über Schlitz-Nischen (Gliederungssystem in der Nachfolge der Peterskirche auf dem Erfurter Petersberg). Die heutige Erscheinung der Kirche geht auf eine durchgreifende Wiederherstellung zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Aus dieser Zeit stammt der Westgiebel im Neorenaissance-Stil und die vollflächige Verputzung des Ziegelmauerwerks (inzwischen mehrfach erneuert). Zur Ausstattung gehören ein spätgotischer Flügelaltar aus dem 16. Jahrhundert, barockes Inventar mit Orgel und Kanzel und Chorfenster mit Bleiverglasung. Die Ausmalung des Chorraumes durch Ernst Fey wurde 1905 bis 1909 aufwändig wieder im ursprünglichen Zustand hergestellt und durch Karl Weber ausgestattet. Das Refektorium der Zisterziensermönche im einstigen Südflügel der ehemaligen Klosteranlage und Ziegelmauer als Reste der ehemaligen Kloster- und Stadtmauer ist erhalten.
  • Das Schloss Doberlug – ab 1551 vom Abtshaus zum Schloss umgestaltet und mit der Anlage des Schlossgartens im sächsischen Renaissancestil 1676 fertiggestellt - war seit 1657 Nebenresidenz von Christian I. Sehenswert ist der Schlossbrunnen. Das Schloss erlebte Aufenthalte von Friedrich II. von Preußen und Napoleon und später die jahrzehntelange Nutzung durch Einheiten der Nationalen Volksarmee. Nach 2000 wurde die Hülle instand gesetzt und im Jahre 2007 ein neuer, zweiter Turmhelm installiert.
  • Pfarrkirche Kirchhain – Baubeginn war um 1280. Nach mehrfachen Veränderungen entstand eine spätgotische Backstein-Basilika mit bemaltem hölzernen Tonnengewölbe und einem spätromanischen Backsteinturm mit zwei Spitzhelmen. Damit ist die Kirche eines der ältesten Gebäude Kirchhains. Zur Ausstattung gehören der Altaraufsatz von 1743 und die Kanzel aus dem 18. Jahrhundert. Da diese Kirche zwischenzeitlich über drei Türme verfügte, sind diese im Wappen zu finden. Sie wurden im Jahr 1590 wegen Baufälligkeit ersetzt.
  • Gasthof „Zum Rautenstock“ – ehemaliges Kavalierhaus, 1666 als Gästehaus des Schlosses angelegt, prägendes Gebäude in der barocken Stadtanlage, im Hof erhaltene Pferdestallungen
  • Königlich privilegierte Apotheke – ab 1700 Sitz der 1689 von Herzog Christian I. von Sachsen-Merseburg privilegierten Apotheke.

Parks und Erholungsgebiete[Bearbeiten]

Im Schillerpark, im Stadtteil Kirchhain, befindet sich ein Gedenkstein für die 48 Opfer eines Bombenangriffes vom 17. März 1945. Ein weiterer Park nahe dem ehemaligen Windhunderennplatz verbindet die Stadt mit dem ehemals selbstständigen Kleinhof, welches 1929 einschließlich Weinbergen und Plumpmühle eingemeindet wurde.

Die als Naherholungsgebiet durch Braunkohlebergbau zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstandene Seengruppe Waldbad Erna liegt vier Kilometer südlich von Doberlug-Kirchhain. Die beiden Hauptteiche sind von Bungalows umgeben und werden besonders von Erholungssuchenden aus den Großstädten Berlin und Dresden genutzt.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Für Veranstaltungen aller Art wurde von 1996 bis 1998 eine Stadthalle in Form einer Mehrzweckhalle auf dem ehemaligen Gelände einer Tischfabrik errichtet. Sie dient unter anderem für Bälle, Konzerte, Ehrungen sowie auch für Spielaustragungen der Damen-Handball-Mannschaften des VfB Doberlug-Kirchhain.

Regelmäßige Veranstaltungen im Stadtgebiet von Doberlug-Kirchhain
Veranstaltung Termin Veranstaltungsort
Schützenfest der PSG Doberlug 1. Wochenende nach Pfingsten Jährlich, Vereinshaus Tiergartenstr. OT Doberlug
Frühlingsfest Mai Jährlich wechselnd zwischen Doberlug und Kirchhain
Höfefest Juni Doberlug
Rallye Monte Lugau August Lugau
Mittelaltermarkt September Doberlug
Elbe-Elster-Schlössernacht September Schloss Doberlug
Kneipennacht November Kirchhain
Weihnachtsmarkt 2. Advent-Wochenende Schloss Doberlug
Konzerte und Veranstaltungen Mehrmals jährlich Schloss Doberlug und Klosterkirche Doberlug
Summer & Beats Mehrmals jährlich Stadthalle in Kirchhain

Sport[Bearbeiten]

Größere sportliche überregionale Erfolge werden durch den VfB Doberlug-Kirchhain im Handball der Damen erzielt. Die 1. Frauenmannschaft spielt regelmäßig in der Brandenburgliga, d. h. in der vierthöchsten Spielklasse Deutschlands.

In beiden Stadtteilen existiert je eine eigene Fußballmannschaft, welche aber in bestimmten Altersklassen bereits zusammengelegt wurden. Weiterhin sind Vereine im Tischtennis, Volleyball, Judo und der Gymnastik vertreten.

Noch aus DDR-Zeiten stammt zudem eine enge Verbindung zum Kegelsport. So befindet sich im Stadtteil Doberlug eine Sektion Classic-Kegeln des Turn- und Sportverein Doberlug 1863 e. V. und im Stadtteil Kirchhain eine Sektion Bohlekegeln der SG Kirchhain e. V., hervorgegangen aus BSG Lokomotive Kirchhain.

Bei den Deutschen Einzel-Meisterschaften im Classic-Kegeln wurde 2009 Irene Geske vom Turn- und Sportverein Doberlug 1863 e. V. Vizemeisterin in der Klasse Seniorinnen B, auf Seiten der SG Kirchhain e. V. überzeugte in den vergangenen Jahren Christian Anspach mit achtmaliger Teilnahme an den Landesmeisterschaften und zweimaliger Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften im Bohle-Kegeln. Mit der 1. Männer-Mannschaft spielt der Verein aktuell in der 2. Landesklasse.

Der TSV Doberlug 1863 e.V. begeht im Jahr 2013 sein 150. Jubiläum. Jedes Jahr am ersten Sonntag im November findet der traditionelle Forstlauf im Stadtteil Doberlug statt. Organisiert durch den TSV Doberlug 1863 e.V. Der familiere Kreisranglistenlauf wird 2013 zum 30. Mal durchgeführt.

Doberlug-Kirchhain besitzt eine Schwimmhalle im Ortsteil Doberlug, gebaut 1978 als Lehrschwimmbecken (Länge 16,6 m, Breite 12 m, Wassertiefe 1,5 m). Hier werden neben der Schwimmausbildung für Kinder vielseitige Kurse angeboten: Rettungsschwimmen, Aquajogging, Tauchen, Rückenschule. Auch Kinderfeste und Kindergeburtstage werden hier ausgerichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Vorwiegend mittelständische lokale Unternehmen mit etwa 20 Mitarbeitern prägen die wirtschaftliche Struktur. Zu den größeren Unternehmen mit teilweise überregionalen Aktivitäten zählen:

Die größten ehemaligen Arbeitgeber:

  • NVA und nach Auflösung derer das Fallschirmjägerbataillon 373 als Teil der Luftlandebrigade 31, stationiert auf dem Schacht. Es wurde Anfang 2007 nach Seedorf bei Zeven verlegt.
  • VEB Lederfabrik Doberlug-Kirchhain
  • VEB Tischfabrik Finsterwalde, Außenstelle Kirchhain
  • Bahnstromwerk Doberlug-Kirchhain der Deutschen Reichsbahn
  • Buchdruckerei von Max Schmersow (1890–1945), ehemals Zahn und Bändel; bedeutende Druckerei und Verlag fremdsprachlicher Bücher und Zeitschriften.

Steinkohleschacht am Weinberg[Bearbeiten]

