Doberschau-Gaußig

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Doberschau-Gaußig führt kein Wappen
Doberschau-Gaußig
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Doberschau-Gaußig hervorgehoben
51.14166666666714.357222222222220Koordinaten: 51° 9′ N, 14° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Höhe: 220 m ü. NHN
Fläche: 40,48 km²
Einwohner: 4224 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 01877 (Naundorf),
02633 (Gaußig, Weißnaußlitz),
02692 (Doberschau, Gnaschwitz)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 03591, 035930, 03592
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 110
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 13
02692 Gnaschwitz
Webpräsenz: www.doberschau-gaussig.de
Bürgermeister: Michael Schulze (CDU)
Lage der Gemeinde Doberschau-Gaußig im Landkreis Bautzen
Tschechien Dresden Landkreis Görlitz Landkreis Meißen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Arnsdorf Bautzen Bernsdorf Bischofswerda Bretnig-Hauswalde Burkau Crostwitz Cunewalde Demitz-Thumitz Doberschau-Gaußig Elsterheide Elstra Frankenthal (Sachsen) Göda Großdubrau Großharthau Großnaundorf Großpostwitz Großröhrsdorf Malschwitz Haselbachtal Hochkirch Hoyerswerda Kamenz Königsbrück Königswartha Kubschütz Laußnitz Lauta Lichtenberg (Lausitz) Lohsa Malschwitz Nebelschütz Neschwitz Neukirch (bei Königsbrück) Neukirch/Lausitz Obergurig Ohorn Oßling Ottendorf-Okrilla Panschwitz-Kuckau Pulsnitz Puschwitz Radeberg Radibor Räckelwitz Ralbitz-Rosenthal Rammenau Schirgiswalde-Kirschau Schmölln-Putzkau Schönteichen Schwepnitz Sohland an der Spree Spreetal Steina (Sachsen) Steinigtwolmsdorf Wachau (Sachsen) Weißenberg Wilthen Wittichenau Brandenburg PolenKarte
Über dieses Bild
Blick über den Ortsteil Doberschau, im Hintergrund die Stadt Bautzen
Zweisprachiges, besonders ausführlich beschriftetes Ortsschild des Ortsteils Weißnaußlitz

Doberschau-Gaußig, obersorbisch Dobruša-Huska, ist eine nach den beiden Orten Doberschau und Gaußig benannte Gemeinde im Landkreis Bautzen in der sächsischen Oberlausitz.

Geografie[Bearbeiten]

Doberschau liegt etwa vier, Gaußig etwa 9 km südwestlich der Großen Kreisstadt Bautzen am Nordrand des Lausitzer Berglandes.

Die Gemeinde wird begrenzt von Göda und Bautzen im Norden, Obergurig im Osten, Wilthen im Südosten, Neukirch im Süden sowie Schmölln-Putzkau und Demitz-Thumitz im Westen. Alle umliegenden Gemeinden zählen zum Landkreis Bautzen.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in 21 Ortsteile (Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2009)[2]:

  • Arnsdorf (Warnoćicy) – 142 Einwohner
  • Brösang (Brězynka) – 71 Ew.
  • Cossern (Kosarnja) – 90 Ew.
  • Diehmen (Demjany) – 231 Ew.
  • Doberschau (Dobruša) – 1187 Ew.
  • Drauschkowitz (Družkecy) – 67 Ew.
  • Dretschen (Drječin) – 116 Ew.
  • Gaußig (Huska) – 622 Ew.
  • Gnaschwitz (Hnašecy) – 323 Ew.
  • Golenz (Holca) – 96 Ew.
  • Grubschütz (Hrubjelčicy) – 255 Ew.
  • Günthersdorf (Hunćericy) – 110 Ew.
  • Katschwitz (Kočica) – 41 Ew.
  • Naundorf (Nowa Wjes) – 360 Ew.
  • Neu-Diehmen (Nowe Demjany) – 40 Ew.
  • Neu-Drauschkowitz (Nowe Družkecy) – 39 Ew.
  • Preuschwitz (Přišecy) – 49 Ew.
  • Schlungwitz (Słónkecy) – 239 Ew.
  • Techritz (Ćěchorjecy) – 89 Ew.
  • Weißnaußlitz (Běłe Noslicy) – 78 Ew.
  • Zockau (Cokow) – 114 Ew.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Doberschau wurde 1223 erstmal in der Oberlausitzer Grenzurkunde erwähnt. Südlich von Doberschau liegt an der Spree die Doberschauer Schanze, die früher als Wallburg den Einwohnern als Zuflucht diente. Sie konnte gut verteidigt werden, da sie in nördlicher Richtung durch das steil abfallende und felsige Tal der Spree begrenzt wird. Überreste des Walls sind noch heute erkennbar. Den Erzählungen nach soll ein unterirdischer Tunnel von der Schanze zum ehemaligen Rittergut in Doberschau existiert haben. Ob die Schanze mit dem 1007 erstmals erwähnten castellum Trebista identifiziert werden kann, ist umstritten. Auf dieser Erwähnung basierte die 1000-Jahr-Feier des Ortes im Jahr 2007.

