Doge
Doge [ˈdoːʒə] war der Titel gewählter Oberhäupter in einer Reihe von italienischen Republiken des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Der Titel der Ehefrau eines Dogen ist Dogaressa.
Das Wort Doge ist ein italienisches Dialekt-Wort. Abgeleitet ist die Bezeichnung vom lateinischen dux, einem Begriff der römischen Verwaltung: Ab dem 4. Jahrhundert war bei den Römern dux die Bezeichnung für den obersten militärischen Befehlshaber einer Grenzprovinz, während ihnen in der Spätantike in den zum Byzantinischen Reich gehörenden Gebieten gewöhnlich ein Magister militum (Heermeister) übergeordnet war. Im modernen Standard-Italienisch wird zwischen doge und duce unterschieden. Viele europäische Sprachen, z.B. das Englische, Französische, Spanische übernahmen das Wort doge zur Bezeichnung dieser spezifisch italienischen Herreschaftsform, während im Deutschen doge oft mißverständlich mit Herzog übersetzt wird.
Die mächtigsten Dogen (Venexian: Doxe, Dose) hatte die Republik Venedig, deren Hauptivale die Republik Genua war, deren Oberhaupt ebenfalls den Titel Doge führte. Die Territorien dieser Handelsrepubliken waren eher klein, doch ihre Handelsimperien erstreckten sich weit nach Europa, Afrika und Asien.
Die Dogenmütze war das charakteristische Kleidungsstück des Dogen von Venedig , die er auch in seinem Wappenschild anstatt einer Krone führte.
Senarica, eine weitere, im Vergleich zu Venedig und Genua unbedeutende Republik in Abruzzo an der italienischen Adria wählte ebenfalls (wahrscheinlich jährlich) ihren Dogen von 1343 bis zur Annexion durch das neapolitanische Königreich Sizilien 1797.