1947 wurde mit dem Abteufen des Schachtes Kirchhain I (umgangssprachlich Der Schacht) westlich der Stadt auf dem Weinberg begonnen. 1950 wurde ein Abteuffördergerüst errichtet. Der 428,5 Meter tiefe Schacht wurde im Gefrierverfahren abgeteuft. Nach der Erkundung der Lagerstätte wurde der Abbau der Kohle in den 1960er Jahren als unrentabel eingeschätzt. Die bestehenden Anlagen wurden von der NVA übernommen und zu einer Garnison ausgebaut. Nach der Übernahme durch die Bundeswehr wurden die Kasernen erneuert und bis zur Schließung 2007 als Standort des Fallschirmjägerbataillons 373 genutzt.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Durch die Stadt führen die Landesstraßen 60 in Richtung Finsterwalde (Zufahrt zur B 96) sowie Bad Liebenwerda, die L 70 nach Herzberg (Zufahrt zur Bundesstraße 101) und die L 701 in Richtung Sonnewalde und Luckau (Zufahrt zu den Bundesstraßen 87, 96, 102 und zur A 13). Die nächste Anschlussstelle an das deutsche Autobahnnetz ist Großräschen (A 13) etwa 28 km östlich der Stadt. Die Bundesstraßen 96, 101 und 87 befinden sich im Umkreis von etwa 20 km. Die Landesstraße 701 ist gleichzeitig Teil der nördlichen Route der Fürstenstraße der Wettiner in die Richtungen Bad Liebenwerda und Luckau.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Ältester Teil des Turmbahnhofes der Stadt. Postkarte von 1905.
Der Bahnhof 2012 nach der Umgestaltung

Am 1. Dezember 1871 wurde die Teilstrecke Falkenberg/ElsterCottbus der 1872 eingeweihten Halle-Sorau-Gubener Eisenbahn fertiggestellt. Das ursprüngliche Bahnhofsgebäude der Stadt hieß bereits damals Dobrilugk-Kirchhain und wird heute Alter Bahnhof genannt. Es wurde bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts als Wohngebäude und Bahnmeisterei genutzt.[11]

Am 17. Juni 1875 wurde die Eisenbahnstrecke Berlin–Dresden eröffnet und dazu am Kreuzungspunkt zur Strecke (Leipzig-)Falkenberg/Elster–Cottbus der heutige Turmbahnhof errichtet. 1890 beziehungsweise 1909 wurden die beiden Strecken zweigleisig ausgebaut und von 1980 bis 1989 elektrifiziert. Ein dezentrales Bahnstromumformerwerk an der Bahnbrücke in Richtung Frankena versorgte Teilabschnitte beider Strecken mit Elektrizität. Es wurde nach 27 Jahren Betrieb im Juli 2008 heruntergefahren und durch ein modernes Umrichterwerk ersetzt. In den 1980er Jahren war geplant, den Bahnhof zu einem Knotenpunkt mit mehreren Gleisen pro Strecke auszubauen, verbreiterte Widerlager an der Kreuzungsbrücke sind Zeugnis davon. Nach der politischen Wende ist diese Planung jedoch nicht umgesetzt worden.

Heute ist der Bahnhof Doberlug-Kirchhain (Bahnhofsnummer 1240) ein Bahnhof der Bahnhofskategorie 4. Er wurde im Jahre 2007 behindertengerecht umgestaltet.

Medien[Bearbeiten]

Für Doberlug-Kirchhain wird monatlich das Amtsblatt mit Informationen für die Kernstadt und den Ortsteilen veröffentlicht. Die Buchdruckerei veröffentlichte bis 1945 die Kirchhainer Neuesten Nachrichten.[11]

Bildung[Bearbeiten]

Das Evangelische Gymnasium mit der Sternwarte.

Doberlug-Kirchhains ältestes Schulgebäude beherbergte bereits mehrere Schultypen. Es wurde am 17. Oktober 1889 als Volksschule eingeweiht und diente in den Kriegszeiten auch als Lazarett. In der DDR als Oberschule „Hermann Matern“ genutzt, existierte bis 2007 das ehemals staatlich betriebene Gerberstadt-Gymnasium. Es wird seitdem durch das kirchlich finanzierte „Evangelische Gymnasium Doberlug-Kirchhain“ fortgeführt.

Auf dem Schulgelände des Gymnasiums wurde in den Jahren 1985 bis 1987 eine Schul- und Volkssternwarte mit drei Metern Kuppeldurchmesser und äquatorialer Süd-Sonnenuhr[20] errichtet. Als eine der modernsten astronomischen Einrichtungen im Land Brandenburg steht sie nach Voranmeldung jedem Interessierten mit Führungen zur Sternenbesichtigung zu Verfügung.

Im Stadtteil Kirchhain ist die 1951 als Werner-Seelenbinder-Oberschule erbaute Berggrundschule zu finden. Sie nutzt eine der vier im Stadtgebiet vorhandenen Sporthallen. Weitere Bildungseinrichtungen der Stadt sind die Evangelische Oberschule und die Evangelische Grundschule im Ortsteil Trebbus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Adolph Christian Wendler
Heinrich Clauren
Hermann Wilhelm Vogel; eine Gedenktafel am Geburtshaus in Doberlug erinnert an ihn.
Gedenktafel Schirndings am Alten Pfarrhaus Doberlug

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Paul Bachmann (1465–1538), Zisterzienserabt von Altzelle. Als Kontroverstheologe wurde ihm von König Ferdinand 1532 und 1537 die Visitation in Neuzelle und Dobrilugk übertragen.[27]
  • Johann Sagittarius (auch: Schütz; 1531–1584), lutherischer Theologe. Er wurde am 3. Januar 1554 in Wittenberg als Pfarrer nach Doberlug ordiniert.[28]
  • Eustachius Schildo (* vor 1547; † nach 1569), Moralist des 16. Jahrhunderts, lutherischer Kantor zu Kirchhain.[29]
  • Andreas Prätorius (1550–1586), lutherischer Theologe und veröffentlichte Predigten. Sein Sohn Andreas Prätorius jun. wurde 1604 zum Pfarrer in Dobrilugk.
  • Leonhard Emmerich (* 26. September 1609; † 11. März 1669), Philosoph, Pfarrer zu Kirchhayn und Superintendent der Herrschafft Dobrilugk bis zu seinem Tode.[30]
  • Johann Simon (1621–1701), Theologe und Superintendent der Herrschafft Dobrilug und Pfarrer zu Kirchhayn[31]
  • Georg Sigismund Green der Ältere (* 24. September 1673 in Wittenberg; † 9. August 1734 in Chemnitz), lutherischer Theologe und ab 1701 Prediger in Dobrilugk.
  • Theodor Crüger (* 16. Dezember 1694 in Stettin; † 1. Juni 1751 in Chemnitz), lutherischer Theologe und Historiker. 1727 wurde er erster Prediger und Schulinspektor in Kirchhain.
  • Johann Gottlieb Rose (1700–nach 1747), Schlossprediger und Superintendent in Dobrilugk ab 1747[32]
  • Johann Friedrich Bahrdt (1713–1775), evangelisch-lutherischer Theologe und 1745 Superintendent und Schlossprediger in Dobrilugk.
  • Johann Gottlob Werner (* 24. September 1719; † 6. Januar 1781 in Dobrilugk), evangelischer Theologe und ab 1761 Superintendent zu Dobrilugk.
  • Christian Schalitz (Wirken circa 1703–1738), aus Kirchhain. Verfasser der Schrift „Die Von Aberglauben Vanitaeten und Teuscherey gereinigte Chiromantia und Physiognomia Christian Schalitzens LL. AA. Cultoris“ Leipzig, 1703.[33]
  • Heinrich August Typke (* 1744 in Naumburg an der Saale; † 1830 in Dobrilugk), deutscher evangelischer Theologe und ab 1786 Superintendent und Schlossprediger in Dobrilugk.
  • August Carl Friedrich Freiherr von Schirnding (14. Oktober 1753 Schleusingen, † 11. Juni 1812 in Doberlug, eigentlich August Carl Friedrich Freiherr von Schirnding), Oberforstmeister, Stifter der ersten deutschen evangelischen Missionsschule; bekannt gemacht hat sich der als »Kurfürstlich Sächsischer Kammerjunker, Oberforst- und Wildmeister«[34]. Nach ihm ist das evangelische Gemeindehaus in Doberlug benannt.
  • Christian Friedrich Fritzsche (* 1776 in Naundorf bei Zeitz; † 1850 in Zürich), protestantischer Theologe, wurde 1809 Superintendent in Dobrilugk, 1827 Honorarprofessor und 1830 ordentlicher Professor der Theologie in Halle und Vater von Otto Fridolin Fritzsche und Franz Volkmar Fritzsche.
  • Ernst von Houwald (1778–1845), Schriftsteller. Seit 1805 als Landesdeputierter des Kreises Luckau tätig. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig wirkte er als Geschäftsträger der Landesbewaffnung im Dobrilugk-Sonnewalder Bezirk und leitete auch die Hilfs- und Wiederherstellungsmaßnahmen im Luckauer Kreise.
  • Karl Gottlob Boche (* 1795 in Dahme/Mark; † 1867), Theologe, Verfasser geistlicher Lieder („Gesänge bei den Todesfällen und Begräbnissen evangelischer Christen“, 1832); als Sohn eines Handwerkers geboren, wirkte als Lehrer in Dobrilugk und in Kirchhain, wirkte als Prediger in Drossen, besuchte das Lyzeum in Luckau.[35]
