Dohma

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dohma
Dohma
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dohma hervorgehoben
50.91666666666713.933333333333220Koordinaten: 50° 55′ N, 13° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Verwaltungs­gemeinschaft: Pirna
Höhe: 220 m ü. NHN
Fläche: 19,56 km²
Einwohner: 1952 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 100 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01796
Vorwahl: 03501
Kfz-Kennzeichen: PIR, DW, FTL, SEB
Gemeindeschlüssel: 14 6 28 070
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Zum Heideberg 18
01796 Dohma
Webpräsenz: www.dohma.de
Bürgermeister: Matthias Heinemann (Wählervereinigung Dohmaer Wasser)
Lage der Gemeinde Dohma im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Altenberg (Erzgebirge) Bad Gottleuba-Berggießhübel Bad Schandau Bahretal Bannewitz Dippoldiswalde Dohma Dohna Dorfhain Dürrröhrsdorf-Dittersbach Freital Glashütte Gohrisch Hartmannsdorf-Reichenau Heidenau Hermsdorf Klingenberg Hohnstein Sebnitz Königstein (Sächsische Schweiz) Kreischa Liebstadt Lohmen Müglitztal Neustadt in Sachsen Pirna Klingenberg Rabenau Rathen Rathmannsdorf Reinhardtsdorf-Schöna Rosenthal-Bielatal Dippoldiswalde Sebnitz Sebnitz Stadt Wehlen Struppen Stolpen Tharandt Wilsdruff Sachsen Tschechien Landkreis Bautzen Dresden Landkreis Meißen Landkreis MittelsachsenKarte
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Dohma ist eine Gemeinde im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge im Süden Sachsens. Die Gemeinde bildet eine Verwaltungsgemeinschaft mit der Kreisstadt Pirna.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Dohma liegt ca. 3 km südlich von Pirna. Die Gemeinde befindet sich auf der Hochfläche bzw. an den Talhängen zwischen dem Bahretal und dem Gottleubatal.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Dohma gehören die drei Ortsteile Dohma, Cotta und Goes sowie die Gemarkung Dürrhof. Der Ortsteil Cotta gliedert sich in Großcotta (Cotta A) und Kleincotta (Cotta B).

Geschichte[Bearbeiten]

Dohma[Bearbeiten]

Das Dorf Dohma und die später eingemeindeten Dörfer der Umgebung wurden im 14. Jahrhundert gegründet. Die erste Erwähnung des Waldhufendorfes erfolgte 1315 als Domyn. Weitere Namen von Dohma lauteten über die Jahrhunderte Dame, Dahme, Dohme (15. Jahrhundert), Thoma oder Dhoma (17. Jhd.). Die einzelnen Ansiedlungen im Bahretal und um die Steinsäge sowie das Vorwerk wuchsen nach und nach zu einem Reihendorf zusammen. Die Besitzer des Dorfes wechselten häufig, und somit gehörte Dohma immer wieder zu unterschiedlichen Amtsbereichen. Die Zahl der Einwohner wuchs stetig, 1695 wurden beispielsweise 18 Anspänner gezählt (Zweihüfner, Anderthalbhüfner, Eindreiachtelhüfner, Eineinviertelhüfner, Einhüfner, Dreiviertelhüfner, Halbhüfner und Viertelhüfner sowie 5 Gärtner). Um 1840 sind im Ortsbereich ein Vorwerk, 14 Bauerngüter, 4 Gartennahrungen, 14 Häuslerwohnungen, eine Mühle und etwa 200 Einwohner dokumentiert, vor dem Ersten Weltkrieg 888 Einwohner, danach nur noch 784 Personen. Es entstanden eine Glashütte und die Sandstein-Industrie (Cottaer Sandstein).[2]

Ortsteil Goes[Bearbeiten]

Goes entstand und entwickelte sich als typisches Angerdorf. Drei- und Zweiseithöfe bestimmten lange Zeit das Dorfbild. Goes wuchs aus dem Rundling mit den Nachbaransiedlungen Lohmgrund, Depot und Neu-Goes zusammen. Überlieferte Schreibweisen des Dorfes über die Zeit lauteten Gose, Goor, Gaer und Gäs. Im Jahr 1526 hieß es Goß in der pirnischen pflege gelegen. Herrschaftsmäßig bestand lange Zeit eine Zweiteilung zwischen dem Rittergut Zehista des Heinrich v. Schönfeld und dem Rittergut Rottwerndorf. Zur Zahl der Einwohner lässt sich folgende Entwicklung verfolgen: 10 besessin mennre des Spitals zu Donen (Dohna) (1501), 1900 „fanden sich insgesammt 309 Seelen in 40 Wohngebäuden. 1910 gab es 325 Einwohner, 1919 nur 267“. Die kirchliche Zugehörigkeit wechselte von Dohna um 1540 zu Pirna. Getreideanbau und Fischfang bildeten die Lebensgrundlage der Einwohner.[3]

