Dolly Buster

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Dolly Buster auf der Premiere der Musical-Parodie "49 1/2 Shades", 2014.

Dolly Buster, bürgerlich Nora Baumbergerová (* 23. Oktober 1969 in Prag, Tschechoslowakei als Nora Dvořáková[1][2]) ist eine ehemalige tschechisch-deutsche Pornodarstellerin. Seit Beendigung ihrer Karriere als Pornodarstellerin betätigt sie sich als Autorin, Malerin, Produzentin, Regisseurin und Schauspielerin. Darüber hinaus engagiert sie sich politisch.

Leben[Bearbeiten]

1980er Jahre[Bearbeiten]

Mit 18 jobbte Dolly Buster als Übersetzerin für den Bundesgrenzschutz. Ein halbes Jahr später begann sie, in Pornofilmen mitzuwirken. Sie trat anfangs unter verschiedenen Namen, wie Mandy Dvorak, Mandy Dvorjack, Mandy Rice, Nora List und Norma List, auf. Beim Pornofilmen lernte sie den Pornoregisseur und Pornoproduzenten Josef Baumberger, genannt Dino, kennen. Beide sind seit 1997 verheiratet.[3]

Dolly Buster machte anfangs mit ihrem enormen Silikonbusen als Sexbombe in Pornofilmen von sich reden. Deutschlandweit bekannt wurde sie, nachdem sie für das Titelbild des Magazins Stern zu einem Artikel über die Pornobranche posierte.

1990er Jahre[Bearbeiten]

Sie wirkte in den 1980er und 1990er Jahren als Darstellerin in über 50 Pornofilmen neben bekannten Schauspielern wie Marvin Burbach mit. Kurze Ausflüge als Moderatorin oder Kommentatorin in diversen Fernseh-Sendungen gaben ihrer Popularität immer wieder Auftrieb. Insbesondere trat sie in beinahe jeder Folge der Sendung Peep! (1996-1999) auf und stellte dort zeitweise Quizfragen. Ihr stark ausgeprägter Schetismus wird fälschlicherweise häufig als Lispeln parodiert. Auch in den Sexsendungen Liebe Sünde (1993-2000) und Wa(h)re Liebe (1994-2004) war Buster häufig zu sehen.

Nach ihrer Heirat im Jahr 1997 beendete sie ihre Karriere vor der Kamera und steht seitdem als Produzentin und Regisseurin hinter der Kamera.[3] Sie betreibt auch eine eigene Erotikshop-Kette namens „Dolly Buster“.

1995 veröffentlichte sie die Single Make love (make no war). Diese erreichte Platz 80 der deutschen Charts.[4] Sie hatte damit als Gast in der Samstagsabendshow Ma kuck’n von Stefan Raab einen Gesangsauftritt. 1998 veröffentlichte sie eine Coverversion der Single Schöner fremder Mann von Connie Francis.

Dolly Buster engagiert sich seit einiger Zeit für den Tierschutz, speziell gegen den illegalen Handel mit Welpen. In diesem Zusammenhang ist sie prominente Patin für das Tierschutzprojekt Ungarn.[5]

Ihre Karriere als Schauspielerin beruht auf Filmen wie Hawaii Connection (1997), aber auch auf ihren Rollen in Fernsehfilmen wie Marys verrücktes Krankenhaus oder Die Anrheiner. In der von Tom Gerhardt 1994 gedrehten Komödie Voll normaaal hatte sie einen kurzen Gastauftritt als Busenwunder „Gianna S.“

1995 spielte sie in der ARD-Fernsehproduktion Private-Life-Show des Saarländischen Rundfunks die Fernsehassistentin von Burkhard Driest. Diese fiktive Fernsehshow sorgte für einen kleinen Skandal. Die angeblich live ausgestrahlte Show endete mit dem Tod des Moderators, der von einem aufgebrachten Showkandidaten erschossen wurde. Viele Zuschauer glaubten damals, dass dies wirklich geschehen sei.

2000er Jahre[Bearbeiten]

Im Jahre 2000 wurde Buster auf der Erotikmesse Venus in Berlin mit einem Venus Award (Lifetime Achievement Award) ausgezeichnet. Im Jahr 2003 folgten zwei weitere Venus Awards in den Kategorien Special Jury Award und Innovation des Jahres für Vodafone-live. Seit den 2000er Jahren betätigt sich Dolly Buster als Buchautorin. Im März 2001 erschien ihr Thriller Hard Cut, gefolgt von Tiefenschärfe im April 2003. Beiden Titeln war nur ein mäßiger Erfolg vergönnt.

2004 nahm Dolly Buster an der zweiten Staffel der RTL-Show Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! teil. Sie verließ das Dschungelcamp jedoch vorzeitig nach zwei Tagen.

Dolly Buster 2012

Nachdem sie bereits als 14-Jährige die staatliche Kunstschule in Prag besucht hatte, kehrte sie nun zur Malerei zurück. Ab 2006 nahm sie Malunterricht bei der Düsseldorfer Künstlerin Johanna Rzepka. Sie besuchte wiederholt die Kunstakademie Düsseldorf als Tagesgast und dort insbesondere die Klasse für Aktzeichnen des Dozenten Arnim Tölke. Ihre ersten Bilder veröffentlichte sie am 15. November bei TV total. Am 27. November folgte die Vernissage ihrer Ausstellung „Color Crash“ mit 31 Werken im Hamburger Café Keese. Laudatoren waren Arnim Tölke und der Maler Paul Cleeve. Durch das Programm für die ca. 200 Gäste führte der Travestie-Künstler Oliver Knöbel, besser bekannt als Olivia Jones.

Anfang 2007 unterzog sich Dolly Buster laut Medienberichten einer Brustverkleinerungs-Operation. Seit 2009 ist sie zusätzlich als DJane tätig.[6]

Buster startete bei der siebenten Staffel der österreichischen TV-Show Dancing Stars, welche am 9. März 2012 begann. Die zum Publikumsliebling avancierende Buster schied als 6. Platzierte aus.

Im Jahr 2013 war Dolly Buster Kandidatin in der VOX-Serie Promi Shopping Queen. Ausgestrahlt wurde die Sendung am 13. Januar 2013.

Kandidaturen und Unterstützungen bei Wahlen[Bearbeiten]

Dolly Buster unterstützte Guido Westerwelle (FDP) im Bundestagswahlkampf 2002. Sie trat dabei vor allem für die freie Liebe ein.

Kandidatur für das Europäische Parlament[Bearbeiten]

Zur Europawahl 2004 kandidierte die Tschechin in ihrer Heimat als Nora Baumbergerová für die tschechische Partei NEI (Nezávislá erotická iniciativa, Unabhängige erotische Initiative) für das Europäische Parlament. Sie scheiterte deutlich.

Aufstellung als Kandidatin wider Willen[Bearbeiten]

Am 23. Juli 2009 wurde bekannt, dass Dolly Buster ohne ihr Wissen und gegen ihren Willen[7] bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen am 30. August 2009 für die Gemeinderatswahl im Weseler Wahlbezirk Obrighoven-Lackhausen als Kandidatin der Unabhängige Weseler Wählergemeinschaft (UWW) auf Listenplatz 21 von 25 nominiert wurde.[8] Sie gab in einem Fernseh-Interview an, die Erklärung als eines von vielen Dokumenten auf ihrem Schreibtisch unterzeichnet zu haben, ohne den Text zu lesen. Ihr Mann gab gegenüber dem WDR an, sie hätten beide ein Formular unterschrieben und dachten, mit diesem Mitglied der UWW zu werden.[7] UWW-Sprecher Oelmüller erklärte, die UWW hätte nur sieben Mitglieder und deshalb Bekannte gebeten, sie zu unterstützen, die 25 Wahlbezirke mit Kandidaten zu besetzen. Im Frühsommer seien die Kandidaten dann bereits von den UWW-Mitgliedern auf die Listenplätze gewählt worden.[9] Eine solche schriftliche Zustimmungserklärung ist unwiderruflich. Eine Zurücknahme kann nur unter bestimmten Bedingungen und nur vor der Zulassung der Wahlvorschläge erfolgen. Aus diesem Grund war ein Rücktritt von der Kandidatur nicht möglich.[7] Dolly Buster rief deshalb die Wähler auf, sie nicht zu wählen.[10] Ein Mandat hätte sie im Falle ihrer Wahl jedoch auch ablehnen können. Ihr Mann Josef Baumberger kandidierte für die UWW auf Listenplatz 23. Da die UWW mit 1,73 % der Stimmen nur einen Sitz erringen konnte[10] und keinen Bezirk direkt gewann, wurden beide nicht gewählt.[11]

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles
[12]
Make Love (Make No War)
  DE 80 14.08.1995 (1 Wo.)

Singles[Bearbeiten]

  • 1995: Make Love (Make No War)
  • 1996: Shake It Up
  • 1998: Schöner fremder Mann (Ich bin Dolly B.)
  • 2010: Wake Up (Be Good to Me) mit (feat. Sin with Sebastian)

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1990: Dolly Buster in Excess
  • 1992: The Way of Sex
  • 1993: Dreams of Anal
  • 1994: Venecia Calling
  • 1994: Voll normaaal
  • 1995: Marys verrücktes Krankenhaus (Fernsehserie)
  • 1996: San Francisco Connection
  • 1996: At the Club
  • 1996: Rings of Lust
  • 1997: Dreams of Fetish 1
  • 1997: Hawaii Connection
  • 1998: Polizeiruf 110: Das Wunder von Wustermark
  • 1998: Dreams of Fetish Part 2
  • 1999–2000: Club der starken Frauen – Die rote Meile (Fernsehserie, sechs Folgen)
  • 2000: Das Taschenorgan (Kurzfilm)
  • 2001: Die Anrheiner (Fernsehserie, eine Folge)
  • 2001: Extasy
  • 2001: Welcher Mann sagt schon die Wahrheit (Fernsehfilm)
  • 2003: Miss Italy
  • 2003: Crazy Race (Fernsehfilm)
  • 2004: Pudelmützen Rambos
  • 2005: Kamenák 3
  • 2010: Underworld Cats

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dolly Buster – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kateřina Bochníčková neexistuje a ani nikdy neexistovala
  2. Spiegel-Panorama
  3. a b Böttinger – Die Gäste, Titel der Sendung am 7. Dezember 2001: Wenn Frauen Männer jagen …
  4. Dolly Buster: Single
  5. Tierschutzprojekt Ungarn
  6. pornostar dolly buster macht auf djane
  7. a b c WDR.de: Dolly Buster kandidiert
  8. Rheinische Post (RP Online): Dolly Buster kandidiert für Wesels Rat – unwissend vom 23. Juli 2009
  9. DerWesten.de: Dolly Buster kandidiert für Wesels Stadtrat vom 24. Juli 2009
  10. a b Kölner Stadt-Anzeiger: Dolly Buster darf nicht in Stadtrat ran vom 31. August 2009
  11. Dolly Buster kandidiert für Stadtrat von Wesel vom 23. Juli 2009
  12. HIT-BILANZ, deutsche Chart Singles 1956-2001 auf CD-ROM; Verlag: TAURUS PRESS Verlag populärer Musik-Literatur GmbH