Dokufiktion

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Nicht belegte, teils sehr spekulative Aussagen WP:POV; zudem inhaltliche Überschneidung mit Doku-DramaRobert Kerber (Diskussion) 10:05, 14. Jun. 2012 (CEST)

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Als Dokufiktion (Kofferwort aus Dokumentation und Fiktion; auch Docufiction oder docu-fiction) bezeichnet man eine spekulative oder fiktive Dokumentation. Die Idee der Dokufiktion basiert neben dem Doku-Drama auf einigen Büchern (After Man, The New Dinosaurs, Man after Man) von Dougal Dixon, welche an erfundenen Tierarten die Grundprinzipien der Evolution aufzeigen. Sie ist aber auch von der Exobiologie und den fiktiven Nachschlagewerken der Rollenspiel-Szene inspiriert.

Inhalte[Bearbeiten]

Gewöhnlich dient die Dokufiktion der spektakulären Verbreitung von Wissen über wissenschaftliche Grundprinzipien anhand fiktiver Beispiele. Besonders beliebt ist dieses Format bei der Erklärung der Prinzipien der Evolution, wobei zukünftige (Die Zukunft ist wild) oder außerirdische (Extraterrestrial, Alien Planet) Tiere und Pflanzen bzw. deren Äquivalente nach wissenschaftlichen Prinzipien konstruiert und vorgestellt werden.

Es gibt zudem Dokufiktionen, die sich mit mythologischen Wesen, beispielsweise Drachen beschäftigen. Ebenfalls zu den Dokufiktionen zählen Filme, in denen anstatt echter Aufnahmen, gestellte Aufnahmen mit Schauspielern oder solche, die am Computer animiert wurden, Verwendung finden.

Abgrenzungen[Bearbeiten]

Es ist eine Mischung aus Dokumentarfilm und Spielfilm, also eine Verschmelzung beider zu einem.

So können historisch besonders akkurat gestaltete Spielfilme wie „Der Untergang“ durchaus auch als Dokufiktion gezählt werden, gewöhnlich werden sie aber einem eigenen Genre mit der Bezeichnung Doku-Drama zugerechnet. Ebenso bieten Dokufiktionen Möglichkeiten, eine Geschichte zu erzählen, da alle gezeigten Szenen nach Wunsch des Regisseurs frei gestaltbar sind.

Ein dokufiktionaler Film kann entweder in einer ganz klar fiktiven Welt spielen oder in der uns geläufigen Realität. In manchen Fällen kann beides vermischt sein, etwa indem man Drachen in der realen Welt ansiedelt.

Eine besondere Form der Dokufiktion hat die Science Fiction entwickelt, nämlich den Rückblick aus der Zukunft (als Gegenwart der Hauptfigur) auf eine (ganz oder teilweise) fiktive Geschichtsschreibung der (aus der Sicht des Verfassers) näheren Zukunft und Gegenwart.

Vorteile der Dokufiktion[Bearbeiten]

Die Dokufiktion erschließt Möglichkeiten, an „normalen“ Dokumentationsthemen desinteressierte Zuschauer anzuziehen und „trockene“ Formate an die Normen der Massenunterhaltungsindustrie und damit den Zuschauergeschmack anzupassen.

Kritik an der Form[Bearbeiten]

Die Dokufiktion als Wissensvermittlung steht gelegentlich in der Kritik von Wissenschaftlern, weil sie aufgrund der oftmals kompletten Manipulierbarkeit des Bildes in Verbindung mit dem hohen Vertrauen des Konsumenten in die Echtheit von Bildern falsche Informationen als echt vermitteln kann. So gibt es etwa zahlreiche schlecht recherchierte Dokufiktionen über historische Ereignisse und Personen oder auch prähistorische Lebewesen, die zu teils eklatanten Fehlern in der Darstellung führen.

Auch wird der Dokufiktion ein Hang zu reißerischer Darstellung vorgeworfen, da sich sehr leicht besonders spektakuläre Szenen erstellen lassen. Dieses Problem teilt die Dokufiktion mit dem nahe verwandten Tierfilm, in welchem auch mit der Kommerzialisierung ein Hang zur Spektakularisierung einher zu gehen scheint.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bruzzi, Stella 2000: New Documentary: A Critical Introduction. Routlegde
  • Hißnauer, Christian 2010: MöglichkeitsSPIELräume. Fiktion als dokumentarische Methode. Anmerkungen zur Semio-Pragmatik fiktiver Dokumentationen. In: MEDIENwissenschaft, H. 1, S. 17–28, Volltext
  • Lammer, Christina 2002: DoKu. Wirklichkeit inszenieren im Dokumentarfilm. Wien.
  • Rhodes, Gary D./Springer, John P. (Hrsg.) 2006: Docufictions. Essays on the intersection of documentary and fictional filmmaking. Jefferson, NC: McFarland.