  • Adolf Theodor Werner (* 1827 in Hirschfeld; † 1904 in Dobrilugk), war Maler von Porträts und romantischen Genrebildern, hat bei Bendemann und Erhardt an der Kunstakademie Dresden studiert und nach längeren Studienaufenthalten in Belgien, Italien und Holland von 1852 bis zu seinem Tod eine 10-Zimmer-Atelierwohnung im Schloss Doberlug bewohnt.
  • Paul Werner (1848–1927), deutscher Richter und Politiker. Er war 1872 bis 1878 Kreisrichter in Kirchhain.
  • Bernhard Jähde (* 1863; † 1913), Pfarrer in Kirchhain, Gründer einer Siedlung am Rande Kirchhains, die von 1908 bis 1913 auf einem 10 ha großen Kirchenacker mit 38 Häusern errichtet wurde und den Namen Jähdeneck trägt.
  • Rudolf Lehmann (1891–1984), deutscher Historiker und Archivar. Er war Niederlausitzer Historiker (Siehe Literatur).
  • Ulrich Kühn (* 1940; † 1989), Holzpantoffelmachermeister, Ingenieur für Lederverarbeitung; selbständiger Handwerksmeister, fertigte in der 5. Generation seit 1833 Holzpantoffel; jahrelanger Vorsitzender des Sportvereins BSG Traktor und Organisator der „Baubrigade“ unter deren Leitung die Turnhalle renoviert wurde, das Lehrschwimmbecken, eine Kegel- und Bowlingbahn für den Sportverein und die Bürger der Stadt, sowie eine Kindertagesstätte entstanden. Sein Andenken wurde mit der Benennung einer Straße nach ihm geehrt.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Der Kirchhainer Damm in Berlin-Tempelhof-Schöneberg, Ortsteil Lichtenrade, ist seit dem 31. August 1949 nach Kirchhain benannt. Die Bezeichnung löste den Namen Kaiser-Wilhelm-Straße (vor 1902–1949) ab. Er ist Teil der B 96, die vorbei an Kirchhain durch Finsterwalde führt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Hanslok: Doberlug-Kirchhain. Kleine Städtechronik. Stadtverwaltung Doberlug-Kirchhain (Hrsg.), Oberlausitzer Verlag Frank Nürnberger, 2003, ISBN 3-933827-36-1.
  • Rudolf Lehmann: Die ältere Geschichte des Cisterzienserklosters Dobrilugk in der Lausitz. Inaugural-Dissertation. In: Niederlausitzer Mitteilungen. 1916.
  • Carl Wilhelm Zahn (1884), bearbeitet und fortgesetzt von Gotthold Zahn (1925): Chronik von Kirchhain und Dobrilugk, Grafschaft und Stadt Sonnewalde. Druck und Verlag Gotthold Zahn, Kirchhain N.-L., 1926.
  • Gustav Tegtmeyer: Heimatbuch der Stadt Doberlug-Kirchhain, durchgesehen und erweitert von Annemarie Friese-Tegtmeyer. Hannover 1994.
  • Hans-Georg Procopius: Die Geschichte des Gerberhandwerks in der Stadt Doberlug-Kirchhain. 2007, ISBN 978-3-939656-26-5.
  • Heimatverein Doberlug-Kirchhain (Hrsg.): Doberlug-Kirchhain – Bilder erzählen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 1. Auflage, 1994, ISBN 3-89264-901-4.
  • Kurt Beilfuß (Hrsg.): Doberlug-Kirchhain – Straßen erzählen. 2004, ISBN 3-00-013567-7.
  • Horst Schulz: Doberlug-Kirchhain. In: Schlösser und Gärten der Mark. Berlin 2012.
  • Werner Mlasowsky: Orgellandschaft Elbe-Elster.
  • Brandenburgischer Provinzialverband (Hrsg.): Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg, Band V. Unter der Schriftleitung des Provinzialkonservators Theodor Goecke bearbeitet von Architekt Dr. phil. Jung und Professor Dr. Willy Spatz. Vossische Verlagsbuchhandlung, Berlin 1917.
  • Margarete Gericke: Der Fall Hanschkel. 1985; Kirchenstreit in Dobrilugk. 1978; Der Wettlauf auf Kloster Dobrilugk.1965; jeweils Berlin, Evangelische Verlagsanstalt GmbH.
  • Camillo Ehregott Zschille: Getreue Abbildungen von ehemaligen und gegenwärtigen Ansichten preussischer Städte nebst deren denkwürdigsten Bauwerken, Wappen (Siegel) u.s.w., Dobrilugk im Jahre 1891; Kirchhain N.-L. im Jahre 1891.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Doberlug-Kirchhain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Doberlug-Kirchhain – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Doberlug-Kirchhain – Reiseführer

Fußnoten und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. 2013
  3. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  4. Bevölkerungsprognose für das Land Brandenburg 2009-2030, Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Abgerufen 24. Mai 2012 (PDF; 2,5 MB)
  5. Beitrag zur Statistik Land Brandenburg, 2005 (PDF; 356 kB)
  6. Deutscher Wetterdienst, Normalperiode 1961–1990
  7. leh: Archäologen legen mittelalterliche Weingruben bei Doberlug frei. In: Lausitzer Rundschau. 22. Juli 2009
  8. a b Anthrazitlagerstätte in Doberlug-Kirchhain (PDF; 1,5 MB)
  9. Siegfried Körner: Ortsnamenbuch der Niederlausitz. Berlin 1993, ISBN 3-05-000836-9, S. 141.
  10. Friedrich Redlich: Beiträge zur Siedlungsgeschichte der Niederlausitz in namenkundlicher Sicht (= Geschichte und Gegenwart des Bezirkes Cottbus. Sonderheft). Cottbus 1983, S. 55
  11. a b c d Doberlug-Kirchhain - Bilder erzählen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 1. Auflage 1994, ISBN 3-89264-901-4.
  12. Winfried Schich: "Zur Rolle des Handels in der Wirtschaft der Zisterzienserklöster im nordöstlichen Mitteleuropa in der zweiten Hälfte des 12. und der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts." In: Zisterzienser-Studien 4, Berlin 1979, S. 167.
  13. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  14. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  15. Eingliederung der amtsangehörigen Gemeinden Werenzhain, Hennersdorf, Dübrichen, Prießen und Nexdorf in die amtsangehörige Stadt Doberlug-Kirchhain mit Wirkung vom 31. August 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 37, Potsdam, den 12. September 2001, S.613/4 PDF
  16. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  17. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  18. Finsterwalde und Umgebung. Abgerufen am 12. Februar 2013.
  19. http://www.kirche-kirchhain.de/ Name der Kirche lt. Homepage der örtlichen Kirchengemeinde
  20. Website der Schul- und Volkssternwarte von Doberlug-Kirchhain
  21. Friedrich Rassmann: Kurzgefaßtes Lexicon deutscher pseudonymer Schriftsteller […], Leipzig 1830
  22. Karl Goedeke: Grundriß zur Geschichte der deutschen Dichtung. Berlin 1884 ff.; Wilhelm Kosch: Deutsches Literatur-Lexikon. Stuttgart 1947–1958, erscheint seit 1968 in dritter Auflage, seit 1999 auch die Reihe „Das 20. Jahrhundert“; Friedrich Rassmann: Kurzgefaßtes Lexicon deutscher pseudonymer Schriftsteller […], Leipzig 1830
  23. Schmerbauch in der Deutschen Nationalen Bibliothek
  24. Geschäftsbericht 1928 der Disconto-Gesellschaft Berlin, S.18 (PDF; 1,0 MB)
  25. Eintrag im Bundesarchiv
  26. Gedenkstätte Deutscher Widerstand Berlin
  27. Rudolf Lehmann: Urkundenbuch des Klosters Dobrilugk.
  28. Eintrag in Personen WIKI der SLUBB Dresden
  29. Werner Didzuhn: Ein Niederlausitzer wiederentdeckt. Kantor Eustachius Schildo von Kirchhain und sein Buch gegen die Spielwut. In: Niederlausitzer Studien. Heft 34, 2008, S. 125–134
  30. Leichenpredigt von Conrad David Bücher (1612-1675) und DNB-Eintrag
  31. Kurzbiografie und Werkverzeichnis im VD 17
  32. Eintrag in DNB
  33. Portrait samt Werk. Bayerische Staatsbibliothek, Eintrag in DNB und im Zedler
  34. Werner Raupp: Schirnding, August Carl Friedrich Freiherr von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 11 f. (Digitalisat).
  35. Karl Demmel: Heimatlicher Parnaß. Dichterköpfe aus dem Kreis Jüterbog-Luckenwalde. In: Heimatkalender Jüterbog. Luckenwalde 1939, S. 71 ff.; Karl Goedeke: Grundriß zur Geschichte der deutschen Dichtung. Berlin 1884 ff.