Dollerup

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Dollerup (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dollerup
Dollerup
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dollerup hervorgehoben
54.7758333333339.680555555555633Koordinaten: 54° 47′ N, 9° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Langballig
Höhe: 33 m ü. NHN
Fläche: 13,08 km²
Einwohner: 994 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24989
Vorwahl: 04636
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 106
Adresse der Amtsverwaltung: Süderende 1
24977 Langballig
Webpräsenz: www.langballig.de
Bürgermeister: Peter-Wilhelm Jacobsen (KWD)
Lage der Gemeinde Dollerup im Kreis Schleswig-Flensburg
Karte

Dollerup ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.

Die Ortsteile Burott, Ellgaard, Geschlossenheck (dänisch: Laasled), Hörreberg (Hørrebjerg), Krim, Mürpoll, Nordballig (Nordballe), Norderfeld, Streichmühle (Strygmølle), Terkelstoft, Tiefengruft (Dybgrav), Rabenholz (Ravnholt), Unewattmühle (Undevad Mølle) und Weigab liegen im Gemeindegebiet. Die Gemeinde wurde 1970 zu ihrer heutigen Form zusammengelegt.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in Angeln und ist staatlich anerkannter Erholungsort.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1330 erstmals als Dalderup (Dorf im Tal) erwähnt.

Im Gemeindegebiet sollen früher herzögliche Wolfsjagden stattgefunden haben.

Dollerup gehörte im dänischen Königreich (bis 1864) zum Herzogtum Schleswig und zum Amt Grundhof, welches in der Husbyharde lag. Innerhalb der Harde gehörte es zur Langballig-Dolleruper Trint, welche ziemlich genau mit dem Kirchspiel Grundhof übereinstimmt.

Mit dem Einzug der preußischen Verwaltung (1867) wurde die jahrhundertealte Ordnung anders: Die Husby-, die Munkbrarup- und die Nieharde wurden zur Hardesvogtei Glücksburg zusammengefasst. Im Kirchspiel Grundhof lagen somit elf Gemeinden (Bönstrup, Grundhof, Lutzhöft, Unewatt, Dollerup, Langballig, Nordballig, Westerholz, Dollerupholz, Langballigholz und Terkelstoft) sowie die Gutsbezirke Lundsgaard und Freienwillen. Der Gutsbezirk Unewatt wurde der gleichnamigen Gemeinde zugeschlagen.

Seit 1888 hielt die Flensburger Kreisbahn im Ort. Durch die Bahnhaltestelle kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Die Bahnhofswirtschaft (1898) mit Saal wurde 1972 abgerissen und zu einem Dorfplatz umgestaltet. Vom Bahnhof Streichmühle existieren noch Gebäude. Es wurde die Genossenschaftsmeierei Dollerup (1896–1971) und die Spar- und Darlehnskasse Dollerup (1902–1970) angesiedelt. Es entstand eine Postagentur. Des Weiteren gab es Maschinengenossenschaften wie zum Beispiel eine Dreschgenossenschaft und eine Buschhackergenossenschaft.

Politik[Bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft KWD seit der Kommunalwahl 2013 sechs Sitze, die SPD drei und die CDU zwei.

Wappen[Bearbeiten]

Stein mit Wappen im Ortszentrum

Blasonierung: „Geteilt von Blau und Gold. Oben ein rot gezungter silberner Wolfskopf, unten ein rotes, zwei schräg gekreuzte schwarze Pfeile mit der Spitze nach unten überdeckendes Herz.“[2]

Die beiden Wappenfarben blau und goldgelb erinnern an die Farben des Kreises Schleswig-Flensburg. Der silberfarbige Wolfskopf, er symbolisiert Freiheit, Natur und Mut. Er soll an die Historie erinnern, dass im 17. Jahrhundert in den Ortsteilen Terkelstoft, Nordballig und Dollerup Wolfsjagden veranstaltet wurden. Das Herz ist Symbol für Gemeinschaft und erinnert an Dollerups ehemalige Zugehörigkeit zur Husbyharde.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der südliche Teil der Gemeinde ist vorwiegend landwirtschaftlich geprägt, im nördlichen Teil überwiegt die Wohnnutzung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Dollerup stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Lehrer Ocke Christian Nerong (1852–1909) hat an der Dolleruper Schule von 1880 bis zu seinem Tode 1909 fast eine Generation von Dollerupern unterrichtet. (Bis auf die Dolleruper aus dem Süderende, die traditionell zur zweiklässigen Grundhofer Schule gingen.) Als Heimatforscher schrieb er u. a. die erste Chronik des Grundhofer Kirchspiels (1895).

Der Landschaftsmaler Lutz Theen (1913–2001) lebte gemeinsam mit seiner Frau, der Malerin und Möbelrestauratorin Hedda Theen-Pontoppidan (1912–2013) seit 1967 in Nordballig.

Der Cartoonist und Comiczeichner Kim Schmidt (* 1965) lebt und zeichnet seit 1999 in Dollerup.

Der Singer-Songwriter Michael Schulte (* 1990) wuchs in Dollerup auf. 2012 wurde er Dritter bei der TV-Castingshow The Voice of Germany.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dollerup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein