Dom-Hotel

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Dom-Hotel (2008)

Das Dom-Hotel in Köln-Altstadt-Nord ist eines der ältesten Grand Hotels in Europa. Aufgrund umfangreicher Umbauarbeiten bleibt das Hotel bis Anfang 2016 geschlossen.

Domhof 7-9 - erstes Domhotel (um 1880)

Geschichte[Bearbeiten]

Vor 1798 baute der Eigentümer des Hauses „Zum Palast“ am noch unfertigen Kölner Dom einen Ballsaal, dem einzigen größeren Saal dieser Art in Köln neben dem Gürzenich.[1] Dazu stand im „Verzeichnis der Stadt-Kölnischen Einwohner“ vom Jahre 1798 „Aufm Domhoff Nr. 2587, Joh. Ehl, Ballhaus“. Johann Peter Lempertz („Pierre Lempertz, cafétier-limonadier“) gründete vor 1821 auf dem Domhof 9 einen großen Gasthof mit Ballsaal, denn 1821 hieß es: „Auch hatten wieder einige Konzerte wie in früheren Jahren bei Lempertz auf dem Domhofe stattgefunden“.[2] Bereits 1814 soll er hier einen großen Ball für den schwedischen Kronprinzen Karl XIV. Johann gegeben haben, der seit dem 10. Februar 1814 in Köln sein Hauptquartier unterhielt.[3] Er stellte hier aber auch Kuriositäten wie „Gläserne Menschen“ und „Albino-Kinder“ zur Schau. Lempertz tauchte im Adressbuch von 1822 als „Weinzäpfer und Kaffe-Schenk“ auf. Ein Programm kündigte für den 1. April 1826 ein großes Deklamatorium im „Lempertz’schen Saale auf’m Domhof Nro. 9“ an.[4] Nach 1827 baute F. W. Horst im Nebenhaus Nr. 7 eine Weinwirtschaft.

Hotelier und Weinwirt Albert Harff erwarb am 1. September 1839 das Gebäude Nr. 9 und renovierte es anschließend. Um 1840 konnten im neuen „Hôtel du Dôme“ oder „Dome Hotel“ die ersten Gäste übernachten. Albert Harff richtete Konzerte, Maskenbälle und Karnevalssitzungen aus. Das „Neue Kölner Adress-Buch von 1841“ verzeichnete ihn als Bewohner von Domhof Nr. 7 und Nr. 9.[5] Am 1. Januar 1842 fand hier die erste Karnevalssitzung der neuen „Großen Karnevalsgesellschaft“ statt. Bekannt wurde es in der Kölner Bevölkerung insbesondere für seine Abonnementskonzerte. Am 3. März 1848 versammelten sich hier im Rahmen der Märzrevolution mindestens 500 Kölner Demokraten.

Harff verkaufte das Hotel 1857 an den Straßburger Ignatz Theodor Metz (* 1819), einem ehemaligen Restaurateur der Kölnischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft. Die Eröffnung des umgebauten Dom-Hotels fand am 28. November 1857 statt. Nach dem Tod von Ignatz Theodor Metz am 13. April 1880 übernahm dessen Sohn Friedrich August Metz die Geschäfte. Am 31. Dezember 1885 stürzte aufgrund statischer Fehlberechnungen einer 1866 vorgenommenen Aufstockung die Decke des großen Bankettsaals ein, wobei niemand zu Schaden kam; der Wiederaufbau des gesamten Hotels erfolgte trotz der Kritik des Dombau-Vereins an derselben Stelle und nicht zurückversetzt. Daraufhin wurde das zweite Hôtel du Dome im Stil der italienischen Renaissance mit einer zehnbögigen Arkade errichtet und im Februar 1886 eröffnet. Mit Eröffnung des „Centralpersonenbahnhofs“ (5. Dezember 1859) sowie der Hohenzollernbrücke (22. Mai 1911) expandierte das Hotelgeschäft.

