Dolomedes plantarius

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Dolomedes plantarius
Dolomedes plantarius, Weibchen

Dolomedes plantarius, Weibchen

Systematik
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Familie: Raubspinnen (Pisauridae)
Gattung: Dolomedes
Art: Dolomedes plantarius
Wissenschaftlicher Name
Dolomedes plantarius
(Clerck, 1757)
Verbreitungsgebiet von Dolomedes plantarius

Dolomedes plantarius ist eine europäische Spinnenart.

Größe und Aussehen[Bearbeiten]

Dolomedes plantarius kann einschließlich der Beine eine Größe von 70 mm erreichen, wobei der Körper selbst ca. 20 mm groß ist. Die Art ist dunkel gefärbt, typischerweise braun oder schwarz. Entlang des Körpers hat sie weißliche Streifen, dadurch sieht sie ihrer engen Verwandten, der Gerandeten Jagdspinne (Dolomedes fimbriatus), zum Verwechseln ähnlich.

Leben und Fortpflanzung[Bearbeiten]

Der Lebenszyklus erstreckt sich auf mehr als zwei Jahre. Erst im letzten Frühjahr ihres Lebens sind die Tiere ausgewachsen und können sich paaren. Die Männchen nähern sich auf der Wasseroberfläche langsam und vorsichtig dem Weibchen. Wenn das Männchen nun in der Nähe des Weibchens ist, wippt es mit dem Körper. Akzeptiert das Weibchen das Männchen, dauert der Geschlechtsakt selbst nur wenige Sekunden. Das Weibchen legt mehrere hundert Eier und trägt sie etwa drei Wochen in einem Kokon mit sich. Um die Eier vor dem Austrocknen zu bewahren, taucht es sie in regelmäßigen Abständen ins Wasser. Nach diesen drei Wochen macht sich das Weibchen auf die Suche nach einem Nistplatz. Bevorzugt werden Stellen 10 bis 100 cm über dem Wasser. In der Regel bleibt die Mutter noch 5 bis 9 Tage in der Umgebung des Nestes, um die Jungen zu bewachen. Im Sommer gibt es manchmal eine zweite Eiablage, sie ist aber zahlenmäßig kleiner und meist nicht so erfolgreich.

Nahrung und Jagd[Bearbeiten]

Sie ernähren sich hauptsächlich von wirbellosen Wassertieren, Wasserläufern, Libellenlarven und kleineren Wasserspinnen. Aber auch Stichlinge und Kaulquappen gehören zu ihrer Beute. Manchmal fangen sie auch wirbellose Landtiere, die sie ertränken, bevor sie sie fressen. In der Regel legen sie ihre Hinterbeine während der Jagd an einen Pflanzenstängel. Ihre mit Sinneshaaren bestückten Vorderbeine liegen auf der Wasseroberfläche, so entgeht ihnen kaum ein Beutetier.

Verbreitung[Bearbeiten]

Dolomedes plantarius ist in fast ganz Europa beheimatet. Sie ist nur in größeren See- und Moorgebieten mit keiner oder nur schwacher Strömung zu finden. Sie ist nur in sauberem Wasser anzutreffen, bevorzugt mit krautiger Umgebung. In vielen Ländern steht diese Art auf der Roten Liste. Im deutschsprachigen Raum ist sie nur vereinzelt anzutreffen. Im Juli 2013 wurde die Art erstmals in Norwegen nachgewiesen.[1]

Schutz[Bearbeiten]

Im Oktober 2010 startete in England die Wiedereinführung dieser Art. Das gemeinsame Projekt von Natural England und Suffolk Wildlife wird unterstützt vom BBC Wildlife Fund. Bisher konnten im 50 km² großen Naturschutzgebiet um Castle Marshes etwa 3000 Spinnen in die Freiheit entlassen werden.[2]

In Deutschland steht Dolomedes plantarius durch die Bundesartenschutzverordnung unter strengem Schutz.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dolomedes plantarius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lyndsey Smith: Rare spider found in Norway. The Foreigner, 8. Juli 2013, abgerufen am 19. Februar 2014 (englisch).
  2. Rare spiders set up home on nature reserve by Lowestoft- with help of Redgrave and Lopham Fen. Eastern Daily Press, 9. Juli 2012, abgerufen am 19. Februar 2014 (englisch).
  3. Bundesartenschutzverordnung. 16. Februar 2005, abgerufen am 19. Februar 2014 (deutsch).