Docupedia-Zeitgeschichte

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Docupedia-Zeitgeschichte ist ein Projekt zur Erstellung eines Open-Access-Online-Nachschlagewerks zur Zeitgeschichte.

Projekt[Bearbeiten]

Das Projekt Docupedia-Zeitgeschichte wurde vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) gemeinsam mit dem Institut für Geschichtswissenschaften (IfG) und dem Computer- und Medienservice (CMS) der Humboldt-Universität zu Berlin entwickelt. Es wird und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. Das Nachschlagewerk ist am 11. Februar 2010 mit einem Anfangsbestand von etwa 20 Artikeln online gegangen. Betreiber des Angebots ist der Verein Clio-online. Historisches Fachinformationssystem e. V. in Verbindung mit Zeitgeschichte-online (ZOL), einem gemeinsamen Projekt des ZZF und der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (SBB).

Inhalte[Bearbeiten]

Docupedia-Zeitgeschichte enthält Artikel zu Begriffen, die in der zeithistorischen Forschung wichtig sind. Die Artikel sind in die folgenden Kategorien eingeteilt: Grundlagen, Periodisierung, Prozesse, Begriffe, Methoden, Forschungsfelder, Debatten und Schnittmengen. Bislang liegen keine Artikel in den Kategorien Länder und Quellen vor.[1] Dabei gehört es zum Konzept von Docupedia-Zeitgeschichte, aktuelle Fragen und Debatten aus Forschungspraxis und Selbstverständnis der Zeitgeschichte zu behandeln und dabei auch interdisziplinäre Verknüpfungen zu berücksichtigen. Der Projektleiter Jürgen Danyel betrachtet Docupedia-Zeitgeschichte als experimentelle Form:

„Was wir machen, ist ein Medienexperiment […] Wir werden sehen, wie weit sich die Rolle des Autors auch bei wissenschaftlichen Beiträgen verändert, wie weit kollaborative Formen des Schreibens akzeptiert werden.“[2]

Organisation[Bearbeiten]

Wissenschaftler können durch die am ZZF tätige Redaktion und das wissenschaftliche Herausgebergremium als Autoren zugelassen werden. Die derzeit 39 Herausgeber sind an zeithistorischen Forschungseinrichtungen im deutschsprachigen Raum tätig[3] und sollen die Artikel vor der Veröffentlichung begutachten.[4] Die Autoren können ihre Artikel ständig aktualisieren, registrierte Leser, die „zumindest fortgeschrittener Student der Geschichte“[2] sein sollten, können Kommentare abgeben. Mitte April 2010 umfasste das Online-Angebot von Docupedia-Zeitgeschichte etwa 35 Artikel; zur Zeit (Februar 2014) sind 100 Artikel vorhanden. Ergänzend zu den Dokupedia-Artikeln bietet das Portal auch die Möglichkeit, gedruckte Forschungsliteratur dauerhaft online zu veröffentlichen.[3] Mit diesem Konzept positioniert sich Docupedia-Zeitgeschichte auf einem „Mittelplatz zwischen traditionellen gedruckten Fachzeitschriften und der Wikipedia“.[2]

Docupedia-Zeitgeschichte verwendet die MediaWiki-Software, um seine Inhalte dynamisch und weiterverwendbar verarbeiten zu können.[3] Für solche Weiterverwendungen muss jedoch die Zustimmung der Rechteinhaber eingeholt und ein Copyright-Vermerk hinzugefügt werden, wenn die Autoren ihre Beiträge nicht explizit unter einer Creative-Commons-Lizenz freigegeben haben.[5] Docupedia-Zeitgeschichte ist eine vom ZZF 2009 eingetragene Wortmarke.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hauptseite. In: Docupedia-Zeitgeschichte, abgerufen am 24. April 2010.
  2. a b c Jan Sternberg: Der Professor in der Wolke. Heute startet mit „Docupedia“ ein experimentelles Forum der Potsdamer Zeithistoriker. In: Märkische Allgemeine, 11. Februar 2010, abgerufen am 24. April 2010.
  3. a b c d Über Docupedia-Zeitgeschichte. In: Docupedia-Zeitgeschichte, abgerufen am 24. April 2010.
  4. Stefan Dumont: Neu im Web: Docupedia-Zeitgeschichte. In: digiversity.net, 16. Februar 2010, abgerufen am 24. April 2010.
  5. Copyright und Nutzungsbedingungen für alle Beiträge, die über das Portal Docupedia-Zeitgeschichte publiziert werden. In: Docupedia-Zeitgeschichte, 2. März 2010, abgerufen am 24. April 2010.