Doberschau-Gaußig
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Dresden | |
| Landkreis: | Bautzen | |
| Höhe: | 220 m ü. NN | |
| Fläche: | 40,48 km² | |
| Einwohner: |
4.417 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 109 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 01877, 02633, 02692 | |
| Vorwahlen: | 03591, 035930, 03592 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 25 110 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Hauptstraße 13 02692 Gnaschwitz |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Michael Schulze (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Doberschau-Gaußig im Landkreis Bautzen | ||
Doberschau-Gaußig, obersorbisch Dobruša-Huska, ist eine nach den beiden Orten Doberschau und Gaußig benannte Gemeinde im Landkreis Bautzen in der sächsischen Oberlausitz.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Doberschau liegt etwa vier, Gaußig etwa 9 km südwestlich der Großen Kreisstadt Bautzen am Nordrand des Lausitzer Berglandes.
Die Gemeinde wird begrenzt von Göda und Bautzen im Norden, Obergurig im Osten, Wilthen im Südosten, Neukirch im Süden sowie Schmölln-Putzkau und Demitz-Thumitz im Westen. Alle umliegenden Gemeinden zählen zum Landkreis Bautzen.
[Bearbeiten] Ortsgliederung
Die Gemeinde gliedert sich in 21 Ortsteile (Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2009)[2]:
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[Bearbeiten] Geschichte
Der Ort Doberschau wurde 1223 erstmal in der Oberlausitzer Grenzurkunde erwähnt. Südlich von Doberschau liegt an der Spree die sogenannte Schanze, die früher als Wallburg den Einwohnern als Zuflucht diente. Sie konnte gut verteidigt werden, da sie in nördlicher Richtung durch das steil abfallende und felsige Tal der Spree begrenzt wird. Überreste des Walls sind noch heute erkennbar. Den Erzählungen nach soll ein unterirdischer Tunnel von der Schanze zum ehemaligen Rittergut in Doberschau existiert haben. Ob die Schanze mit dem 1007 erstmals erwähnten castellum Trebista identifiziert werden kann, ist umstritten. Auf dieser Erwähnung basierte die 1000-Jahr-Feier des Ortes im Jahr 2007.
In der Reformationszeit kam es zu einem langjährigen Streit um die Pfarrei Gaußig. Der Ort war im Besitz des katholischen Domstifts Bautzen, das Präsentationsrecht für die Pfarrstelle hatte aber der evangelische Pfarrer von Göda. Letzterer wurde vom sächsischen Kurfürsten unterstützt, zu dessen Gebiet Göda, nicht aber Gaußig, seit 1559 gehörte. Die Protestanten konnten sich schließlich in den 1560er Jahren endgültig durchsetzen.
[Bearbeiten] Eingemeindungen
| Ehemalige Gemeinde | Datum | Anmerkung |
|---|---|---|
| Diehmen | 1. Januar 1973 | Eingemeindung nach Gaußig |
| Doberschau | 1. Januar 1994 | Zusammenschluss mit Gnaschwitz zu Gnaschwitz-Doberschau |
| Drauschkowitz | 1. Januar 1974 | Eingemeindung nach Gaußig |
| Dretschen | 1. Januar 1974 | Eingemeindung nach Gaußig |
| Gaußig | 1. Januar 1999 | |
| Gnaschwitz | 1. Januar 1994 | Zusammenschluss mit Doberschau zu Gnaschwitz-Doberschau |
| Gnaschwitz-Doberschau | 1. Januar 1999 | |
| Grubschütz | 1. Juli 1950 | Eingemeindung nach Doberschau |
| Naundorf | 1. Januar 1994 | Eingemeindung nach Gaußig |
| Zockau | 1. Juli 1950 | Eingemeindung nach Gaußig |
[Bearbeiten] Wirtschaft
Bekannt ist der Ortsteil Gnaschwitz vor allem durch das Sprengstoffwerk Gnaschwitz, welches noch heute Sprengmittel für die zivile und militärische Nutzung in aller Welt herstellt. Hier wurden in den sechziger Jahren große unterirdische Anlagen in dem überwiegend aus Granit bestehenden Untergrund angelegt, in welchen die Produktion und Lagerung stattfand.
Es kam hier auch zu mehreren Unfällen – meist durch menschliches Versagen – und die entstandenen Druckwellen konnten sich im Spreetal mehrere Kilometer weit ausbreiten. Zu Zeiten der DDR fanden jeden Mittwoch Nachmittag Tests der Sprengmittel auf dem Betriebsgelände statt, die weithin zu hören waren.
[Bearbeiten] Bildungseinrichtungen
- Evangelisches Schulzentrum Gaußig
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- Evangelische Grundschule Gaußig
- Evangelische Mittelschule Gaußig
- Evangelisches Gymnasium Gaußig (mit der Fachrichtung Gesundheit und Soziales)
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
In Gaußig befindet sich Schloss Gaußig, ein palladianisch umformtes Barockschloss mit Rhododendrenpark. Das Schloss war bis 1945 in Besitz der Reichsgrafen Schall-Riaucour, im Zuge der Bodenreform wurden sie enteignet und nach Rügen in ein Sammellager deportiert. Nachdem das Schloss zu DDR-Zeiten als Ferienheim der TU Dresden benutzt wurde, erfolgt derzeit seine Renovierung und private Nutzung, ab August 2008 auch als Schlosshotel. Der Park ist weiterhin zugänglich. Im Schloss befindet sich eine römisch-katholische Kapelle, daneben eine evangelische Pfarrkirche. Durch eine persönliche, nächtliche „Rettungsaktion“ des evangelischen Pfarrers wurde ein spätgotischer Flügelaltar aus der katholischen Kapelle in die evangelische Kirche verbracht, ein Schaden am Altar konnte verhindert werden.
[Bearbeiten] Vereine
- Evangelischer Schulverein im Landkreis Bautzen e. V.
- SV Gnaschwitz-Doberschau
- SV Gaußig
- Heimatverein Gaußig e. V.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde
- Herbert Gruhl (1921-1993), Politiker (CDU, Grüne und ÖDP) und Umweltschützer
- Gert Heidler (* 1948), Fußballspieler
- Bernd Stange (* 1948), Trainer verschiedener Nationalteams und Clubteams
[Bearbeiten] Literatur
- Ernst Panse: Palladianisches Schloß im Dornröschenschlaf. Schloßpark Gaußig; in: Ders. (Hg.): Parkführer durch die Oberlausitz; Lusatia Verlag: Bautzen 1999; S. 89-94; ISBN 3-929091-56-9.
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
- ↑ Laut Auskunft der Gemeinde Doberschau-Gaußig
[Bearbeiten] Weblinks
- Doberschau-Gaußig im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
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