Nachdem am 27. Dezember 1888 die Stadtverordnetenversammlung den Neubau des Hotels genehmigt hatte,[6] entstand zwischen 1890 und 1893 das dritte Dom-Hotel. Der Neubau durch Heinrich Joseph Kayser und Karl von Großheim erfolgte hinter dem - noch nicht vollständig abgerissenen - alten Hotel. Dabei wurde die Auflage eingehalten, dass der inzwischen vollendete Dom auf Drängen des Dombau-Vereins durch den Hotelneubau weniger verdeckt werden durfte. Es wurde in der Zeit des deutschen Kaiserreichs – neben dem seit 1863 bestehenden Excelsior Hotel Ernst auf der anderen Seite des Domes – zur traditionellen Unterkunft der Hautevolee in Köln. Die Eröffnung des Neubaus fand am 15. April 1893 statt. Hier wohnte mehrmals Kaiser Wilhelm II., Mata Hari hatte hier 1916 ein Spionage-Treffen.[7]

Im Zweiten Weltkrieg wurde Köln nahezu vollständig zerstört, die Bombenangriffe vom 2. März 1945 trafen das Hotel und zerstörten es weitgehend, lediglich drei Zimmer waren noch bewohnbar. Der Hoteldirektor und Regimekritiker Roland Metz wurde zuvor im März 1944 im Dachstuhl der Nord-Kuppel erhängt aufgefunden. Der Wiederaufbau erfolgte zwischen 1947 und 1952, das frühere Dach mit seinen Kuppeln und Türmen wurde nicht wiedererrichtet; man baute ein Flachdach, das den Blick auf den Dom weniger stören sollte. Das Haus wurde von den Nachkommen des Theodor Metz bis 1952 von Karl Wilkens und Edgar Lührs, den Ehegatten der Töchter von Roland Metz, wiederaufgebaut. Bis 1984 führte Edgar Lührs, der Urenkel von Theodor Metz, die Geschäfte. Der Domhof wurde 1971 in „Roncalliplatz“ umbenannt.

Im März 2001 erwarb die Kölner Immobiliengruppe Lammerting die Mehrheit an der Dom-Hotel GmbH & Co. KG; sie verkaufte sie im Januar 2010 an die Zusatzversorgungskasse der bayerischen Gemeinden. Von 2010 bis August 2012 wurde das angrenzende Blau-Gold-Haus (Domkloster 2) als Erweiterung des Dom-Hotels mit 42 neuen Suiten und Luxuszimmern ausgestattet. Dieses Gebäude war 1952 von den Architekten Wilhelm und Rudolf Koep im Stil der Nierentisch-Zeit für den Hersteller von 4711 Kölnisch Wasser mit einer Vorhangsfassade aus Aluminium in dessen Hausfarben Türkis und Gold errichtet worden.[8] Für seine denkmalschutzgerechte Renovierung vergab das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung am 22. Mai 2012 einen Sonderpreis.

Seit März 2013 wird das alte Gebäude des Dom-Hotels umgebaut und modernisiert. Anfang 2016 soll es dann als Fünf-Sterne-Plus-Hotel unter der Marke Althoff Hotel Collection wiedereröffnet werden. Zum 1. Juni 2013 wurden alle Mitarbeiter entlassen.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dom-Hotel (Köln) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Joseph Hennecke, Kölner Almanach 1951/52, S. 265
  2. Karlheinz Weber, Vom Spielmann zum städtischen Kammermusiker, 2009, S. 409
  3. Johann Friedrich von Cotta, Allgemeine Zeitung München vom 25. Februar 1814, S. 224
  4. Ludwig Röhrscheid, Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein, 1884, S. 67
  5. Ludwig Röhrscheid, a.a.O., S. 69
  6. Peter Fuchs, Chronik zu Geschichte der Stadt Köln, Band 2, 1991, S. 159
  7. Kölner Stadtanzeiger vom 18. Mai 2007, Spionage-Rendezvous in Zimmer 206 Abgerufen am 31. Dezember 2012
  8. Kölner Stadtanzeiger vom 19. Oktober 2010, Blau-Gold-Haus bald in altem Glanz. Abgerufen am 30. August 2011
  9. ksta.de 8. März 2013: Dom-Hotel entlässt Mitarbeiter;
    koeln.de vom 30. April 2013 Alle Mitarbeiter entlassen: Dom Hotel schließt bis Ende 2014, abgerufen am 3. Mai 2013;
    Pressemitteilung althoffhotels.com;
    tophotel.de 15. Februar 2013 Abgerufen am 4. März 2013

50.9404166666676.9570833333333Koordinaten: 50° 56′ 26″ N, 6° 57′ 25″ O