In der Reformationszeit kam es zu einem langjährigen Streit um die Pfarrei Gaußig. Der Ort war im Besitz des katholischen Domstifts Bautzen, das Präsentationsrecht für die Pfarrstelle hatte aber der evangelische Pfarrer von Göda. Letzterer wurde vom sächsischen Kurfürsten unterstützt, zu dessen Gebiet Göda, nicht aber Gaußig, seit 1559 gehörte. Die Protestanten konnten sich schließlich in den 1560er Jahren endgültig durchsetzen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Diehmen 1. Januar 1973 Eingemeindung nach Gaußig
Doberschau 1. Januar 1994 Zusammenschluss mit Gnaschwitz zu Gnaschwitz-Doberschau
Drauschkowitz 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Gaußig
Dretschen 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Gaußig
Gaußig 1. Januar 1999
Gnaschwitz 1. Januar 1994 Zusammenschluss mit Doberschau zu Gnaschwitz-Doberschau
Gnaschwitz-Doberschau 1. Januar 1999
Grubschütz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Doberschau
Naundorf 1. Januar 1994 Eingemeindung nach Gaußig
Zockau 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Gaußig

Politik[Bearbeiten]

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden am 17. März 2013 statt. Amtsinhaber Michael Schulze (CDU) wurde mit 95,2 % der Stimmen im Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 37,5 %.[3]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Warnschild am Betriebsgelände des Sprengstoffwerk Gnaschwitz

Bekannt ist der Ortsteil Gnaschwitz vor allem durch das Sprengstoffwerk Gnaschwitz, welches noch heute Sprengmittel für die zivile und militärische Nutzung in aller Welt herstellt. Hier wurden in den sechziger Jahren große unterirdische Anlagen in dem überwiegend aus Granit bestehenden Untergrund angelegt, in welchen die Produktion und Lagerung stattfand.

Es kam hier auch zu mehreren Unfällen – meist durch menschliches Versagen – und die entstandenen Druckwellen konnten sich im Spreetal mehrere Kilometer weit ausbreiten. Zu Zeiten der DDR fanden jeden Mittwochnachmittag Tests der Sprengmittel auf dem Betriebsgelände statt, die weithin zu hören waren.

Vereine[Bearbeiten]

  • Sportverein Gaußig e.V.
  • Kleintierzüchterverein Gaußig und Umgebung e.V.
  • Interessenverband Freundeskreis Musik Gaußig
  • Heimatverein Gaußig e. V.
  • Kleingartenverein "Am Schwanenteich" e.V. Gaußig

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Evangelisches Schulzentrum Gaußig
  • Evangelische Grundschule Gaußig
  • Evangelische Oberschule Gaußig
  • Evangelisches Gymnasium Gaußig (mit der Fachrichtung Gesundheit und Soziales)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche am Schlosspark

In Gaußig befindet sich Schloss Gaußig, ein palladianisch umformtes Barockschloss mit Rhododendrenpark. Das Schloss war bis 1945 in Besitz der Reichsgrafen Schall-Riaucour, im Zuge der Bodenreform wurden sie enteignet und nach Rügen in ein Sammellager deportiert. Nachdem das Schloss zu DDR-Zeiten als Ferienheim der TU Dresden benutzt wurde, erfolgt derzeit seine Renovierung und private Nutzung, ab August 2008 auch als Schlosshotel. Der Park ist weiterhin zugänglich. Im Schloss befindet sich eine römisch-katholische Kapelle, daneben eine evangelische Pfarrkirche. Durch eine persönliche, nächtliche „Rettungsaktion“ des evangelischen Pfarrers wurde ein spätgotischer Flügelaltar aus der katholischen Kapelle in die evangelische Kirche verbracht, ein Schaden am Altar konnte verhindert werden.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Panse: Palladianisches Schloß im Dornröschenschlaf. Schloßpark Gaußig; in: Ders. (Hg.): Parkführer durch die Oberlausitz; Lusatia Verlag: Bautzen 1999; S. 89–94; ISBN 3-929091-56-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Doberschau-Gaußig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Laut Auskunft der Gemeinde Doberschau-Gaußig
  3. Ergebnis der Bürgermeisterwahlen 2013 in Doberschau-Gaußig