Dom-Hotel

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Dom-Hotel (2008)
Links: das zweite Dom-Hotel
Mitte: „Photographisches Atelier“ J. H. Schoenscheidt
Rechts: das dritte Dom-Hotel im Bau (um 1892)

Das Dom-Hotel in Köln ist eines der ältesten Grand Hotels in Europa. Aufgrund umfangreicher Umbauarbeiten bleibt das Hotel bis Anfang 2016 geschlossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Dom-Hotel vor 1900
Dom-Hotel, Grundriss

1798 baute der Eigentümer des Hauses "Zum Palast" am Kölner Dom einen Ballsaal, den einzigen größeren Saal dieser Art in Köln neben dem Gürzenich.[1]

1855 kam die Familie Ignatz Theodor Metz aus Straßburg nach Köln und erwarb den Gebäudekomplex und das daran angrenzende Hôtel du Dome. Metz Vater war Hotelbesitzer in Straßburg. Er selber hatte in den 50er Jahren mit seinen beiden Schiffen "Beethoven" und "Prinzessin von Preussen" den Rhein befahren. Zur Finanzierung der Kosten erhob man ein Eintrittsgeld für das Betreten des Platzes vor dem Dom (heute: Roncalliplatz).

Das erste Hôtel du Dome wurde im November 1857 eröffnet. Aufgrund falscher statischer Berechnungen stürzte am 31. Dezember 1885 die Decke des großen Bankettsaals ein, in dem gerade keine Veranstaltung stattfand. Daraufhin wurde das zweite Hôtel du Dome im Stil der italienischen Renaissance mit einer zehnbögigen Arkade errichtet und im Februar 1886 eröffnet. Nachdem am 27. Dezember 1888 die Stadtverordnetenversammlung den Neubau des Hotels genehmigt hatte,[2] entstand zwischen 1890 und 1893 das dritte Dom-Hotel. Dabei wurde die Auflage eingehalten, dass der inzwischen vollendete Dom auf Drängen des Dombau-Vereins durch den Hotelneubau weniger verdeckt werden durfte. Es wurde in der Zeit des deutschen Kaiserreichs – neben dem seit 1863 bestehenden Excelsior Hotel Ernst auf der anderen Seite des Domes – zur traditionellen Unterkunft der Hautevolee in Köln. Hier wohnte mehrmals Kaiser Wilhelm II., Mata Hari hatte hier 1916 ein Spionage-Treffen.[3]

Im Zweiten Weltkrieg wurde Köln nahezu vollständig zerstört, und auch das Dom-Hotel lag seit dem 2. März 1945 in Trümmern. Lediglich drei Zimmer waren noch bewohnbar. Direktor und Regimekritiker Roland Metz wurde zuvor im März 1944 im Dachstuhl der Nord-Kuppel erhängt gefunden. Nach und nach entstand aus den Ruinen wieder ein Luxushotel. Das frühere Dach mit seinen Kuppeln und Türmen wurde nicht wiedererrichtet; man baute ein Flachdach, das den Blick auf den Dom weniger stören sollte. Das Haus wurde von den Nachkommen des Theodor Metz bis 1952 von Karl Wilkens und Edgar Lührs, den Ehegatten der Töchter von Roland Metz, wiederaufgebaut. Bis 1984 führte Edgar Lührs, der Urenkel von Theodor Metz, die Geschäfte.

Im März 2001 erwarb die Kölner Immobiliengruppe Lammerting die Mehrheit an der Dom-Hotel GmbH & Co. KG; sie verkaufte sie im Januar 2010 an die Zusatzversorgungskasse der bayerischen Gemeinden. Von 2010 bis August 2012 wurde das angrenzende Blau-Gold-Haus (Domkloster 2) als Erweiterung des Dom-Hotels mit 42 neuen Suiten und Luxuszimmern ausgestattet. Dieses Gebäude war 1952 von den Architekten Wilhelm und Rudolf Koep im Stil der Nierentisch-Zeit für den Hersteller von 4711 Kölnisch Wasser mit einer Vorhangsfassade aus Aluminium in dessen Hausfarben Türkis und Gold errichtet worden.[4] Für seine denkmalschutzgerechte Renovierung vergab das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung am 22. Mai 2012 einen Sonderpreis.

Seit März 2013 wird das alte Gebäude des Dom-Hotels umgebaut und modernisiert. Anfang 2016 soll es dann als Fünf-Sterne-Plus-Hotel unter der Marke Althoff Hotel Collection wiedereröffnet werden. Zum 1. Juni 2013 wurden alle Mitarbeiter entlassen.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dom-Hotel (Köln) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Joseph Hennecke, Kölner Almanach 1951/52, S. 265
  2. Peter Fuchs, Chronik zu Geschichte der Stadt Köln, Band 2, 1991, S. 159
  3. Kölner Stadtanzeiger vom 18. Mai 2007, Spionage-Rendezvous in Zimmer 206 Abgerufen am 31. Dezember 2012
  4. Kölner Stadtanzeiger vom 19. Oktober 2010, Blau-Gold-Haus bald in altem Glanz. Abgerufen am 30. August 2011
  5. ksta.de 8. März 2013: Dom-Hotel entlässt Mitarbeiter;
    koeln.de vom 30. April 2013 Alle Mitarbeiter entlassen: Dom Hotel schließt bis Ende 2014, abgerufen am 3. Mai 2013;
    Pressemitteilung althoffhotels.com;
    tophotel.de 15. Februar 2013 Abgerufen am 4. März 2013

50.9404166666676.9570833333333Koordinaten: 50° 56′ 26″ N, 6° 57′ 25″ O