Dokumentation

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Erschließung von Informationen. Weitere Bedeutungen siehe unter Dokumentation (Begriffsklärung).

Unter Dokumentation versteht man die Nutzbarmachung von Informationen zur weiteren Verwendung. Ziel der Dokumentation ist es, schriftlich oder auf andere Weise dauerhaft niedergelegte Informationen (Dokumente) gezielt auffindbar zu machen. Dokumente in diesem Sinne können Fachbücher, Zeitschriftenartikel oder sonstige Druckschriften sein, aber auch Archivalien, Bilder, Filme, Tonaufzeichnungen und Ähnliches. Auch wissenschaftlich erhobene Daten können im Sinne einer Dokumentation behandelt werden.

Die Erschließung von Informationen ist eine der wesentlichen Aufgaben von Bibliotheken und anderen Dokumentationseinrichtungen. In Bibliotheken wird zur Erschließung neu erworbener Publikationen die Katalogisierung dieser Publikationen durchgeführt, d.h. die Publikationen werden in den Bibliothekskatalog eingetragen. Dies geschieht in der Regel unter Berücksichtigung von Regelwerken (z. B. RAK oder AACR) und mit Hilfe von Dokumentationssprachen und anderen kontrollierten Vokabularien. Daneben kommen immer häufiger automatische Verfahren des Information Retrieval zum Einsatz.

Die durch Dokumentation ermittelten Angaben über ein Objekt bezeichnet man als Metadaten.

Katalogisierung in Bibliotheken[Bearbeiten]

Hauptartikel: Katalogisierung

Im Bibliothekswesen wird zwischen Formalerschließung und Sacherschließung unterschieden. Während sich die Formalerschließung auf die (objektiven) formalen Kriterien eines Objektes beschränkt, geht die Sacherschließung auf dessen Inhalt ein.

Projektmanagement und Softwareentwicklung[Bearbeiten]

Dokumentation bedeutet in den Bereichen Projektmanagement und Softwareentwicklung, sämtliche Beschlüsse, Schritte und Maßnahmen zu beschreiben die während des Projekt- bzw. Entwicklungszeitraums getroffen wurden. Das Ziel dieser Form der Dokumentation ist eine Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen und damit ein einheitliches Verständniss von Ist- und Soll-Zustand, des Dokumentationsgegenstandes.

Publizistische Dokumentation[Bearbeiten]

In Filmen und im Rundfunk wird mit Dokumentation ein journalistisch aufbereiteter Bericht bezeichnet, der mithilfe von Quellen und Zeugnissen Anspruch auf Nichtfiktionalität, auf Bezug zur realen Welt, erhebt. In Dokumentarfilmen und Radio-Features kommt es zu einer Mischung von erklärenden und erzählenden Elementen. Dabei sind Übergänge in zwei Richtungen möglich. Zum Einen tendieren die dokumentarischen Genres zum ästhetisch-künstlerischen Bereich, weg vom reinen Lehrfilm bzw. Schulfunk. Zum Anderen gibt es auch einen Übergang zum Unterhaltungsbereich, wobei ebenfalls die Grenzen zur Fiktionalität überschritten werden („Doku-Soap“).

In Printmedien spricht man von einer Dokumentation, wenn ein Originaldokument ganz oder in Auszügen wiedergegeben wird. Die Einbettung kurzer Auszüge aus Originaldokumenten in einen journalistischen Text nennt man dagegen Zitat.

Qualitätsmerkmale[Bearbeiten]

Einige Qualitätsmerkmale von Dokumentation sind: Vollständigkeit, Übersichtlichkeit, Verständlichkeit, Strukturiertheit, Korrektheit, Editierbarkeit, Nachvollziehbarkeit, Integrität/Authentizität (z. B. Änderungshistorie), Objektivität

Eine Dokumentation enthält - neben dem eigentlichen Inhalt - folgende Informationen:

  • eindeutige Zuordnung zu einem Prozess
  • verantwortlicher Prozesseigner
  • Datum und Unterschrift der Änderung
  • Abnahmevermerk des Prozesseigners mit Datum und Unterschrift
  • offizieller aktueller Stand des Dokumentes: Datum und Link
  • Liste der Anlagen mit Links

Probleme[Bearbeiten]

Ein grundsätzliches Problem der Dokumentation ist, dass sie sehr kostspielig werden kann und sich erst nach einer Vorlaufzeit wirtschaftlich auszahlt, weshalb viele Unternehmen auf eine eigene Dokumentationsabteilung verzichten.
Bei "Tonaufnahmen nur zur Dokumentation" greift man daher auf preisgünstigste Mittel zurück; auch der Ausführende wird danach ausgesucht. Das führt zwangsläufig zu wenig zufriedenstellenden Ergebnissen.

Etymologie[Bearbeiten]

  • Paul Otlet prägte Anfang des 20. Jahrhunderts den Begriff Dokumentation als die Sammlung, Ordnung und Nutzbarmachung von Dokumenten aller Art.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhem Gaus: Dokumentations- und Ordnungslehre. Theorie und Praxis des Information Retrieval. Springer, Berlin Heidelberg 2003, ISBN 3-540-43505-0
  • Ferdinand Müller: Probleme der Dokumentation. I. Geschichte und Entwicklung der Dokumentation. Chemiker Zeitung - Chemische Apparatur 84(9), S. 287 ff. (1960)
  • Ferdinand Müller: Probleme der Dokumentation. II. Die Dokumentation, ihre Ordnungssysteme und mechanischen Hilfsmittel. Chemiker Zeitung - Chemische Apparatur 84(23), S. 768 - 771 und S. 801 - 804 (1960)
  • Klaus Haller: Katalogkunde. Saur, München 1998, ISBN 3-598-11364-1
  • Johannes Rogalla von Bieberstein: Archiv, Bibliothek und Museum als Dokumentationsbereiche. Pullach: Dokumentation 1975 ISBN 3-7940-4116-X
  • Elaine Svenonius: The Intellectual Foundation of Information Organization. Cambridge (Mass.) 2000, ISBN 0-262-19433-3
  • Samulowitz und Ockenfeld: Bibliothek und Dokumentation - eine unendliche Geschichte. In: Information - Wissenschaft & Praxis. Nr. 54, 2003, S. 453-462 (online)
  • Jutta Bertram: Einführung in die inhaltliche Erschließung, Grundlagen - Methoden - Instrumente. In: Content and Communication. Terminology, Language Resources and Semantic Interoperability. Bd. 2, Ergon-Verlag, Würzburg 2005, ISBN 3-89913-442-7
  • Paul H. Otlet: Die Dokumentation. In: Peter R. Frank (Hrsg.): Von der systematischen Bibliographie zur Dokumentation. Wissenschaftl. Buchges, Darmstadt, 1978 (aus: L'Organisation Systématique de la Documentation. Institut International de Bibliographie. No. 82. 1907).

Weblinks[Bearbeiten]