Dodekanes-Feldzug (1943)

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Dodekanes-Feldzug
Teil von: Zweiter Weltkrieg
Griechenland im Zweiten Weltkrieg
Griechenland im Zweiten Weltkrieg
Datum 8. September 1943 bis 22. Oktober 1943
Ort Dodekanes
Ausgang Deutscher Sieg
Territoriale Änderungen Dodekanes fiel an das Deutsche Reich
Folgen Deutsche Besetzung der Dodekanes-Gruppe bis zur Kapitulation
Konfliktparteien
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Sudafrika 1928Südafrikanische Union Südafrikanische Union
Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien
Griechenland Konigreich 1828Königreich Griechenland Griechenland
Befehlshaber
Friedrich-Wilhelm Müller Robert Tilney
Inigo Campioni

Der britische Dodekanes-Feldzug vom 8. September 1943 bis 22. Oktober 1943 war eine Operation im Zweiten Weltkrieg und zielte auf eine Eroberung der Italienischen Ägäis-Inseln ab.

Ziel[Bearbeiten]

Ziel dieser Landungsoperation war es die Dodekanes-Inseln in der südöstlichen Ägäis nach der Kapitulation Italiens schnellstmöglich zu besetzen, um diese als Ausgangsbasis für Operationen gegen die von Deutschland kontrollierten Balkanländer zu verwenden, insbesondere für Luftangriffe auf die rumänischen Ölfelder von Ploiesti.

Verlauf[Bearbeiten]

Durch die alliierten Vorbereitungen wollten die meisten italienischen Soldaten entweder in ihre Heimat zurückkehren oder die Seiten wechseln, weshalb deutsche Kräfte der Heeresgruppe E vom Festland auf die Dodekanes-Inseln verlegt wurden. Die größte Bedeutung dabei hatte die 7.500 Mann starke Sturm-Division Rhodos unter dem Kommando von Generalleutnant Ulrich Kleemann.

Am 8. September kapitulierte die italienische Garnison auf Kastelorizo gegenüber britischen Truppen. Dies veranlasste den Divisionskommandeur Kleemann, am 9. September den Angriffsbefehl gegen das 40.000 Mann starke italienische Kontingent zu geben, das am 11. September kapitulierte.

Als Antwort auf die alliierten Eroberungen der Inseln Kos, Kalymnos, Samos, Leros, Symi und Astypalea mobilisierte die deutsche Wehrmacht die 22. Infanterie-Division unter dem Kommando von Generalleutnant Friedrich-Wilhelm Müller, die am 19. September bereits Karpathos, Kasos und die italienisch besetzten Inseln der Sporaden und Kykladen kontrollierte.

Grabsteine gefallener italienischer Soldaten, Katholischer Friedhof der Stadt Kos

Im Oktober entdeckte die deutsche Luftwaffe die Basen der englischen Streitkräfte auf Kos und versuchte diese zuerst durch Luftangriffe, dann auch mit einer amphibischen Landungsoperation zu bekämpfen. Diese Operation trug den Decknamen Unternehmen Eisbär und zwang die britischen Truppen zum Rückzug über Nacht. Während dieser Schlacht konnten 1388 britische und 3145 noch verbliebene italienische Gefangene gemacht werden.

Als Folge der Kapitulation der italienischen Kräfte auf Kos ergab sich die italienische Garnison Kalymnos, was eine wesentliche Erleichterung für Operationen gegen das nächste Ziel Leros unter dem Decknamen Unternehmen Leopard. Als Angriffsbeginn wurde der 9. Oktober festgesetzt, jedoch verzögerte dieser sich aufgrund der Versenkung des deutschen Truppenkonvois (Dampfer Olympos mit 5 Fährprähmen) durch die Royal Navy bis zum 12. November.

Durch Landungen geteilt in zwei Invasionsgruppen, eine von Osten und eine von Westen kommend, konnte schnell ein Brückenkopf durch die Küstenjäger-Abteilung der Division Brandenburg aufgebaut werden. In der folgenden Nacht landeten deutsche Fallschirmjäger in der Inselmitte und die alliierten Kräfte konnten schnell in zwei Teile zerschnitten werden. Daraufhin ergaben sich die alliierten Truppen am 16. November. Die Verluste während dieser Operation betrugen 520 Mann auf deutscher Seite und 3200 britische sowie 5350 italienische Gefangene.[1]

Folgen[Bearbeiten]

Die alliierten Angriffe schlugen auf allen drei angegriffenen Inseln, Rhodos, Leros und Kos, fehl. Unter hohen Verlusten an Menschen und Material mussten sich die Briten wieder von den Inseln der Dodekanesgruppe zurückziehen. Die Inseln wurden daraufhin von deutschen Truppen der 22. Infanterie-Division unter dem Befehl von Generalleutnant Friedrich-Wilhelm Müller von Kreta aus besetzt und bis zur deutschen Gesamtkapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 gehalten.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Viscount Cunningham of Hyndhope: A Sailor's Odyssey. England: Hutchinson & Co. (Publishers) Ltd., 1951
  • Hans Peter Eisenbach: "Fronteinsätze eines Stuka - Fliegers, Mittelmeer und Ostfront 1943-44" Helios Verlag Aachen. In dem Buch werden die Stukaeinsätze im Rahmen des Dodekanes Feldzug detailliert beschrieben.
  • Isabella Insolvibile: Kos 1943-1948. La strage, la storia. Edizioni Scientifiche Italiane, Italy 2010, ISBN 9788849520828.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chronik des Seekrieges 1939–1945, Württembergische LandesbibliothekAbgerufen am 12. Oktober 2010
  2. Cunningham S. 582