Ortsteil Cotta[Bearbeiten]

Cotta entwickelte sich aus einem vom Burggrafen von Dohna um das Jahr 1000 angelegten Gut. Dieses diente dem Holzeinschlag und der Weiterverarbeitung bzw. dem Weiterverkauf der Stämme für den Bau der ersten hölzernen Dresdner Brücke. Die verschiedenen Schreibweisen des Dorfnamens waren Cottaw, Kuttaw, Kotthenn. Auch hier wechselten häufig die Besitzer und damit die Herrschaftsbereiche. Das aus dem Gut entstandene Dorf gilt als Waldhufendorf, zu dem die Streusiedlungen Groß- und Klein-Cotta sowie die Steger Mühle und ein Bergwerk Die Zeysel hinzukamen. Zum Gut gehörten im Jahr 1821 „402 1/5 Ackerland, Brauerei, Brennerei, Fischerei, Mittel- und Niederjagd, Kalk- und Ziegelbrennerei und 800 Schafe“. Aus dem Jahr 1311 ist eine erste Kirche im Ort bezeugt.[4]

Hervorstehendes Landschaftsmerkmal ist der Cottaer Spitzberg mit einer Höhe von 792 Fuß (= 241 m), von dem eine „weite prachtvolle Rundsicht“ besteht. Darin sollen nach einer Sage Zwerge, oder nach dem Volksmund Quarkse, leben. [5]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung Dohma[Bearbeiten]

  • 1548/51: 0020 besessene Mann, 26 Inwohner
  • 1764: 0018 besessene Mann, 7 Häusler
  • 1834: 0195
  • 1871: 0320
  • 1890: 0570
  • 1910: 0888
  • 1925: 0942
  • 1939: 1089
  • 1946: 1164
  • 1964: 0875
  • 1990: 0635
  • 2004: 1057 (ohne Cotta und Goes)
  • 2011: 1051 (ohne Cotta und Goes)
  • 2012: 1952
  • 2013: 1952

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 55,4 %
 %
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
84,0 %
8,9 %
7,1 %

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 12 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • WV „Dohmaer Wasser“ (WVDW): 11 Sitze
  • CDU: 1 Sitz

Wirtschaft[Bearbeiten]

Neben der Landwirtschaft und der Fischerei für den Eigenbedarf waren und sind Abbau und Verarbeitung von Sandstein überregional bedeutend. Nach 1990 haben sich einige größere Betriebe im Gewerbegebiet Dohma angesiedelt. Die Gemeindehomepage gibt mehr als 100 Gewerbetreibende einschließlich Handwerker und Dienstleister an (Stand Januar 2015).[8]

Verkehr[Bearbeiten]

Die B 172 verläuft nördlich der Gemeinde. Die Gemeinde ist auch über die A 17 zu erreichen, welche über den Anschluss Pirna (ca. 4 km) erreichbar ist. Durch die Gemeinde führt die Landstraße 173, die von Pirna zur tschechischen Grenze bei Bahratal führt.

Von 1894 bis 1963 besaß Dohma einen Bahnhof an der Bahnstrecke Pirna–Großcotta, die vor allem als Anschlussbahn der Sandstein-Steinbrüche im Lohmgrund diente. Von 1894 bis 1935 und nochmals von 1945 bis 1957 verkehrten auf der Strecke auch Personenzüge.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist Dohma mit der Stadtbuslinie Z sowie durch die Regionalbuslinien 207 und 219 der Oberelbischen Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz mbH erreichbar. Der Ortsteil Cotta ist mit den Linien 207, 209 und 219 erreichbar. Hingegen verfügt der Ortsteil Goes über keine ÖPNV-Anbindung.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Gedenktafel für den Kommunisten Walter Richter an seinem Wohnhaus Weinleite Nr. 19
    Richter wurde 1935 beim grenzüberschreitenden Widerstandskampf von einer SA-Patrouille.[9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dohma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Geschichtliches zu Dohma, 1927
  3. Geschichte Goes
  4. Geschichte Cotta, 1927
  5. Geschichte Cotta
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  7. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  8. Gewerbeübersicht Gemeinde Dohma
  9. Gedenktafel für Walter Richter